in Thun zu tun

Das leere Dokument lacht mich aus: Unmöglich all die Gedanken, die dir durch den Kopf gehen in Worte zu fassen!, höhnt es. Unmöglich, all diese Fäden, die da lose in deiner inneren Webstube herumliegen zu einem Ganzen zu verweben. Vergiss es!

Ob es recht hat, dieses blöde, weiße sonntagmorgenmuffelige Dokument? Ich stehe vom Laptop auf. Gehe in die Küche. Hole ein Stück Brot, obwohl ich eben gefrühstückt habe. Kauen rege die Gedankentätigkeit an, hab ich mal gelesen. Nun ja, über mangelnde Aktivität im Oberstübchen könnte ich mich ja eigentlich nicht beklagen. Eher über den Mangel, den Filter aktiv zu halten, der mir zeigt, was ich outputen soll. Sprich bloggen. Nein, an Inputs fehlt es mir beileibe nicht. Die kreative Welle, auf der ich zurzeit surfe, tut schon fast weh. Damit es nicht zur Wörterobstipation kommt, knabbere ich ein paar feige Wörter Wörterfeigen. Fast so gut wie Brot. Ich hacke dazu in die Tasten.

Nein, das hier war nicht wirklich mein Stil, diese schwarzgekleidete Lady da auf der Bühne. Obwohl sie schön war. Hätten wir nicht an der Wand gesessen, eingeklemmt von zig anderen Menschen, wären M. und ich vermutlich auf und davon. Was ich in solchen Situationen zu tun pflege? Das Beste draus machen. In diesem Fall hier – in der Alten Öle Thun, wo wir den Verlockungen des Wortes Surprise, das dieses Kulturevent titelte, auf den Leim gekrochen sind –, anfangen, Geschichten zu spinnen. Plötzlich saß ich also in einem Pariser Bistro. Dann wieder in einem Straßencafé in Granada. Sogar Rom kam in meinen Träumereien vor. Es waren denn auch die mediterranen Lieder, die mich mit dem Rest versöhnten. Kunst und Künstlichkeit – sie berührten sich in dieser Vorstellung nahtlos. Die Femme fatale, die deutsche Kunstlieder mit heiserer Stimme und ohne Mikrofon – dafür mit lasziven Gebärden unterstrichen – vortrug, von einem glatzköpfigen Pianisten der älteren Garde begleitet, mutierte in Sekundenschnelle in eine Chansons ins Mikrofon hauchende Pariserin. Am besten haben mir – wie gesagt – ihre französischen, spanischen und italienischen Lieder gefallen. Wirklich wahr, die Latina hat sie super hinbekommen. Alle gängigen Klischees der Körpersprache ausreizend. Köstlich Künstlichkeit mit Kunst verbindend.

Später erst stelle ich fest, dass die gesuchte Surprise mit den Fassadenfilmen zeitgleich im Hof der alten Öle, also in unmittelbarer Nähe, stattgefunden hat und dass das, was wir gesehen haben mit Madame stellt ein Klavier in die Alpen – Lieder und Chansons übertitelt war. Tja. Selber schuld, wenn frau nicht richtig liest. Dennoch bin ich um eine Erfahrung reicher.

Rückblende. Wir sitzen im Restaurant Waisenhaus, das heißt, nicht im, sondern davor. M. will rauchen. Die Nacht ist lau. Das Bälliz, Thuns Hauptschlagader, pulsiert und das Bier ist köstlich. Wir brüten über dem Programm der Thuner Kulturnacht. Zweimal Ristretto bitte, klarer Fall. Nein, nicht Kaffee. Auch nicht kleinen schnellen Kaffee. Immerhin schnell und klein passt. Und das Ambiente ebenfalls. Doch darüber später.

Nicht wie die singende Madame Klischees ausgereizt, sondern ziemlich viele geknackt, haben die vier Leute von Literaare, die in der Buchhandlung Thalia vorgelesen haben. Was sage ich da? Vorgelesen? Falsch! Perfomances waren das! Besonders gefallen haben mir Guy Krneta und Jens Nielsen. Will heißen ihre Texte, natürlich. M. favorisierte Matto Kämpf. Sandra Künzi, die vierte im Bunde, war auch okay, doch so richtig begeistert hat sie uns nicht. Spoken Word heißt sie, diese mir bis anhin unbekannte literarische Kunstrichtung. Texte, die ohne Satzzeichen auskommen, füllen Jens Nielsens kleinen Erzählband. Sie sind wunderbar zu lesen, doch vor allem sind sie wunderbar anzuhören. M. und ich werden – so hoffe ich – schon bald mal das Berner Café Kairo aufsuchen, wo es regelmäßige Spoken-Word-Sessions geben soll. Meine Vorliebe für Wortspielereien, Absurditäten und Surreales wurde gefüttert und rief nach mehr. So schnappte ich mir am Büchertisch den Band Alles wird wie niemand will und bat den Autoren um eine Signatur. Wie überrascht war ich, als ich den hochdeutsch vortragenden Nielsen nun im schönsten Aargauerdütsch mit mir plaudern hörte. Seine Wortspiele hätten es mir angetan, sagte ich. Da ich selber schriebe. Kleines Palaver unter Buchstabenklaubenden. Dann weiter ins Spettacolo.

Ristretto. Theatersport. Als meine Freundin R. vor ungefähr einem Jahr diese Sportart für sich entdeckt und mir davon erzählt hatte, konnte ich mir nicht wirklich etwas darunter vorstellen. Gestern endlich sah ich, wie Theater auch sein kann. In zwei Gruppen spielen die Akteurinnen und Akteure gegeneinander an. Die Vorgaben, welche Szenen spielend zu improvisieren sind, kommen immer aus dem Publikum. Von absurd bis dramatisch, von komödiantisch bis schwarzhumorig liegt alles drin. Die Lautstärke des Applauses entscheidet, welche Gruppe den nächsten Punkt verdient hat. Herrlich!

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Später, im Zug nach Bern, werweiße ich mit meiner Freundin M., wo ich heute wohl wäre, wenn ich Ambitionen hätte. Wenn ich ehrgeizig an meiner Karriere gebaut hätte. Wäre meine Schreibe qualitativ besser? Hätte ich wohl bereits richtige Bücher veröffentlicht? Ist es die Resonanz eines Publikums, die Kunst zur Kunst macht?

Und die alles entscheidende Frage:
Wäre ich heute glücklicher, wenn …?

Sophistikierereien

Auf vielseitigen Wunsch hebe ich hiermit das Niwo dieses Blogs wieder ein bisschen an.
Stiefel- und Schieblehrenkäufe hin, Nuschelis her … Hier hat alles Platz. Sogar Sofasophien … 😉

My blog is my castle …

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Google weiß, dass heute Nacht, wenn M. und ich die Thuner Kulturnacht genießen, die Sommerzeit auf Normalzeit wechselt. Ich jetzt auch.

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Kunst ist die gekonnt abgebildete Wahrnehmung eines einzelnen oder einer Gruppe.

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Wenn etwas auf einmal ganz einfach scheint, das uns bis anhin oder unter anderen Bedingungen schwierig vorkam, dann passen eben jetzt die Bedingungen. Es ist nicht das Ding an sich, das etwas einfach oder schwierig scheinen lässt, sondern die Umstände und meine Perspektive.

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Eine Schutzmauer zwischen Haus und Straße verhindert, dass beim Abreißen des Hauses Steine auf Straße, Autos, Passanten und Fahrradfahrerinnen fallen. Rotweiße Balken schützen uns davor, in die Löcher auf der Straße zu fallen. Wieso eigentlich schützen wir uns selbst nicht ebenso gut?

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Der richtige Schluss einer Geschichte, die ich schreibe, findet sich immer intuitiv. Eine Wahl ohne zu wählen gleichsam. Ich finde den Ausschnitt, den ich erzählen will, gefühlsmäßig und mache ihn durch diese meine Auslese zum richtigen.

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Geschicke = Geschickte Geschichten? Oder doch eher Schicksal?

Kein Märchen

Es war einmal eine Künstlerin, die fürs Leben gerne Steine klopfte. Aufgewachsen in den Schwäbischen Bergen konnte Angelika einfach nicht anders, als ihrer Leidenschaft für Steine zu folgen. Die Leichtigkeit des S(t)eins wurde zu ihrer ganz persönlichen Medizin.

Eines schönen Tages vor ein paar Jahren, als sie durch die Berge streifte – diesmal in Spanien –, verliebte sie sich in ein leer stehendes Haus und beschloss, ihren nächsten Lebensabschnitt in der Alpujarra zu verbringen.

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Ein weiser Entschluss! Schon bald baute sie das alte Haus nach ihren Bedürfnissen um, schloss neue Freundschaften und lernte nebenbei spanisch. In den zwei kleinen Gästehäuschen war schon bald einmal Platz für Leute, die Ruhe suchten. Oder Kurse besuchen wollten.

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Auf die Mail, die mir Angelika als Leserin meiner Websites eines schönen Tages vor zweieinhalb Jahren geschrieben hatte, folgten unzählige weitere. Gespannt darauf, wer diese wilde Frau ist, bestieg ich im Juni 07 das Flugzeug nach Südspanien. Um schon bald darauf gemeinsam mit ihr und den anderen Gästen ebenfalls Steine zu klopfen. Schleifen und schmirgeln ist eben auch meine Leidenschaft, die ich vor dreizehn Jahren im französischen Jura entdeckt hatte.

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Alpujarras: Sonne. Abkühlung im nahen Bach. Streifzüge durch die Gegend. Ausflüge nach Granada und die umliegenden Orte. Am Freak-Markt ein paar neue Klamotten kaufen. Viel Lachen. Viel Trinken. Viel Rauchen (damals noch). S., die mir spät nachts, als ich pinkeln gehen musste, rät: Pass immer gut auf! Wenn du zwei Wege siehst, nimm einfach immer den mittleren!

Was ich sagen wollte? Meine Freundin Angelika stellt aus. Nein, nicht in Spanien. In Köln. Vom 27. November bis am 8. Dezember 2009. Hingehen!

Zum Flyer: hier klicken für die Vorderseite.
Und hier für die Rückseite.

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… hat es gemerkt! Umfang ist nicht das Gleiche wie Durchmesser! Wozu sonst habe ich gestern eine Schieblehre erstanden, wenn nicht um den Schraubendurchmesser zu bestimmen? Okay, ich hätte den Umfang (=53 mm ) ganz einfach durch pi teilen können und wäre so auch auf 16mm gekommen, öukei, öukei …

Aber von einer eigenen Schieblehre habe ich doch schon so lange geträumt! Ihr versteht? Ich konnte einfach nicht widerstehen. (Böse Zungen haben schon behauptet, dass ich Baumärkte des Personals wegen aufsuche … tsetse.)

Tatsache ist, das ich einen großen Teil meiner freien Kinderzeit in der Werkstatt meines Vaters verbracht habe. Meine ersten Bohrlöcher entstanden ungefähr gleichzeitig, als ich das Alphabet lernte und meine ersten Bildergeschichten schrieb. Baumarkt-Sentimentalität also?

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(… so muss es natürlich heißen!)

Wenn wir schon dabei sind, gleich noch ein bisschen mehr sentiment!  Graue Herbsttage samt Regen machen wohl einfach so.
Ein Trip mit Californication dagegen ist wie eine warme Sommerbrise …

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[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=LG1e4hHrsSI]

Schraube locker

Es war einmal ein Crosstrainer. Der lebte zwar glücklich und wurde von seiner Halterin Sofasophia hochgeschätzt, doch es fehlte ihm zum vollkommenen Glück eine sehr wichtige Schraube. So kann es gehen im Leben. Dass ein derartiger Mangel nicht ganz unerheblich ist, kann sich Leserin und Leser gewiss denken.

Weil Sofasophia gut für ihn sorgte, machte sie sich auf die Suche nach Ersatz für das ausgeleierte Teil und wurde alsbald jenseits der Grenze fündig. Die neue Schraube erfüllt ihre Aufgabe gut, hat aber nicht ganz die perfekten Maße. Dennoch konnte nun der treue Crosstrainer wieder rund laufen und seiner Halterin dabei helfen, ihren enormen Bewegungsdrang auszuleben. Noch joggt sie zwar fast täglich draußen, doch schon bald wird es nach Feierabend zu dunkel sein für ihre geliebten Waldrunden. *snieff*

Wie gerne würde sie ihrem Crosstrainer zu einer perfekt passenden neuen Schraube verhelfen! Auch er soll schließlich glücklich sein!

Wer weiß Rat?

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bin reich

Wer angefangen hat und wie, weiß ich nicht mehr. Plötzlich sind wir jedenfalls bei den Microfiches gelandet, mit denen wir uns in einem unserer früheren Leben abgemüht haben. Genau! Jetzt weiß ich es wieder! Wir sind über das Thema Recherchieren dort gelandet, G. und ich. Heute Vormittag in der Pause war das. Wie spannend doch Recherchieren früher war! Bücher schleppen. Buchstaub schnuppern. Lesen. Blättern. Suchen. Richtiges Suchen meine ich. Sich dazu Notizen machen. Richtiges Papier beschreiben.

Heute beantworten Wiki und Google alle unsere Fragen. Mögen sie noch so dumm sein. Und mögen die Antworten nun wahr sein oder nicht. G. und ich lachten über unsre damaligen Berührungsängste vor dem PC. Und darüber, wie wir sie eines Tages überwunden hatten. Wir grinsten über Floppydisketten, die heute kaum ein PC mehr lesen kann. Und wir lästerten über den Segen des schnellen Lebens und die Machbarkeit. Und darüber, wie selbstverständlich uns die virtuelle Welt doch geworden ist!

Als ich ein paar Stunden später in der Marktgasse im Migros-do-it-Baumarkt eine Schieblehre kaufen wollte, hätte ich sie mir einmal mehr gewünscht, jene googlsche Suchfunktion und Finden-Fähigkeit der virtuellen Scheinwelt. Aber nur ganz kurz, denn sie hätte mir das kurze Gespräch mit dem süßen Verkäufer verunmöglicht, der mir alle drei vorrätigen Schieblehren mit großem Geschick vorführte und mir ihre Vor- und Nachteile ausführlich erklärte. Ich machte auf Banausin. Gut, dass ich kein Computer bin. So tun als ob können die nämlich nicht.

Später betrat ich eine von Berns anarchistischen Zonen. Nein, ich war nicht in der Reitschule, ich war im dritten Stock des Kaufhauses Loeb und  erstand zur Geburt des inzwischen bereits dreieinhalb Wochen alten Little-B. ein paar bunte Nuschelis (wie wohl diese Dinger hochdeutsch heißen?). Wusste gar nicht, dass es da so große Auswahl gibt.

Auf allen anderen Loeb-Verkaufsetagen herrscht sterile Ordnung, doch hier pulsiert das pure Leben. Maaama!, ruft der Dreikäsehoch von der Ecke hinten links. Eine andere Mutter hat derweilen zwanzig Faserpelz-Jäckchen auf dem Boden ausgebreitet, die ihre rosa Prinzessin anprobieren soll. Und da drüben rennen zwei Kerlchen um die Wette. Allüberall Frauen, die fachsimpeln.

Ein großes Kaufhaus, viele kleine KönigInnenreiche. Die ganze Welt auf ein paar Quadratmetern. Mini-Universum.

Wie sehr ich mich zusammenreißen musste, nicht in den untersten Stock zu gehen! Nein, keine Bücher heute! Ich habe heute schon genug Geld ausgegeben. Zum Beispiel für die schönen Stiefel, die sich mir in den Weg gestellt haben. Wie eine meiner vielen Geschichten, die auf einmal da ist, standen sie plötzlich vor mir. Gesucht hatte ich sie nicht. Aber gefunden. Oder sie mich? Siehe oben > Suchfunktion und so. Sie sitzen wie eine zweite Haut. Wer kann da schon widerstehen?

Wo gestern noch einundzwanzig Stutz auf dem Lohnkonto waren, ist heute wieder ganz viel Kohle zum verheizen! Heute bin ich wieder wer! Heute ist Zahltag! Jippie! Geld haben ist kuhl. Und Geld ausgeben auch. Wozu sonst ist das Zöix denn da? 😉

lürischer Wochenmitter I

Will tanzen

sagt das gelbe D
nicht im Wort drin
steckenbleiben
will selber stehen
neben dir
und dir
und dir
neben der Reihe
abseits der Rolle
außerhalb der Falle

dekliniere!
konjugiere!
kompariere!
rufen sie
Nomen
Verben
Adjektive
ringelreihern kichernd
im Kreis
singen ich-du-er-sie-es
werden Sätze
lassen sich los
lösen sich auf
endlos
neu

© by Sofasophia (dm)

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unfertig

hier blau
dort rot
da gelb
darüber Pinselreinigergeruch
weiß nicht
auch kein schwarz
blau küsst rot
zwinkern nun violett zusammen
gelb kitzelt blau
die beiden grünen ein bisschen
während rot mit gelb
als Orange über die Palette
kugelt
mäandrierender Finger
– der mittlere –
mittendrin
nicht braun geworden
obwohl er alle Farben fand

© by Sofasophia (dm)

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WANDLUNG

sanft hineingezogen
in den mächtigen fluss
gleichsam darin aufgehoben
nichts mehr anstrebend und
der faserlosen fülle
gänzlich
hin gegeben

© by Rébecca K.


eingetaucht

So genial lesen können möchte ich. Als Zuhörerin vergisst du ganz, dass du auf einem Stuhl inmitten von Leuten sitzest. Die Bilder, die auftauchen, nehmen dich an der Hand, lassen dich eintauchen, lassen dich mitschwimmen, lassen dich Teil der Geschichte sein.

Erstens kann er gut schreiben und zweitens kann er gut lesen, der Peter Stamm. Echt wahr.

Sein knapper, dichter Stil dockt bei mir unmittelbar auf der Sinnesebene an. Er wolle mit seiner Art zu schreiben die Lesenden vergessen lassen, dass sie lesen, habe ich mal aufgepickt. Oder so ähnlich jedenfalls. Und genau das gelingt ihm. Finde ich. Habe ja inzwischen fast alles von ihm gelesen, denn ich bin von seinem Schreibhandwerk begeistert. Doch sprechen mich natürlich auch die Geschichten selbst an.

Obwohl ich das Buch „Sieben Jahre“ ja bereits gelesen habe, kam bei mir während seiner dreiviertelstündigen Lesung, die aus drei Passagen bestand, keine Sekunde Langeweile auf. Im Anschluss daran beantwortete er Fragen. Ganz natürlich erzählte er von seinen Gedanken vor und während des Schreibprozesses und gestand sogar, dass er das Ende einer Geschichte, wenn er sie zu schreiben anfange, noch nicht kenne. Wohltuend!

Mein Dienstagmorgen-Kater hat aber definitiv nichts mit Peter Stamms Lesung zu tun. Da sind meine Freundinnen M. und R. und ich ganz selber dran schuld.

Nachtfalter

Vorankündigung

„In der Reihe AnthoKuss veröffentlicht der WortKuss Verlag Anthologien zu wechselnden Themen und Genres. Auch Lyrik findet hier ihren Platz. Derzeit steht der Verlag im Gespräch mit mehreren Einzelautoren und Autorengruppen, die an einer Veröffentlichung ihrer Werke interessiert sind. Den Auftakt macht im November 2009 das Anthologieforum, eine Gruppe engagierter Autoren aus vier Ländern, mit der Anthologie Nachtfalter und andere Kreaturen der Dunkelheit.“

>>> Warum das hier steht?
Ist Werbung in eigener Sache,  denn da hat es zwei Geschichten von mir drin …
Und auch sonst einen Haufen guter Texte! <<<

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PS: … auf obigem Link unter Autoren könnt ihr mich besuchen …

angeleint

dahinter
darunter
versteckt
verdeckt
unsichtbar
undichtbar
angeleint zwischen Buchstabe und Buchstabe
jene Worte die ohne Worte weben
verwandeln stattdessen
Farben
Düfte
Töne
immer
jetzt
immer
anders
immer
vorläufig

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Bin heute Morgen mit diesen Worten erwacht. Ob der Wecker sie mir zugeflüstert hat?

Und endlich kam mein Notizblock wieder mal zum Einsatz! Eine Woche lang hatte er Pause. Wie mein Kugelschreiber vor Freude darüber hüpfte, wieder kritzeln zu dürfen! Ich konnte ihn kaum zähmen und festhalten. Und der Block erst! Räkelte sich elegant – was sag ich da? – anmutig, zierte sich gar ein bisschen. Doch dann ließ er sich doch dazu herab, sich von meinem Kugelschreiber kitzeln und bemalen zu lassen. Bodypainting irgendwie. Buchstaben nur. Buchstaben nur? Purzelnde Gesellen, die sich zu einem kleinen Poem verbinden, über das Papier tanzen, sich mit mir zusammen über mich und das Leben lustig machen und einfach da sind. Beneidenswerte Gestalten!

Ganz viele von ihnen werde ich heute Abend im Stauffacher hören. Peter Stamm liest aus „Sieben Jahre“ vor, M. und ich hören zu. Ich freue mich.