nicht gleich

Zwei spannende Experimente: Irgendlink und ich nahmen gestern mit unseren iFöuns parallel den gleichen Everytrail-Trip auf … Das Resultat kann sich sehen lassen: Bis auf ein einziges Bild haben wir sehr verschiedene Aufnahmen gesammelt. Andere Blicke auf die gleichen Sujets. Gleich ist eben doch nicht gleich. Und genau das ist es, was mich so inspiriert auf meinem künstlerischen Weg. Zwar ist alles schon einmal dagewesen, zwar wurde alles schon einmal gesehen, gehört, fotografiert, be- und geschrieben, doch trotzdem ist alles Erschaffene jedes Mal neu. Jeder Tag jeden Tag.

Es lebe das Paradoxon.

Das zweite Experiment ist gescheitert. Eigentlich. Denn eigentlich wollten wir der Route eines bereits auf Everytrail geposteten Trips folgen und an den gleichen Stellen die gleichen Sujets fotografieren – so als Vergleich. Irgendwo, beim Alten Aargauerstalden um genau zu sein, sind wir schließlich in den bestehenden Trip, den uns das Display von J.s iFöun zeigte, eingespurt. Doch irgendwann fuhren wir aus den runtergeladenen Kartenausschnitten heraus. Dazu muss gesagt werden, dass J. in der Schweiz nur ins Internet gehen und Karten nachladen kann, wenn er Roaming bezahlt. Nicht billig! Das ansonsten multitalentierte Gerät lud die nächsten Kartenausschnitte nicht nach, denn J. hatte diese Funktion gesperrt.

Was nun? Ich hätte ja problemlos mit meinem Gerät alles nachladen können! Doch im Grunde, das hatten wir inzwischen begriffen, macht es definitiv mehr Spaß eigene Wege zu finden und mal wieder unser Unterwegs-Spiel – abwechselnd sagt einer oder eine links, geradeaus oder rechts, wenn wir an eine Gabelung kommen – zu spielen.

Experiment also doch nicht gescheitert, zumal ich einmal mehr ganz neue Winkel, Perspektiven und Straßen Berns entdeckt habe!

Irgendlinks Trip
Mein Trip

EDIT:  … ich bin platt. Wie in Skandinavien haben Irgendlink und Sofasophia mal wieder gleichzeitig gebloggt. Kaum habe ich mein Textchen hochgeladen, seuzft mein Liebster: So, fertig. Willste lesen? Ist noch auf …

Und was lese ich? Seht  selber … Ich sag nur: Gleich ist eben doch nicht gleich … Paralleluniversen überall!

Reinkarnationen

Schade eigentlich um die tollen Räder, meinte Irgendlink jedes Mal, wenn er in Bern zu Besuch war und die vier beinahe fahrtüchtigen, defekten Räder auf dem Veloparkplatz vor meinem Haus sah. Früher standen alle mal im Keller, bis die Hauswart-Firma sie raufgeholt hat. Seither rosten sie vor sich hin. Meinem Liebsten juckte es in den Fingern. Die Idee, auch in Bern ein Rad zu haben, das auch mir und meinen NachbarInnen als Eratz- oder Gästerad dienen könnte, manifestierte sich gestern, als wir aus zwei Rädern eins bastelten. Siehe da: es fährt. Noch ist erst eine Bremse aktiv und noch brennt das Licht nicht, doch das ist eine Frage der Zeit.

Eine Testtour bringt es an den Tag: Das Teil hat Potenzial.
Damit fahr ich dir noch nach Compostela, meinte J. auf dem Rückweg unserer auch unter Everytrail geposteten Radtour.

Unterwegs zum ersten der drei gestern gefundenen Geocaches …

Hübsch!

gefunden I

Auf der Suche nach mehr Infos zu diesem Konzert hier, das ich mit ein paar lieben Leuten hören und sehen will  …

(Hier klicken zum OrignialPDF des Berner Symphonieorchesters
> dort  S. 23 anscrollen)

… bin ich über diesen Video hier gestolpert. Ein Sommer ohne die Ochsen wäre hart, doch ein Frühling ohne W. Nuss aus Bümpliz undenkbar … auch wenn sie hier nur in der Refrain-Melodie anwesend ist. Hörenswert!

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=N5tDRAJ2Vx4]

Bärn, ig ha di gärn

Sage ich neulich – noch in Schweden – zu J.:
Hier Bade- und Campingplatzwart zu sein, an diesem wunderbaren Ort, muss wunderbar sein. Da willst du bestimmt nie mehr woanders hin.

Meint J.: Oder vielleicht gewöhnt man sich irgendwann an die Schönheit eines Ortes und merkt gar nicht mehr, wie schön er ist … Und dann will man erst recht weg um die Welt zu sehen …
Ich: Die berühmten Kirschen in Nachbars Garten meinst du?
J.: Hmmm (zustimmendes Brummen). Du wohnst ja auch in einer wunderschönen Stadt und bist jetzt durch Skandinavien  unterwegs …

Ja ja, schönes Bern, das ich bewohne. Wie recht J. doch hat …

Ich war heute mit dem Rad unterwegs, habe meine erste iFon-Everytrail-Tour gemacht, dabei einen Geocache dank der neuen GPS-App* und der kostenlosen Geocaching-App*, die ich mir beide aufs Telefon geladen habe, gefunden und muss sagen: Das fägt!
Hier findet ihr meinen Trip …

Bild: Blick von der Kirchenfeldbrücke Richtung Bundeshaus. Dampfzentrale mit Liegewiese …

* als Ersatz für mein in Nordschweden verlorenes GPS. Die geneigte Leserschaft erinnert sich bestimmt …

Leben ohne Reissverschlüsse

Am Ewigen Birnbaum vorbei lasse ich das Auto ausrollen. Eine letzte Kurve noch, schließlich das einsame Gehöft. Wir sind wieder da.

Na ja, DA waren wir ja immer, aber nicht hierda, sondern dortda. Dada. Jaja …

Auspacken. Ankommen.

Später, im Bett, die Erkenntnis das die Zeit der Reissverschlüsse zu Ende ist. Endlich wieder ohne Reissverschluss vor Mücken und Regen sicher sein und ohne Reissverschluss den Liebsten strubbeln können. Und ohne Reissverschluss nachts pinkeln gehen – wie schön.

Nein, ich klage nicht. Ich habe nichts gegen Reissverschlüsse. Ihnen verdanke ich immerhin, dass ich nicht tausend, sondern nur hundertsieben Mückenstiche abbekommen habe. Und dass ich nachts nicht gefroren habe im warmen, reissverschlossenen Schlafsack, oben am Polarkreis. Dennoch ist es schön, in einem „richtigen Bett“ zu schlafen. Und auf ein richtiges Klo zu gehen (und auf einer richtigen Tastatur zu schreiben ebenfalls!).

Wir schauen zurück, beim Frühstück, rechnen ein paar Zahlen hoch. Ein Glas Honig haben wir vertilgt und einen halben Liter Olivenöl. Benzin auch einiges bei knapp sieben Litern auf hundert Kilometer. Wie viele Meter Klopapier ich wohl in der schwedischen und norwegischen Pampa hinterlassen habe, wenn meilenweit kein Klo zu sehen war? Und wie viele Buchstaben ich wohl bereits in die iFon-Tastatur geklickt und wie viele Liter Wasser ich unterwegs getrunken habe?

Zahlen – sie sagen nichts aus über die Qualität verlebter Zeit. Sie sagen nichts aus über jene Momente des Glücks, wenn ich in einem See, rücklings im Wasser liegend, die Wolken bestaunte und die Weite des Himmels mich berührte und mich selbst weitete. Zahlen sagen nichts aus über das Gefühl, das mich auf jener windigen Passhöhe erfüllt hat …

Weite. Wenn ich diese Reise in ein einziges Wort packen müsste, wäre es wohl dieses. Innen und außen. Nicht in Zahlen messbar. Weit.

Wieder da. Bin ich. Hier.