Es wäre ja mal spannend, erzähle ich Irgendlink heute morgen am Telefon, wenn wir das gleiche wie zurzeit in einigen Blogs mit Bildern geschieht, mal mit Texten ausprobieren würden.
Ich finde es so toll, wie in den verschiedenen Blogs die Kommentarkultur so phantasievoll geworden ist und aus einzelnen Bildern ganze Geschichten entstehen und wir einander Wollknäuel zuwerfen und mit diesen weiterstricken. Das könnte man auch mit Texten machen. Mit Geschichten. Mit einzelnen Szenen.
Es lebe die Phantasie! Petter, der Protagonist in Jostein Gaarders Geschichtenerzähler, das ich zurzeit lese, ist Träumer und Realist in Personalunion. Nicht einfach, wenn man bei allem, was einem vorgesetzt wird, von klein auf weiß, wie es richtiger und besser wäre. Als Schüler verkauft er sein Wissen und seine Ideen – in Literatur, in Mathe oder in Religion ist dabei unwesentlich – gegen harte Währung. Und noch während der Junge mit seiner Mutter im Theater sitzt, den Vater in den Zirkus begleitet, einer Radiosendung lauscht oder den Moderator im Fernsehen beobachtet, weiß er, wie auch hier das Ganze viel besser, viel lustiger, viel phantastischer inszeniert werden könnte.
Doch hört selbst.
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Wie die Geschichte weitergeht? Ich habe keine Ahnung. Nur ein paar Ideen. Und du?
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Das Buch: (klick drauf zu Amazon)

Und das sagt Wikipedia zur Geschichte: hier klicken!
Kategorie: kulturell
atmen
Heute erteile ich Linard Bardill das Wort.
Ein Wort zum Tag und eins zum Leben auch gleich:
Die Zeit heile Wunden
sagt man
doch die Zeit heilt nichts
es ist das Vergessen
das uns wieder lachen
lieben und singen lässt
Darum lobe ich das Vergessen
es macht uns lustig
und hilft uns
die grimmigen grauen
Gedanken fahren zu lassen
Wie der Wein
wie der Schlaf
Wie der Augenblick
der nie schmollt
oder grollt
oder atemlos ist
Ich zähle meinen Atem
Es gibt keine Wunden
Es gibt keine Zeit
Es gibt kein Vergessen
Linard Bardill im November-Newsletter
Wäscheleine einmal anders
Wo soll ich bloß anfangen? Am Anfang, sagst du? Am Anfang war das Rad. Am Anfang war die Reise. Am Anfang war „Ums Meer 2012“, denn ohne diese Reise wäre der gestrige Abend so nicht möglich gewesen.
Darum für alle meine neuen Leserinnen und Leser hier gleich ein paar Sätze zum Anfang … Alle andern bitte einfach weiterscrollen bis #.
Liebe neue Lesende. (Meine Statistikzahlen machen mich glauben, es sei so, dass es euch gibt …).
„Ums Meer 2012“ heißt das multimediale Kunstprojekt, das mein Liebster, Irgendlink, dieses Jahr während vier Monaten realisiert hat. Eine Radreise von 7663 Kilometern. Doch dabei hat Irgendlink nicht nur viele Kilometer zurückgelegt, sondern auch seinen eigenen Strom erzeugt, um sein iPhone zu füttern. Dieses Teil war bei diesem Projekt die Schnittstelle für seine Kunst, die er unterwegs geschaffen und direkt ins Internet geladen hat. Meist jedoch kamen die Texte und die Bilder zuerst zu mir, die ich das Projekt redaktionell betreut habe. Ich habe die Wörterdecke gepackt, sie ausgeschüttelt wie Frau Holle und die herauspurzelnden Tippfehler kompostiert. Den Rest habe ich ins Blog Irgendlink gestellt, wo die Reise in Text und Bild noch immer nachzulesen ist. (hier klicken).
# Alle wieder da? Dass eine Ausstellung mit ganz viel Arbeit verbunden ist, weiß ist längst, habe ich doch sowohl selbst schon ausgestellt als auch Irgendlink bei Ausstellungen assistiert. Von daher weiß ich, was die PrismatInnen dieser Tage geleistet haben! Die Zweibrücker Kunstgruppe Prisma, die sich diesen Frühling formiert hat, zeigt seit August 2012 in einem zweistöckigen Lokal Kunst verschiedenster Genres. Gestern eröffnete die Gruppe bereits ihre zweite Ausstellung dieses Jahres. Die Idee ist, dass jede neue Ausstellung der neun Künstlerinnen und Künstler mit einem Event gefeiert wird … Mit großem Enthusiasmus und viel Energie legten sich alle ins Zeug, um ein gemeinsames Kunstwerk in den Räumen zu erschaffen. Es hat sich gelohnt!
Klang- & Bildreise war das Thema der gestrigen Ausstellungseröffnung. Irgendlinks Diaschau-Film „Ums Meer 2012“, den es in „klein“ auch auf Youtube gibt, kam gestern richtig groß heraus.* Die Galerie war so voll, dass sich die Leute buchstäblich auf die Füße traten und der viertelstündige Film – je in sepia und in „farbig“ – immer wieder gezeigt werden durfte. Michael Wack, ein begnadeter Klangkünstler schaffte das Wunder, die Diaschau, musikalisch so gekonnt in Szene zu setzen, dass Rhythmus und Aussage der Bilder noch verstärkt wurden. So oft ich die Schau auch in klein auf dem Laptop geguckt hatte, konnte ich mich doch gestern an ihr kaum sattsehen. Immer wieder entdecke ich neue Details in der Fülle der Bilder. In groß, auf die Wand gebeamt, war die Wirkung einfach umwerfend. Das Echo des Publikums war gewaltig. Die einen mochten lieber die auf alt getrimmte Sepia-Version, die anderen das Bunt der zweiten Schau. Es kam zu tollen Begegnungen und Gesprächen jenseits von Smalltalk.
Besonders beeindruckt waren viele KunstliebhaberInnen auch von der Hängung der neuen Bilder. Nicht nur über das Konzept der ganzen Ausstellung hörte ich rühmliches, auch Irgendlinks neue Bilderserie kam super an. Wo normalerweise Bilder in tollen Rahmen die Wände zieren, hat Irgendlink diesmal, der Not des leeren Geldbeutels gehorchend, die bekanntlich erfinderisch macht, eine unsichtbare Schnur hin- und hergespannt, an welche er achtzig auf 10×15-Papier gedruckte 9×9-Bilder von der Reise gehängt hat. Das gute alte Wäscheleine-Prinzip, edel und ästhetisch umgesetzt. Was sich kaum beschreiben lässt, sieht wirklich saugut aus.
Innovative Hängung!, befand ein befreundeter Galerist, dem es ganz besonders die handschriftlichen Texte auf den Bildern angetan haben. Irgendlink hatte auf den freien Platz unter jedem Bild feinsäuberlich Informationen über den jeweiligen Standort der Aufnahme (Ort, Land, Koordinaten) notiert.**
Sie sehen ein bisschen wie Polaroids aus!, meine eine ältere Kunstliebhaberin. Hat was.
Je später der Abend desto kleiner die Schar und desto angeregter die Stimmung. Gemeinsames Gläserspülen. Aufräumen. Lachen. Da ein bisschen Rumblödeln, dort ein wenig Philosophieren. Spaß hat’s gemacht.
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* die DVD mit den beiden Filmen (10 Euro plus Versand) sowie das Poster (35 € plus Versand) bitte bestellen bei homebase@europenner.de.
** Auch die Bilder sind käuflich. Mit handgeschnittenem Passepartout (aber ungerahmt) erhältlich für 15 € (plus Versand). Jedes Bild aus dem Irgendlink-Blog „Ums Meer 2012“ (hier klicken) kann so aufbereitet werden!
Da und dort …
Die Ausstellung von Gastfotografinnen und -fotografen auf pixartix_dAS bilderblog geht weiter. Morgen eröffnen wir die Ausstellungspforten für Lakritze. Thema ihrer Ausstellung: Bilder von nichts. Hm, also keine Bilder? Oder? Seht selber.
Am Wochenende gibts jeweils und weiterhin Bilder aus der heimischen Küche, sprich von Irgendlink und mir.
Ach ja, und dies noch: auch weiterhin appe ich die Welt auf Sofasophia appt die Welt. Guck einfach mal vorbei. Obwohl. Die Stühle habe ich bereits hochgeklappt, es schneit nämlich bei uns …

Neulich vor einer Kneipe in Baden …
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Bilder: iDogma –
Fotografiert mit der App Hipstamatic, montiert mit der App TurboCollage (iPhone-integrierte Software. Alle Bearbeitungsschritte wurden auf dem iPhone ausgeführt).
Geschenkte Gäule
Einen durfte ich selbst verschenken und einen haben wir geschenkt bekommen. Einen Gaul, meine ich. Gäule. Am gäulsten ist der, den wir zusammen bekommen haben, doch der, den ich verschenkt habe, war noch besser. Fragt den Liebsten, doch der ist jetzt unterwegs zum Auto und stellt eben kurz die Parkscheibe um. Es ist Samstagmorgen, kurz nach neun, und ich sehe älter aus als ich je sein werde.
Na ja, auf viel schlafen hatten wir uns eh nicht eingestellt, doch das Gewitter, der Sturm, der um halb sieben tobte, nach immerhin fünf Stunden Schlaf, angereichert mit dem Summen des einsetzenden Samstagmorgenstadtverkehrs, hat mich geweckt und das Kopfkino ein Wiedereinschlafen verunmöglicht. Die hohen Fenster unseres Hotelzimmers, obwohl mit dicken Vorhängen verschleiert, schützen kaum vor Lärm. Und gegen den Wind und die Zugluft ebenso schlecht. Ein altes ehrwürdiges, nicht eben billiges Hotel – doch seine besten Tage hat es wohl schon hinter sich, wenn es sich nicht neugebären lässt. Die Vorhänge bewegen sich bei geschlossenen Fenstern im Wind. Ich glaube zuerst im Morgendunkel an eine Sinnestäuschung. Doch auch bei wiederholtem Hinschauen – Augen auf, Augen zu, wieder auf – bauschen sie sich. Der Liebste schläft tief und fest. Wegen der Bar und dem Nachtleben hier unten in der Berner Altstadt, haben wir uns Taschentuchschnipsel in die Ohren gestopft. Meine habe ich längst rausgepult.
Dennoch ein starker Gaul, das hier. Ich habe ihn bekommen, als ich vor anderthalb Jahren meine Berner Arbeitsstelle und die Stadt Bern lachend und weinend verlassen habe. Ein Gutschein für eine Hotelnacht mit dem Liebsten – als gutes Mittel gegen Heimweh.
Immer wieder haben wir den Gutscheinbezug auf später vertagt. Immer wieder konnten wir woanders übernachten. Gestern war es aber endlich soweit. Unweit des berühmten alten Bärengrabens und des fast schon ebenso berühmten neuen Bärenparks residieren wir im ersten Stock, mit Blick auf die Nydeggkirche, direkt über der bis halb vier geöffneten Bar. Eben fährt eine Ambulanz vorbei.
Schau dem geschenkten Gaul nicht ins Maul! Er war teuer. Bern ist teuer. Sirenengeräusch habe ich in meiner Berner Zeit täglich mehrmals gehört, solange bis ich es irgendwann nicht mehr wahrnahm. Während meines Jahres auf dem einsamen Gehöft und auch jetzt, in meinen aktuellen Alltag im Aargau, kommt dieses dringliche Heulen kaum mehr vor. Auch Trams und Stadtbusse hörte und höre ich dort keine.
Es war schon spät nachts, als wir in der Nähe geparkt haben. Mit Parkscheibe, die um neun rum neu eingestellt werden muss. Gratisparkplätze gibt’s in Bern kaum, blaue Zone dafür ab sieben Uhr ziemlich häufig: Allerdings immer nur für eine Stunde oder zwei.
Zugegeben purer Egoismus hat mich dazu getrieben, einen Gaul zu verschenken. Der, den ich verschenkt habe, ist allerdings ein Ochse. Ein patenter sogar: ein Eintrittsticket für die Mühle Hunziken. Der Liebste hat sich über das Geschenk offensichtlich sehr gefreut. Die Mühle war, obwohl wir schon fünf Minuten nach Türöffnung dort waren, bereits fast voll. Jedenfalls die begehrtesten Plätze des ge**** Kulturhauses der Welt. Auf drei Ebenen – Parterre, Galerie erster Stock und Galerie zweiter Stock – können die Genießerinnen und Genießer edler Musik, wie es früher mal in der Werbung hieß, genau dies tun: edle Musik abrock- ähm genießen. Und das taten wir, und wie! Nachdem wir uns alle eingefunden hatten – Freundin M. und Freund M. zwar erst in vorletzter Minute – konnte es losgehen.
Mit Herzblut und Leidenschaft legten sich Büne Huber und seine Männer und Frauen von Patent Ochsner ins Zeug und verzauberten uns mit ihren Songs. Raffiniert-einfachen Texte und genial-oppulenter Sound vom feinsten. Musikalisch brillant. Wir tanzten, sangen, johlten und klatschten, und verwandelten so mit den andern sechs- oder siebenhundert Gästen das Haus in eine einzige große Sauna. So menschenscheu ich zuweilen auch sein mag, so wild und übermütig kann ich werden, wenn mich ein Konzert so richtig mitreißt.
Nach vielen Abschiedküssen und -umarmungen (und ich schon mitten in einer post-konzertalen Depression) fuhren wir nach Bern zurück. So ähnlich, meint Irgendlink, habe er sich wohl gefühlt, als seine viermonatige Radtour ums Meer zu Ende gewesen sei. Der Vergleich mag hinken, doch meine Vorfreude auf Konzert, Freundestreffen und Bernaufenthalt mit Irgendlink war so riesig und so intensiv – und in ihrer Erfüllung so beglückend!!! –, dass es sich hinterher schon sehr seltsam angefühlt hat. Nach der Wärme die Kälte. Schneeregen. Doch jetzt, hier im Hotel, geht’s mir wieder gut. Müde, aber gut. Nun Dusche und Frühstück. All included.
Später. Das Frühstück? Reden wir nicht davon. Doch von Klee können wir reden. Über das Zentrum Paul Klee, das uns immer wieder begeistert.

Paul Klee. Der Berner, der in die Welt gezogen ist, um Menschen und Kunst zusammenzubringen. Eine Doppelausstellung wie immer. Die eine über Engel bei Klee und anderen: sehenswert! Die andere über Klee als Lehrer im Bauhaus in den späten Zwanzigern des letzten Jahrhunderts: sehenswert! Und lesenswert finde ich diese Textpassage hier, die ich auf der Paul-Klee-Zentrum-Website gefunden habe:
Klees Haltung, dass nicht die endgültige Form das Wesentliche sei, sondern der dahin führende Weg, zieht sich wie ein roter Faden durch seine Lehre. Er betonte immer wieder, dass eine Form nicht ist, sondern wird. Deshalb erforschte er ihr Inneres und ihre Entstehung.
(über Paul Klee)
Ein Plädoyer nicht nur für Kunst, sondern fürs Leben überhaupt.
Belohnungen
Ein heikles Thema, zugegeben, doch Strafen als Thema wäre noch heikler.
Nachdem ich heute und gestern und am Montag schon total viel geschuftet habe, im Haushalt ebenso wie am Rechner an einem Artikel und einer spannenden Bewerbung, bin ich nun bereit für die Belohnung.
Es gab eine Zeit, da habe ich mich alle paar Stunden mit einer Zigarette belohnt – Tempi passati! Oder mit einer Reihe Schokolade (gut, das tu ich noch immer, sehe es aber nicht mehr als Belohnung, sondern gönne es mir einfach. Weil ich es mag).
Heute sehe ich Belohnungen weniger im Zusammenhang mit erbrachten Leistungen als dass ich mir einfach hin und wieder etwas gönne, was ich gerne mache und was mir gut tut. Die Kür nach der Pflicht sozusagen. Blogschreiben nach einem Bewerbungsbrief zum Beispiel. Buchlesen nach Artikelschreiben. Stopp! Artikelschreiben ist ja Kür. Und doch Arbeit. Was mich auf den Gedanken bringt, dass das Konzept Arbeit = Pflicht zum Himmel stinkt. Sehr sogar. Arbeit = Kür wäre doch eigentlich viel toller. Und das ist das Artikelschreiben ja. Na also.
Was ich mir jetzt gönne? Dreimal raten …
1.) …
2.) …
3.) …
(ja, richtig, ich besuche den Baumarkt (siehe zum Beispiel hier) – Fortsetzung folgt …)
Und übermorgen – nur noch zweimal schlafen – belohne ich mich und meinen Liebsten mit dem tollsten Highlight dieses Herbstes:
Patent Ochsner live in der Mühle Hunziken, dem ge***sten Lokal der Welt. >>> DER Klick zum Sound!
—-
Und du – womit und wie belohnst du dich?
Link recht, link!
Recht linken will gelernt sein … darum hier mein kleiner Werbespot mit ein paar ganz tollen Links!
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IRGENDLINK
Irgendlinks Reise ums Meer ist zwar Vergangenheit, doch für alle treuen Mitleserinnen und Mitleser und auch für alle, die die Reise sogar finanziell oder mit zeitlichem Einsatz mitgetragen haben, gibt es bald ein paar Goodies.
Ein geniales Kunstposter mit Bildern von der Reise! Und die „GroßsponsorInnen“ bekommen eine DVD mit dem Film, den Irgendlink in Los Angeles uraufgeführt hat. Mit Ton!
Damit auch jene unter euch, die Irgendlinks Kunstprojekt zwar toll finden, es aber nicht mitsponsern konnten, nicht leer ausgehen müssen, gibt es eine einmalige Gelegenheit, trotzdem an die Goodies zu kommen.
Bestellen heißt das Zauberwort!
Poster und DVD sind handsigniert und in bester Qualität. (Details auf dem 8. Newsletter.) Das Poster wird in einer exklusiven Auflage von nur 42 Exemplaren (Hommage an Doug Adams) abgezogen.
>>> Es hat nur, solange es hat! Es hätt, solangs hätt! <<<
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Bestelltalon:
….. (Anzahl) Kunstposter für (mindestens) 35 €/ Fr. 45.– (zuzüglich Versandkosten). Gilt bis Ende November, danach kostet es 50 €/Fr. 63.–
….. (Anzahl) DVD/Slideshow (mit Musik unterlegte Diashow) der „Ums Meer“-Reise für 10 €/ Fr. 13.– (zuzüglich Versandkosten)
Bestellungen bitte an homebase[@]europenner[.]de.
Zu den Newslettern samt Bestelltalon beim 8. Brief: Bitte hier klicken!
Direkt zum 8. Newsletter: hier klicken!
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SOFASOPHIA APPT DIE WELT …
Täglich frische Fänge aus dem App-Bild-Archiv von Sofasophia … Bitte hier klicken!
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PIXARTIX
… ist nicht mehr nur das Bilderblog von Irgendlink und Sofasophia, nein, neu auch eine Kunstgalerie für Fotografinnen und Fotografen aus der Blogosphäre. Täglich frisch …
Bereits ausgestellt hat Frau Blau vom Café Weltenall.
ab morgen: Uwe Heckmann von spazierensehen.
Vorschau:
– Lakritze
– Tabea
– Samtmut
– Dina Toffeefee
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Viel Spaß beim Vorbeispazieren! Wir freuen uns auf eure Besuche!
Unter die Menschen
So habt ihr also beide Möbel unter die Menschen gebracht? Wir stehen draußen. Lauer Abend. Erstaunlich warm. Wir genießen den angeregten Austausch in der Runde. Ein klein bisschen ist es, als würden wir uns alle schon lange kennen.
Dieter Motzels Bilder, dem Titel Refugien unterstellt, die er in den Räumen der PTV präsentiert, konnten wir uns schon gleich zu Beginn, noch vor der offiziellen Eröffnung, angucken. In aller Ruhe. Gut, dass wir ein bisschen zu früh da gewesen waren. (So eine lange Strecke samt Innenstadt-Verkehr lässt sich ja schwer berechnen.) Tolle Bilder, die Herr Haushundhirsch da ausstellt.
Was meinst du, welches Bild spricht mich am meisten an?, fragt Irgendlink. Wir gehen ein zweites Mal durch die Reihe. Der Ort heißt sein Favorit. Zwerge im Maisfeld. Dass seine Interpretation sich nicht mit Dieters Intention deckt, erfahren wir später, doch das tut – so wage ich zu behaupten – nichts zur Sache, denn Dieters Bilder mit ihren surrealen und zum Teil auch grotesken Details laden geradezu ein, sich dazu schrägen Geschichten auszudenken. Warum also nicht Zwerge im Maisfeld? Auch die anderen Gemälde schreien danach, mit Worten hinterlegt zu werden. Besonders die Hexe beflügelt meine Phantasie. In den Gesichtern ihrer Gegenüber basses Erstaunen. Worüber?
Faszinierend ist es, virtuelle Menschen, wie Herrn und Frau Haushundhirsch, persönlich kennenzulernen.
Ich glaube, es sind die beiden da drüben, die beiden in Schwarz, raunt mir der Liebste zu, derweil wir uns über die Butterbretzel hermachen und uns mit Getränken eindecken. Verstohlen blicken wir uns um. Erkundigen uns bei der Dame, die die Getränke eingießt.
Schon vor der Laudatio machen wir uns mit den beiden bekannt und lernen dabei auch gleich Bloggerin Philea kennen, die die Ausstellung in „ihrer“ Firma angeregt hat. Händchen schütteln da und dort. Bald stößt Bloggerin Lakritze zur Runde. Nach der Laudatio, wieder draußen und noch immer bei angenehmer Temperatur, gehen die angeregten Gespräche weiter.
Für Möbel habe ich Werbung gestaltet, sagt Dieter, für Büromöbel, nachdem Irgendlink aus seiner Tackervergangenheit erzählt hat. Wie er als Tacker mit dem Tacker Loungemöbel gebaut und dabei im Kopf viele Geschichten gewoben hat.
So habt ihr also beide Möbel UNTER die Leute gebracht, sage ich, mit der rechten Hand einen Bogen unter den Po andeutend. Doch nicht nur ähnliche berufliche Interessen sind es, die die am Schluss noch übrig gebliebene Menschen dieser Runde verbinden, sondern ganz besonders das Medium Blog. Noch zu sechst beschließen wir im nahen Hofbräuhaus, wie ich die Kneipe vis-à-vis für mich nenne, etwas zu trinken. Und zu essen. Und zu erzählen … Gemütlich, angeregt, lustig, philosophisch geht es zu.
Für mich waren auch jene Bloggerinnen und Blogger mit am Tisch, die wegen langer Anreisewege und/oder Krankheiten nicht mit dabei sein konnten. Wie groß diese Runde inzwischen wäre!
Auf dem Weg zum einsamen Gehöft, durch den Pfälzer Wald, klingen die Eindrücke nach. Irgendlink und ich sind uns einig: Das war ein richtig toller Abend!
Danke fürs Leben
Zugegeben, der Titel ist verwirrend. Jener über diesem Blogartikel ebenso wie der vom neuen Buch von Sibylle Berg, das ich seit gestern lese. Vielen Dank für das Leben.
Wie ich das Buch aus dem Stapel nahm um den Umschlagtext zu lesen, war es mir wie wenn ich in den Bergen oder an einem Fluss bin und einen besonders schönen Stein aufhebe.
Willst du mit mir kommen?, frage ich. Noch bevor ich den ganzen Cover-Text gelesen habe, sagt alles in mir Ja. Und ja, die Entscheidung war goldrichtig. Bis jetzt jedenfalls, denn ich bin erst in der Mitte. Eigentlich hatte ich ja in die Bibliothek gehen und die ausgelesenen Bücher gegen neue tauschen wollen, doch die Öffnungszeiten der Stadtbibliothek B. sind gewöhnungsbedürftig. So musste ich stattdessen in den Buchladen, denn alle Bücher, also fast alle Bücher, die in meinem Gestell stehen, sind ausgelesen. Und kein Buch zu haben, ist für mich kein aushaltbarer Zustand.
Okay, Bücher kaufen ist immer so eine Sache, denn meine Gestelle sind eigentlich berstend voll. Und die Bibliothek gut bestückt. Doch Bücher kaufen ist eben auch immer Kunstförderung. So gesehen gebe ich hin und wieder gerne dreißig Franken für ein Buch aus. Ich gestehe, von Sibylle Berg kannte ich bisher nur den Namen, doch ihr Buch macht Lust auf mehr.
Der Plot ist relativ simpel. Ein zweigeschlechtiger Mensch wird in der DDR des Jahres 1966 geboren und wächst lieblos erzogen in einem Waisenhaus auf. Nichts kann jedoch den jungen Menschen Toto daran hindern, an das Gute am Menschen zu glauben. Mit Neugier und stoischer Langsamkeit entdeckt er/sie die Welt, kann in jungen Jahren von der DDR in die BRD flüchten und sucht dort – in einer Welt, die er erst mal kennen- und verstehen lernen muss – sein Glück. Nein, falsch, er sucht nicht. Er ist. Er ist unterwegs. Da ist eine große Akzeptanz dem gegenüber, was da ist. Obwohl er es kritisch betrachtet, nimmt er alles einfach an. Natürlich friert er, natürlich hungert er zuweilen und natürlich trachtet er danach, sich möglichst ohne Anzuecken den schönen Seiten des Lebens zu nähern, doch wenn etwas nicht so ist, wie es sein könnte, dann ist es halt so. Ja, die Schönheit ist es, die er sucht. Falls er denn sucht, wie gesagt. Das Lied, die Musik, die er in sich trägt, hilft ihm, den Glauben an das Gute beizubehalten.
Bergs Geschichte ist Kulturgeschichte, ist politische Aufklärung, ist Desillusionierung und ist Zeitgeschichte – Deutschland als Bühne, als Metapher für eine Menschheit, die auf der Suche nach Sinn und Bedeutung über seine eigenen Füße gestolpert ist. Gnadenlos und kraftvoll schafft die Autorin Bilder, die unter die Haut gehen.
„Keiner fühlte sich wie die anderen. Die Menschen sind doch immer zu dick, zu dünn, sie sind taub oder blind. Contergan-Opfer, die Eltern geschieden oder Trinker oder zu spießig, sie sind homosexuell oder sexsüchtig oder asexuell, zu groß, zu klein, sie haben Autismus oder Epilepsie, Herzprobleme, Schweiß, einen Buckel, Akne, keiner entspricht der Norm und selbst aus Metall gestanzte Figuren wie Bankangestellte und Versicherungsmitarbeiter, Anwälte und Mitarbeiter diverser Aufsichtsräte leiden unter Blasenschwäche. Als Teil der Welt, die doch allen gleichermaßen gehört, fühlt sich keiner.“
Toto macht sich viele Gedanken über das Unglücklichsein der Menschen. Ganz besonders nicht verstehen kann er, in einem diktatorischen Land in einem diktatorisch geführten Heim aufgewachsen und von Anfang an wegen seines nicht eindeutigen Geschlechtes zum Außenseiter gestempelt, dass diese Menschen im kapitalistischen Westen, die doch alles haben, was das Herz begehrt, nicht glücklich sind.
Wie ich gestern das Buch an der Aare, nach einem erfrischenden Bad, zu lesen angefangen habe, werde ich seltsamerweise Seite um Seite glücklicher. Dankbarer dafür, dass ich – wenngleich auch ich vieles entbehrt und erlitten habe – doch das Glück hatte, in einem Land geboren worden zu sein, das bunt ist. Und das eigenem Denken Raum gibt. Nein, auch die Schweiz ist nicht perfekt. Und nein, auch der Kapitalismus ist nicht das Wahre. Aber hier kann ich mein Leben doch in gewissem Masse selbstbestimmt leben.
Toto als mein neuer Lehrer. Er zeigt mir, so fiktiv er auch ist, dass es vor allem darum geht, mit sich selbst in Frieden zu leben. Mit sich in Kontakt zu sein. Anders als all die Verlorenen, die sich selbst verloren Habenden, die ihm, als er in einer Kneipe als Barkeeper arbeitet, ihre Leben erzählen.
Die in der DDR geborene Autorin, die nun schon viele Jahre in der Schweiz lebt, erzählt, so ahne ich, vieles aus eigener Erfahrung. Sie erzählt von den großen Träumen kleiner Menschen. Von gescheiterten Träumen. Und sie erzählt sogar dort noch liebevoll, wo feine Ironie oder gar böser Zynismus durchschimmern und sie Kritik an bestehenden Systemen übt. Vor allem aber erzählt sie ganz und gar menschlich.
Sibylle Berg: Vielen Dank für das Leben
Toto ist ein Wunder. Ein Waisenkind ohne klares Geschlecht. Zu dick, zu groß, im Suff gezeugt. Der Vater schon vor der Geburt abgehauen, die Mutter bald danach. Und doch bleibt Toto wie unberührt. Im kalten Sommer 1966 geboren, wandelt er durch die DDR, als ob es alles noch gäbe: Güte, Unschuld, Liebe. Warum, fragt er sich, machen die Menschen dieses Leben noch schrecklicher, als es schon ist? Toto geht in den Westen, wo der Kapitalismus zerstört, was der Sozialismus verrotten ließ. Nur zwei Dinge machen ihm Hoffnung – das Wiedersehen mit Kasimir und sein einziges Talent: das Singen. Es führt Toto bis nach Paris. Ein wütender, schriller Roman einer großen Autorin über das Einzige im Leben, was zählt.
(Quelle: http://www.sibylleberg.ch/arbeit/buecher)
Rückblick
Entschleunigung ist angesagt … Darum habe ich die letzten zwei Tage mit Sein und Sichten verbracht. Und ab und zu ein wenig geappt.
Die Bilder stammen vom Kunstzwerg-Spaziergang vom letzten Sonntag und zeigen LandArt-Kunstwerke von Karl Rudi Domidian aka Hundefänger. Ich habe im letzten Artikel davon erzählt.
Die beiden sehr unterschiedlichen Werke haben doch eines gemeinsam (außer dem Material natürlich): Sie sind Hohl- und Schutzräume. Während das eine kuppelförmig nach außen hin abgeschlossen ist, mutet das andere wie ein Boot an, das kieloben gestrandet ist und sich als Höhle eignet (in die Irgendlink geschlüpft ist).

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Bild: iDogma –
Fotografiert und bearbeitet mit verschiedenen iPhone-Apps (integrierte Software. Alle Bearbeitungsschritte wurden auf dem iPhone ausgeführt).
