Post aus der fünften Dimension

Hätte sich jemand vor, sagen wir mal, siebzig Jahren vorstellen können, dass wir heute Daten in irgendwelchen virtuellen Clouds im Cyberspace speichern können? Dass wir Bilder aus dem unsichtbaren Nichts abrufen und auf dem Bildschirm eines Plastikdings, das wie ein Fenster aussieht das wir souverän mit Tasten und einem weiteren handtellergroßen Plastikteilchen namens Maus bedienen –, betrachten können?
Möglicherweise gab es Visionärinnen und Visionäre, für die solche Gedanken vorstellbar gewesen sind, doch die meisten hätten den Kopf geschüttelt und dir den Vogel gezeigt, wenn du – zu Besuch aus der Zukunft – mit solcherlei Schwachsinn aufgetaucht wärst. Flächenland lässt grüßen.
Sage ich dir heute, dass ich mir die Welt (alles, was ist), ähnlich vernetzt wie Internet vorstelle, schüttelst du womöglich den Kopf und redest von Evolution, Darwin und Zufall. Oder du redest von Gott und Bibel und heiligem Geist. Oder du redest von Allah. Oder von Quantenphysik. Ach, sag mir, Gretchen …
Dass ich mir die Welt, sichtbares ebenso wie unsichtbares, vorstelle wie eine Art geisiges, ideelles Internet, hängt damit zusammen, dass ich Erfahrungen und Erlebnisse gemacht habe, die auf solche Zusammenhänge hinweisen. Wissen, das nicht gewusst werden kann, war auf einmal da. Informationen, die nicht gewusst werden konnten, wurden auf einmal gewusst.
Eine Information von einer Wissensquelle (Wikipedia zum Beispiel) auf einen Datenträger (den Rechner zum Beispiel) holen, ist heute Alltag. Irgendwo hat jemand eine Quelle mit Wissen gespeist, das eigentlich schon immer da war. Aber dieser Jemand fasst es in Worte und lädt es für alle zugänglich ins Internet hoch. So einfach funktioniert Wissenstransfer in der Jetzt-Zeit. Datentransfer. Einsen und Nullen.
Das gesamte Wissen über alle Dinge, über die großen und die kleinen, ist da. Unfassbar. Doch nur deshalb unsichtbar, weil uns die Sinne fehlen, es zu sehen. Alles ist in uns, oder sagen wir es so: wir sind – via geistiges WLAN an alles Wissen angeschlossen, das irgendwo-nirgendwo-überall in einem unermesslichen Datenspeicher, der ohne Glasfaserkabel auskommt, lagert. Innen und außen. Wie außen so innen. Auch das Wissen über mein und dein Leben – irgendwo ist es. In mir. In dir. Und überall. Glücklicherweise nicht für alle zugänglich und abrufbar. Zumal nicht alle Menschen in der Lage sind, Daten abzurufen. Zum einen, weil sie das Talent dazu nicht haben, und zum zweiten, weil sie die Passwörter nicht kennen. Ja, die gibt es, die Passwörter und Codes. Und ich, ich habe es in der Hand, wem ich meine Passwörter verrate.
Für einen Schreibauftrag habe ich die spannende Aufgabe bekommen, Menschen mit solcherlei Talent zu testen. Skeptisch habe ich mich an die Arbeit gemacht. Zwei medialen Künstlerinnen habe ich einige wenige Codes verraten, damit sie meine unsichtbaren Ordner öffnen können. Die eine hat mir bereits geantwortet, gestern, und die Antwort der zweiten erhalte ich am Freitag.
Gestern morgen ein persönliches Gespräch mit einer älteren, weisen Frau. Wir schneiden dies und das an und auf einmal plingt es bei mir. Der Groschen fällt. Ich verstehe einen meiner vielen Fingerhüte (siehe Artikel Monokultur und.).
Am Nachmittag gehe ich mit Freundin L. spazieren. Wieder zuhause, bei Vermicelles und Tee, erzähle ich ihr von meinem Wunsch, eines Tages Australien oder Neuseeland zu bereisen. Eine unbenennbare Sehnsucht, ein Fernweh, wie ich es auch bei Skandinavien hatte, bevor ich zum ersten Mal in den Norden gereist bin. Vor allem das fehlende Geld hielt mich bisher von einer Reise nach Downunder ab. Und wohl auch mein ökologisches Gewissen. Doch der Traum ist alt. Zwanzig Jahre mindestens.
Als L. abfährt, öffne ich erwartungsvoll das Paket, das mir die erste Künstlerin per Post geschickt hat. Finde Bild und Text. Post aus der nächsten Dimension, auf gut Flächenländisch gesagt.
Alles zu zitieren würde viel zu weit führen und natürlich weiß ich, dass solche Texte mit Vorsicht zu genießen sind. Auch sind Interpretationen nie vor Übersetzungsfehlern gefeit. Skepsis gut und schön. Misstrauen auch. Aber … großes Aber. Da heißt es nämlich: „Als Land ist Australien und Neuseeland gut für dich, […] tanke diese Energie auf.“
Ich bin verblüfft. Bei nicht wenigen weiteren Textpassagen muss ich leer schlucken, da einige Sätze erstaunliche Ähnlichkeit mit meinen Tagebuchnotizen und Gedanken haben. Und da steht auch etwas ganz ähnliches, wie das, was ich gestern Morgen auf einmal und mit großem Pling verstanden habe. Obwohl ich selbst mediale Fähigkeiten und diesbezügliche Erfahrungen gemacht habe, bin ich berührt. Betroffen. Erstaunt. Obwohl ich weiß, dass und wie es funktioniert. Alles ist vernetzt.
Nun bin ich gespannt auf Freitag. Auf das zweite Bild und den zweiten Text. Irgendwie hoffe ich auf eine unübersehbare gemeinsame Schnittmenge. Und darauf, dass ich verstehe. Dass ich endlich verstehe, was mir das Leben sagen will. Nichts anderes als Übersetzerinnen sind sie, die beiden Frauen, die für mich die Codes in den unsichtbaren, morphogenetischen Rechner eingegeben und meine Ordner geöffnet haben. Ordner, deren Inhalt sich immer wieder ändert. Überschrieben wird von Updates. Was bin ich neugierig!
Doch vorher heißt es, meine beiden letzten Kurstage zu ertragen, morgen und übermorgen, und von dort bestmögliche Erfahrungen mitzunehmen. Und vielleicht sogar ein paar weitere Erkenntnisse über das Leben.

0 Kommentare zu „Post aus der fünften Dimension“

    1. liebe szintilla
      das buch hab ich auch gelesen und sogar verschenkt. tiere „können“ es ganz natürlich, menschen haben es oft „vergessen“ … schade eigentlich. dein link ist schon im artikel drin 😉
      danke für sie ergänzung!
      herzlich, soso

    2. Von Rupert Sheldrake habe ich auch zwei Bücher – sehr interessanter Mensch, sehr interessantes Thema. Und von Dir sehr spannend beschrieben, liebe Soso.
      Ich umschreibe Phänomene wie diese am liebsten mit dem Wort „Serendipity“. Da steckt dann für mich noch das entscheidende Etwas mit drin, das über den „glücklichen Zufall“, über „Schicksal“, „Fügung“ und all die anderen Lebenskonzepte hinausgeht…
      Liebe Grüße
      K

      1. jaaa, serendipität ist auch meiner lieblingswörter in diesem kontext. diesem prinzip verdanken wir wohl ganz vieles. und auch sie oder es ist letztlich noch immer unfassbar. unerklärlich.
        danke für deine zeilen, liebe k.
        herzlich, soso

  1. Liebe Soso, ich bin immer wieder erstaunt, in welchem Tempo du deine spannenden Gedanken und Fragmente zu Papier bringst, respektive in virtuelle Netz einspeist. Hut ab. Du scheinst wirklich mit offenen Sensoren durchs Leben zu ziehen. Ein Wort noch zur Post aus der 5. Dimension: Natürlich ist es toll, so vernetzt zu sein, Gedanken auszutauschen mit Leuten, die man ohne Internet niemals gefunden hätte, seine kleine Welt mit interessanten Leuten anzureichern, aber ist es nicht doch ein sehr sehr grosser Nachteil, eine Gefahr, dass das alles nur via Technologie geschehen kann? Technologie, die von jemandem erfunden, verkauft, bedient wird? Technologie, die doch mittlerweile zu einem grossen Teil bestimmt, wie unser Alltag verläuft und wie unsere Gedankenströme? Individuelles wird so irgendwann auch nur noch Kommerz, weil nichts umsonst zu haben ist. Kann sein, dass das eine sehr altmodische Angst ist, und ich mich hier als Partypooper auffrühre, aber trotzdem scheint mir im Verhältnis des Menschen zur Technologie noch viel Klärungsbedarf zu bestehen und gerne wird verdrängt, dass hinter all den schönen Ideen ja immer auch Menschen mit gewissen Interessen stecken. Liebe Grüsse, lara.

    1. liebe lara
      die von mir beschriebene nächste dimension ist eine die ohne käufliche technik auskommt. ich habe das bild internet einzig als parabel zitiert. um die funktionsweise für dieser unerklärbaren phänomene quasi in „unsere sprache“ zu übersetzen.
      meine post auf der 5. dimension ist auf wegen, die sich medialität oder channeling nennen, zu mir gekommen. unterstützt von der guten alten paketpost 🙂
      über aller technik steht für mich ganz klar immer das natürliche kommunizieren. menschliche freundschaft, wärme, berührung und nähe, menschlicher austausch lässt sich nicht durch die virtuelle welt ersetzen. diese ergänzt die soziale welt allerdings ganz schön, wenn wir wissen wie.
      manchmal sind bei mir so viele inputs, dass ich kaum mit outputen nachkomme. und längst nicht alles findet eingang ins blog 🙂
      ja, meine kanäle sind wohl schon sehr offen, da hast du recht. das hat vor- aber auch nachteile … es ist nämlich ziemlich anstrengend. 😉
      danke für deine zeilen.
      herzlich, soso

    1. Ok, jetzt bin ich ziemlich baff. Auf der Ebene kann ich wohl nicht mitreden. Danke aber, dass du mir meinen Kommentar (zu dem ich mich heute morgen zu schnell habe hinreissen lassen, und den ich dann den ganzen Tag bereut habe) nicht krumm genommen hast. Aber er ging ja sowieso total am Thema vorbei. So lernt man sich kennen, gell! 🙂 Lieber Gruss, lara

      1. liebe lara
        dir deine anregungen krumm nehmen? ach woher, das waren doch interessante anstöße – ich bin ja froh, wenn es diskussionen geben kann und wir unklares klären können. ich danke dir für deine ehrlichen gedanken und gerne bitte immer frisch von der leber weg. DANKE!
        herzliche grüsse, soso

  2. Ich betrachte diese Phänomene mit zwei Herzen: Das eine Herz glaubt an diese kognitiven Vernetzungen zwischen Menschen (selbst sehr oft erlebt), das andere Herz weiß aber, dass es viel öfter vorkommt, dass man „Einfälle“ hat und etwas denkt und es eben nicht auf diese wellenartige Resonanz stößt, die wir innerlich so feiern. Trotzdem ist eine Sache unbestritten: Alles hängt mit allem zusammen, das sagt auch die Wissenschaft und unser Gefühl, das widerspricht sich da nicht. Ich kenne eigentlich fast nur Leute, denen das bewusst ist und das nicht großartig bestreiten.
    Das Thema „Morphisches Feld“ finde ich natürlich total interessant. Ich hoffe, man kann das irgendwann nachweisen, weil das ein Beleg dafür wäre, dass es atmosphärisches Wissen gibt, dass Luft und Wasser tatsächlich ein Gedächtnis haben an das wir (unser Verhalten) sich andocken kann. Dann wäre es bis zum „Beleg“, dass an Homöopathie etwas dran ist, auch nicht mehr weit.
    Ich wünsche dir einen schönen Tag, liebe Soso! Danke für deinen lebendigen Text!

    1. liebe sherry
      da haben wir wieder die sache mit dem beweisen müssen/wollen/sollen … *lach* die wissenschaft lässt grüßen. ich kann ziemlich gut ohne beweise leben, wenn ich etwas „weiß“, also als „wahr“ erkannt habe, weil ich glaube, dass letztlich alles ebenso wahr wie eben nicht wahr ist. hm. weil eben alles irgendwie durch sein gegenteil erst sichtbar wird.
      oops, ich schweife ab. ja, ich wünschte es mir trotzdem manchmal, dinge, wie das morphogenetische feld wären beweisbar, nur damit die ganze zweifler/innen endlich zur ruhe kämen 🙂 und die zweiflerin in mir natürlich auch. aber würde sie das wirklich? würde ich nicht neues zum bezweifeln finden?
      alles hängt zusammen. das ist an sich und immer wieder neu für mich ein großes wunder und ein großes geschenk.
      danke für deine zeilen.
      herzlich, soso

      1. Ich finde Zweifeln und Forschen sehr wichtig, sonst würden wir uns noch mehr religiösen Dogmen hingeben müssen als so schon. Etwas zu „wissen“ ist etwas anderes als etwas zu „glauben“. Diese Unterscheidung, wenn sie erst einmal richtig verinnerlicht ist, kann uns im Grunde vor viel Leid auf der Welt befreien. (Siehe religiöser Fanatismus, der nichts anderes ist als die Verwechslung von Glauben und Wissen!)
        Weißt du, ich bin oft von Homöopathen/*innen behandelt worden und habe keinerlei Effekte zu spüren bekommen. Ich bin Kilometer gereist, um zur besten Homöpathin schlechthin zu tingeln. Das hat nichts gebracht. Ich habe zig vielstündige Anamnesen hinter mir – nichts. Faktisch kann man die positive Wirkung der Homöopathie auf andere nicht vom Placebo unterscheiden, zumal sie der Grad an Wirkung wohl sogar mit Persönlichkeitseigenschaften der Patienten korrelieren lassen. Das ist trotzdem okay. Und trotzdem glaube ich, dass da etwas dran ist. Da siehst du, dass ich nicht nur unvoreingenommen bin, sondern sogar zugewandt. Und zwar unwissenschaftlich zugewandt. =))
        Trotzdem glaube ich nicht, dass alles wahr sein kann, was man selbst glauben will. Wir leben nach Naturgesetzen, die, wenn du dich einfach mal umentscheidest und sagst: „Ich glaube daran, dass ich jetzt fliegen kann, also springe ich hier runter“, weitreichende Konsequenzen auf deine Unversehrtheit haben werden. Ich gehöre also nicht zu den Rationalisten, die behaupten, Form und Inhalt allen Wissens liegen primär in Verstand, Vernunft, Wahrnehmung (und Emotion), und sonst nichts. Ich zähle mich eher zu den naiven Realisten. (Physikalische Wirklichkeit existiert unabhängig von uns, ist durch unsere Wahrnehmung und unser Denken – wenn auch nur sehr begrenzt – erfahrbar. Sprich: Wir können uns unsere Regeln nicht einfach selbst machen. Wir unterliegen organismischen Eigenheiten und eben jener phyikalischer Reize, die wir zwar sehr eigen uminterpretieren, aber auch diese Art der Interpretation ist nicht unendlich variabel sondern hängt von der Beschaffenheit unseres Gehirns und und unserer Sinnesorgane ab!)
        Und im Moment schaut es so aus, als hätten wir zwar alle furchtbar verschiedene Meinungen, aber würden uns automatisch doch eher wie naive Realisten verhalten, indem wir Situationen einschätzen, und die Einschätzung von Situationen eben doch auf eine Regelhaftigkeit unserer Umwelt zu bestehen scheint.
        Ich wünsch‘ dir einen schönen Tag. 🙂

        1. liebe sherry
          wissen und glauben sind in der tat grundverschiedene dinge. und doch auch verwandt, denn selbst „gewusstes“ wird ja oftmals durch „neue erkenntnisse aus der wissenschaft“ überholt.
          in sachen homöospathie habe ich persönlich schon verblüffende erfahrugen gemacht. bei mir kann man das wohl mit dem berühmten placeboeffekt wegreden, doch wenn ich an meine selbst miterlebten echt verrückten beobachtungen bei babys denke, fällt mir nichts ein, was die offensichtliche wirkung wegreden könnte.
          ich unterscheide in meiner kommunikation immer exakt zwischen glauben und wissen. wobei ich mit wissen nicht nur rein wisschenschaftlich meine, sondern auch erfahrungswissen und aus erfahrung gewonnene erkenntnis miteinschließe. und auch weisheit liegt wissen zugrunde, das womöglich in doppelblindstudien nicht „beweisbar“ ist, aber dennoch wahr. was ist wahr und wie wahr ist wissen? ist weisheit zugleich wahrheit?
          ich bin eigentlich viel zu müde um ganze gedanken zu ende zu denken. der letzte kursmorgen war wieder ausgesprochen intensiv. und geschlafen habe ich auch viel zu wenig. ich sitze an der sonne und muss nun bereits zurück ins kurslokal.
          danke für deine anregungen und weitergedankengespinste. und für die lieben wünsche zum tag.
          gleichfalls, herzlich, soso

      2. Das ist ja das Tolle an der Wissenschaft: Sie dogmatisiert sich nicht. Sie sagt „Das ist gerade die beste Theorie, um das Verhalten von Element oder Personengruppe X zu erklären, aber sie ist natürlich offen für neue Variablen und Theorien, die es sogar noch besser können.“ Das vergessen viele, die sich damit nicht beschäftigen, dass Wissenschaft immer nach dem Falsifikationsprinzip aufgebaut ist. D.h., eine Theorie oder eine Hypothese, die keine Möglichkeiten hergibt, sie zu widerlegen, ist eine schlechte Hypothese. Und genau diese Unmöglichkeit, falsifiziert zu werden, haben die meisten Glaubensgrundsätze eben nicht.
        Jede wahre „Erkenntnis“ oder Generierung von Wissen entsteht tatsächlich durch eine Annahme (einem Glauben, das aber erkenntnisorientiert formuliert worden ist, damit man es erforschen kann), demnach müssen sich Glaubensdinge nicht nicht mit wiss. überprüften Hypothesen widersprechen, aber sie können eben noch nicht als „überprüft“ angesehen werden.
        Erfahrungswissen kann man für sich als Wissen in sein Leben integrieren, bleibt aber immer nur individuell gültig und nicht allgemeingültig. Induktives Vorgehen bleibt immer idiografisch und reicht nicht für nomothetische Erkenntnisgewinnung, doch ist sie für einen selbst und das nähere Umfeld auch wichtig.
        Aber würde ich Erfahrungswissen hoch gewichten, würde ich nun heute behaupten: „Homöopathie ist nichts wert. Alles Humbug.“ Aber genau das kann ich nicht tun, weil das ein individueller Fall ist und kein allgemeingültiger.
        Wegen des Placebos musst du dir keine Gedanken machen. Bei jeder Behandlung spielt Placebo eine Rolle. Der einzige Unterschied ist vermutlich, dass bei den einen nur Placebo stattfindet und bei den anderen eine nachweisbare Wirkung auf physiologischer Ebene plus Placebo.
        Ich weiß nicht, was du mit Weisheit und Doppelblindstudien meinst. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht genau weiß, wie du „Wissen“ und „Wahrheit“ siehst, wie du das definierst.

        1. liebe sherry
          über deinen kommentar habe ich heute viel nachgedacht. das mit den placebos ist mir bekannt. die bewerte ich durchaus positiv, falls ich sie denn überhaupt bewerte. 🙂
          am meisten grüble ich über meine definition von wissen und wahrheit nach. ich kann dabei aber nur subjektiv bleiben, merke ich.
          weisheit und doppelblindstudien habe ich zusammengebracht, weil ja solche studien eine möglichst sichere beweisführung ermöglichen (falls ich mich da nicht täusche). mein impuls galt der frage, ob sich weisheiten (alte zum beispiel) wirklich irgendwie beweisen lassen. was ich eher bezweifle. vermutlich sogar zu unrecht?
          das erkenntnis und wissen aus glauben und annahme gewachsen ist, kann ich mir sehr gut vorstellen.
          ich glaube aber, und das ist leider ziemlich gut beweisbar an der masse von tippfehlern, dass ich nun zu müde für weitere philosophische gedanken bin. für alle anregungen hier bin ich dir sehr dankbar!
          gute nacht und alles liebe
          soso

  3. Das ist interessant. Ich denke auch, dass vor Komputer und nach Komputer verschiedene Zeiten sind. Verstehe eigentlich nicht richtig, wie das alles funktioniert. Eine Lehre vom Menschen hat auch Picasso vorgeschwebt, würde sich in der Zukunft noch vertiefen. Da kämen dann sicher auch Begebenheiten vor, die uns heute noch total staunen lassen. LG 🙂

    1. das gabs wohl zu jeder zeit: visionärInnen, die mehr und weitersahen. vielleicht weil zeit eine illusion ist? vielleicht, weil sie dieses unsichtbare feld für sich erschließen konnten?
      was wissen wir wirklich?
      herzlich, soso

  4. jaaa das ging mir auch schon durch den kopf, wie (zt. beängstigend!) verwandt diese dinge funktionieren, die welt der menschen und der computer. ömu was das hirn des menschen angeht. immer näher ran kommt der künstliche kompi an uns ran… beängstigend auch, weil es mich so an den film matrix erinnert. die grundidee davon ist schon wahr, von der matrix. nur dass wir als batterien missbraucht werden, dafür hab ich bis jetzt zum glück keine hinweise bekommen;)
    liebe gruess
    🙂

    1. oh, als batterie fühle ich mich manchmal schon irgendwie, oder als akku. vor allem wenn ich müde bin. *lach*
      aber nein, im ernst, liebe aramatique, da bin ich auch froh drum. aber wer weiß schon, was noch wird? hm.
      danke für deine anregungen!
      liebe grüsse, soso

  5. Liebe Soso,
    man spürt, wenn man diesen feinen und lebendig geschriebenen Artikel von Dir liest, wie sehr Dich dieses Thema interessiert und berührt. Das gefällt mir einfach sehr. Rupert Sheldrake und seine Theorien waren mir bisher unbekannt. Daher habe ich gerade einen Artikel aus der ZEIT über ihn gelesen, den ich sehr erhellend fand.
    http://www.zeit.de/1990/12/hat-die-natur-ein-gedaechtnis/seite-1
    Was „wissenschaftlich“ begründet ist oder begründbar sein kann, stellt sich uns ja immer wieder neu und anders dar. Die Frage muss sich ja jeder selbst stellen – und beantworten vielleicht auch: wie wichtig ist für mich eine „Erkenntnis“, die (aus unserer Sicht) „wissenschaftlich“ begründet ist, exakt ist. Ich finde immer wieder interessant, wie ich selbst (aber auch Menschen, mit denen ich darüber spreche) diese Frage aus ganz unterschiedlichen Richtungen umkreise und zu beantworten versuche.
    Danke Dir sehr für diese anregende Gedanken,
    herzlich, mb

    1. liebe mb
      danke für deine rückmeldung. wie schön, dass ich dein „wissen“ ein wenig erweitern durfte. danke auch für deine rückmeldung zum text an sich. das tut gut.
      ja, es ist so groß und unfassbar, das ganze gebiet. wo wir es doch bitteschön gerne erklärbar und fassbar und rational hätten … tja, das leben ist eben mehr als das, was zwischen buchdeckeln platz hat.
      herzliche grüsse, soso

  6. Liebe Soso,
    auch wenn ich etwas spät dran bin, mich dem Thema zu widmen, so ist es mir Herzensbedürfnis.
    Nach all den Kommentaren fällt es schwer, wieder zurück zu kommen zu deinem Text und dem, was sich spontan dazu in mir gebildet hatte, was ich ursprünglich dazu sagen möchte. Ich versuchs.
    Ich habe Seminare gemacht, in denen man Channeln „lernt“. Ich setze es in Anführungszeichen, weil ich heute glaube, man kann es – wie vieles im esoterischen Bereich Angebotene – nicht einfach so „lernen“, wie man sonst Wissen oder Fertigkeiten erlernen kann, letzteres auch nur soweit, wie die eigene Begabung dazu beiträgt oder Grenzen setzt.
    Ich habe Channeln anfangs sehr hoch bewertet, wie viele andere in meinem damaligen Umfeld und ich habe es eine kurze Zeit gegen Geld angeboten. Die Erfahrungen, die ich damit gemacht habe (eigenes gechanneltes Material sowie das von anderen gechannelte Material), ließen mich innehalten. Ich glaube im Moment: Über Channeln ist Zugriff auf erweitertes Wissen u.U. möglich, wird aber durch die Glaubenssätze des Mediums gefärbt bis „verbogen“. ABER: Es ist für manche (so war es für mich) eine gute Möglichkeit, die eigene Wahrnehmung zu schulen, mich mit den eigenen Zweifeln intensiv auseinander zu setzen und zu lernen, mit dem eigenen Herzen zu unterscheiden, ob ich etwas für mich annehme, Teile davon annehme oder weglege.
    Die Theorie, der ich gefolgt war, ohne mir dessen so recht bewusst zu sein, dass man übers Channeln an Wahrheiten heran kommt, sehe ich heute kritisch. Es gibt viele Wahrheiten und jeder wählt, welche individuelle Wahrheit für ihn stimmt. Zweifellos ist hier die Vernetzung der Menschen auf verschiedenen Ebenen und der Austausch eine Hilfe, so dass die eigenen Wahrheiten stets geupdatet werden können.
    Heute channle ich nicht mal mehr für den eigenen Bedarf, weil sich die Form verändert hat. Was an Wissen für mich abrufbar und gedacht ist, findet auf unterschiedlichen Kanälen zu mir. Ich habe gelernt geschehen zu lassen und ebenso anzunehmen, wenn nichts fließt, dann hat es einen Grund, auch wenn ich ihn in dem Moment nicht kenne und auch wenn es manchmal schwer fällt, vor allem, wenn es mir nicht gut geht.
    Etwas anderes wollte ich hier noch erwähnen. Ich arbeite seit vielen Jahren mit Energien (angefangen mit Reiki, das den Anfängervorteil eines festen Systems bietet) und zweifelte lang und viel, ob und was da dran ist, was damit wirklich möglich ist. Mit der Zeit wurde völlig freies intuitives Arbeiten mit Energien draus. Ein berufliches Arbeiten damit wurde immer wieder zurück gestellt, für den „Hausgebrauch“ schätzen wir diese Möglichkeit der Hilfestellung jedoch sehr. Dass es wirkt, war inzwischen zu innerem Wissen geworden, auch wenn ich es nicht beweisen konnte. Das brauchte ich auch nicht mehr.
    Erst kürzlich ist es dann passiert, dass ich während einer energetischen Behandlung an einer anderen Person plötzlich die Energien sah und total erstaunt war, wie intensiv sich diese bewegten. Beim nächsten Mal konnte ich sie wieder sehen, aber es benötigt für mich ein bestimmtes (Dämmer-) Licht, damit ich es sehen kann, warum auch immer. Sehr wahrscheinlich kann ich dieses Sehen auch nicht nach Willen abrufen. Entweder es ist da oder nicht.
    Damit möchte ich sagen: Der Beweis, der natürlich nur für mich gilt, kam dann, als ich nicht mehr anzweifelte, sondern die Sache an sich für mich zu klarem innerem Wissen geworden war und ihn daher nicht wirklich brauchte. Aber er hat mich bereichert und das innere Wissen verstärkt.
    Ich bin dir dankbar für deinen Artikel und für die vielen Kommentare. Und bin selbst erstaunt, wie sich in den letzten Wochen meine persönlichen Erfahrungen mit dem Bloggen verändert haben, wie sich neue Kontakte eingestellt und ergeben haben, die sich einfach richtig anfühlen.
    Ganz liebe Grüße
    Marion

  7. liebe marion
    wir haben da offenbar ähnliche erfahrungen gemacht und daraus auch ähnliche erkenntnisse gezogen.
    ja. das channeln ist tatsächlich immer nur „so gut“ wie das bewusstsein und dei reife der person, die es praktiziert. die „übersetzungsarbeit“, die das medium erledigt, ist zugleich die grösste herausforderung wie auch die grösste schwachstelle.
    ich habe einige medien arbeiten sehen und daher sind mir die qualitätsunterschiede sehr bewusst.
    und nein, lernen kann man medialität nicht wirklich (meine meinung), doch man kann sie trainieren und damit besser umegehen lernen.
    ich bin mir bei meinen recherchen sehr bewusst, dass es ein zweischneidiges thema ist. wovon ich aber überzeugt bin, ist, dass in diesem morphogenetischen feld alles (samt aller jeweiligen updates) irgendwie „bereitsteht“. (ach, die sprache ist mal wieder total unzulänglich).
    ich denke, jede medial begabte person (die sich nicht mit ihrer gabe prostituiert) kann dieser welt und ihren mitmenschen mit ihren talenten viel weitergeben und dabei selbst weiterwachsen. darum geht es bei alledem ja letztlich: um die entwicklung in richtung ganzwerdung. so sehe ich das jedenfalls.
    mit reiki habe ich übrigens im privaten umfeld schon schöne erfahrungen gemacht. womöglich lasse ich mich da auch ausbilden.
    schön, dass du so gute erfahrungen im spirituellen und auch im virtuellen raum machst. das freut mich sehr!
    herzliche grüsse
    soso

  8. Liebe Soso,
    da sehen wir vieles ganz ähnlich 🙂 und haben wohl auch ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich danke dir für deine ausführliche Antwort, über die ich dich besser verstehen kann.
    Ich hab auch Erfahrungen mit unterschiedlichen Medien gemacht und verglichen, ausprobiert, hingeführt…
    Was meinst du denn mit Prostituieren in diesem Zusammenhang? Wie könnte das aussehen, wenn sich jemand mit seiner medialen Gabe prostituiert? Du meinst das Angebot gegen Bezahlung?
    Widerspricht es sich dann nicht, wenn du daran denkst, dich in Reiki ausbilden zu lassen? Und wie passt es zu deiner Aussage oben, dass man Medialität nicht wirklich lernen, lediglich trainieren und damit umgehen lernen kann?
    Ich stelle diese Fragen nicht um dich anzugreifen, sondern um besser zu verstehen, daher bitte nicht in den falschen Hals bekommen.
    Liebe Grüße
    Marion

    1. liebe marion
      wie schnell es doch missverständnisse geben kann!
      bei prostitution meinte ich schlicht und einfach die „zeitungsinserate“-medien, denen ich sehr misstraue.
      für geld medial arbeiten finde ich in ordnung. ich schreibe ja auch für geld – jeder und jede nach ihren und seinen talenten. auch medien haben hunger 🙂
      nun muss ich aber weiterputzen und wäsche hängen …
      herzlich, soso

    1. Ach soso, jetzt verstehe ich.
      Ich hab ganz am Anfang meines damaligen kommerziellen Angebots für Energiebehandlungen und Channeln mal beim Friseur Flyer ausgelegt. Darauf bekam ich einen Anruf von einer Frau, die Geld suchte und wollte, dass ich auf medialem Wege heraus finde, wo sich das Geld befindet. Ich hab abgelehnt, worauf sie meinte, ich sei doch ein Medium. Erst in diesem Moment wurde mir klar, wie das Angebot auch aufgefasst werden kann.
      Dein Misstrauen besteht zu Recht, meine ich oder jedenfalls teile ich es und würde kein solches aufsuchen
      Na dann…

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