… für alle Situationen des Lebens …
Ist größer wahrer? Und ob Nein- oder Jasagende das letzte Wort haben werden?
Fallmaschen & Herzgespinste
… sollen wollen?
oder
Wozu soll ich wollen sollen?
Noch so ein Satz, der faul bei mir rumhängt und nachgelesen werden will …
Eigentlich könnte ich mit all den bei mir rumliegenden Sätzen ein Buch schreiben! Dada. Oder endlich mein Kurzgeschichten-Manuskript „Unter dem Teppich“ entstauben. Oder „Loch im Eis“ fertig überarbeiten. Und einen Verlag suchen. Ich könnte mir eigentlich endlich mal Ziele setzen. Und vor allem dies: mich mit dem Gedanken, Ziele zu verfolgen, anfreunden.
Doch, sagt mir bitte eins: Wozu soll ich wollen sollen? Wozu überhaupt sollen? Und was ich wohl hier über das Leben gedacht habe?
Würde ich wissen wollen, ob …
Wa wa wa wa oda wi wa, wa wa wi?
(= War wahr, was wahr war oder wird wahr, was wahr wird?)
Straßen und Geschichten haben eins gemeinsam: Sie werden, wenn wir gehen … Oder waren sie vielleicht schon immer?
Würde ich wissen wollen, dass …
Wie Hoku und Po-Kuss sich kennenlernten … (Synergien nutzen und so!)
Zehn Methoden, die Nachttischlampe auszumachen …
(> Fortsetzung folgt?)
Es gibt keine Wahl zwischen richtig und falsch, nur zwischen richtig und ebenfalls richtig. Was Auswählen nicht einfacher macht.
(SofaSophierereien – gefischt aus S‘. und J.s Zauberkessel; © just here)
Meine Freundin L. schreibt:
„Ich habe gehört, dass eine verpuppte Raupe, die sich später zum Schmetterling wandelt, sich in der Puppe drin total auflöst, quasi in Flüssigkeit verwandelt, bevor sie sich dann neu zusammensetzt und zum Schmetterling wird. Ist das nicht absolut undenkbar und verrückt?“
Meine Freundin K. schreibt:
„Könnte denn das Sich-Fremdfühlen auch ein Sich-Neufühlen sein? Innere und äußere Strukturen sind wandelbar …“
Meine Freundin U. schreibt:
„Schreibkrampf, Schreibkampf, Schreibleere – wieso sollte der Topf immer gefüllt sein? Wieso glauben die Menschen an ewiges Wachstum, wenn doch nichts in dieser Welt ewig wächst?“
Ich schreibe nur dies:
„Kompost …!“
… und freue mich, so wunderbare Freundinnen zu haben. Und dass J. schon bald kommt. 😉
Vielleicht ist es besser, nicht verstehen zu wollen. Nicht immer. Nicht alles. Nicht immer alles. Verstehen zu wollen scheint allerdings irgendwo in meinen Genen angelegt zu sein. Auf meiner Bio-Festplatte.
Warum-Fragen habe ich mir abgewöhnt, hatte mir eine Freundin neulich gemailt. Sie führen nicht weiter. Auf die meisten Warum-Fragen kann eh nur mit WARUM NICHT? geantwortet werden. Und wie wir wissen, sind Antworten nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Sie bleiben immer vorläufig und sind abhängig von Perspektiven und Tagesform. Verstehen können ebenfalls.
Wie gesagt: Verstehen zu wollen liegt in meine Genen. Hard- oder Software? Größe, Geschlecht, Haar- und Augenfarbe gehören zu den leicht definierbaren Dingen, doch wie sieht es denn mit meinen körperlichen und geistigen Fähigkeiten aus? Mit der Feinmotorik zum Beispiel? Mit meiner sozialen Kompetenz? Mit meiner Vernetzungsfähigkeit? Alles schon da (Hardware)? Alles gelernt (Software)?
Nein, das soll keine wissenschaftliche Abhandlung werden. Nur ein klein bisschen sofasophisch. Dies gedacht: Wie lässt sich, was ich bin und kann und gerne mache und liebend gerne bleiben lasse, unter einen Hut bringen? Einfach drauflos leben und dabei einem – meinem – inneren Programm gehorchen? Oder mitgestalten? Eingreifen?
Was ist sinnvoll, wo doch eh am Schluss alles irgendwann auf dem Müll landet? Okay, Müll ist nicht einfach Müll. Nennen wir diesen Müll hier doch lieber Kompost. Kompost mit all seinen Eigenschaften wie Gärung und Gestank. Und mit seinem Talent, Abfall in Erde zu verwandeln. Mit seinem Ziel, alles neu zu machen. Genau da landet alles. ALLES! Wenn ihr mich fragt, keine schlechte Idee von der Evolution. Von den Schöpferenergien.
Doch verstehe ich nicht wirklich, warum da dieser ganze, oft genug mühsame Umweg mit Geburt, Leben, Altwerden und Sterben in der Evolution mit dabei ist! Wo doch eh am Schluss alles auf dem Kompost landet. Und so.
Evolution, tja, da ist eben Entwicklung und Wandlung inklusive. Freud und Leid, Humor. Glück und Tränen. Loslassen. Liebe. Empfangen. Und alles scheint auf Wachstum angelegt zu sein. Sogar der Kompost. Wachstum nach innen. Rückwärtswachstum. Auch das ist Leben.
Luisa Francia schreibt heute in ihrem Internettagebuch: „ich hätte die unangenehmste tätigkeit für den mann mit der fortpflanzung verbunden. dann hätten wir heute eine entspannte weltbevölkerung von 500 oder so. und absolut kein umweltproblem.“ (Quelle: www.salamandra.de/tagebuch/start.php)
Na ja … eigentlicheigentlich will ich ja über all den Müll bloggen, der sich in einer Wohnung so ansammelt. In meiner zum Beispiel. Wenn ich mal wieder auf die Idee komme, Staub zu wischen – was bei mir meistens mit einem Staubsaugerbürstchen geschieht –, beschließe ich eins ums andere Mal, auszumisten. So auch heute. Brockenhäuser und Buch-Antiquariate gibt es ja genug. All die Bücher! All der Kleinkram! Doch meistens bleibt es beim Beschluss.
Müll oder nicht Müll? Das ist … Nein, keine Frage: Alles Müll! Eines Tages jedenfalls. Das zu verstehen fällt mir zum Glück nicht mal so schwer.
Kaffee. Mit Schokolade drin. Wunderbarer Geruch dringt zum Hochbett herauf und kitzelt meine Nase. Unten knarrende Schritte auf dem Holzboden. Das Öffnen und Schließen der Ofentüren. Quietschende Scharniere. Holz knallt und singt. Tanzt mit den Flammen. Durchs Dachfenster über mir das weiße Licht von Schnee. Neuschnee. Vielleicht werden wir eingeschneit. Ohne Fragezeichen. Kalt und warm ganz nahe beieinander. Außen und innen.
Wie existentiell Wärme doch ist! Hier oben, auf dem Berg, wird mir das einmal mehr bewusst. Vor zwei Jahren ungefähr durchlebte ich eine Phase, wo mir Gedanken an die Zukunft – im Hinblick auf unsere Ressourcen wie Wasser und Öl – fast Panik verursacht hatten. Nicht dass sich in der Zwischenzeit am Status Quo der Erde viel zum Guten verändert hätte, im Gegenteil, doch inzwischen lösen solche Gedanken keine Panik mehr aus. Ändern kann ich mit den Sorgen, die ich mir heute mache, eh nichts. Pragmatismus hat diese abgelöst.
Eine meiner damals brennenden Fragen war: Werden wir Menschen, wenn die Erfüllung unsere Grundbedürfnisse gefährdet ist, sozialer oder werden wir egoistischer? Anders gefragt: Werde ich zum Tier, wenn ich kalt habe? Gestern, am Ofen, war sie auf einmal wieder da, diese Frage. Allerdings eher auf der intellektuellen Ebene. J. meinte: Egoistischer werden wir. Bestimmt. Das zeigt doch schon die Geschichte.
Wohl hat er recht. Würde heißen, ich wäre genauso egoistisch wie alle anderen. Wie jene, über die ich mich nerve. Vielleicht. Will ich zwar nicht. Ist aber so. Bestimmt. Und du auch. Du da ebenfalls. Oder?
Können wir, so fragte ich, also nur sozial handeln und sozialer werden, weil wir oder wenn wir genug haben? Oder gar Überfluss? Fragezeichen. Viele sogar. Immerhin etwas, wovon ich ohne jede Frage überzeugt bin: Not macht kreativ.
Nun. Hier. Jetzt. Was brauche ich wirklich? Ich lege ein neues Stück Holz nach. Genieße die Wärme und den Gesang aus dem Ofen. Feuer riecht nach Kind. Das Kind in mir ist mit allen Sinnen Mensch und nimmt jeden Augenblick so, wie er ist.
Letzten Sonntag im Wald
auf der Suche nach einem Cache notiert:
Das Weltbild der Satelliten …
Und gedacht:
Sagen sie die Wahrheit, die Absolute gar? Wissen sie alles, diese
künstlichen Sterne da oben? Oder nur wo ich bin, aber
nicht warum und wie …
Notiert auch dies:
Die Wahrheit der Satelliten …
Und zugleich an dieser gezweifelt. Denn
sie wissen nicht. Nichts. Nicht wirklich. Sie können nur
Auskunft erteilen. Auskunft über Zusammenhänge. Kaltes Wissen. Und ich
begriff, während ich dem Pfeil auf dem GPS folgte, dass
oft
immer
nicht der direkteste Weg der kürzeste ist. Und genau da, zweihundert
Meter vor
dem Ziel hatte ich keinen Strom mehr.
Verirrt habe ich mich trotzdem nicht.
Eine unübersehbare Frage. Ungefähr vor einem Jahr in unzähligen Schaukästen einer Berner Großbank gesichtet. In großen Lettern.
Gestern, als ich an dieser Bank vorbei fuhr, fiel mir jene Werbung wieder ein. Ich erinnerte mich an die Spiegel in den Fenstern, in die ich hätte blicken sollen, damals, um die Frage besser beantworten zu können. Die Bank-Werbefuzzis wollten wissen, was ich selber nicht wusste! Und auch heute nicht weiß. Nicht wo ich in zehn Jahren SEIN WERDE, wohlverstanden, sondern NUR wo ich mich in zehn Jahren SEHE. Denn – ich gestehe es – ich weiß noch nicht mal, wo ich mich in einem halben Jahr sehe. Geschweige denn in einem ganzen. In Zehn-Jahre-Schritte zu denken funktioniert bei mir schlicht nicht.
Ziele haben. Tja, noch so ein Allerweltthema wie Wetter und Zeit …
Hätte ich es mir denn vor zehn Jahren gewünscht, so zu sein und so zu leben, wie ich es jetzt tue? Hätte ich die Fantasie gehabt, mir mein Leben so vorzustellen? Meine damaligen Bedürfnisse waren so ganz anders gewesen als meine heutigen! Wozu also hätte ich mir damals über heute Gedanken machen sollen? Und wozu also soll ich mir heute Gedanken machen, wie ich in zehn Jahren leben werde? Leben will?
Ich erinnere mich – mit klitzekleinen Ausnahmen – nicht daran, irgendwann in meinem Leben weiter als ein Jahr vorausgeschaut zu haben. Anders verhält es sich möglicherweise mit dem Altwerden. Zu diesem Thema hätte ich allerdings ein paar Wünsche anzubringen: Gesundheit wünsche ich mir natürlich und immer von allem genug. Und einen schnellen schmerzlosen Tod, bitteschön. Einfach gesund einschlafen und nicht mehr erwachen. Gehen, solange es noch schön ist.
Und inzwischen? Genieße ich jeden einzelnen Tag. So gut es geht. Mir zuliebe.
EDIT: Natürlich sehe ich mich auch in zehn Jahren noch als glücklichen Menschen. Doch ob die Bank mit dieser meiner Antwort zufrieden gewesen wäre?
Das Wetter, so schrieb ich neulich, sei ein Thema worüber alle sprechen können. Immer.
Ein weiteres dieser Dauerthemen, die sich für alle eignen, ist die Zeit. Den einen vergeht sie zu langsam, den anderen zu schnell. Dann gibt es solche, die – wie ich – ein sehr ambivalentes Verhältnis zum Vergehen der Zeit haben. Die nicht an die Linearität ihres Vergehens glauben mögen. Und vermutlich gibt es über die Zeit sowieso nichts neues mehr zu sagen. Also: Bitte nicht weiterlesen. Es könnte sein, dass ich dir deine Zeit vertreibe …
Einer der Kehrreime meines Lebens klingt so: Wieso ist da immer zu wenig Zeit für diese Dinge, die ich gerne tue? Immer bleibt mir zu wenig von ihr, wenn es um jene Aktivitäten, jene Nichtstuereien und jene Begegnungen geht, die mich am meisten nähren … Was mache ich bloß falsch? Die nährenden Tage – sie sind immer zu kurz. Müssten dreißig Stunden dauern. Mindestens.
Und jene anderen Tage, wo Pflichtenberge doppelt so schnell nachwachsen, wie ich sie abtrage, müssten halb so lang sein. Weil sie ja schneller wirbeln. Und natürlich dürften sich Pflichten nicht vermehren. Und natürlich weiß ich, dass das alles Nonsens ist, kindisch, unreif. Und du bist echt selber schuld, wenn du das liest!
Na ja … Dennoch wünsche ich es mir … Möchte Zeit haben, vielviel Zeit … Und auch immer genug von allem andern, was ich sonst so brauche. Und auch das, ich weiß es, ist ein Traum. Einer meiner Lieblingsträume sogar. Und vielleicht gar kein Traum?
So, und genau dieses Geschreibsel stelle ich jetzt ins Blog. Unausgegoren. Einfach so, weil ich Lust habe. Denn alles, was wir lustvoll tun, ist gesund. Siehe Titel. Und die ersten vier? Hm. Die haben sich irgendwo in anderen, früheren Blogartikelchen versteckt. Und ob es vier sind, weiß ich nicht mehr. Ist egal.