Schule schwänzen

*flüstermodusein*
Bitte nicht weitersagen: Ich habe heute geschwänzt. Nein. Falsch. Nicht geschwänzt. Ich war krank. Bin es noch. Ein wenig. So wenig, dass es sich eben schon ein bisschen nach Schwänzen anfühlt. Aber doch genug, um kein schlechtes Gewissen haben zu müssen.
*flüstermodusaus*

Schon gestern in der Schule fühlte ich mich fiebrig, am Abend – mit Irgendlink am Feuer – schlotterte ich unverhältnismäßig, trotz der doppelten Faserpelzschicht. Dann Halsweh. Ohrenweh. Nachts zwei Bettflaschen, doch noch immer schlotterte ich.
Hals- und Ohrenweh? Zu viel geredet, zu viel zugehört, klarer Fall. Die Schule saugt mir das Rückenmark aus den Knochen. Ich bin erschöpft und müde, obwohl ich erst vor drei Wochen Urlaub hatte. Die Umstellung auf eine so intensive Arbeit fällt mir nicht leicht.
Der Lärm, den ich hier schon früher erwähnte, ist es zum einen, der mir Energie abzieht, zum anderen aber sind es auch zwei meiner fünf Arbeitskolleginnen. Die eine mit ihrem Dauergeschwätz und die andere mit ihrer grenzenlosen Neugier.
Ebenso wie es einen Ekelpegel gibt, gibt es auch einen Stresspegel. Beide sind von Mensch zu Mensch grundsätzlich verschieden. Da ich kein normaler Mensch mit einer normalen Belastbarkeit bin – leider oder zum Glück kann ich selbst nicht so genau sagen – reagiere ich eben auf diese Situation auch nicht ganz normal.
Wenn ich meine eigenen Grenzen erreiche, wünsche ich mir manchmal, anders zu sein. Normal. Belastbar. Zäh. Okay, zäh bin ich schon irgendwie. Und stark auch. Aber eben anders zäh, anders stark.
Bei mir ist es wohl ein bisschen wie bei Y., einem meiner Fünftklässler. Er ist, würde ich sagen, eines dieser „Neuen Kinder“, über die so viel geredet und geschrieben wird, ein Träumer. Einer, der mit dem wachsenden Druck im Gymnasium nicht so ganz klar kommt. Die anderen hänseln ihn zuweilen, da er seine Unsicherheit nicht versteckt und mich immer gleich um Hilfe bittet, bevor er sich die zu lösende Aufgabe überhaupt angeguckt hat.
Ich kann das nicht!, sagt er, kaum hat er das Buch geöffnet. Da gibt es noch keine Coolness, noch keine Selbstschutzmechanismen. Ich habe mit seiner Mama geredet und ihr meine Beobachtungen mitgeteilt. Auch dass ich versuche, ihm dahingehend zu helfen, dass er mutiger wird und sich mehr zutraut. Er soll sich bleiben dürfen, aber sich schützen lernen.
Ist das nicht genau mein Thema? Tja, die Kinder sind meine LehrerInnen. Alle sind meine LehrerInnen. *seufz* Warum nur ist lernen oft so verd… anstrengend?
Ach, und noch dies: Auch das Yoga schwänze ich. Und das sogar ohne schlechtes Gewissen. Ein Tag allein mit mir ist einfach die beste Medizin der Welt für mich. Und wenn zwischendurch mein Lieblingsnachbar und -mensch ab und zu vorbei kommt, umso besser.

0 Kommentare zu „Schule schwänzen“

  1. mach ich morgen dann auch – gell fühlt sich so schon an, diese geschenkte zeit – und dann auch noch ein paar tage weg hier :o)
    freude gross

  2. Ach du, das tut mir leid, dass der Job dir so viel Energie entzieht! Und gute Besserung wünsche ich dir auch … und hätte da eine Bitte an dich, die du vielleicht an deinen Krankheitstagen mal überdenken/umsetzen könntest. (Natürlich nur, wenn du magst.)
    Ich bräuchte unbedingt eine Biografie für mein musikalisches Schaffen. Ich habe da auch schon was zusammengeschreibselt, aber irgendwie ist es so schwer, über sich selbst zu schreiben. Darf ich dir meine geistigen Ergüsse mal schicken und du schaust, ob du es mit deiner unverwechselbaren Schreibe besser, nein, gut machen kannst?
    Ich wünsche dir eine gute Nacht – schlaf dich gesund! :o)
    Liebste Grüße von Kati
    PS: Die CD ist fertig. Sie. Ist. Fertig. !!!

  3. jippie! sie. ist. fertig! was für eine synchronizität: wollte heute bei dir kommentieren: na, kommt die cd endlich … so in der art 🙂 liess es aber bleiben, denn gut ding folgt seinem eigenen takt und das ist eben gut so.
    ja, schick mir deine ergüsse. ich guck mal, was ich damit anfangen kann …
    auch dir gute nacht und danke für die guten wünsche
    herzlich, d.

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