November – reloaded #1

Taubnesseltee getrunken
am Morgen, der Mittag war,
Bitterkeit gedacht, dabei Tränen
weggewischt, erfolgreich. Gedanken
weggewischt, erfolglos.
Gedanken wie diesen: Was
mach ich hier? Überhaupt.
Life Is Just A Big Wheel.
Geschrieben und Musik getrunken.
Bitter. Süß.
Wozu?,
gedacht und
mit J. telefoniert,
mittendrin
gespürt, dass es andere
Sichten
gäbe.
Gäbe. Spam
in der Mailbox.
Bierflaschenberge
entsorgt und eingekauft. Neues
Zeug, das gegessen werden wird, im Kreis
gehen, immer? Jetzt?
Auf der Spirale gehen.
Immer weiter, egal wohin.
Novemberblues. Auf dem Balkon die
verdorrten Sommerblumen
geschnitten und die
Rose gefragt,
wie sie überwintern will
Und ob. Oder sterben als
Option. Bin ich
winterhart? Mein
Leben? Meine Liebe? Mich
stechen lassen von ihr, der Rose. Das
Blut ablecken und ihre dürren Blätter
einsammeln. Kompost.
Im Kreis
denken. Endlos tief
seufzen.
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gebloggt am 20.11.2009,
reanimiert am 18.11.2011
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Ein paar Antworten hab ich gefunden seither und ein paar dürre Blätter kompostiert. Im Kreis gehe ich noch immer ab und zu. Häufiger jedoch auf der Spirale. Sichten, ja, die gibt es immer so und anders. Immer. Abrufbar für jene, die es wagen. Und zur süßen Bitterkeit – oder war es bittere Süße? – ist mehr herbe Säure und mehr Salz, ein Quäntchen zumindest, dazu gekommen. Mehr Tiefe auch und mehr Höhe. Mehr Weite und mehr Liebe. Mehr Lachen auf jeden Fall.
Und ja, die Rose hat jenen Winter überlebt. Den Winter danach allerdings nicht. Sie ist zu Kompost geworden, wie alle und alles eines Tages.