hingucken

Stammleserinnen und -leser wissen es bereits. Für alle anderen sag ich es hier gerne immer wieder:
Jeden Montag öffnen Irgendlink und ich auf pixartix_dAS bilderblog unsere Türen für Gäste aus dem weiten Netz. Diesmal ist die Künstlerin Cambra Skadé bei uns zu Gast und für einmal gibt es keine Fotografien und Fotomontagen, sondern Kunstwerke mit anderen Techniken. Mehr verrate ich aber noch nicht. Seht und klickt selbst …
Cambra hat sich künstlerisch einem sehr sensiblen Thema genähert, der Zeit der dünnen Wände, der Ahnin- und Ahnenzeit …
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Weiterhin stelle ich auf Sofasophia appt die Welt meine Appspressionismen vor.
Auch hier: Seid herzlich willkommen!

Entscheide dich!

Die Türe fällt hinter uns zu. Wir sind gefangen. Im Paradies blubbert es. Pflanzen strecken ihre (künstliche) Grünheit in den Raum. Pseudofarn und Kunstefeu. Vogelgezwitscher ab Band. Wasser plätschert. Heile Welt. Auf einmal fällt das Licht aus. Stille. Muss das so? An den Wänden um uns, vorne, rechts und links, erscheinen nun in schönster Zeichentrickmanier Bilder, die uns die Welt erklären. Wie sie war, wie sie wurde, wie sie ist. Wir rasen innerhalb weniger Minuten durch die Menschheitsgeschichte. Sündenfall inklusive.
Mensch des 21. Jahrhunderts, sagt die Stimme, die die Bilder ergänzt, du hast die Wahl. Im Supermarkt der Möglichkeiten kannst du wählen. Unzählige Möglichkeiten stehen dir zur Verfügung. Entscheide dich! Und schon öffnet sich die Türe und wir betreten den Supermarkt der Möglichkeiten.
Wähle eine Tasche aus!, fordert uns eine unübersehbare Tafel auf, unter der an Haken unzählige verschieden bedruckte Tragtaschen hängen. In jeder steckt eine große Kartontafel, auf die ich (in die vorgesehenen Felder) meine vier persönlichen, an den entsprechenden PC-Stationen mittels Fragetests erhaltenen Strichcode-Kleber aufkleben kann/darf/soll/muss.
Gleich zu Beginn finden wir eine gläserne Vitrine vor, die uns mindestens hundert verschiedene Pralinen präsentiert. Ich gestehe, dass mir der Mund wässrig wird. Die dazugehörige Informationstafel klärt uns darüber auf, dass diejenigen Menschen, die aus hundert Pralienen wählen dürfen, ebenso unglücklich sind wie jene, die nicht wählen können, sondern einfach nur eine Praline vorgesetzt bekommen. Am glücklichsten sind die Menschen, die aus sechs Pralinen auswählen können.

Wie hältst du es mit der Liebe, Gretchen? Bei der nächsten Station erwarten uns übersichtlich dargestellte Statistiken über Treue, Scheidungsraten und Ehedauer und die erste PC-Station stellt mir fünfzehn Fragen über mein Liebesleben, die ich – Ehrensache! – ehrlich beantworte. Was die schwarzen Striche auf dem Kleber, den die Maschine nach der letzten Frage ausspuckt, wohl bedeuten? Ich klebe ihn ins erste Feld auf dem großen Karton. Freundin T. hat sich Kopfhörer aufgesetzt und hört den Jugendlichen in den Fernsehern zu, die bei der zweiten Station – hier geht es um Beruf und Karriere – über ihren Traumberuf erzählen. Ich setze mir ebenfalls Kopfhörer über und bin berührt von diesen jungen Menschen und ihren großen Lebens- und Berufsträumen. Und wie sie diese in Worte kleiden. Ärztin, Profifussballer, Modedesignerin und vieles mehr wollen sie werden. Ja, die Jungen träumen auch. Noch. Zum Glück.
Wieder klicke ich meine fünfzehn Antworten an und klebe die zweite Etikette auf den Karton. Am Glücksrad vorbei, wo ich lesen kann, wie viel mehr Chancen wir in der Schweiz in Bezug auf Berufsausbildungen, Gesundheitsversorgung, Mobilität und v. m im Vergleich zu andern Ländern haben (und ich über die Infos nur dankbar und beschämt staunen kann), gelangen wir in den politischen Sektor. Über ihr Wahlverhalten befragte Menschen – in einem Land der Basisdemokratie und mit einer peinlich-mageren Stimmbeteiligung von knapp 50% – erzählen, warum sie immer, nie oder nur manchmal an die Urne gehen. Die einzelnen Voten werden auf einer Fernsehwand gezeigt vor welcher Kopfhörer von der Decke baumeln. In den restlichen Bildschirmen werden Archivbilder von Abstimmungen und Volkswahlen durch die letzten hundert Jahre gezeigt. Zum Beispiel Stimmenzählen heute (alles maschinell) und früher (Menschen, die die Stimmzettel von Hand in Zehnerhäufchen sammeln).
Dahinter ein Loungebereich. Auf Großleinwand erzählen Entscheidungsträgerinnen und -träger aus Politik, Wirtschaft, Medizin und Justiz, wie sie ihre Entscheidungen treffen. Verblüffend und erfreulich ist die Essenz dieser Voten: Reine Kopfentscheide gibt es kaum. Contre-coeur-Entscheidungen, so sagt der SBB-Direktor, hätten bei ihm meist zu Fehlentscheidungen geführt. Das Herz und der Bauch wüssten oft genau, was am besten sei. Eine Entscheidung, so sagt auch die grüne Aargauer Regierungsrätin, müsse bei ihr immer aus Kopf, Bauch und Herz kommen. Als der (EX-)CEO der UBS**** zu Wort kommt, kommt mir beinahe das große Kotzen. Stimme und Gestik dieses Bankenheinis sind zu gruselig. Selbst der beste Schauspieler könnte das nur knapp toppen. Wir fliehen in den ersten Stock.
Dort geht es um Entscheidungsfindung, um Psychologie und Hormone. In Schubladen können wir Tipps lesen wie 10-10-10*, 80. Geburtstag**, Gegengift*** und andere. Hier erfahreun wir von all den Folgeerkrankungen, die eine Welt der tausend Optionen auslösen kann (Depressionen um nur eine zu nennen) und was der Körper in Entscheidungsprozessen alles so leistet (bitte auf die Bilder klicken zur Vergrößerung).


Das Marshmallow-Experiment ist ebenfalls im ersten Stock aufgebaut. Es besteht aus drei Süßigkeiten-Automaten – so sieht es jedenfalls von weitem aus. Kleine Displays, in denen Filme laufen, sind daran auf Augenhöhe angebracht. Die Filme zeigen je ein Kind im Vorschulalter, das allein vor einem Teller sitzt, auf dem ein einzelner Marshmallow (igiiitt) thront. Die Betreuerin hat die Kinder zuvor, je einzeln, in den Raum geführt. Von der versteckten Kamera haben die Kleinen natürlich keine Ahnung. Das Ganze spielt ja auch, so steht es auf einer Tafel neben der Installation, in den Sechzigern des letzten Jahrhunderts.
Du kannst das Marshmallow essen, wenn du willst. Wenn du es nicht isst, bis ich in zwanzig Minuten wiederkomme, bekommst du ein zweites!, sagt die Frau und verlässt den Raum. Die einen schnüffeln am Teil, die andern lecken dran, einige essen es, weil sie nicht warten mögen, wieder andere betrachten es nur und schlucken leer. Da es sich bei diesem Experiment um eine Langzeitstudie handelt, lässt sich heute „beweisen“, dass jene Kinder, die damals der Versuchung widerstanden haben, es später beruflich weiter gebracht haben als die Schleckmäuler.
Die daran geleckt, ein klitzekleines Stück abgebröselt und das Teil dann umgedreht auf den Teller zurückgelegt haben, sind heute bestimmt in der Politik, meinte Irgendlink heute Morgen als ich ihm davon erzählt habe.
Mag sein. Na ja, bei Marshmallow hätte ich locker widerstehen können, ohne dass ich es deswegen heute weit gebracht habe. Da hätte es schon andere Versuchungen gebraucht.

Am Ende unserer Expedition ins Land der unendlichen Möglichkeiten – sprich in die Realität – kommen wir zum Ausgang. Ich scanne meine Karte mit den Strichcodes ein und erhalte einen langen Kassenzettel mit einem ausführlichen Testergebnis, das mich erstaunlich gut beschreibt. Wie im Supermarkt üblich, wird erst am Schluss bezahlt. Auch der Eintritt wird erst jetzt berappt. Nach dem Einkauf, denn zu kaufen gibt es, was das Herz begehrt: Marshmallows, Pralinen in Sechserpaketen, Postkarten mit klugen Zitaten von Goethe, Woody Allen und andern klugen Menschen, Bücher zum Thema. Der Mensch im Supermarkt der Möglichkeiten. Bezahlt wird natürlich an einer Kasse, die mit klassischem Rollband ausgestattet ist.
Hat wirklich Spaß gemacht und zum Nachdenken gebracht. Wir sind uns einig, dass sich dieser Ausstellungsbesuch gelohnt hat.
Die Ausstellung „Entscheiden!“ läuft noch bis im nächsten Frühling. Veranstaltet vom Stapferhaus Lenzburg, ausgestellt im Lenzburger Zeughaus. Details: Hier klicken!
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Tipps zur Entscheidungsfindung:
* Welche (möglichen) Folgen hat die eine oder andere Entscheidungsvariante für mein Leben in zehn Minuten? In zehn Monaten? In zehn Jahren?
** Was würde mich an meinem 80. Geburtstag zu Weinen bringen, weil ich es erleben durfte oder weil ich es versäumt habe?
*** Suchen Sie sich das jeweilige Gegengift zur ihren Entscheidungshemmern und – treibern und formulieren die dazu Sätze, die Sie in Entscheidungsmomenten hervornehmen können.
**** Schweizer Großbank, die nach der Bankenkrise alt ausgesehen hat und mit Steuergeldern „saniert“ worden ist.

ich müsste platzen

Machen uns Illusionen möglicherweise zu besseren Menschen? Weil sie uns das Leben von seinen schönsten Seiten zeigen? Weil sie unseren Glauben an das Schöne-Gute-Heilsame aufrecht erhalten? Weil sie uns glücklich machen? Es sind ja auch die guten Menschen in unserem Leben, die uns zu besseren Menschen machen (können). Gut ist ansteckend. Schlecht allerdings auch. Was ist es, was uns wie entscheiden lässt und ist dieses Es außen oder innen? Huhn oder Ei?
Schreibend verbinde ich meinen ganz persönlichen Hühnerstall mit dem Ei in der Pfanne. Schreiben ist für mich ein notwendiger Stoffwechselprozess. Nicht das Geschriebene an sich zählt primär, sondern der Prozess. Er ist unabdingbar und überlebensnotwendig. Wie das Scheißen.

Wir gehören einer Sippe an, die mit Wörtern um sich wirft. Wir produzieren mehr Kultur, als wir verdauen können.

Jostein Gaarder in: Der Geschichtenverkäufer
Natürlich stellt mich Gaarder mit diesem Buch ganz schön in Frage. An einer Schlüsselstelle des Buches lässt sich Gaarders Protagonist Petter genau über meine Spezies Mensch aus: Über (uns Möchtegern-)Autorinnen und Autoren. Nicht eben rühmliches lese ich. Da ist von Eitelkeit die Rede, von Einfallslosigkeit und von solchen Schreiberlingen, die zwar ihr Handwerk, das Schreiben, beherrschen, aber nichts zu sagen haben. Die in der Mittelmäßigkeit und Alltäglichkeit vor sich hin dümpeln. Denen verkauft Petter seine Ideen. Jeder und jedem einzelnen vermittelt er das Gefühl, die oder der Einzige zu sein. Auserwählt. Und natürlich wird eine Autorin nach einem Bucherfolg niemals verraten, dass sie die maßgeschneiderte Idee (den Plot, das Sujet) auswärts eingekauft hat. Petter ist sicher mit seinem Geschäft. Jedenfalls bis ihn jemand ablehnt und auch nur so lange niemand seinen Schriftstellerkumpels erzählt: Da hat mir doch neulich einer versucht, eine Synopsis zu verkaufen.
Die Frage steht ebenfalls im Raum (und im Buch), ob eine Erzählung wirklich ohne Einflüsse von außen werden kann. Nur aus dem Innern eines Menschen geboren. Petter, der Ich-Erzähler dieser immer abstruser werdenden Geschichte, stellt sich quasi als unermesslichen Brunnen dar, der aus den tiefsten Tiefen der unermesslichen Ideenquelle stetig schöpft und ständig neue Geschichten zu erzählen in der Lage ist. Ich denke immer wieder über diesen Ansatz nach, seit Tagen schon. Seit ich das Buch lese. Wir haben sogar schon darüber diskutiert, in Blogs irgendwo, dass alles, was wir von uns geben, irgendwelchen Einflüssen geschuldet ist. Einer Inspiration.
Scheiden wir aus, was wir mehr oder weniger autonom verdaut haben oder plappern wir zuvor Aufgenommenes einfach nur nach? Wie sähe wirkliche Originalität ohne jegliche Außeneinflüsse aus?
Ein kreativer Ansatz, originelles Denken, ungewöhnlich witzige oder ernsthafte Herangehensweisen an Themen, scharfsinniges Infragestellen sind mögliche Verdauungsvorgänge, die dafür sorgen, dass das erzeugte Stoffwechselprodukt unverwechselbar mit mir (mit dir, mit ihr) in Zusammenhang gebracht wird. Bildsprache nennt sich das in der bildenden Kunst. Beim Schreiben ist es nicht anders.
Petter durchschaut den Buchmarkt, erkennt die Zeichen der Zeit, hängt die Fahne nach dem Wind (und ich reihe hier Klischee an Klischee). Petter weiß darum, was gefragt ist. Und das liefert er (also auch er den jeweiligen Einflüssen gehorchend?). Er ist käuflich und er lebt gut von seinen Ideen. Er verzichtet auf den Ruhm, weil er lieber Ideen als ganze Romane gebärt und dafür erst noch Geld bekommt. Viel weniger anstrengend als ganze Romane schreibenund danach im Rampenlicht stehen zu müssen. Lieber sieht er „seinen“ Schriftstellerinnen und Autoren zu, wie sie mit seinen Geschichten Bestseller schreiben.
Er zeugt Kinder, sozusagen, doch er sieht ihnen nicht, oder nur aus der Ferne, beim aufwachsen zu. Das tut er, im Laufe der Geschichte sogar in seinem wirklichen Leben. Eine einzige Frau, Maria, die ihm das Wasser reichen kann (nein, bescheiden ist Petter nicht), lässt sich von ihm – von ihr gewünscht doch in gegenseitiger Absprache – schwängern und verschwindet anschließend nach Schweden. Seine Tochter sieht er nur wenige Male, mit dreijährig das letzte Mal. Eine Metapher und eine Realität, die zu Petters Leben passen. Sein Hühnerstall.
Nein, ich schreibe in erster Linie nicht, weil ich etwas zu erzählen habe (also mit dem Publikum vor Augen, das gebannt an meinen Lippen hängt, nicht missionarisch getrieben also), sondern ganz einfach, weil ich schreibend verdaue. Ich werfe, mit Gaarder gesagt, mit Wörtern um mich, weil ich sonst ersticken würde. Weil ich platzen müsste. Erst zweitens, weil es mir Freude macht, meinen Gedanken eine schriftliche Form zu geben und drittens, weil zuweilen dabei etwas entsteht, das geteilt werden will. Eitelkeit? Nenn es wie du willst, Petter, ich nenne es überlebensnotwendig.

Der mit Geschichten handelt

Es wäre ja mal spannend, erzähle ich Irgendlink heute morgen am Telefon, wenn wir das gleiche wie zurzeit in einigen Blogs mit Bildern geschieht, mal mit Texten ausprobieren würden.
Ich finde es so toll, wie in den verschiedenen Blogs die Kommentarkultur so phantasievoll geworden ist und aus einzelnen Bildern ganze Geschichten entstehen und wir einander Wollknäuel zuwerfen und mit diesen weiterstricken. Das könnte man auch mit Texten machen. Mit Geschichten. Mit einzelnen Szenen.
Es lebe die Phantasie! Petter, der Protagonist in Jostein Gaarders Geschichtenerzähler, das ich zurzeit lese, ist Träumer und Realist in Personalunion. Nicht einfach, wenn man bei allem, was einem vorgesetzt wird, von klein auf weiß, wie es richtiger und besser wäre. Als Schüler verkauft er sein Wissen und seine Ideen – in Literatur, in Mathe oder in Religion ist dabei unwesentlich – gegen harte Währung. Und noch während der Junge mit seiner Mutter im Theater sitzt, den Vater in den Zirkus begleitet, einer Radiosendung lauscht oder den Moderator im Fernsehen beobachtet, weiß er, wie auch hier das Ganze viel besser, viel lustiger, viel phantastischer inszeniert werden könnte.
Doch hört selbst.
[soundcloud url=“http://api.soundcloud.com/tracks/67377441″ iframe=“true“ /]
Wie die Geschichte weitergeht? Ich habe keine Ahnung. Nur ein paar Ideen. Und du?
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Das Buch: (klick drauf zu Amazon)

Und das sagt Wikipedia zur Geschichte: hier klicken!

Gummibaum

Eben habe ich mein erstes Sound-Teil auf Soundcloud geladen. Dreimal dürft ihr raten was … 🙂
Richtig,  ein weiteres Lied von Patent Ochsner. Aufgenommen von Irgendlink am Konzert in der Mühle Hunziken am 26. Oktober 2012

[soundcloud url=“http://api.soundcloud.com/tracks/67264492″ iframe=“true“ /]

I bi dr Gummiboum.
U schtah eifach so chli da,
so wie jedä Gummiboum,
’sch im Fau aues, woni cha.

Ich bin der Gummibaum.
Und steh einfach so ein wenig da,
so wie jeder Gummibaum,
das ist im Fall alles, was ich kann.

U i nime d Tage so, wie si sii,
u si chömed u gö wider verbii,
u aues wird anders oder blibt wies isch gsii,

Und ich nehme die Tage so, wie sie sind,
und sie kommen und gehen wieder vorbei,
und alles wird anders oder es bleibt wie es war,

ja i nime d Tage, so we si sii,
u si chömed u gö wider verbii,
aues wird anders oder blibt wies isch gsii.

ja, ich nehme die Tage so, wie sie sind,
und sie kommen und gehen wieder vorbei,
und alles wird anders oder es bleibt wie es war,

ja aues wird anders oder blibt wies isch gsii.

ja, alles wird anders oder es bleibt wie es war.

I bi dr Gummiboum
u verstoube fängs ä chli,
oh Gummiboum.

Ich bin der Gummibaum
und verstaube so allmählich ein wenig
oh, Gummibaum

I bin ä geile huere Gummiboum,
öppert mues ne schliesslich sii.

In bin ein geiler hure Gummibaum
jemand muss ihn schliesslich sein.

by Patent Ochsner, 2012

Den Text habe ich gefunden auf http://artists.letssingit.com
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Und bereits freue ich mich riesig auf Februar vor …


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Bild: iDogma | Appspressionismus –
Fotografiert und bearbeitet mit verschiedenen iPhone-Apps (integrierte Software. Alle Bearbeitungsschritte wurden auf dem iPhone ausgeführt).

atmen

Heute erteile ich Linard Bardill das Wort.
Ein Wort zum Tag und eins zum Leben auch gleich:

Die Zeit heile Wunden
sagt man
doch die Zeit heilt nichts
es ist das Vergessen
das uns wieder lachen
lieben und singen lässt
Darum lobe ich das Vergessen
es macht uns lustig
und hilft uns
die grimmigen grauen
Gedanken fahren zu lassen
Wie der Wein
wie der Schlaf
Wie der Augenblick
der nie schmollt
oder grollt
oder atemlos ist
Ich zähle meinen Atem
Es gibt keine Wunden
Es gibt keine Zeit
Es gibt kein Vergessen

Linard Bardill im November-Newsletter

Zufallsgeneratoren und so Sachen

Sag eine Zahl zwischen 1 und 360, sagt der Liebste beim Spätstück. Ich kaue an meinem Käsebrot. Denke: Kreis?
137, sage ich schließlich, du denkst an Himmelsrichtungen, stimmt’s? Er grinst.
Während du die Himmelsrichtung bestimmt hast, habe ich mir eine Zahl zwischen 1 und 50 ausgedacht, sagt er. Die Distanz in Luftlinie. 23.
Nachdem wir den Tisch abgeräumt haben, forschen wir nach unserem heutigen Tagesziel. 23 km von hier entfernt, in Richtung Südost, genau gesagt 137 Grad von hier aus. Mit meiner GPS-App namens GPS-Kit, die fast so gut ist wie ein richtiges GPS-Gerät, peile ich den Ort. Ein bisschen ungefährer als Irgendlink mit seinem Magellan Explorist, einem zwar alten, aber „richtigen“ GPS – aber immerhin auf 200m genau. Wir definieren den exakten Punkt im Koordinatennetz und suchen im Internet nach Geocaches* in der unmittelbaren Nähe unseres Ziels. Ein ganzes Nest hat es! Eins davon ist eine Bibliothek, eine Büchertausch-Box aus Tupperware, versteckt mitten im Wald. Was für eine geniale Idee! Wie wir wenig später die Dose finden und ich ein spannendes Buch (im Tausch gegen eins von Jürgens Jugendbüchern, „Störtebecker“) herausziehe, denke ich: Das muss so! Genau hier muss ich genau jetzt sein! Obwohl wir durch Zufall hier sind. Weil ich 137 gesagt habe und Irgendlink 23. Und obwohl ich ohne dieses Spiel nie hier gelandet wäre. Ein Märchenwald par excellence. Moos wie im Zauberwald. Pilze, wohin ich blicke.
Um unserer verrückten Idee endgültig Genüge zu tun, gehen wir los und suchen den ermittelten exakten Punkt. Hier finden wir eine Föhre. Stolz steht sie da und lotst uns weiter in den Wald. Zufall?

Zufall, dass wir mit unsern ausgedachten Zahlen mitten im Wald landen und nicht irgendwo in einem Dorf. Oder in einer Stadt. Ob der wunderbare Sonnenuntergang, den wir beim nächsten Cache, den wir auf dem Rückweg finden, auch bloß Zufall ist? Dass wir genau dann, genau dort sind und diese Weitsicht genießen können? Die Idee, sich an“zufällig“ ermittelte Plätze zu begeben, wollen wir auf jeden Fall weiterverfolgen. Zufall, dein Name sei Serendipität … 🙂

Nicht zufällig, sondern ganz bewusst geht’s auf Sofasophia appt die Welt fast täglich weiter mit neuen Bildern aus den Archiven. Eine Geschichte des Appspressionismus sozusagen.
Ebenfalls nicht zufällig, sondern ganz bewusst haben wir für pixartix_dAS bilderblog vor ein paar Wochen eine neue Idee umgesetzt. Unsere Online-Blog-Galerie macht nicht nur uns immer mehr Spaß, sondern auch unseren illustren Gästen. Bereits haben Frau Blau, Uwe, Lakritze und Tabea ausgestellt. Die nächsten Wochen zeigen wir Werke von Samtmut, Cambra Skadé, Dina Toffeefee und Haushundhirsch. Weitere Künstlerinnen und Künstler werden folgen.
Beim Herumbildern für ihre pixartix-Ausstellung hat Frau Samtmut einiges auflaufen lassen. Doch sogar aus Überflüssigemfluss lässt sich Tolles bauen. Dieses Bild hier zum Beispiel, das sie mir geschenkt hat … es soll euch Lust machen auf einen Besuch auf pixartix. Wir freuen uns schon sehr auf mehr.

Pic by Samtmut

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* für NeuleserInnen: Wir sind gerne in der Natur unterwegs, am liebsten auf der Suche nach Erdverstecken/Geocaches. Das ist eine Art moderne Schnitzeljagd mit Unterstützung durch Internet und Koordinaten/GPS. Siehe auch: geocaching.com.

Wäscheleine einmal anders

Wo soll ich bloß anfangen? Am Anfang, sagst du? Am Anfang war das Rad. Am Anfang war die Reise. Am Anfang war „Ums Meer 2012“, denn ohne diese Reise wäre der gestrige Abend so nicht möglich gewesen.
Darum für alle meine neuen Leserinnen und Leser hier gleich ein paar Sätze zum Anfang … Alle andern bitte einfach weiterscrollen bis #.
Liebe neue Lesende. (Meine Statistikzahlen machen mich glauben, es sei so, dass es euch gibt …).
„Ums Meer 2012“ heißt das multimediale Kunstprojekt, das mein Liebster, Irgendlink, dieses Jahr während vier Monaten realisiert hat. Eine Radreise von 7663 Kilometern. Doch dabei hat Irgendlink nicht nur viele Kilometer zurückgelegt, sondern auch seinen eigenen Strom erzeugt, um sein iPhone zu füttern. Dieses Teil war bei diesem Projekt die Schnittstelle für seine Kunst, die er unterwegs geschaffen und direkt ins Internet geladen hat. Meist jedoch kamen die Texte und die Bilder zuerst zu mir, die ich das Projekt redaktionell betreut habe. Ich habe die Wörterdecke gepackt, sie ausgeschüttelt wie Frau Holle und die herauspurzelnden Tippfehler kompostiert. Den Rest habe ich ins Blog Irgendlink gestellt, wo die Reise in Text und Bild noch immer nachzulesen ist. (hier klicken).
# Alle wieder da? Dass eine Ausstellung mit ganz viel Arbeit verbunden ist, weiß ist längst, habe ich doch sowohl selbst schon ausgestellt als auch Irgendlink bei Ausstellungen assistiert. Von daher weiß ich, was die PrismatInnen dieser Tage geleistet haben! Die Zweibrücker Kunstgruppe Prisma, die sich diesen Frühling formiert hat, zeigt seit August 2012 in einem zweistöckigen Lokal Kunst verschiedenster Genres. Gestern eröffnete die Gruppe bereits ihre zweite Ausstellung dieses Jahres. Die Idee ist, dass jede neue Ausstellung der neun Künstlerinnen und Künstler mit einem Event gefeiert wird … Mit großem Enthusiasmus und viel Energie legten sich alle ins Zeug, um ein gemeinsames Kunstwerk in den Räumen zu erschaffen. Es hat sich gelohnt!
Klang- & Bildreise war das Thema der gestrigen Ausstellungseröffnung. Irgendlinks Diaschau-Film „Ums Meer 2012“, den es in „klein“ auch auf Youtube gibt, kam gestern richtig groß heraus.* Die Galerie war so voll, dass sich die Leute buchstäblich auf die Füße traten und der viertelstündige Film – je in sepia und in „farbig“ – immer wieder gezeigt werden durfte. Michael Wack, ein begnadeter Klangkünstler schaffte das Wunder, die Diaschau, musikalisch so gekonnt in Szene zu setzen, dass Rhythmus und Aussage der Bilder noch verstärkt wurden. So oft ich die Schau auch in klein auf dem Laptop geguckt hatte, konnte ich mich doch gestern an ihr kaum sattsehen. Immer wieder entdecke ich neue Details in der Fülle der Bilder. In groß, auf die Wand gebeamt, war die Wirkung einfach umwerfend. Das Echo des Publikums war gewaltig. Die einen mochten lieber die auf alt getrimmte Sepia-Version, die anderen das Bunt der zweiten Schau. Es kam zu tollen Begegnungen und Gesprächen jenseits von Smalltalk.
Besonders beeindruckt waren viele KunstliebhaberInnen auch von der Hängung der neuen Bilder. Nicht nur über das Konzept der ganzen Ausstellung hörte ich rühmliches, auch Irgendlinks neue Bilderserie kam super an. Wo normalerweise Bilder in tollen Rahmen die Wände zieren, hat Irgendlink diesmal, der Not des leeren Geldbeutels gehorchend, die bekanntlich erfinderisch macht, eine unsichtbare Schnur hin- und hergespannt, an welche er achtzig auf 10×15-Papier gedruckte 9×9-Bilder von der Reise gehängt hat. Das gute alte Wäscheleine-Prinzip, edel und ästhetisch umgesetzt. Was sich kaum beschreiben lässt, sieht wirklich saugut aus.
Innovative Hängung!, befand ein befreundeter Galerist, dem es ganz besonders die handschriftlichen Texte auf den Bildern angetan haben. Irgendlink hatte auf den freien Platz unter jedem Bild feinsäuberlich Informationen über den jeweiligen Standort der Aufnahme (Ort, Land, Koordinaten) notiert.**
Sie sehen ein bisschen wie Polaroids aus!, meine eine ältere Kunstliebhaberin. Hat was.
Je später der Abend desto kleiner die Schar und desto angeregter die Stimmung. Gemeinsames Gläserspülen. Aufräumen. Lachen. Da ein bisschen Rumblödeln, dort ein wenig Philosophieren. Spaß hat’s gemacht.
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* die DVD mit den beiden Filmen (10 Euro plus Versand) sowie das Poster (35 € plus Versand) bitte bestellen bei homebase@europenner.de.
** Auch die Bilder sind käuflich. Mit handgeschnittenem Passepartout (aber ungerahmt) erhältlich für 15 € (plus Versand). Jedes Bild aus dem Irgendlink-Blog „Ums Meer 2012“ (hier klicken) kann so aufbereitet werden!

Aus den Soso'schen Geheimarchiven

Katzen- & Alienfreund Blogger Irgendlink beim Planen seines nächsten Karriereschrittes:
20121109-105834.jpg
Siehe auch: Über das Leben diesseits und jenseits der Katzentüre I
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Bild: iDogma | Appspressionismus –
Fotografiert und bearbeitet mit verschiedenen iPhone-Apps (integrierte Software. Alle Bearbeitungsschritte wurden auf dem iPhone ausgeführt).

Über das Leben diesseits und jenseits der Katzentüre

Es war einmal eine Katze (die so tat, jedenfalls, als wäre sie eine). Plötzlich war sie dagewesen und tigerte seither scheu und wild in der Nähe des einsamen Gehöfts herum. Niemand hat sie kommen sehen. Niemand kannte sie. Die Spuren, die wenige Tage vor ihrer Ankunft im nahen Maisfeld gefunden wurden, gaben zu wilden Spekulationen Anlass. Mangels wirklicher Alternativen gehen wir deshalb von einem gelandeten UFO aus.
Irdische Katzen-Tigerstreifen sind eine gute Tarnung, doch ich habe die Katze längst durchschaut. Und sie weiß es. Keine irdische Kurzhaar-Katze verliert das ganze Jahr Haare. Mir ist allerdings ihre Botschaft, ihre Mission sozusagen, noch nicht ganz klar geworden. Okay, sie zähmt die Menschen, gut, doch wozu? Wird sie eines Tages wieder abgeholt und wann? In der ersten Zeit tat sie so, als ließe sie sich von uns Menschen zähmen. So hat sie zum Beispiel meinen Liebsten dazu gebracht, ihr täglich zweimal Futter hinzustellen. Und Milch. Und neuerdings auch Wasser. Dies allerdings nur, wenn sie sich in der Wohnung aufhält, in der Künstlerbude, wo es dank Holzfeuer so warm ist, dass selbst (außerirdische) Katze durstig werden. Cheers. Zugegeben, zuweilen setze ich den Alien*, der sich als Katze getarnt hat, auf den Boden. Spätestens dann, wenn das Fell des Tieres sich schon beinahe mit meiner Kleidung verwoben hat. Genug ist genug. Darum nennt mich der Liebsten, wenn er mit der Katze über mich redet, hinfort die „böse Frau aus der Schweiz“.
Blogge „Über das Leben diesseits und jenseits der Katzentüre“!, bat Irgendlink, Katzenmann, Künstlerbude-Bewohner Nr. 1 und mein Lebensliebster in Personalunion. Du weißt es doch: Tu immer das, was dein Irgendlink dir sagt. Denn so lautet unsere Spielregel.

Gut. Die Katzentüre. Sollst du haben.
Wenn es im Leben eines Prokrastinatikers wie meinem Liebsten (nur so als Beispiel) etwas gibt, was man Achillesferse bezeichnen könnte, ist es dieses vermaledeite Ding namens Katzentüre. Vor über drei Jahren, bei meinem ersten Aufenthalt auf dem einsamen Gehöft, stand es bereits da, das Teil, und steht es immer noch. (Wie) frisch gekauft, jedenfalls noch immer originalverpackt. Ablaufdaten haben so Dinge leider nicht, sie laufen ja nicht davon und so wurde die Aufschiebebank lang und länger und hat längst die längste Bank der Welt in Rendsburg getoppt.
Die bau ich im Winter in die Türe ein, sagte Irgendlink damals lässig. Wenn es kälter wird. Damit die Katze selbst rein und raus kann. Obwohl … ich weiß gar nicht so recht, ob ich sie drinnen haben will. Sie ist eine wilde Katze.
Wie es so ist mit Unschlüssigkeiten. Sie wachsen wie Unkraut und Efeu. Vorletzten Winter, als der Liebste in den kältesten Wochen des Jahres den Jakobsweg bis Santiago wanderte, war die Katze immer draußen und die lieben Nachbarn haben sie gefüttert. Ihr scheint es, außer an Streicheleinheiten, an nichts gemangelt zu haben. Auf dem Hof gibt es viele Nischen, wo sie vor den Unbilden der Witterung geschützt ist. Soweit so gut. Eigentlich ist so eine Katzentüre etwas für Sisyphos.
Klappert so eine Türe, und erwacht man nachts, wenn das Tier herein oder hinaus geht? Werden fremde Katzen (oder Marder? Füchse? Igel?) sich ebenfalls Einlass verschaffen? Ähnlich, wie sie mit der Katze – ja, sie hat einen Namen, natürlich, wie konnte ich das bloß vergessen! – den Futternapf teilen. Die Probleme dies- und die Probleme jenseits des Futternapfes, ähm der Katzentüre, sind so vielfältig wie das Leben selbst. Ist das Boot voll – zum Beispiel.
Die oberste Priorität jedes Katzenmannes und auch jeder Katzenfrau muss lauten: Wie kann ich meine Katze glücklich machen und was kann ich für sie tun, damit sie gedeihen und gesund leben kann? (Sie muss dafür noch nicht mal etwas tun, nur ein wenig schnurren, und ja, wenn wir schon dabei sind, ein bisschen weniger stark Haare verlieren).
Nun ja, wir sind ja auch nur Menschen. Mit eigenen Bedürfnissen. Katze auf der Eckbank geht ja. Katze auf dem Sofa auch (zumindest wenn sie immer am gleichen Ort liegen und nicht überall ihre Haare verteilen würde). Eigentlich wäre eine Katzentüre wirklich nicht schlecht. damit würde das allmorgendliche Türöffnen wegfallen. Das Lass-mich-raus-ich-muss-pinkeln-Miauen. Andererseits. Bei näherem Überlegen … Ständig tauchen neue Probleme auf. Was, wenn die Katzenklappe ein Wurmloch in ein anderes Universum ist? Außerdem ist ganz und gar nicht klar, wo die Katzenklappe überhaupt am besten eingebaut werden soll. Im Schrank? Im Ofen? Im … (Fortsetzung folgt.)
Ob es eine Rolle spielt, ob ich eine Rolle spiele?, sagt die Katze. Mietze genannt.
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* Das Königinnentreffen einiger lokaler Bloggerinnen wurde auf nächste Woche vertagt, doch ein kleiner Besuch bei Königin Canela hat trotzdem stattgefunden. Bei dieser Gelegenheit lernte ich Canelito (7) kennen und weiß seither alles über die Aliens. Alles!