dicht – oder nicht.

Längst ist
vergangen
was
war.
Was
wahr
war.
Ob es noch
wahr ist?

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Superlativ:

… dicht,
dichter,
Dichterin.

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Quer zum Himmel
punktiert sie sich
rückwärts
vorwärts
vielleicht
malt Glück
tüpfelt Lust
strichelt Übermut
kringelt Kreise
ohne Ende

keine Ahnung

Das Dokument, das ich Anfang November in Sachen Novemberschreiben eröffnet habe, heißt ja, wie ich neulich schrieb, „Keine Ahnung“.
Ganze 4041 Wörter umfasst es inzwischen. Darin befinden sich massenhaft
Bruchstücke.
Satzsplitter.
Gedankenscherben.
Lyrische Gedankensprünge.
Buchstabenrülpser.
Wenn ich so weiter mache, werde ich diesen November nie und nimmer fünfzigtausend oder fünfundzwanzigtausend Wörter schreiben.
Egal!

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Ich wäre ein
Pixel. Eins von eineinhalb
Millionen. Oder
mehr. Oder auch
weniger. Im Bild.
Rot vielleicht.

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Worte sind die
Fesseln, die den
Ballon, der
Liebe
heißt, festhalten. Wie
gerne er fliegen würde!
Ich übe
schweigen.

Wochenmitter-Text(ili)e(n)-Thema

Für unseren nächsten literarischen Wochenmitter wünsche ich mir von Euch Texte, die sich mit dem Thema 

Netz

beschäftigen. Auch diesmal dürfen Eure Texte alles mögliche und unmögliche sein: Assoziativ oder verspielt, lyrisch oder prosaisch. Tiefschürfend ebenso wie banal, sinnlich, traurig und fröhlich. Oder Absichtslos. Vielleicht auch zielstrebig oder absurd? Auch kleine Geschichten sind erwünscht!

Mailt mir doch Eure Texte bis Mittwoch um 17 Uhr an sofasophia ((at)) lebenswertvoll.ch.
Ich werde am Mittwochabend einen Blogartikel daraus weben.
Herzlichen Dank!

auf dem Sofa

Lass uns
die Liebe neu
erfinden.
Und das Leben auch. Als hätten wir
noch keine Erfahrungen gesammelt. Keine
schalen Erinnerungen, sollen uns behindern. Keine
leeren Wortkapseln. Auch keine
Vorurteile – weder über jene
Zauberworte
noch über uns. Keine
vorgefassten Vorstellungen, wie
wir uns in dieser oder jener Situation
verhalten könnten, sollen uns
bremsen.

Lass uns jeden Tag neu
erfinden, wie Leben, wie
Lieben geht. Wie
wir
miteinander
wirklich
sein können,
wir Menschen.

Promis gesucht

N.
rück grat!
Wer sonst?
Oben. Unten.
Eindeutig klar!
G.s Hingabe galt der Diagonale
schon immer.
Schiefe Ebene,
weich.
Wem D. gefällt,
gefällt auch mir.
Liegt braun
und erdig da.
Gehört allen.
A., wen suchst du?
Sind alle schon weg!
Das heißt:
Ganz hinten steht noch einer,
durch den heute keiner mehr will.
Doch die alten Römerinnen mochten A..
Wozu auch immer.
Oder wodurch?
Weil er die Antworten kannte womöglich.

Und du?

Kennst du die vier oder gar fünf namentlich hier abgekürzten Gesellen? Hast du sie womöglich heute schon gesehen?
Antworten bitte unter Kommentare.

werden … Wochenmitter zum Thema Übergänge

Gleich viel
schwarz
und
gleich viel
weiß.

Gleich viel
Tag
und
gleich viel
Nacht.

Mische grau.
Mische Dämmerung.
Wie viel
ist
gleich viel?

© by Sofasophia (dm)

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Veränderung

„Du hast dich verändert – das steht dir gut.“
„Ja“, lächelt sie, „Liebe macht Mut.“

© by Donna

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Hier hell
dunkel dort
dunkel hier
dort hell
ohne Übergang
ohne Dämmerung
oder mit
weil du zwinkerst
wegblinzelst
was nicht ist
blinzelnd ausgrenzst
den Ton der Trommel
überhörst du
dafür die Vögel
im Strauch drüben
tschilpen
und die Feder
abgeschüttelt beim Spiel
fallen
hörst du
zur Erde segeln
in den Himmel hinab
sinken
gewundert
nicht gehabt
gewesen stattdessen
zwischen hell und dunkel
irgendwo
nirgends
gelandet

© by Sofasophia (dm)

ausgraben

Empathie, so hatte ich neulich behauptet, Empathie und Respekt, angereichert mit Menschenverstand, seien die Basis glücklicher Gesellschaften. Ob das genügt? Reicht dieses simple Rezept, um die Pflanze namens Mensch gedeihen zu lassen? Wirklich gedeihen, üppig und blühend? Nicht einfach bloß dastehen soll sie, wie eine Stoffpflanze aus dem Großverteiler. Ihr wisst schon: So eine, die kein Wasser braucht und trotzdem schön tut. So eine, die einfach da ist, ohne zu wissen weshalb. Nein, das reicht wohl nicht.

Was weiter unten steckt, muss raus. Jener Dünger, den wir alle brauchen. Hingabe ans Leben. Diese Worte aus Glas. Verletzlich. Zerbrechlich. Und noch tiefer unten: das andere Wort. Nein, mehr als ein Wort. Mehr als ein paar Buchstaben. Alles. Das verbotene Wort, das alle kennen und niemand versteht. Four-letter-word. Will heißen fünf, wenn wir deutsch fühlen. Noch zerbrechlicher, drum gut verpackt. Unter der Wurzel. Im Erdreich.

Ausgraben, mit bloßen Händen, will ich es. Mich hingeben. Dem Leben.

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Übe die Kunst des Vergessens!, sagte er. Übe diese Kunst solange, bist du vergessen hast, dass sie eine Kunst ist. Bist du vergessen hast, dass Wissen angeblich nützlich ist. Bis du vergessen hast, dass du bist.

Wie kann ich denn wissen, wann ich mich genug vergessen habe?, fragte sie.

Keine Ahnung!, sagte er, das habe ich längst vergessen.

Worauf sie vergaß zu fragen, warum. Und ohne zu wissen, weshalb.

erlaubt

Ohne Berge keine Täler, ja … aber sterben?, fragt Rébecca im letzten Kommentar. Das eine nicht ohne das andere?

Berge stehen bei mir für jenes außerordentliche Glück, für jenes ganz spezielle Mit-mir-selbst-und-der-Mitwelt-im-Einklang-Erlebnis, für diesen ganz besonderen Zustand von Flow, von Ganzsein. Außerordentlich deshalb, weil ich es wohl nicht ertrüge, immer in diesem Glücksfluss zu baden. Ständig berauscht von Glück zu sein können wohl nur die Gestorbenen. Vielleicht nicht mal die.

Leben ist für mich immer ein bisschen sterben, liebe Rébecca. Auch unsere Zellen erneuern sich ja ständig. Aus Totem entsteht neues Leben. Kompost und so. Und, ja, im Tal stirbt es sich vermutlich leichter. Nur deshalb schon, weil sie der sterbende Mensch sich angesichts seines Todes die Anstrengung des Hochsteigens erspart. Metapher? Logistik? Ironie? Egal.

Täler jedenfalls stehen bei mir für Alltag. Im Tal wohnt das ordentliche Glück. Jenes, das mich lächeln lässt, wenn ich vor mich hin summend, mit einem Lieblingsstück in den Ohren, auf dem Rad zur Arbeit fahre und einen anderen lächelnden Menschen kreuze. Jenes Glück, das mich erfüllt, wenn ich mit einer Arbeitskollegin über ein geniales Buch diskutiere. Oder wir alle völlig sinn- und arglos in der Arbeitspause rumalbern. Oder wenn mich ein schöner Brief im Briefkasten erwartet. Alltagsglück eben. Alltag …

Alltagspflicht? … tun … zielen … ?
Warum müssen wir?, zitiert mich Donna. Eine Frage, die ich mir immer wieder stelle. Der Polarität wegen – fürs Gleichgewicht? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Oder vielleicht auch bloß wegen unserer Kompromissfähigkeit oder unserm latenten Harmoniebedürfnis?

Wie froh ich bin, dass ich als Gegengewicht zur harten Realität, eine paar weiche Realitäten habe. Meine kreative, zum Beispiel, die befriedigend und lustvoll ist. Den Wörtern beim Schlange stehen zuzuschauen – wie auch bei Bredenberg –, macht eben einfach Spaß. Und inspiriert. Regt an. Zum Denken. Zum Spinnen. Zum Fühlen. Zum Sofasophieren auch.

Darüber zum Beispiel: Wäre nichts verboten, was dann? Keine Verbotstafeln zum einen, was Irgendlink bestimmt bedauern würde (oder vielleicht auch zu neuen kreativ-subversiven Höchstleistungen anspornen?). Zum anderen aber wäre mit einem Verbot von Verboten ja nicht automatisch alles erlaubt. Eine Gesellschaft ohne Verbote – nicht nur ohne die diesbezüglichen Tafeln, wohlverstanden! – muss wohl  eine sehr glückliche Gesellschaft sein, eine, die begriffen hat, dass sich lebenswertes Zusammenleben nur auf der Basis von Empathie und Rücksicht wirklich umsetzen lässt. Und von gesundem Menschenverstand. Was auch immer das ist …

Nächstes Wochenmitter-Thema

Als Thema für unseren nächsten literarischen Wochenmitter wünsche ich mir von Euch Texte, die sich damit beschäftigen …

Übergänge …

Eure Texte dürfen alles sein: Assoziativ, verspielt, lyrisch oder prosaisch, tiefschürfend, banal, sinnlich, traurig, fröhlich. Absichtslos. Auch kleine Geschichten sind erwünscht!

Mailt mir doch Eure Texte bis Mittwoch um 17 Uhr an
sofasophia ((at)) lebenswertvoll.ch.

Ich werde am Mittwochabend wieder einen Blogartikel daraus weben.
Herzlichen Dank!

obsi & nidsi – rauf & runter

Darf ein Leben (obwohl unvollkommen oder gerade deshalb) mit Unnötigem angefüllt werden, das unsere biologische Festplatte für wichtiges verstopft? Wer sagt ja oder nein? Und wer sagt, was unnötig, was wichtig ist? Wenn wir alles Überflüssige deleten würden, was bliebe dann noch?
Und ist, was bleibt, nichts mehr oder alles?

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Sterben tut man im Tal, sagte J.. Auch die, die auf dem Berg leben.
Wir können nicht immer auf dem Berg, wir können nicht immer oben sein,
sagte P. Wir müssen hin und wieder runter kommen.
Warum?
Warum müssen?
Warum müssen wir?,

fragte ich.