Allerheiligen steht vor der Tür. Der Todestag meiner Tante M. jährt sich zum ersten Mal. All Hallows‘ Eve. Die Türe nach drüben ist dünner als sonst, diesseits und jenseits rücken zusammen und die Toten winken. Egal, ob sie das wirklich tun oder ob ich einfach nur anders, sensibler auf die Anderswelt reagiere.
Wie viel wiegt Liebe? (siehe dazu auch den gleichnamigen Blogartikel von letztem Jahr über das Leben, den Tod und meine Tante: hier klicken)
Die Welt, wie sie ist. Die ganze. Die Ausschnitte von ihr, in denen ich mich bewege. Ist Australien Wirklichkeit, obwohl ich noch nie dort war? Ist wirklich nur das, was ich kenne, was ich anfassen und anschauen kann? Ist Denken eine Lüge?
Wie wirklich, wie wirksam bewirke ich? Meine zähe und oft genug halbherzige Stellensuche – mangels wirklicher Kenntnis dessen, was ich wirklich will. Viel Zeit, die ich für mich und mein Ding habe. Hätte, wenn ich es denn bloß mehr genießen könnte. Denn eigentlich könnte ich gut immer so leben. Von Langeweile keine Spur. Schmarotzerin? Ich arbeite viel, denke ich, in rechtfertigendem Ton, Kind einer Gesellschaft, in der Arbeit und Tun eine heilige Kuh ist. Ich arbeite viel, ja, doch fast immer ohne Lohn, fast immer an brotlosen Projekten und ja, ich beziehe Arbeitslosenentschädigung. Eine Schande ist das zum Glück hierzulande und heutzutage nicht mehr. Ein Makel dennoch. Und die Zeit, die Rahmenfrist, läuft. Gegen mich.
Immer wieder träume ich vom bedingungslosen Grundeinkommen. Ich habe hier schon früher darüber geschrieben. Hätten wir es bereits eingeführt, würde es mir den Rücken freihalten (dir auch). Damit ich weiter in diesem sehr organischen, friedlichen Rhythmus des künstlerischen Schaffens und Müßigganges leben könnte, den ich – wenn auch nur auf Zeit – für mich gefunden habe.
Lebendiges, waches und einfaches Leben statt eins im Hamsterrad von Leistung und Kommerz.
Die Welt, wie sie ist. Ausschnitte. Alles. Immer. Heute. Allerheiligen.
**********
Liebe Blogleserinnen und Blogleser aus der Schweiz
Bitte unterschreibt die Eidgenössische Volksinitiative „Für ein bedingungsloses Grundeinkommen“ bis spätestens in einem Jahr. Nicht nur mir zuliebe, auch für dich, euch und für eine friedliche Gesellschaft in der der Lebenswert eines Menschen nicht mehr an seiner Arbeitsleistung festgemacht wird.
mehr: bedingungslos.ch