wozu soll ich …

… sollen wollen?
oder
Wozu soll ich wollen sollen?

Noch so ein Satz, der faul bei mir rumhängt und nachgelesen werden will …

Eigentlich könnte ich mit all den bei mir rumliegenden Sätzen ein Buch schreiben! Dada. Oder endlich mein Kurzgeschichten-Manuskript „Unter dem Teppich“ entstauben. Oder „Loch im Eis“ fertig überarbeiten. Und einen Verlag suchen. Ich könnte mir eigentlich endlich mal Ziele setzen. Und vor allem dies: mich mit dem Gedanken, Ziele zu verfolgen, anfreunden.

Doch, sagt mir bitte eins: Wozu soll ich wollen sollen? Wozu überhaupt sollen? Und was ich wohl hier über das Leben gedacht habe?

Nachlese

Würde ich wissen wollen, ob …

Wa wa wa wa oda wi wa, wa wa wi?
(= War wahr, was wahr war oder wird wahr, was wahr wird?)

Straßen und Geschichten haben eins gemeinsam: Sie werden, wenn wir gehen … Oder waren sie vielleicht schon immer?

Würde ich wissen wollen, dass …

Wie Hoku und Po-Kuss sich kennenlernten … (Synergien nutzen und so!)

Zehn Methoden, die Nachttischlampe auszumachen …
(> Fortsetzung folgt?)

Es gibt keine Wahl zwischen richtig und falsch, nur zwischen richtig und ebenfalls richtig. Was Auswählen nicht einfacher macht.

(SofaSophierereien – gefischt aus S‘. und J.s Zauberkessel; © just here)

zu verschenken

Nein, ich werde nicht fragen, wie lange er bleiben wird. Diesmal nicht. Und ich werde mir diesmal nicht schon beim Sonntagsbrunch die Laune verderben lassen, wenn ich an den bevorstehenden Abschied denke. Ich werde ihn ziehen lassen, wenn es Sonntagabend ist. Und ich werde bis dahin jede Minute genießen.

Musst du morgen eigentlich arbeiten?, fragt J. Auf dem Sofa ist es Sonntagmittag und ich sehe Schalk in den Augen meines Lieblingsmenschen.

Öhm, eigentlich schon … Wieso fragst du?

Oooch … weißt du, ich habe diesmal länger frei  … Überraschung! Ich könnte bis Dienstagfrüh bleiben …

Na ja, aufgeschoben ist zwar nicht aufgehoben, doch gegen solcherlei Verlängerungen habe ich nix einzuwenden! Und da ich ja noch Überzeit habe und einen lieben Scheff … 🙂

Ich werde nie mehr fragen, wie lange er bleiben wird! Ich mag Überraschungen!

Verrücktes Leben

Meine Freundin L. schreibt:

„Ich habe gehört, dass eine verpuppte Raupe, die sich später zum Schmetterling wandelt, sich in der Puppe drin total auflöst, quasi in Flüssigkeit verwandelt, bevor sie sich dann neu zusammensetzt und zum Schmetterling wird. Ist das nicht absolut undenkbar und verrückt?“

Meine Freundin K. schreibt:

„Könnte denn das Sich-Fremdfühlen auch ein Sich-Neufühlen sein? Innere und äußere Strukturen sind wandelbar …“

Meine Freundin U. schreibt:

„Schreibkrampf, Schreibkampf, Schreibleere – wieso sollte der Topf immer gefüllt sein? Wieso glauben die Menschen an ewiges Wachstum, wenn doch nichts in dieser Welt ewig wächst?“

Ich schreibe nur dies:

Kompost …!

… und freue mich, so wunderbare Freundinnen zu haben. Und dass J. schon bald kommt. 😉

ungefähr so

schrill habe ich mich heute Morgen im Büro gefühlt …

Am Nachmittag fuhr ich in ein spezielles Secondhand-Haus für Büromöbel – hochwertige Qualität allerdings – , um endlich das leide Thema „neue Schreibtische“, das meine Kolleginnen und mein Scheff seit Wochen wälzen, vom alten Tisch auf den neuen zu wischen. Ethischen Skrupeln zum Trotz – das haben Hilfswerkmitarbeitende wohl im Blut? –  soll nun endlich alles anders werden.

Die Tage meines uralten Brocki-Schreibtischs sind gezählt. Wie habe ich doch neulich behauptet? Alles ist Müll?

Q.E.D! Was zu beweisen war.

taumeln

Was ist ein gutes Bild? Wenn es unser Auge, das nach Harmonie dürstet, befriedigt? Oder unsere Sehnsucht nach Perfektionismus? Ist es nicht oft genau das Unvollkommene, das Schräge und Bizarre, das uns, ins Bild gerückt, anspricht? Wenn wir es denn wagen, bekanntes aus einer neuen Perspektive zu  betrachten. J. entzerrt Bilder. Aha.
Weißt du, so lassen sich Perspektiven verändern
, sagte er. Was doch ein gutes Bildbearbeitungsprogramm alles kann!

Kann ich das auch? Schaffe ich es, in meinem Leben immer mal wieder, meine eigene Perspektive zu entzerren?

Die letzten Tage habe ich mich mal wieder ins Hamsterrad eines ausgewachsenen Sinnlosigkeitskollers hinein getrampelt. Das volle Programm samt Selbstzweifeln. Light-Version zum Glück diesmal, doch nicht minder happig, schmerzhaft und sinnlos. Bereits überwunden? Na ja, wir sollen ja nicht den Tag vor dem Abend – und der Abendstraße – loben, dennoch hoffe ich es.

Mein Innendrin-Monster, auch Dark genannt, hatte mich mal wieder, und wie immer ohne jegliche Vorankündigung, am Wickel gepackt und mir den Spiegel hingehalten. Hinschauen. Ganz genau. Das gute Bild sehen solle ich. Jenes Bild von mir, dass sich mir aus einer entzerrten Perspektive zeigt.

Tja, vielleicht macht ja genau der Blick aus neuen, ungewohnten Blickwinkeln, der Blick auf unvollkommene Details ein Leben lebenswert?