Pragmatismus à la Suisse

Bin gestern Morgen mit diesem Satz hier erwacht:
Besser endlich Sommer und dafür nicht im Achtelfinal mit dabei als
kein Sommer und dafür im Achtelfinal mit dabei.

Irgendwie muss sich frau ja trösten, wenn alles Daumendrücken und sogar das „Hopp Chile“ rufen nix nützt.

Sommer tröstet über solche Verluste hinweg.
Sommer ist einfach toll.
Sommer auf dem einsamen Gehöft ist toller als toll.
Am tollsten aber ist, dass wir bald Urlaub haben.
Heute in einer Woche geht’s los. Insch’allah.

Hier bleibt irgendwie die Zeit stehen … oder geht sie vor?
Wäre ich eine Uhr, wäre ich lieber eine, die stehen geblieben ist oder lieber eine, die vierzig Minuten vorauseilt?
Erstere zeigt zweimal am Tag die richtige Zeit, weiss aber nicht wann, während die zweite immer falsch zeigt, dafür immer richtig daneben liegt.

Live vom Bundesplatz

Eine Live-Berichterstattung vom diesjährigen Berner Flüchtlingstag ab Bundesplatz – das wäre eigentlich die Idee gewesen. Bild und Text per eiFöun. Da ich aber schlicht und einfach vergaß, mit meinem neuen Wunderteilchen ein Bild zu knipsen, geschweige denn ein paar, gibt es jetzt eins von unserer Bürokamera. Es passt so richtig zur Stimmung. Einen Stand zu dekorieren macht bei Regen einfach nicht wirklich Spaß. Auch nicht, wenn mensch selbst auf Halbmast ist und sich in „Hätten wir doch bloß“-Gespräche verwickeln lässt. Die erste Schicht war schnell vorüber. Die zweite steht mir jetzt gleich noch bevor. Ich hoffe, sie geht schnell und schmerzlos vonstatten. Immerhin sehe ich meinen Arbeitskollegen P. mal wieder, mit dem ich immer viel lache. Und Scheff himself wird mit mir die letzte Stunde schieben und aufräumen. Das kann ja heiter werden 😉 hoffentlich im wörtlichen Sinn …

Einer dieser Tage III

Noch kaum vierundzwanzig Stunden alt und schon hat mir mein neues Telefon das Leben gerettet. Spätestens um halb vier hätte ich an der XYstraße sein sollen, um dort drei Straßenspiele abzuholen, die wir morgen an unserem Spiele-Stand am Berner Flüchtlingstag auf dem Bundesplatz einsetzen wollten – neben anderen Aktivitäten. Konjunktiv.

Wie so oft hatte ich mal wieder die Zeit verbummelt. Ich war nicht wirklich motiviert gewesen, überhaupt nach draußen zu gehen. Noch immer Fieber. Mattigkeit. Dazu bisschen Regen. Auch begreife ich erst um zehn nach drei, als ich im Auto sitze, dass freitags bereits ab drei Uhr Feierabendverkehr herrscht. Viel zu langsam und an tausend roten Ampeln vorbei kriechen Sternchen und ich durch Berns Straßen. Verursacht durch meine Schlappheit verfahre ich mich dann auch noch im Botschafterquartier, wo ich mich schlecht auskenne. Die Zeit wird knapp und knapper. Ach wie froh ich doch bin, dass mir mein eiFöun Guugls Straßenkarten zur Verfügung stellt und ich – dank Kompass – herausfinde, wo genau ich bin. Ein kleiner Anruf bei XY und bald darauf bin ich am Ziel. Mit Verspätung zwar, aber was soll’s.

Dort dann der große Schock: Die Straßenspiele sind für mich und mein Sternchen zu groß und zu schwer. Ich muss abwinken und unverrichteter Dinge ins Büro fahren, wo ich die letzten Vorbereitungen für den großen Tag treffe.

Zuhause erwartet mich ein voller Briefkasten. Gut getarnt ein amtlicher, mausgrauer Umschlag. Verkehrspolizei steht oben links. Mein Herz setzt einen Takt aus, um danach doppelt so schnell weiter zu klopfen. Ich widerstehe der Versuchung, den Umschlag bereits im Treppenhaus aufzureißen. Will mich hinsetzen. Gut durchatmen. 93km statt 80 sei ich gefahren, steht da. Kurz nach Basel. Vor zehn Tagen. M***!

Kann so ein Tag noch besser werden?

(((Edit: Ja, er kann … danke, J., für deinen Anruf 🙂 )))

So unschuldig war der heutige Morgen …

Alltagskunst im Wohnzimmer.

Mein Hackbrett.

(Was mir an den Bildern gefällt, die das eiFöun macht: Die Bilder rauschen so sehr, wenn sie mit knappem Licht aufgenommen worden sind, dass sie bereits wieder genial aussehen. Wie Polaroidaufnahmen irgendwie. Witzig zum Bearbeiten.

Doch mit genügend Licht gemachte Bilder sind zum Teil richtig genial.)

rotweißer Daumen

Statt mit den Leuten aus meinem Büroteam in der Räblus zu sitzen und die Nati anzufeuern, lag ich zuhause im Bett. Nach Hause geschickt in der minusdreißigsten Minute. Mein achter Fiebertag. Fieber als Dauergast. Fast wie ein guter Fußballspieler begleitete es mich  – mal in der Peripherie, mal ganz zentral – durch die letzten Tage. Heute bescherte es mir ein Fußballerlebnis der dritten Art.

Da liege ich also im Bett, mangels Fernseher mit den Radiokopfhörern über den Ohren, und verfolge den Fußball übers Äther. Ich kritzle „ein Sieg in einem Fußballspiel kommt nur dank den Fehlern des Goalies zustande“ auf einen Zettel, „wie im richrigen Leben!“. Dann döse ich weg. Irgendwann im Fieberdelirium beginne ich den grünen Rasen zu sehen. Und den Ball. Und die elf Männer, die die beiden mit Füssen treten. Schönstes 3D. Da. Ein Schrei: Gooooaaaal!

Träume ich? Für wen? Hab ich das richtig verstanden? Ein Tor der Schweizer Nati gegen den aktiven EurOPAmeister Spanien? Ich muss träumen. Doch da höre ich den Satz wieder! Der Journi sagt, dass die Schweiz führt. Es wimmelt zwar während des ganzen Spiels von gelben Karten, aber was soll‘s. Hauptsache WIR FÜHREN. Und das soll sich bloß nicht ändern. Mein linker Daumen bleibt für den Rest des Spiels rotweiß wie das Tii-Schii meiner Arbeitskollegin G., so sehr drücke ich ihn. Passt ja perfekt. Meine Nerven liegen blank und blanker. Neunzigste Minute.

Fünf Minuten Nachspielzeit? Wie bitte? Die spinnen, die Schiris! Denen hat es wohl ins Hirn geschneit!, denke ich. Die sind wohl gekauft. Am liebsten würde ich mit Rasenmähern um mich schmeißen und für den Bruchteil einer Tausendstelsekunde kann ich das Hooligan-Gen, das in allen von uns schlummert, sich in meinen fiebrigen Eingeweiden räkeln sehen. Es hat sich allerdings nur zur andern Seite gedreht und schläft gleich wieder weiter. Schließlich der letzte Corner. Meine Nerven flattern. Am Tor vorbei geschoßen. Und endlich pfeift der Schiri ab.

Wann habe ich je ein so spannendes Spiel gesehen? Gesehen, öhm, Fieberwahn und so. Immerhin steht es später auch so im Internet: 1:0 für die Schweiz. Also doch nicht alles geträumt. Auch die gelben Karten nicht. Und die hupenden Autofahrer sind vermutlich auch keine Sinnestäuschung. Oder etwa doch?

konservieren

Spazieren ist für mich immer eine multisensuelle Erfahrung. Nebst Gerüchen und Geräuschen, die sich nicht festhalten lassen, weiden vor allem die Augen. Sie können ihre Eindrücke sogar digital mit nach Hause nehmen.

Letzten Freitag mit J. im Könizbergwald und im Liebefeld unterwegs …

Wir treffen eine meiner Cousinen und ich frag mich, wer wohl besser spinnen kann, sie oder ich?

Vom Leben gezeichnet.

Baustelle mitten im Wald.

Wo Menschen sind, sind auch Schlösser.

Wo Menschen sind, ist auch künstlerischer Ausdruck.

Siehe obigen Kommentar.

Das Rad der Zeit?

„Deine These (siehe 24. Mai) wird hier sichtlich widerlegt!“, sagt Irgendlink hier. „Auch in Bern gibt es VisionärInnen, die Baugerüste auf Vorrat bauen.“

… im Rückspiegel – Teil 3

Teil 3
Freitag, 21.5. – Sonntag, 23.5.10

Jedes Bild – obwohl Vergangenheit – wird beim Betrachten wieder ein bisschen JETZT.  🙂

Argelès-sur-Mer. Mein Sternchen freut sich auf die Weiterfahrt.
Fünf Minuten später ist das Zelt verstaut.

Irgendlink auf Fotopirsch im Urwald? Nein, nur auf der anderen Seite
des Étang de St. Nazaire. Unterwegs von Argelès-sur-Mer
nach Sommières sehen wir mal mehr Meer, mal weniger Meer.

Mittagspause in Peyriac de Mer, wo wir eine
wunderbare Halbinsel entdecken und erwandern.

Auf einem wunderbaren Zeltplatz gestrandet. Sollen
wir noch eine Nacht hierbleiben und Räder mieten
und dafür am Sonntag eine Riesenstrecke fahren?
Wir entscheiden uns zur Weiterfahrt, doch zuvor
besuchen wir den hübschen Ort.

Pfingstsamstag-Flohmarkt in Sommières.

Weiterfahrt nach Uzès. (Pfingst-)Samstagsmarkt.
Duftet gut hier. Was für ein herziges Städtchen!

… in einer Gasse von Uzès.

Kurvige Sonntagsfahrt durch die Cevennen nach einer letzten
Zeltnacht in Vals-les-Bains. Mein Traumhaus gefunden?

Gegenüber der wunderbaren Bäckerei von Le Cheylard.
Nun definitiv auf dem Heimweg nach Bern

ungefähre Reiseroute auf Google Maps

… im Rückspiegel – Teil 2

Teil 2
Montag, 17.5. – Donnerstag, 20.5.10

Guten Morgen …

Frühstücken vor dem Zelt. Unser tägliches Ritual.

Empúries: im römisch-griechischen Museum

… und danach …

Auf dem Camping in San Pere Pescador, kurz vor der Abfahrt nach Cadaquès.

… nach einem wunderbaren Strandspaziergang in Roses. Unterwegs nach Cadaquès.

Abendspaziergang durch Cadaquès. Pause auf dem Schiffsteg.

In El Port de la Selva: Nach einem feinen Essen suchen wir nach einem Briefkasten für unsere Postkarten.

Weiterfahrt durch Portbou nach Argelès-sur-Mer. Portbou ver- und bezaubert uns.

Am Donnerstag Ausflug nach St. Nazaire …
Siesta im Park, wo wir uns auf der Bank „verewigen“.
Und am riesigen Kritzelbaum … 🙂

Beim Étang de St. Nazaire.

ungefähre Reiseroute auf Google Maps

(Fortsetzung folgt)