King For A Day? Bobby Conn lässt grüßen.
Heute Vormittag fuhr ich mit der hehren Absicht ins Büro, in der Pause kurz in die nahe Bäckerei zu radeln und einen Dreikönigskuchen für unser heutiges kleines Büroteam zu holen. Kaum angelangt, offenbart unser aller Scheff uns, dass er in der Pause in die Bäckerei gehe um einen Kuchen zu holen. Soll er doch, denke ich, so habe ich mehr Zeit zum … Na, ihr wisst schon. Adressen updaten. Muss ja auch mal sein.
Später schließlich Pause. Kollegin A., die letztes Jahr Königin war, weil sie sich zielsicher auf das von mir angepeilte Stück, in dem ich den König wusste, ahnte, dachte, gestürzt hatte, ließ uns andern heute den Vortritt.
Bildquelle: http://gesalzen-gepfeffert.ch/schweiz_02.html
Kollegin M., die keinerlei Ambitionen hatte, erwischte prompt ein königloses Stück. Ich liebäugelte mit einem Stück auf der mir abgewandten Seite. Ja, da ist bestimmt der König drin! Bestimmt. Ich wusste es. Wie letztes Jahr.
Und, was tue ich? Ich nehme ein anderes Stück. Natürlich. Nach mir nimmt der Scheff das Mittelstück, verzichtet so zwar auf den potentiellen König, aber bekommt dafür am meisten Kuchen ab. Und was tut Kollegin A.? Ja, sie nimmt „mein“ verschmähtes Stück. Und wird wieder Königin.
Was sagt das über mich aus?, kritzle ich nach der Pause schnell auf ein Post-it, bevor ich weiter Adressen update. Wissen, wo der König ist, ihn aber nicht nehmen.
Für eine Antwort hat es nicht gereicht. Antworten und kluge Gedanken verdunsten eh alle im Laufe des Tages. Werden von den Wellen des Tages hinweg gespült und gehen zu Grunde. Da liegen sie dann und gammeln vor sich hin. Die einen werden womöglich zu Perlen und geraten vielleicht sogar eines Tages in die Hände einer Schatzsucherin.
Mag sein, dass ich auch schon Perlen anderer ans Licht geholt und sichtbar gemacht habe.
Alles nur Recycling …

Typisch Mann. Das größte Stück ist eindeutig als größtes Stück zu identifizieren, wohingegen die Wahrscheinlichkeit für jedes Stück gleich groß ist, dass der König sich drin befindet – ämm, vielleicht ist sie sogar beim größten Stück am größten?
Mal ehrlich: hattest du dein Stück nicht auch im Verdacht, dass der König drin ist?
Die Königskuchensitte kenne ich gar nicht. Warum sind da nicht gleich drei Könige drin?
Fragen über Fragen
oh, das kennst du nicht? guck mal hier.
schon in seiner frühestens kindheit lernen wir schweizerInnen, dass der bäcker oder die bäckerin das königsding nie, aber auch wirklich nienie, ins mittlere teil tut. auch mein scheff wusste das. thatswhy!
und nein, es hat immer nur ein königsding drin … weil … es gibt ja auch nur eine krone. aber eigentlich, wenn ich es mir so recht überlege, müssten es zwei weiße und ein schwarzer könig sein … hm.
und nein, bei meinem stück dachte ich, dass es königfrei ist. ich weiß auch nicht. ich wusste es einfach.
antworten über antworten …
Oke, nun kann ich mir das vorstellen. Die Wahrscheinlichkeiten sind also nicht größenabhängig und der Scheff hat das getan, was jeder von uns einfach gestrickten Männern getan hätte: das größte Stück gewählt. Dann hat man A: am meisten Kuchen und B: die gleiche Chance wie alle anderen auf den König.
Schlau wäre gewesen, Dich zu fragen, wo der König drin ist. Oder Kollegin A. Denn Ihr wusstet das.
Spekulationen über Spekulationen.
zu B: die gleiche chance? du meinst, weil er ja eh noch ein weiteres stück nimmt? ja, und das hat er tatsächlich. die hälfte von meinem zweiten königlosen. aber dummerweise erst nach kollegin a.s königinnenkrönung 🙂
hm, dein schlauer tipp ist wirklich schlau. ich habe es allerdings niemandem verraten, dass ich wusste, wo …
hach, warum bloß … gleich noch eine spekulation mehr!
das habe ich auch erst letztes Jahr kennen gelernt, wieder so etwas was wir Deutschen nicht kennen, ich sdags ja: ich will Schweizerin sein gackerlach…
und wieso du das Stück nicht genommen hast… was bitteschön will denn eine Kaiserin mit einem Plastikkönig? ;o)
ausserdem muss ich jetzt mal Irgendlink recht geben, wenn schon, dann drei… nix wie Fusch
und wech
„Wissen, wo der König ist, ihn aber nicht nehmen.“
Das finde ich auch im übertragenen Sinne sehr schön! Gibt bestimmt genügend Gelegenheiten, wo dies zutreffend ist.
..grüßt dich Monika herzlich