Das Knistern in den Sternen

Ein wunderbares Buch! Der Islander Jón Kalman Stefánsson verwebt die Geschichten von Menschen dreier Generationen zu einem dichten Bild. Ein ruhiges und doch aufwühlendes Buch. Geschrieben in einer wunderbar poetischen Sprache, die unter die Haut geht.

17

Schönes Wort: Sinn; und schön, es sich laut vorzusagen, während die Erde ziellos durch den Weltraum schiesst. Vielleicht ist es das schönste Wort der Sprache, wenn man „Komm her“ einmal ausnimmt.

Sinn murmelt man vor sich hin, komm her! Und dann ist es, als ob einem jemand ein Seil zuwirft. Ich halte das eingebildete Ende fest, und die Erde saust weiter. Der Himmel wird dunkel um uns, es ist Abend; er hellt sich auf und wird schliesslich blau, dann ist es Tag.

(…)

Sterne blinken, Hunde kläffen, ich erzähle diese Geshcichte, es ist immer dasselbe. Man sucht nach dem Ursprung und erzählt zwischenzeitlich Geschichten, wahrscheinlich, um zu vergessen, dass es keinen Himmel gibt. Keinen Anfang und kein Ende, lediglich Bewegung und unendliche Ferne, das ist alles.

(…)

Sinn, Komm, Himmel.

Gute Lektüre!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert