Yhprums Law

Tja. So kann es einer also gehen, die schreiben will. Da wollte ich also von Mister Murphys heutigem Urlaub schwärmen. Dass er zurzeit nicht hier ist. Wollte schreiben, was ich heute wiederentdeckt habe. Dass immer auch das Gegenteil wahr ist! Genauso wahr wie Murphys Law.

Doch was muss ich da im Großen Netz entdecken? Das Gegenteil ist nicht nur auch wahr, es ist sogar bereits benannt. Nix also von Sofasophias Law! Yhprums Law! Was ein Ananym von Murphys Law ist. Nach Wiki lautet dieses Gesetz vereinfacht so: „Alles, was funktionieren kann, wird auch funktionieren.“ Genau diese Worte hatte ich mir zurechtgelegt!

Das fallende Brot kann also nach Yhprum – sogar ohne Katze! – auf der Brot- statt auf der Marmeladenseite landen. Bitte nicht ausprobieren! Tierschutz und so. Richard Zeckhauser, Professor für politische Ökonomie an der Harvard University, ergänzt: „Systeme, die nicht funktionieren sollten, tun es manchmal doch.“ (beides: Wikipedia). Kann ich bestätigen. In beiderlei Richtung. Ausnahmen und ihre Regeln. Ihr wisst schon.

Wo es nun das Umkehrgesetz bereits gibt, muss ich es also nicht neu erfinden. Leider nicht. Doch worüber schreibe ich denn heute? Wie wäre es mit der These, dass es nicht stimmt, was über die sich selbsterfüllenden Prophezeiungen gesagt wird*?

Denn wäre dieses Gerede wahr, wäre die heutige, von mir organisierte Weiterbildung eine einzige Katastrophe gewesen. Bei all diesen Alpträumen, die ich hatte! Ich wäre zu spät am Treffpunkt gewesen. Falls ich überhaupt erwacht wäre. Die Kursleiterin, die ich abholen sollte, hätte ebenfalls verschlafen. Doppelter Worstcase. Oder dann wäre mir zumindest, will heißen meinem Sternchen natürlich, unterwegs das Benzin ausgegangen. Mitten auf der Autobahn nach Thun. Und wir wären zu spät da gewesen. Alle Kolleginnen und Kollegen, neunzehn an der Zahl, hätten gemurrt. Der ganze Kurs wäre bloß mittelmäßig gewesen. Oder gar sterbenslangweilig. Undundund. (*Ausnahme der Regel oder Antithese?)

Nicht von alledem! Ich war natürlich genau rechtzeitig in der Länggasse. Und ich fand natürlich sofort einen Parkplatz. Und die Kursleiterin war natürlich ebenfalls püntlich. Das Benzin reichte, der Kurs war genial und das Mittagessen beim Inder göttlich. Besser gesagt shivanisch, kalisch oder shaktisch. Einziger Stressfaktor: Als ich kurz auf dem Klo war, plünderte ein Arbeitskollege schnell mein Spesen-Portemonnaie, das er hüten sollte und aus dem ich das Essen für alle zu bezahlen gedachte. Als die Rechnung kam, waren nur noch zweihundert Franken im Beutel. Großer Schock! Wir haben Diebe unter uns! Wer war es? Erleichtertes Lachen mit Adrenalin bis in die Zehenspitzen als der diebische Kollege mir das Geld über den Tisch zurückschob, das er temporär – unter den Blicken einiger Mitwissender! – geklaut hatte.

Ein Seminar über den Umgang mit Zeit, Stress, Pflichten und das Planen … Klingt ja furztrocken! Forget it! Mit praktischen Beispielen, Selbsteinschätzungstests, interaktiven Übungen, anregenden Gruppengesprächen, Fragebögen und ein paar Plenumssequenzen gab uns A., unsere externe Kursleiterin, handfeste Tipps für den Alltag mit auf den Weg. Werkzeug, das wir anwenden, Wissen, das wir umsetzen können.

Ach ja, und so viel gelacht bei der Arbeit wie heute habe ich schon lange nicht mehr! Ob Murphy trotzdem recht hat?

Für die Neugierigen unter uns noch n bisschen Theorie zu Mr Murphy:

„Dem Autor Ulf Heuner zufolge hat Murphys Gesetz dagegen weder etwas mit Entropie noch mit Zufall oder Wahrscheinlichkeit zu tun, sondern mit Notwendigkeit. Er führt als Beispiel an, dass, wenn ein altes, zerfallenes Haus irgendwann einstürze, dies zwar dem Gesetz der Entropie, aber nicht Murphys Gesetz gemäß geschehe. Stürzt ein Haus aber gleich nach Erbauung ein, dann sei wohl etwas schiefgegangen. Das Paradoxe an Murphys Gesetz sei, dass für Dinge, die schiefgehen, einerseits immer Menschen in irgendeiner Weise verantwortlich seien, andererseits aber bestimmte Faktoren, die nicht in der Macht einzelner Menschen stehen, mit dafür sorgen, dass etwas irgendwann (notwendig) schiefgeht. Als solche Faktoren macht er z. B. die unkontrollierbaren Handlungen der Mitmenschen aus, unbewusste Sabotageakte unseres Gehirns, den eigenen, unbändigen Willen unseres Körpers oder die berühmte Tücke des Objekts. Unter Umständen könnten auch alle Faktoren zusammen die ‚Katastrophe‘ herbeiführen.“

(Quelle: Wikipedia)