Du meinst also, du weißt, wie ich ticke. Schließlich bist du Stammleserin, Stammleser. Stimmt’s?
Du kennst mich
a.) sogar persönlich
c.) zwar nicht direkt persönlich, aber dafür meine Schreibe.
Jedenfalls glaubst du zu wissen, wer ich bin. Dein Bild ist gemacht. Du denkst: Sofasophia ist so, denkt so, macht so … möglicherweise liegst du mit der einen oder anderen Annahme sogar goldrichtig.
Aber …
Und ich? Ich meine, zu wissen, wie du tickst. Ich kenne schließlich dein Blog/deine Mails/dich schon lange. Ich habe dich
a.) zwar noch nicht
b.) sogar schon einmal
c.) schon oft persönlich getroffen.
Jedenfalls glaube ich zu wissen, wer du bist. Mein Bild von dir ist gemacht. Ich denke, XY ist so, denkt so, macht so und möglicherweise liege ich mit dem einen oder anderen Gedanken sogar goldrichtig.
Aber …
… was wir voneinander sehen, sind Ausschnittchen. Selbstdarstellung kleiner Ausschnitte meiner Welt, deiner Welt. Von dir ausgewählt, von mir rausgepickt. Rosinen. Misthaufen. Zurecht geschönt, zurecht geschlimmt. Zoom. Das Spiegelbild im Spiegelbild im Spiegelbild. Immer kleiner und kleiner wird es, je genauer wir hinschauen. Immer unklarer, unschärfer.
Selbst wenn ich alle deine Blogtexte, alle deine Bilder, alle deine Mails oder alle unsere Gespräche verinnerlicht hätte, sie immer und immer wieder gelesen und betrachtet und erforscht hätte, oder du meine Schreibe, meine Bilder oder meine Aussagen bis ins Detail studiert hättest – wer ich bin, kannst du nur ahnen, wer du bist, kann ich nur ahnen. Eine Illusion, jemanden wirklich verstehen zu wollen, ganz verstehen zu können.
Ich will dich immer wieder überraschen. Und
ich will mich von dir immer wieder überraschen lassen.
Ich will dir und mir Raum geben für Veränderungen.
Ich will querdenken und rückwärtstaumeln dürfen, aber
ich will mir auch erlauben, für einmal ohne Umwege von A nach B zu gehen und Ziele erreichen zu können.
Ich will mir erlauben, es mir grundlos gut gehen zu lassen.
Ich will meine Prinzipien, falls ich denn welche habe, immer mal wieder fallen lassen und ihnen untreu werden, wenn es der Sache dient, der Entwicklung meines Lebens.
Ich will mich immer wieder neu begreifen und vor allem
will ich mir immer in die Augen schauen können.
Welch ein schöner Text und welch herrliche Gedanken!
Ich glaube ja sogar ganz oft, dass es eine Illusion sei, zu denken, man würde sich selber richtig gut kennen… 😉
Ganz liebe Grüße von einer Stammleserin, die dich sogar schon einmal persönlich kennen lernen durfte! 🙂
Ich wünsche dir einen schönen Tag und ein super schönes Wochenende,
Andrea
danke, gleichfalls und die ehre ist ganz meinerseits.
und, ähm, ja, wer bin ich denn eigentlich? weiss ich das wirklich so genau?
Nein, ich denke, wir kennen uns selbst auch nicht. Sich ein Bild von anderen machen, mag sein, doch wird es nie ganz stimmig sein.Schon gar nicht durch Texte im Blog oder nur durch Geschriebenes. Auch nach 23 Jahren Ehe behaupte ich, dass ich meinen Exmann nicht wirklich kannte.
Ich finde es wunderbar, nicht vorhersagbar zu sein, (das ist mir ein Graus) möchte noch überraschen können – möglichst positiv. ;-)Beim Schreiben ist es ebenso. Da entstehen Texte oder Zeilen, die sich ähneln oder wir denken, es sei typisch für uns. Doch manchmal darf es auch etwas neues, ganz anderes sein. Ich wünschte mir, das ginge auch in der Gefühlswelt so. Ganz neu empfinden, Dinge auf andere Art und Weise erleben und alte Muster hinter mir lassen…
Hab ein feines Wochenende!
..grüßt dich Monika