Leere inmitten

Panik auf dem Hühnerhof. Hahn und Hennen kreischen und gackern so laut, dass ich es sogar im Haus drin höre und hinüber renne. Gestern war es, um elf oder zwölf.
Minus ein Huhn. Das Federvieh flattert aufgeregt um ein Häufchen Federn herum, das am Boden liegt. Vermutlich ein Habicht, sagt J. und sucht den ganzen großen Hühnerhof nach weiteren Spuren ab. Er findet nichts auffälliges und die Hühner beruhigen sich allmählich.
Eine Stunde später fahren wir los. An eine Ausstellung nach Mainz. Und QQlka treffen, einen lieben Freund meines Liebsten. Auch J.s Eltern sind unterwegs. Das einsame Gehöft liegt verlassen.
Heute Morgen erfahren wir, dass drei Hühner und der Hahn fehlen. Der Fuchs war da, sagt J.s Vater.
Hätten wir doch bloß …!, sagt J. zerknirscht und auch ich fühle mich mitverantwortlich.
Hätten wir …? Was?
Schnitt.
Ein Satz klingt nach: Mut zur Leere in der Mitte des Bildes. Gehört letzten Montag an der Vernissage zu einer Ausstellung von A. B. über dessen Stil. Nicht das, was wir normalerweise tun. Üblicherweise füllen wir schleunigst die Leere. Verdrängen, was sich nicht fassen lässt.
Wie gut da ein Loch in der Mauer tut.
Schnitt.
Mut …

Bild: iDogma-Art
Mit ProCamera fotografiert, mit WordFoto weiterbearbeitet und via Laptop hochgeladen.

0 Gedanken zu „Leere inmitten“

  1. ein KlasseBild!
    um die schönen hühner und besonders den Hahn tut es mir leid- ja… Hühner leben gefährdet, ich weiß noch wie es bei uns war, erst ein Mader, dann der Fuchs, es kann einem leid tun, das liebe Federvieh und doch zeigt sich hier nur ein: fressen und gefressen werden… seufz

  2. jaaa, danke fürs mitgefühl. andererseits wären „unsere“ hühner ja in der batterie und roland hahn im suppentopf oder am grillspiess gelandet. so lebten sie immerhin eine weile gut und schön … tja.
    das leben ist nicht ideal …
    ach und danke fürs kompliment. ist wirklich ne tolle app, das wordfoto-teilchen …

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