dazwischen

Während mein Liebster grad eben an den unsichtbaren und feinen Dingen arbeitet und darüber bloggt und dabei die gedruckten Bücher anderer Bloggender erwähnt, klettere ich am Büchergestell herum und staple fixfertig gedruckte Bücher auf den Tisch. Auch ein paar handsignierte sind dabei. Bücher von Menschen, die ich persönlich kenne. Von Menschen, die den Mut hatten, ihre Manuskripte sichtbar zu machen. Von Menschen, die Verlage fanden. Von Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben …

Und wann wird DEIN Printblog erscheinen?, smste Irgendlink heute.
Wer würde den schon lesen wollen?, schrieb ich zurück.

Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Krö… , denke ich beim Sortieren der Bücher. Eine große Tasche steht hungrig für die aussortierten Bücher bereit. Bücher fürs Brocki oder für die Bücherborde meiner FreundInnen, ArbeitskollegInnen oder sonst wie Interessierten. Dazu läuft iTunes auf dem Lap. Gazpacho mal wieder, die ich vor einem Jahr rauf und runter gehört habe, bis sie mir ein wenig verleidet sind.

Wie viele Bücher ich habe! Wie viele Geschichten! Die meisten gelesen, doch auch ein ganzes Tablar ungelesene haben sich im Laufe der Jahre bei mir eingefunden. Da und dort gekauft oder geschenkt erhalten und für später aufgehoben. Wie viele Buchstaben! Eigentlich ja immer die gleichen sechsundzwanzig, bloß immer wieder anders zusammengesetzt. Zu immer wieder neuen Choreographien versammelt. Und doch ist jede Geschichte längst erzählt. Wie Wasser, das wiederkehrt. Wie Kompost, der zu Erde wird, dann Frucht und wieder Kompost. Mist. Ewiger Kreislauf. Die Gedanken ebenfalls. Und das Spinnen auch. Denken und loslassen. Schlafen und wachen. Spirale, ewige.

Doch jetzt grad bin ich die Frau fürs Grobe. Zwischendurch fließen die Tränen, wenn mir das eine oder andere in die Finger kommt. Feine Tränen, die schmerzhafte Erinnerungen wandeln helfen. Wie Regen, der den trockenen Boden wässert und neues Leben möglich macht.

Während ich Kiste um Kiste fülle und dabei Musik höre, wird mir bewusst, wie reich ich bin. Nicht die Materie meine ich. All die Geschichten, die ich in mir trage.