Über die Bäume will ich schreiben – über das Leben der Wurzeln und Äste. Die Erde, die alles hervorbringt, erwähnen. Von Baumstammkraft erzählen, die wachsen lässt – in die Breite ebenso wie in die Höhe. Wie dankbar ich jedem einzelnen Baum dafür bin, dass er da ist! Bäume, ohne euch könnte ich nicht leben.
Und eines Tages werden sie gefällt. Nicht alle. Viele aber. Von Menschen, für Menschen. Für uns sterben sie, ohne sie wären wir längst erstickt. Doch auch nach dem Fallen leben sie weiter. Als Zeitungspapier ein paar Tage. Als Buchseite ein paar Jährchen oder mehr. Als Möbel gar länger als ein Menschenleben. Und als Feuerholz hoffentlich solange bis sie trocken sind.
Wärme und Holz. Holz und Wärme.
Grob gesägt liegt ihr da, ihr Holzstücke, an die Wand gestapelt. Menschen- und Baumkraft vereint. Mit der Säge werdet ihr nun ein weiteres Mal halbiert, damit ihr in den Ofen passt. Alsdann werdet ihr mit der Axt gespaltet. Zerteilt. In den Schubkarren gelegt. In die Kiste umgeschichtet. In die Wohnung getragen. Dankbar in die Glut gelegt.
Und jetzt? Letztes Aufbäumen. Finale. Asche.
Ich trage sie in den Garten zurück, wo alles wieder von vorne anfängt.
Dort ein Nussbaumsetzling, hier eine junge Eiche …
weißt du, ich hab‘ zu bäumen auch eine ganz besondere beziehung. ich bin mir sicher, sie speichern wissen. bitte lach‘ nicht. ich konnte noch nie einen alten baum ansehen, anfassen und denken, das da sei nur ein baum. dieses magische denken bzgl. bäume (einhörnen und meerjungfrauen) ist mir trotz meines berühmt-berüchtigten überkritischen verstandes einfach nie abhanden gekommen. und da ich gerade sehe, dass du bäume fühlst, wirklich siehst und fühlst, möchte ich dir ein bild zeigen, das ich in diesem herbst geschossen habe. es hat mich sehr berührt, als ich diesen baum entdeckte, denn es sah aus wie viele bäume, die sich einst, als sie angst hatten, eng aneinander gedrückt haben und dann zu einem zusammen gewachsen sind. schau‘ selbst:
Die Bäume im Baum
liebe sherry
ich bekomme gänsehaut: dieses bild ist so berührend. danke!
ja, dieses bäumefühlenkönnen hab ich – seit kind – nie verloren. zum glück. ähnlich gehts mir mit tieren und anderen pflanzen. und steinen. lach nicht! ich denke, fühle mich als teil des ganzen. alles ist nur da, weil alles andere auch da ist. das macht mich dankbar. schön, wenn ich höre, dass das andere auch so fühlen/wahrnehmen.
schön, dass du hier mitliest. danke für deine inputs!