Gute Medizin

Was tut mir gut? Was verleibe ich mir am liebsten ein, wenn ich Mut brauche? Mit was würze ich gerne – so eine Art Lebenswürze? Welches Getränk lässt mich heiter werden und was esse ich, wenn ich Nervenruh brauche? Was gibt mir im Winter Sommerfrische und was ist so eine Art Allheilmittel?,

fragt Cambra in ihrem Blog.
>> > Und ich? Was tut mir gut?
# Luisa Francias Bilder aus Portugal (luisa in alentejo – 30.11.2011 um 12:44:45) und der Hinweis darauf, dass ihr neues Jahreshoroskop 2012 bereits im Netz hängt (hier klicken).
# Wenn mein Liebster mir nach dem Erwachen den Rücken streichelt und massiert.
# Die Nachspürpausen zwischen zwei Yoga-Asanas. Sie sind genauso wichtig wie die Übungen selbst, denn ohne sie gibt’s Muskelkater.
# Die Erkenntnis, dass es ohne Pausen im Leben nicht vorwärts gehen kann.
>>> Was verleibe ich mir am liebsten ein? Was macht mir Mut?
# Schwarze Schokolade, die langsam auf der Zunge zergeht.
# Spaghetti – mit Gemüse- & Tomatensauce, mit Zitronen- & Peperonisauce, mit Pesto, mit Käse, nature …
# Joghurt – nature, mit Honig oder mit sauren Früchten (Zitrone, Orange, Sanddorn …).
# Tomaten in allen Variationen.
# Erd- und andere Beeren.
>>> Womit würze ich mein Leben?
# Mit Kreuzkümmel im Gemüse-Curry.
# Mit Dill zu Joghurt mit Zitronensaft an Gurkensalat.
# Mit Pfefferkörnern in einer Gemüsesauce.
# Mit Salz im richtigen Mass.
>>> Welche Getränke schenken mir heitere Gelassenheit?
# Tees, allen voran Yogitee, Ingwertee und Lavendel-Rosenblüten-Tee.
# Ein heißer Apfelsaft.
# Ab und zu eine heiße Schokolade, am liebsten nach einer Herbst- oder Winterwanderung. Aber wirklich richtig heiß muss sie sein!
# Ein dunkles Bier am Feierabend, am Feuer genossen (am liebsten ein Ittinger).
>>> Womit beruhige ich meine Nerven?
# Mit einer Herzumarmung eines lieben Menschen.
# Mit dem Sound von Patent Ochsner (waas? Die kennt ihr nicht? Hier gibt’s mehr …).
# Mit einem warmen Bad bei Kerzenlicht.
# Mit Baldriantropfen oder -dragées.
# Mit Lavendel- oder Hopfentee.
>>> Wo hole ich mir Sommerfrische?
# Im Blutorangensaft (je Winter desto mehr).
# Aus der Musik, die wir auf der Sommerferienreise oft gehört haben.
# Aus den extrahierten Düften des Sommers, zum Beispiel aus einem Heublumenbad …
# Aus den Beeren im Tiefkühlfach.
# Aus dem Marmeladenglas. Selbstgemachte Johannisbeeren schmecken göttlich nach Sommer!
# Aus einem Sommerkrimi.
>>> Was heilt mich, wann immer ich es brauche?
# Ein Gespräch mit einer lieben Freundin.
# Das Zusammensein mit lieben Menschen, allen voran mein Lieblingsmensch J..
# Alleine zu sein.
# Mein Laptop oder mein Notizbuch. Sie sind meine Werkezeuge, wenn ich mir alles, was weh tut, von der Seele schreiben will.
# MUSIK! Je nach Stimmung Rock, Indie, Experimental, World, Classic oder Folk.
# Tanzen …
# und so weiter …
Sollte ich, so wie das Cambra im erwähnten Artikel getan hat, ein Bild mit meinen Medizin-Dingen arrangieren, wüsste ich nicht, wo anfangen. Bin ich gar abhängig von all diesen Dingen, von so genannten Äußerlichkeiten, die mein Wohlbefinden unterstützen, frag ich mich. Und: Was wäre ich ohne dies alles?
Halt, halt, jetzt weiß ich, was ich auf meinen Medizintisch lege! Einen Papierbogen. Könnt ihr ihn vor euch sehen? Weiß. Groß. Und da drauf steht nur ein einziges Wort, das all die Dinge meint, die ich aufgezählt habe: DANKBARKEIT.

G***gle is watching you!

Noch ganz wirr von den seltsamen Träumen schlurfte ich heute Morgen in die Küche. Wie froh ich war, dass mich J. durch seine Aufstehgeräusche geweckt hatte.
Auf dem Tisch dieser Gutschein von irgendwo. Wenn Sie ein Fotobuch kaufen, schenken wir Ihnen fünf Euro, steht da. Gutscheine sind wie Hyperlinks, murmle ich in die dampfende Teetasse. Denke wieder an den Alptraum. Endlich war ich den Werbeversprechen von F***book erlegen und hatte mir einen Account zugelegt. Kaum dabei kam die erste Mail. Von einer Freundin, die nach Mexico ausgewandert ist. Die Freundin gibt’s wirklich und Mexico auch, so viel ich weiß. Ob sie noch da lebt?
Cool!, dachte ich im Traum, und innert Minuten standen alle, die mich früher angebettelt hatten, doch auch bei F***book mitzumachen, in der Warteschlange der möglichen FreundInnen. Verzaubert war ich, im Traum, und beglückt, endlich dazuzugehören. Eine trügerische, beinahe kitschige Verzücktheit erfüllte mich. Doch noch im Traum waren auf einmal die Zweifel da. Zuerst solche wie: wann soll ich all diese Mails beantworten, wo ich doch schon mit den ganzen normalen Mails im Rückstand bin? Dann solche: Ich brauche das nicht! Ich will das nicht!
Wie in einem Netz steckte ich auf einmal in diesem Traum fest. Netz? Internet! Ich war bei Freundinnen und Freunden in Bern und wir diskutierten Vor- und Nachteile desselben. Gute Sache, sich zu vernetzen, keine Frage! Virtualität ist ein Segen, auch das ist mir sonnenklar. Doch brauche ich, brauchen wir diese Socialnetworks wirklich? Wenn ja, wozu?
Gutscheine sind wie Hyperlinks, murmle ich wieder. Wir folgen einem Versprechen, weil wir ja den Gewinn, der uns in Aussicht gestellt wird, nicht ablehnen, nicht verlieren wollen. Aussicht auf Gewinn! Schon blinken Dollarzeichen in den Augen und wir klicken eine Seite an. Überraschung! Und von dort folgen wir der nächsten Spur.
Da und dort hüpfen wir herum. Da und dort konsumieren wir. Da und dort werden uns Dinge versprochen (und oft genug nicht gehalten). Und vor allem werden wir da und dort subtil weichgekocht und auf Konsumtauglichkeit getrimmt, bis wir uns eines Tages nicht mehr wirklich frei bewegen können. Ein Klick genügt und schon weiß Ama***on, was ich zuletzt angeschaut habe. Ama***on vergisst nie etwas. And G***gle is watching you.
Wie gut, dass ich rechtzeitig erwacht bin. Wer weiß, was ich sonst noch alles angestellt hätte in dieser anderen Welt!

aufgelesen

Was ist Wahrheit? Ist eine fiktive Geschichte, wie die eben im Film „Me too – Yo también“ gesehene deshalb unwahr, weil sie nicht eine Lebensgeschichte zeigt, die sich wirklich in allen Details genau so wie gezeigt ereignet hat? Angelehnt sei die Geschichte, nur angelehnt an die Lebensgeschichte der Hauptfigur. Und die Hauptrolle spielt dieser Mann gleich selbst. Ein Mann, der über sich selbst sagt:

Es ist keine Krankheit! Es ist eine Kondition, ein Zustand. So wie der eine blond ist, habe ich eben das Down-Syndrom.

Quelle: Die Presse.com, 17. Juli 2010: Pablo Pineda: „Ich bin nicht krank!“
Als Psychologe mit Universitätsabschluss weiß er, wovon er redet, wenn er gegen die Gleichmachung einer Gesellschaft spricht, zugleich sich aber für die Gleichstellung aller einsetzt.

Aber nicht aus moralischen Gründen, sondern aus Gründen der Erfahrung. Es sind harte Erfahrungen, aber extrem bereichernde, die man durch eine Abtreibung eines behinderten Kindes niemals erleben würde. Eltern mit Kindern, die „anders“ sind, verbessern sich auch als Eltern. Sie werden toleranter und solidarischer. Das ist doch eine Chance, die man nützen sollte. Die Auswahl des Kindes à la carte ist nicht gut. Denn schlussendlich wählen wir das Perfekte. Und wenn dann alle gleich sind, sind wir um vieles ärmer. Auch Blumen sind verschieden, und alle sind schön. Der Drang zur sozialen Homogenisierung ist ein Übel der Gesellschaft. Wenn alle gleich denken, gleich aussehen, alle „uniform“ sind, dann ist das Faschismus.

Quelle: Die Welt Online, 10. Juni 2009: Pablo Pineda: „Und wenn dann alle gleich sind, sind wir um vieles ärmer.“
Schnitt.

Die Betrachtung der Dinge, so wie sie sind, ohne Ersatz oder Betrug, ohne Irrtum oder Unklarheit, ist eine edlere Sache als eine Fülle von Erfindungen.

sagte Francis Bacon.
Mit diesem Satz, den die Künstlerin und Fotografin Dorothea Lange, von Frau Mützenfalterin vorgestellt, gemäß Wikipedia in ihrem Fotolabor aufgehängt hatte, kann ich mich darum nur bedingt anfreunden. Mit großem Respekt vor jenen KünstlerInnen und DokumentaristInnen, die sich der Abbildung der Wirklichkeit verschrieben haben, wage ich zu behaupten, dass jede Abbildung letztlich ein Zerrbild ist. Natürlich ist der Versuch edel. Doch ist nicht auch der Versuch, mittels einer Fiktion, wertvolle Inhalte transportieren zu wollen, edel zu nennen? Edel im Sinne von ehrenwert. Altes Wort. Staubig. Im Grunde etwas, das wir heute belächeln. Wie Gutmensch. Den Versuch ist es allemal wert.
Erfindung – Imagination … sie kann, wie ich neulich schon bloggte, ein Wegbereiterin in eine heilere, menschlichere und tolerantere Mitwelt sein.

kreisen

Dieser Tage genieße ich fast nicht so sehr, wie nach getaner Arbeit – oder auch ganz ohne Pflichten davor – am Ofen zu sitzen und Krimis zu lesen. Wieso Krimis? Die Theorie, dass Krimilesen die eigenen schwarzen Seiten neutralisieren soll, die ich irgendwann irgendwo las, hat sicher was. Doch so furchtbar schwarz innen drin kann ich gar nicht sein, um die vielen Krimis, die ich lese, zu rechtfertigen. Wohl liebe ich einfach die Gegenwelten. Und gute Literatur. Denn ich lese längst nicht jeden Krimi. Die Sprache ist wichtig. Die Vielschichtigkeit. Die Dichte. Der Tiefgang. Die Menschen. Leseerfahrung, habe ich neulich gelesen. Ein Wort, das ich mir auf der Zunge zergehen lasse. Es riecht nach Kompetenz. Ein Wort, das ich bis dahin, trotz meiner Leseerfahrung, schlicht nicht kannte. Dennoch habe ich sie. Als Buchhändlerin, die ich ja auch bin, ein Muss. Und fast lese ich wieder so viel wie damals, als ich noch im Buchladen arbeitete. Auf zwei Bücher die Woche komme ich gut und noch viele Bücher warten darauf, von mir verschlungen zu werden. Es kommt bei der gelesenen Fülle sogar vor, dass ich mir Bücher unwissentlich ein zweites Mal aus der Bibliothek hole.
Ist es wohl gut oder schlecht, dass ich die gelesenen Geschichten und Titel vergesse?, fragte ich meinen Liebsten heute augenzwinkernd.
Weder noch, sagte er, das ist Alzheimer.
Buchstaben – ich liebe sie! Ich verschlinge Buchstaben. Ich ernähre mich von Geschichten. Ich schwimme in Geschichten. Ich surfe in Geschichten. Ich verschlinge Buchstaben allerdings nicht nur, ich spucke sie hinterher immerhin auch wieder aus. Gut verdaut, wie ich hoffe. Ich denke. Ich fühle. Ich beobachte. Ich nehme wahr. Ich schreibe. Buchstaben hat es ja genug für alle.
Energie wird nicht verbraucht, sagte gestern Abend S., das ist eine Lüge. Und sie kann auch nicht erzeugt werden. Das ist irreführend formuliert. Energie ist immer da. Das einzige, was wir tun, ist sie umzuwandeln.
Sag ich doch schon lange. Alles ist immer da, wechselt nur die Form. Ob Alphabet oder Energie ist dabei einerlei. Buchstaben sind sowieso Energie pur. Und absolut neutral. Denkt nur, was sich mit diesen kleinen Kerlchen alles anrichten lässt – Krieg ebenso wie Frieden …
Im Kreis, immer im Kreis …

Am Anfang war das Loch

Blogfrei war gestern. Gestern wollte ich einfach mal wieder in die handfeste Materie eintauchen – ganz ohne Virtualität. Zwar habe ich auf dem iPhone Mails gelesen und ein klitzeklein bisschen gesurft, das war es aber auch schon. Gar nicht mal schlecht, ab und zu offline zu sein. Auch meine saubere Wohnung dankt es mir.
Ein Tag ohne Laptop ist dafür ein Tag mit Notizzetteln. Denken in Echtzeit, steht auf einem von ihnen. In Stichworte gepackte Erkenntnis. Auf einem schönen Novembersonne-Mittwochnachmittagsspaziergang begriff ich, dass für mich Schreiben die einzige Tätigkeit ist, die ich zeitgleich mit Denken tun kann. Eben: Denken in Echtzeit. Jedes andere Tun verhindert gleichzeitiges Schreiben, gleichzeitiges Konservieren von Gedanken. Obwohl ich bei allem, was ich tue und lasse über das Leben nachdenke oder nachfühle. Doch diese Gedanken sind ätherisch. Wie Düfte. Kaum gedacht, schon weg. Wie wichtig diese meine Gedanken sind, sei dahingestellt. Dennoch will ich Gedankenblitze und kleine Erkenntnisse, die mir das Leben begreifbarer machen, eben oft festhalten. Sie festhalten und sie auch gleich schreibenderweise einkochen, um sie später hervorholen zu können. Ich will die gefundenen Spuren zu mir selbst behalten, festhalten, halten.
Gegenteil von Loslassen! Oops, die Gedanken, was sag ich da, die Finger machen sich mal wieder selbständig und tippen schneller, als ich denken kann. Von Loslassen wollte ich hier gar nichts schreiben. Viel zu anstrengend.
Auf einem anderen Zettel steht Innerer Arzt. Er soll mich an jene Sendung, die ich vorgestern spät abends mit meinem Liebsten gehört habe, erinnern. Neulich auf Arte war ein Beitrag zum Thema. Sehr gut gemacht, finde ich. ((Hier klicken zur SendungDanke, Kati, für den Link und den Input!))
Ha, jetzt hat‘s auch die Wissenschaft
endlich begriffen, sagte ich. Uraltes Wissen, das hier! In den Kursen von Luisa Francia haben wir genau diese Erkenntnisse schon vor fünfzehn Jahren praktiziert. Imagination, nennt sich das. Und da steckt das Wort Magie drin, das Außenstehende immer so schön nervös macht. Dabei geht es genau darum, dass wir uns, und damit eben auch unseren Körper, dorthin begleiten, wo wir wahrnehmen, was ist. Und was wir wirklich (= für die Wirklichkeit) brauchen. Wie wir uns heilen können. Uns vertrauen. Dem Körper vertrauen. Darum geht’s. Sogar die in der Sendung vorgestellten Techniken, um solche Prozesse in Gang zu setzen, sind denen ähnlich, die wir damals in unseren Workshops kennengelernt und geübt haben. Doch jetzt ist die Wirkung von Imagination und die Selbstheilungkraft des Körpers endlich auch für Weißröcke und deren Gläubige wissenschaftlich nachgewiesen. Na also, geht doch.
Schade, dass wissen allein nicht genügt. Ich praktiziere all mein Wissen und Ahnen viel zu wenig. Das Asthma zum Beispiel, das ich seit einem Jahr in akuten und latenten Stressphasen habe, wie könnte ich es wohl mit Hilfe meiner Inneren Ärztin lösen? Und würde ein Placebo meine Schilddrüsenfunktion ebenso normalisieren, wie es meine Tabletten (hoffentlich) tun? Und wie wäre es wohl, wenn eine Frau, die schwanger ist, statt Folsäure ein Placebo nähme? Wie verhält sich der Körper zu Informationen, die ihm geliefert werden? Wo ist die Schnittstelle?
Apropos Schnittstelle. Machen wir doch hier mal einen Schnitt.
Neulich habe ich über Sucht gebloggt. Vorgestern, beim Arbeits-/Weihnachtsessen meines ehemaligen Teams, das mich unbedingt dabei haben wollte, kam das Gespräch aufs Rauchen. Ich erzählte im Verlauf der Diskussion, wie ich mir vor ungefähr zweieinhalb Jahren das Rauchen abgewöhnt hatte. Nämlich einzig und allein mithilfe der Erkenntnis, dass ich mir irgendwann mit sechszehn eingeredet haben muss, das Zeug schmecke gut. Natürlich war die Geschichte damals ein klein bisschen komplexer, doch irgendwie und irgendwo muss ich damals irgendeinen Schalter umgelegt haben. Und den gleichen Schalter hatte ich eben vor zweieinhalb Jahren zurückgekippt. Stopp Lebenslügen!, war mein Ansatz damals. Diese eine zu knacken war jedenfalls kein schlechter Anfang.
Jede Sucht ist eine Ersatzhandlung, sagte ich. Kopfnicken rundum und die nächste erzählt eine Episode aus ihrem Leben.
Ersatzhandlung. Ersetzen. Ersatz. Unersetzlich. Ersetzlich. Während ich später nach Hause fahre, beginnt das Wort in mir zu taumeln. Am Anfang war nicht das Wort, nein, am Anfang war das Loch. Sonnenklar! Das Loch. Der Fall aus dem Paradies war nämlich ganz anders. Da war das Loch. Die Sehnsucht. Und Löcher bringen es so mit sich, dass sie gefüllt werden wollen. Sie sind magnetisch. Wie Sehnsüchte. Wir scheitern ständig am Versuch, etwas ersetzen zu wollen, das nie da war – außer als Ahnung, als Erinnerung, als Urinnerung. Das nie mehr war als eine Ahnung von Himmel.
Fast unstillbar dieses Ziehen! Keine Droge kann dieses Loch füllen. Keine Handlung. Nichts.
Außer … dass du das bist und das lebst, was nur du kannst. Auf diese deine Weise. Und das liebst, was du bist. Ganz. Denn das warst du schon immer. Ich auch. Und ja, auch in diesem großen Ganz drin hat es Löcher, doch die müssen sein. Die Löcher gehören dazu.

Von Komfortzonen, Glasglocken und Suchtstrukturen

Vergiss das da draußen, das ist nicht das wirkliche Leben!, sagte der neunzehnjährige Gusto zu seinem ebenfalls drogensüchtigen Freund Oleg, als sie an einem Freiluftkonzert vorbeifuhren und den jubelnden, feiernden Menschen notgedrungen zuhören mussten. Unser Leben, das ist das reale Leben!
So ähnlich steht es irgendwo im neuen Buch von Jo Nesbø. Die Larve heißt es – gemeint ist damit jene gespenstische Maske, welche das wahre Gesicht dahinter verschleiert. Nein, dies wird keine Buchbesprechung, da alle Harry-Hole-Fans an diesem Buch eh nicht vorbei kommen. Und solche, die es noch nicht sind, dürfen es werden, denn Nesbø erzählt nicht nur sehr komplexe Geschichten, sondern auch in einer anschaulichen Sprache, die originell und kreativ ist.
Wie oft habe ich wohl schon über Drogensucht gelesen, Erfahrungsberichte ebenso wie Romane. Kaum je ist mir jedoch eine Geschichte so unter die Haut. Wie sehr sich das Leben Süchtiger um das eine dreht. Und das jemand, der Drogen braucht, dafür alles, fast alles, zu tun bereit ist – nein, das hatte ich tatsächlich beinahe vergessen. Ursache und Wirkung. Sucht ist die Wirkung, doch was die Ursache ist, kann niemand für alle beantworten. Leid ist das erste was mir persönlich dazu einfällt, als Oberbegriff, und auch das letzte, der bittere Abgang. Huhn und Ei zugleich.
Süchtig im umfassenderen Sinne sind wir doch alle. Ich habe zwar alte Süchte abgelegt, doch nur um sie durch neue zu ersetzen. Iphonesucht, Schreibsucht, Blogsucht, Lesesucht – um einige zu nennen. Ja, auch Kreativität hat Suchtpotential. Gib dem Körper Glückshormone, schon bist du high. Wir brauchen Botenstoffe. Wenn wir sie nicht selbst produzieren können, holen wir sie von draußen irgendwo.
Warum? Weil das Leben sonst unerträglich ist, sagen die jungen Süchtigen im erwähnten Buch sinngemäß, weil das Leben, das reale Leben Sch… ist.
Weil das Leben sonst grau-in-grau und allzu alltäglich ist,
sage ich. Weil das andere mir nicht reicht.

In meiner Glasglocke, in der ich lebe – selbstgewählt ohne TV, Zeitung und kaum Nachrichten – bekomme ich vom Leid da draußen wenig mit. Außer wenn ich Krimis lese oder DVDs schaue. Selbstverar…ung? Guck ich weg? Oder begegne ich nicht, in dem ich bei mir bin, zugleich der ganzen Welt?
Ich gestehe, ich schätze den Luxus meiner kleinen heilen Welt – meistens jedenfalls, wenn mich nicht grad, wie jetzt, das schlechte Gewissen und eine umfassende Ohnmacht überfällt –, denn solange ich mich innerhalb meiner Komfortzone aufhalte, geht es mir gut und das Leben ist erträglich. Einfache Mathematik. Ich genieße diese Zone und verlasse sie nicht gerne. Bin ich möglicherweise komfortzonesüchtig? Unfrei im großen Raum der Freiheit? Oder frei inmitten großer Unfreiheit?
Nein, ich habe zu meiner Rechtfertigung nichts zu sagen. Und ja, vor zwanzig Jahren war ich anders. Und praktisch genussunfähig. Schließlich gibt es immer welche, die leiden, die durch die Hölle gehen, die von andern mutwillig zerstört und umgebracht werden. Wie sollte ich da meine kleine heile Welt genießen können, zumal diese ebefalls eher instabil als stabil war.
Dieses Buch nun hat mich erneut an genau diesen Punkt katapultiert. Was weiß ich wirklich – wirklich! – vom Leben?, dachte ich beim Lesen ständig. Und welches bitteschön ist nun wirklich das wahre, das wirkliche Leben? Wir kennen die Antwort.
Gier und Sucht nach Macht und Reichtum in allen Spielformen so wahr wie die leidenschaftliche Sehnsucht nach Frieden, Heilung und Geborgenheit. Wir alle verfolgen bewusst oder unbewusst jenen Weg, der uns am aussichtsreichsten erscheint, um das gefühlte, gedachte, ersehnte, geSUCHTe Ziel zu erreichen. Sogar wenn es Selbstzerstörung heißen sollte.
Bin ich resigniert, frustriert und abgelöscht? Zuweilen schon. Und ganz gewiss bin ich naiv, denn ich glaube noch immer, dass das Leben als Mit- und nicht als Gegeneinander gedacht war, weil nur so Evolution möglich ist. Und dass eigentlich jedes Leben ein Leben in Fülle und Frieden sein könnte. Nicht zuletzt, weil es genug von allem für alle hätte. Hat. Eigentlich.

Barcode-Mysterien

Wie wir heute Morgen in Sachen Geld nach P. fahren – er zur Verbraucherzentrale wegen der Sache mit unserer Telefonrechnung, ich aufs Arbeitsamt, um zu erfahren, dass ich bereits Ende Monat Arbeitslosengeld bekommen werde – fällt mir auf einmal unser Barcode ein. Jenen, den J. am letzten Freitagabend selbstgebaut hat und der nun am Galerie-Schaufenster der Walpodenakademie klebt, in welchem unsere Bilder ausgestellt sind. Wer ihn lesen kann, erfährt so unsere Kontaktdaten. Schwarz auf weiß, winzige Quadrate, beliebig zusammenzusetzen. Jedes klitzekleine Feld steht für ein Wort, für einen Buchstaben, für Satzzeichen, für Links, für Leerzeichen.

Bild: unser Barcode nach bester iDogma-Manier verappt, will heißen mit Apps bearbeitet. Als da wären eine ganze Symphonie fürs Hintergrundbild, dazu Blender und Halftone für die Fertigstellung.
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Unheimlich für uns, die wir das Ding nicht mit unseren Augen, mit unseren Sinnen, mit unseren uns im Laufe des Lebens angeeigneten Werkzeugen entschlüsseln können was wir ständig mit allem tun, was uns begegnet.
Unheimlich, um nicht zu sagen apokalyptisch – jedenfalls noch vor zwanzig Jahren, als die ersten Strichcodes eingeführt wurden.
Unheimlich, weil unbekannt.
Kannst du jedoch die Zeichen lesen, erschließt sich dir eine ganze Welt. Und du wirst wissen. Mit J.s iPhone, das mit einer Dechiffrier-App namens Barcoo ausgerüstet ist, wird Verstehen zum Kinderspiel. Er muss bloß das schwarzweiße Quadrat fokussieren, schon piepst das schlaue Technikding sein Simsalabim und auf dem iPhone steht die Antwort. Kontaktdaten zum Beispiel. Wie eben bei jenem, das J. für uns beide gebaut hat.
Unheimlich ist, was wir nicht kennen. Wie wäre es mit der vierten Dimension? Im schon wiederholt zitierten Buch Flächenland geht es vor allem um die Flachländer, jene Geschöpfe, die ausschließlich in zwei Dimensionen leben. Die Geschichte erzählt von einem, der das unheimliche Land der drei Dimensionen gesehen hat. Als dieser anderen von der dritten Dimension erzählt, beißt er auf Granit. Das kann ja nicht sein!, sagen sie. Und kerkern ihn ein.
Doch auch mit der dritten Dimension ist das Ganze nicht zu Ende. Ich sag gleich noch einmal vierte Dimension.
Vielleicht ist ja jedes Bild – j-e-d-e-s Bild! – wenn wir es riesig vergrößern, so dass wir nur noch die einzelnen Pixel sähen, die allerdings noch irgendwie zu schärfen wären –, eine codierte Information? Wir müssten sie nur dechiffrieren!, sage ich zu J., der im Gegenlicht das Auto nach P. lenkt. Meine Augen halb geschlossen, weil ich zu faul bin nach der Sonnenbrille zu suchen. So wäre jedes Bild eine Geschichte. Und umgekehrt lässt sich wohl auch jede Geschichte in einen Barcode bringen.
Fiktiv geht das auf jeden Fall, ich tu‘s ja schon. Hier und jetzt. Gedanken und Ideen kennen keine Grenzen. Ob es praktisch geht, muss ich noch ausprobieren.
Doch irgendwann brauche ich vielleicht gar keine technischen Hilfsmittel mehr dazu. Ja, ich sehe es schon vor mir! Im nächsten Leben werde ich Bilder- und Geschichtenflüsterin.
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EDIT:
Hier (klicken) habe ich den fettgedruckten Satz aus obigem Artikel in den nachfolgenden Barcode generiert 🙂

ausgezeichnet?

Gleich zweimal habe ich in den letzten Tagen den Versatile Blog Award erhalten. Ich bedanke mich herzlich bei den Damen Penelope & Ariadne und Sherry Iranique.
So sieht er aus:

und das sind seine Regeln:
1. Bedanke dich bei der Person, die dich mit der Auszeichnung beehrt hat und verlinke ihren Blog.
2. Teile mit deinen LeserInnen sieben Fakten über dich. Bei mehreren Awards entsprechend multiplizieren. 🙂
3. Gib die Auszeichnung an fünfzehn andere Bloggende weiter, deren Blogs du wertschätzest und benachrichtige sie, denn sie sollen ja erfahren, dass sie von dir die Auszeichnung erhalten haben.
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Sie hat ein bisschen zu viel Phantasie, sagten die Lehrpersonen zu ihren Eltern. Und ihre Schrift! Wer soll das lesen können?!
Eine Träumerin!, sagten die Leute von ihrer Clique, als sie jung war. Doch sie träumt auch heute noch.
Du kannst aus nichts etwas machen!, sagte ihr erster Ehemann. Du guckst in den Kühlschrank und zauberst in einer Dreiviertelstunde ein geniales Essen. Und das ganz ohne Rezept!
Du machst nichts aus dem, was du könntest!,
sagten ihre Eltern. Du könntest studieren. Du könntest Karriere machen!
Wie machst du das bloß, dass Menschen dir schon nach ganz kurzer Zeit Persönliches aus ihrem Leben erzählen?,
sagte ihr Liebster.
Deine Bilder sind einfach fantastisch!, sagte Freundin L., deine Ideen sind einfach so clever umgesetzt.
Ich glaube an deine Schreibe!, sagte Freundin C. zu ihr. Und ich freue mich auf deine Bücher.
Du bist so gar nicht nachtragend!, sagte Freund M..
Und sie, was sagt Sofasophia über sich? Das Außenbild, gleicht es nicht irgendwie einer Gipsmaske, die noch während sie auf der eingefetteten Gesichtshaut erstarrte und trocknete, bereits Vergangenes abbildete?
Doch sie, sie ist die, die hinter die Maske und darunter, sie ist die, die hinter den Vorhang blicken will, selbst wenn sie weiß, dass es dort nicht immer schön ist.
Sie liebt Spaziergänge, tut es jedoch viel zu selten. Sie liebt Gedankenspiele und angeregte Gespräche. Sie denkt und fühlt und lebt. Ein Privileg, wie sie heute im Wald begriffen hat.
Was wäre, wenn ich damals, mit sechzehn immer tiefer in jene Gruppe gerutscht wäre, die mit Drogen experimentiert hatte. Wäre ich so wie heute?, denkt sie, dankbar, dass sie da ist. Noch.
Zuhause findet sie eine Mail in ihrem Postfach: Gratulation, du bist Künstlerin des Tages bei IPA, unserer iPhoneArt-Gallery. Vierundzwanzig Stunden Ruhm und Ehre. Und Komplimente. Und liebe Gratulationen. Hat die Kaiserin Kleider an?
Mit dem Liebsten hat sie dieser Tage beim Autofahren über Anerkennung philosophiert, und die Unfreiheit, die Erwartung und den Druck, die gleich mitgeliefert werden. Jede Auszeichnung ist eine Messlatte. Mehr! Besser!
Frei ist, wer über diesen Dingen steht. Eine Freiheit, die sie sich wünscht. Gepaart mit dem Wunsch, dass ihre Bilder und Texte als eigenständige Werke etwas bewegen und berühren. Kunst losgelöst von den KünstlerInnen, Kunst mit Aussage, Kunst in einen sozialen Kontext gestellt – kein Egotrip.
Wer hat mitgezählt? Hat sie inzwischen schon vierzehn Fakten – Fakten? sind das Fakten? – verraten? Hat sie ihr Soll erreicht?
Und hiermit reicht sie den Award weiter an folgende Damen und einen lieben Herrn, da sie alle diese Blogs allesamt mit Genuss und Lust liest. Und natürlich liest sie noch andere Blogs sehr gerne. Erwähnt sei hier zum Beispiel die nicht gelistete Frau Freihändig – und sie hat noch mehr Lieblingsblogs, auch solche, die zurzeit oder schon länger brachliegen … Zum Glück ist bloggen freiwillig! 😉
# aramatique
# Anhora
# Canela
# irgendlink
# Hausfrau Hanna
# Hausdrachen
# Kati
# Kirschkernzeit
# Li Ssi – Café Weltenall
# Madame Lila
# Mützenfalterin
# Quersatzein
# RAH
# Syntaxia
# Wildgans
Eigentlich müssten auch Sherry Iranique und Penelope & Ariadne von mir, ähm ihr natürlich, diesen Award erhalten, doch sie haben ihn mir, also natürlich ihr, ja überreicht! 🙂

Kunst überall

Gleich Mitternacht. Ich bin müde und mein Kopf brummt noch immer ein wenig von unserem Tag in Mainz.
In der dortigen Galerie Walpodenakademie durften Irgendlink und ich das eine der beiden Schaufenster mit einem Teil unserer iPhone-Kunstwerke von unserer Ausstellung im September bestücken.

Auf obigem Bild, das ich mit der Panorama-App-Kamera Photosynth aufgenommen habe, ist es zu witzigen Bildüberschneidungen gekommen. Das ist zwar unperfekt, jawohl, aber witzig dennoch. Wenn ich das Bild im Bildordner dieser App aufrufe, erscheint es in „elastischer Form“. Ich kann es mit Fingertippen hin und her, rauf und runter bewegen und so ein Google-Earth-artiges, dreidimensionales Betrachten erzeugen. Macht echt immer wieder Spaß, diese App!

Eine Auswahl der gerahmten Kunstwerke haben wir gleich für die Kunstausstellung „ArtShop“ – ebenfalls in der Walpodenakademie – mittransportiert. Hier mehr Infos:

Zum Programm (PDF) hier klicken >>> Artshop-Programm
Geht hin und schaut … 🙂
Sämtliche unserer ausgestellten Bilder – und ein paar mehr – könnt Ihr sowohl dort vor Ort als auch in unseren beiden Whitewall-Galerien kaufen! > Sofasophia: hier klicken & irgendlink: hier klicken.
Ich kann nur sagen: Superqualität! Und ich sag bloß Weihnachten, Weihnachtsmuffelin, ich!
Auf dem Weg zurück zum Auto dies hier aufgelesen – Graffiti und Schattenwurf wetteifern um eine Hauswand.

Auf dem Heimweg schließlich ein Abstecher auf den Donnersberg, den höchsten Punkt der Pfalz. Leider ist aus dem Bild, das mich auf dem kleinen Mark-Stein in der Yogastellung Baum hätte zeigen sollen, nichts geworden. Ich hab zu früh das Gleichgewicht verloren, jawohl, aber egal. Hauptsache, wir waren da. Und es war echt magisch, so in den Wolken zu schweben.

Kunst überall, habe ich diesen Artikel genannt. Ja, und Kunst ist auch jederzeit. Gestern, heute, morgen. Gestern Abend war Ausstellungseröffnung in H. in der Galerie B. (für mehr Infos: hier klicken, doch die Ausstellungsseite ist im Moment offenbar noch nicht aktualisiert).

Spannende Leute haben wir getroffen. Witzig, dass eine von den Künstlerinnen – Katharina Kunz (in der Bildmitte) – Schweizerin ist, wie ich. War echt schön, mal wieder Dialekt zu schwatzen 🙂
Dank eines Gesprächs mit dem Künstler Klaus Harth habe ich ein spannendes Kunstblog entdeckt. Besonders angetan haben es mir Klaus‘ Vogelbilder, von denen übrigens auch ein paar im ArtShop in Mainz hängen werden. Es lohnt sich also wirklich, im Dezember nach Mainz zu fahren!
Demnächst will und werde ich mich hier zum „Versatile Blogger“-Award, der mir verliehen worden ist, äußern. Mal sehen, was mir dazu einfällt 🙂
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Bilder: iDogma:
Bild 1: fotografiert mit Photosynth, bearbeitet und beschnitten mit PS Express
Bild 2, 4 und 6: fotografiert mit Hipstamatic, unbearbeitet
Bild 3: Flyer der Walpodenakademie
Bild 5: fotografiert und direkt bearbeitet mit Pro HDR

November – reloaded #1

Taubnesseltee getrunken
am Morgen, der Mittag war,
Bitterkeit gedacht, dabei Tränen
weggewischt, erfolgreich. Gedanken
weggewischt, erfolglos.
Gedanken wie diesen: Was
mach ich hier? Überhaupt.
Life Is Just A Big Wheel.
Geschrieben und Musik getrunken.
Bitter. Süß.
Wozu?,
gedacht und
mit J. telefoniert,
mittendrin
gespürt, dass es andere
Sichten
gäbe.
Gäbe. Spam
in der Mailbox.
Bierflaschenberge
entsorgt und eingekauft. Neues
Zeug, das gegessen werden wird, im Kreis
gehen, immer? Jetzt?
Auf der Spirale gehen.
Immer weiter, egal wohin.
Novemberblues. Auf dem Balkon die
verdorrten Sommerblumen
geschnitten und die
Rose gefragt,
wie sie überwintern will
Und ob. Oder sterben als
Option. Bin ich
winterhart? Mein
Leben? Meine Liebe? Mich
stechen lassen von ihr, der Rose. Das
Blut ablecken und ihre dürren Blätter
einsammeln. Kompost.
Im Kreis
denken. Endlos tief
seufzen.
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gebloggt am 20.11.2009,
reanimiert am 18.11.2011
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Ein paar Antworten hab ich gefunden seither und ein paar dürre Blätter kompostiert. Im Kreis gehe ich noch immer ab und zu. Häufiger jedoch auf der Spirale. Sichten, ja, die gibt es immer so und anders. Immer. Abrufbar für jene, die es wagen. Und zur süßen Bitterkeit – oder war es bittere Süße? – ist mehr herbe Säure und mehr Salz, ein Quäntchen zumindest, dazu gekommen. Mehr Tiefe auch und mehr Höhe. Mehr Weite und mehr Liebe. Mehr Lachen auf jeden Fall.
Und ja, die Rose hat jenen Winter überlebt. Den Winter danach allerdings nicht. Sie ist zu Kompost geworden, wie alle und alles eines Tages.