ziemlich abstrakt

Eins der Bilder die Irgendlink beim aktuellen iPhoneArt-Wettbewerb eingereicht hat, ist ohne jegliche photographische Vorlage entstanden. Einzig durch die Arbeit mit verschiedenen Filtern ist ein geniales, abstraktes „Gemälde“ entstanden.
hier klicken
Zwar habe ich diese Idee selbst noch nicht umgesetzt, doch abstrahiere ich zuweilen konkrete Aufnahmen mit Bildbearbeitungsprogrammen so lange, bis ein ganz und gar neues Bild entsteht.
Als würde ich Schichten abtragen, als würde ich das Bild in seine Einzelteile zerlegen und aus diesen etwas ganz und gar neues zusammensetzen.
So ähnlich funktioniert im Schamanismus ein Heilprozess. Und so ähnlich fühlt sich mein Leben zurzeit an.
Das erste Bild seit sechs Tagen, entstanden aus der Aufnahme eines Stop-Privat!-Schildes:

20120109-232839.jpg
___________________________________________________________________________________________________
Bild: iDogma –
Fotografiert und bearbeitet mit verschiedenen iPhone-Apps (integrierte Software. Alle Bearbeitungsschritte wurden auf dem iPhone ausgeführt).
Text: ebenfalls iDogma, via iPhone (WordPressApp) geschrieben und veröffentlicht.

Bitte nicht schlittern

Chum guet übere!, wünschen sich SchweizerInnen, wenn sie sich an Silvester im Laden oder auf der Straße begegnen. Komm gut rüber, zu Deutsch, rüber ins Neue. Oder sie sagen rütsch guet übere!, was an eine Partie auf glattem Eis assoziiert und den oder die so gesegneten davor bewahren soll, beim Übertritt auszurutschen und gut auf der anderen Seite – der Haaresbreite zum Beispiel – anzukommen. Drüben im Neuen Jahr, das schon nach ein paar Stunden abgestanden riechen wird.
Jedes Jahr das gleiche. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Neues Jahr, neue Chance.
Ich weiß, ich weiß, ich bin viel zu früh. Schon in der zweiten der rauen Nächte verbreite ich hier gute Neujahrswünsche. Andererseits bin ich die nächsten Tage möglicherweise nicht im Netz, da wir für acht Tage verreisen und ob ich in Frankreich Lust zum Bloggen haben werde, weiß ich nicht. Ein kurzer oder längerer Abschied also. Und darum darf ich, auch wenn es erst in ein paar Tagen anfängt!
Happy 2012, was immer kommen mag, u rütsch guet übere!

Mein Neujahrsgeschenk an meine LeserInnen sind diese drei Bildchen hier:
Das Spülbecken aus dem unartigen Atelier, wo ich neulich Bilder mit ausstellen durfte, assoziiert Kreativität. Wage neues, bleib im Fluss und verlasse ausgetretene Pfade!

Die Türe dieser baufälligen Hütte im Schneegestöber lädt uns ein und macht Mut, immer wieder hinter die Fassaden zu blicken, denn vieles ist anders, als es scheint. Das meiste sogar. Vorurteile lohnen sich in der Regel nicht.

Diese beiden tanzenden Korkenzieher fordern dich auf, das Leben immer wieder aus anderen, ungewohnten Blickwinkeln zu betrachten. Spinne hin und wieder, stell dich ab und zu auf den Kopf und zeig dem grauen Alltag eine lange Nase!

___________________________________________________________________________________________________
Bilder: iDogma –
Fotografiert und bearbeitet mit verschiedenen iPhone-Apps (integrierte Software. Alle Bearbeitungsschritte wurden auf dem iPhone ausgeführt).
Diese Bilder sind ausschließlich und ausnahmsweise zum Eigengebrauch freigegeben. Copyright bei gewünschter andersweitiger Verwendung wie immer bei mir.

vergleichen

Ja, so ein paar Reizwörter aus meiner Jugendzeit hab ich gut gehütet und gefüttert. Und die ganzen Jahre mit mir herumgetragen. Wörter, die normalerweise für einen Menschen in meinem Alter längst im Alltag integriert und sogar mit persönlichen Erfahrungen aufgefüllt sind. Und die normalen Menschen nicht weh tun.
Wir gewöhnen uns nämlich an alles, wir sind anpassungsfähig und wir – so las ich es heute im Buch „Der Menschenmacher“ von Cody McFayden – wir alle wollen nur das eine: glücklich sein. Wenn das Glück nicht von selbst kommt, biegen wir uns das Leben so zurecht, dass es erträglich wird und ein klein bisschen nach Glück riecht. Selbst inmitten der allermiesesten Umstände. So sagt es Mr. Jones, der „Böse“, im Finale des Buches, das mir die letzte paar Tage buchstäblich den Atem geraubt hat. Diese Aussage kann ich, obwohl sie von Mr. Jones kommt, unterschreiben. Wir passen uns an. Immer. Wir vergessen und verraten möglicherweise dabei unsere Ideale, die wir hatten, als wir jung waren. Oder wir überschreiben sie einfach, wie wir es ständig mit früheren Dokumenten tun, die wir mit neuen Inhalten füllen.
Immerhin habe ich mir ein paar Reizwörter bewahrt. Vergleichen ist so eins. Und Wettbewerb sein Bruder. Beide verursachen mir Gänsehaut, noch immer, denn es gibt ja immer Menschen, die besser sind als ich. Zumal ich ja in fast allen Belangen Mittelmaß bin. Klar, es gibt da auch schlechtere, schwächere, immer, doch Tatsache ist schlicht und einfach, dass ich mich und andere nicht vergleichen will. Ich will mich nicht messen, will nicht besser und will aber auch nicht schlechter sein. Nein, will ich nicht. Eigentlich. Denn alle haben etwas, das nur sie sind und nur sie können.
Wettbewerb vergiftet das friedliche Nebeneinander, die Vielfalt aller, die Kreativität und Urtümlichkeit in uns drin, weil er durch irgendwelche definierte Vorgaben innerhalb einer Zielgruppe oder einer Gesellschaft die Leistungen der Betroffenen normt und begrenzt. Wie wenn ich beim Pizzateig die Ränder abschneide, die über den Blechrand baumeln. Im Gegensatz zum Pizzateig geht es beim Wettbewerb aber um Menschen. Und die, die nicht in die Norm passen, werden verschlungen, wie ich es mit kleinen Teigstücklein schon mal tue, statt sie an einer Ecke innerhalb des Blechs anzukleben. Persönliche Leistung lässt sich nunmal schwer normen. Wozu auch!
Zugegeben im Bereich von Naturwissenschaften wie Mathematik und Chemie ist Leistungsvergleich noch nachvollziehbar und vertretbar, doch all die menschlichen Variablen zählen da ja sowieso nicht. Doch wenn es um unfassbare und individuelle Lebensbereiche geht, halte ich Vergleiche für heikel. Wettbewerb und Vergleich im großen Bereich Kunst – ob nun bildende oder darstellende Kunst, Musik oder Literatur ist dabei unwesentlich – ist prekär. Machen wir uns doch nichts vor. Heutzutage, wo viele KünstlerInnen – zu viele? – gut bis sehr gut sind, ist es in erster Linie eine Frage von Beziehungen, wer weiterkommt. Dazu braucht es natürlich auch gute Nerven und das Talent sich zu vermarkten.
Seit drei Wochen nun läuft bereits die Ausschreibung zu einem Wettbewerb bei IPA, unserer iPhoneArt-Community. Ein Wettbewerb mit einem Siegespreisgeld von tausend Dollar. Nach langem Hin und Her und acht Tage vor Anmeldeschluss habe ich heute nun doch zehn meiner Bilder angemeldet. Irgendlink hat mir eine Liste mit seinen zwanzig Favoriten aus meiner Galerie überreicht. Er zumindest scheint an mich und meine Kunst zu glauben.(((Danke!)))
Während ich mich selbst durch meine Bilder klicke, stelle ich fest, dass ich nur mit einem Teil seiner Favoriten einverstanden bin. Viele alte Bilder find ich längst doof und lösche sie bloß deshalb nicht, weil diese Galerie für mich eine Art Archiv darstellt (und natürlich auch, wegen der Kommentare da und dort und der Klicks, die dann verloren wären). Seltsamerweise mag ich einige Bilder besonders gerne, die nie jemand kommentiert oder als Favoriten gekennzeichnet hat. Welche Bilder sind nun die wirklich guten, die ich anmelden soll? Jene, die der Mainstream oder mein Liebster mögen – oder jene, die ich selbst am besten finde? Was tun? Mich mit mir selbst vergleichen – ach, ich tue es ja ständig, entgegen meiner oben erwähnten Absicht! Und auch mit andern vergleiche ich mich doch ständig. Seien wir doch ehrlich, ich Doppelmoralapostelin, ich.
Irgendwie schaffe ich es schließlich, meine zehn Favoriten zu finden. Und einzustellen. Nun heißt es warten. Im Januar geht es mit jurieren los. In der ersten Phase bestimmen sämtliche Teilnehmenden die angeblich besten fünfzig Bilder – durch anklicken vermutlich, wie bei den vorherigen Wettbewerben. Diese fünfzig werden im nächsten Schritt von einer kleineren Jury bewertet und das Siegerbild wird – wie gesagt – saftig prämiert.
Was ist es, das mich antreibt, mich auf solche Dinge einzulassen und über Reizwortgrenzen und andere Rationalitäten zu springen? Ist es das Geld? Der Thrill? Die Sehnsucht nach Anerkennung und Durchbruch? Die eine kleine Stimme sagt: Vielleicht kannst du gewinnen! Die andere laute Stimme sagt: Vergiss es! Der Verstand sagt: Das Ergebnis des Vorjurierens ist reine Glückssache. Was so natürlich nicht ganz stimmt, aber ich rede es mir ein. Bist du nämlich innerhalb der Community bekannt, wirst du vermutlich häufiger angeklickt. Wenn du Glück hast, kommst du so also in den Kreis der fünfzig. Wenn nicht, dann nicht. Und wenn ja, was dann?
Catch me, if you can!*

Bild: Screenshot meiner Bilder in der Galerie (hier klicken)
* Titel des zweiten Bildes von links.

Gollensteinchen

Heute hatte ich seit langem wieder einmal Lust, Bilder zu bearbeiten. Zu äppen, auf gut iphoneisch. Nachdem Irgendlink und ich gestern einige unserer iPhoneArt-Kunstwerke ins unartige Atelier in Z. gebracht hatten, wo heute Open House war, spürte ich es vorhin endlich mal wieder in den Fingern jucken. Die mühsamen Umstände der letzten zweidrei Wochen haben mich irgendwie gelähmt.
Doch die Anwesenheit von Frau Freihändig, die seit Donnerstag und noch bis Montag aus Berlin bei uns zu Besuch ist, hat etwas sehr wohltuendes. Wir drei befinden uns in einer Art Blase, dünkt es mich. Was vorher war, ist unwichtig. Was nachher kommt, zählt nicht. Was zählt ist einzig jetzt. Die Wärme des Holzofens, das gemütliche Zusammenkochen und -essen, Lachen, Schweigen, Bilder und Geschichten teilen – und das tut gut.
Nach dem Besuch der Ausstellung haben wir heute Nachmittag die Verlockung der Sonnenstrahlen angenommen und sind zum Gollenstein gefahren. Steine mag ich ja, wie Stammlesende wissen, und ich mag eben auch Hinkelsteine, wie man unten deutlich (?) sieht … 🙂

_______________________________________________________________________________________________
Bild: iDogma –
Fotografiert mit ProCamera, bearbeitet mit Diptic, Segmentix, Blender, Juxtaposer und PS Express

Schatten

Die letzten Tage haben sich die Bloggerinnen Cambra und Li Ssi (Café Weltenall) – siehe meine Blogrolle – mit ihren Schatten auseinandergesetzt. Und Masken gestaltet.
Inspirierend!
EDIT: Mein Weg des Maskenbaus ist ein virtueller.
Heute setze ich mich virtuell mit meinen Schatten auseinander. Auf dem iPhone. Welten treffen aufeinander. Innen und außen werden eins.
Das eine nicht ohne das andere.
Spiegelung.
Gegenteil.
Kontrast.
Verbindung.
Übergang.
20111207-234929.jpg
________________________________________________________________________________________________
Bild: iDogma –
Fotografiert mit Hipstamatic, bearbeitet mit Dynamic Light, Grungetastic, Diptic und Blender. Finish mit Pic Grunger

Noch mehr Medizin

Da hab ich doch gestern tatsächlich den künstlerischen Ausdruck als meine Lebensmedizin zu erwähnen vergessen! Echt unglaublich. Aber ich habe ja auch die Atemluft nicht erwähnt, nicht das Feuer, die Wärme am Ofen, auch das Wasser nicht, das aus dem Hahn und aus der Quelle fließt. Und nicht die Erde, die mich trägt. Nicht mal die Liebe, nicht mal sie habe ich aufgezählt. Zu selbstverständlich das alles?

Wieder steigt dieses Wort auf: Dankbarkeit. Keine Hülse für mich. Kein schnelles Dankeschön, sondern eine innere Haltung, die erst in den letzten Jahren gewachsen ist. Dankbarkeit trotz …
***
Der Antrag auf Wohngeld liegt auf dem Tisch. Ein Formular, das mir das Überleben sichern hilft, wenn ich es ausgefüllt und eingereicht haben werde. Dankbarkeit für diese Möglichkeit.
***
Aus der Küche riecht es nach Torta di Pane. Brottorte. Nach einem Südschweizer Rezept, ausgeführt à la Sofasophia. Aus altbackenem Brot lässt sich ein wunderbarer Kuchen zaubern. Und aus Stroh Gold spinnen. Aus Buchstaben Sätze. Dankbarkeit.
***
Die Reisetasche steht bereit, ein paar Sachen sind schon gepackt. Den Rest stecke ich später ein. Morgen mit dem Liebsten in die Schweiz an ein Fest mit FreundInnen fahren und dort mit dem Lieblingsmenschen andere Lieblingsmenschen treffen. Dankbarkeit.
***
Das letzte Mal. Ein Buch über den letzten 6 hat Wildgans neulich vorgestellt. Das letzte Mal von was auch immer ist wie rückwärtsfahren im Zug. Wir wissen erst, wenn wir im Gotthardtunnel sind, dass wir vor fünf Minuten die letzte Palme der Südschweiz gesehen haben. Wir wissen erst, wenn es heute kalt ist, dass gestern der letzte warme Tag war. Und wir wissen erst, wenn wir auf dem Sterbebett liegen, dass dies der letzte Morgen war.
Ich fahre im Zug lieber rückwärts. Die Landschaft, die ich zurücklasse, franst aus, zieht an mir vorbei. Langsam werden die Dinge kleiner, die ich verlasse. Anders beim Vorwärtsfahren. Da kommen die Dinge mit der Wucht alles Neuen auf mich zu. Kommen ungefragt, wollen Aufmerksamkeit, wollen, dass ich reagiere. Das erste Mal. Heiß ersehnt, mit Erwartungen vollgepackt, die kaum zu erfüllen sind und die genauso oft im Nachhinein geschönt werden. An das erste Mal werden wir uns immer erinnern, ob aufgepimpt oder pur ist dabei unerheblich, und wir werden das vorläufig letzte Mal immer damit vergleichen. Bis zum nächsten Mal jedenfalls. Und wir tun so, als gäbe es immer ein nächstes Mal. Immer. Dafür bin ich dankbar.
________________________________________________________________________________________________
Bild: iDogma –
fotografiert mit ProCamera (Collage von mir aus Papier), beschnitten mit PS Express, bearbeitet mit Dynamic Light, Segmentix, Autopainter und Blender. Finish mit Pic Grunger

Barcode-Mysterien

Wie wir heute Morgen in Sachen Geld nach P. fahren – er zur Verbraucherzentrale wegen der Sache mit unserer Telefonrechnung, ich aufs Arbeitsamt, um zu erfahren, dass ich bereits Ende Monat Arbeitslosengeld bekommen werde – fällt mir auf einmal unser Barcode ein. Jenen, den J. am letzten Freitagabend selbstgebaut hat und der nun am Galerie-Schaufenster der Walpodenakademie klebt, in welchem unsere Bilder ausgestellt sind. Wer ihn lesen kann, erfährt so unsere Kontaktdaten. Schwarz auf weiß, winzige Quadrate, beliebig zusammenzusetzen. Jedes klitzekleine Feld steht für ein Wort, für einen Buchstaben, für Satzzeichen, für Links, für Leerzeichen.

Bild: unser Barcode nach bester iDogma-Manier verappt, will heißen mit Apps bearbeitet. Als da wären eine ganze Symphonie fürs Hintergrundbild, dazu Blender und Halftone für die Fertigstellung.
****************************************
Unheimlich für uns, die wir das Ding nicht mit unseren Augen, mit unseren Sinnen, mit unseren uns im Laufe des Lebens angeeigneten Werkzeugen entschlüsseln können – was wir ständig mit allem tun, was uns begegnet.
Unheimlich, um nicht zu sagen apokalyptisch – jedenfalls noch vor zwanzig Jahren, als die ersten Strichcodes eingeführt wurden.
Unheimlich, weil unbekannt.
Kannst du jedoch die Zeichen lesen, erschließt sich dir eine ganze Welt. Und du wirst wissen. Mit J.s iPhone, das mit einer Dechiffrier-App namens Barcoo ausgerüstet ist, wird Verstehen zum Kinderspiel. Er muss bloß das schwarzweiße Quadrat fokussieren, schon piepst das schlaue Technikding sein Simsalabim und auf dem iPhone steht die Antwort. Kontaktdaten zum Beispiel. Wie eben bei jenem, das J. für uns beide gebaut hat.
Unheimlich ist, was wir nicht kennen. Wie wäre es mit der vierten Dimension? Im schon wiederholt zitierten Buch Flächenland geht es vor allem um die Flachländer, jene Geschöpfe, die ausschließlich in zwei Dimensionen leben. Die Geschichte erzählt von einem, der das unheimliche Land der drei Dimensionen gesehen hat. Als dieser anderen von der dritten Dimension erzählt, beißt er auf Granit. Das kann ja nicht sein!, sagen sie. Und kerkern ihn ein.
Doch auch mit der dritten Dimension ist das Ganze nicht zu Ende. Ich sag gleich noch einmal vierte Dimension.
Vielleicht ist ja jedes Bild – j-e-d-e-s Bild! – wenn wir es riesig vergrößern, so dass wir nur noch die einzelnen Pixel sähen, die allerdings noch irgendwie zu schärfen wären –, eine codierte Information? Wir müssten sie nur dechiffrieren!, sage ich zu J., der im Gegenlicht das Auto nach P. lenkt. Meine Augen halb geschlossen, weil ich zu faul bin nach der Sonnenbrille zu suchen. So wäre jedes Bild eine Geschichte. Und umgekehrt lässt sich wohl auch jede Geschichte in einen Barcode bringen.
Fiktiv geht das auf jeden Fall, ich tu‘s ja schon. Hier und jetzt. Gedanken und Ideen kennen keine Grenzen. Ob es praktisch geht, muss ich noch ausprobieren.
Doch irgendwann brauche ich vielleicht gar keine technischen Hilfsmittel mehr dazu. Ja, ich sehe es schon vor mir! Im nächsten Leben werde ich Bilder- und Geschichtenflüsterin.
___________________________________________________________________________________
EDIT:
Hier (klicken) habe ich den fettgedruckten Satz aus obigem Artikel in den nachfolgenden Barcode generiert 🙂

Kunst überall

Gleich Mitternacht. Ich bin müde und mein Kopf brummt noch immer ein wenig von unserem Tag in Mainz.
In der dortigen Galerie Walpodenakademie durften Irgendlink und ich das eine der beiden Schaufenster mit einem Teil unserer iPhone-Kunstwerke von unserer Ausstellung im September bestücken.

Auf obigem Bild, das ich mit der Panorama-App-Kamera Photosynth aufgenommen habe, ist es zu witzigen Bildüberschneidungen gekommen. Das ist zwar unperfekt, jawohl, aber witzig dennoch. Wenn ich das Bild im Bildordner dieser App aufrufe, erscheint es in „elastischer Form“. Ich kann es mit Fingertippen hin und her, rauf und runter bewegen und so ein Google-Earth-artiges, dreidimensionales Betrachten erzeugen. Macht echt immer wieder Spaß, diese App!

Eine Auswahl der gerahmten Kunstwerke haben wir gleich für die Kunstausstellung „ArtShop“ – ebenfalls in der Walpodenakademie – mittransportiert. Hier mehr Infos:

Zum Programm (PDF) hier klicken >>> Artshop-Programm
Geht hin und schaut … 🙂
Sämtliche unserer ausgestellten Bilder – und ein paar mehr – könnt Ihr sowohl dort vor Ort als auch in unseren beiden Whitewall-Galerien kaufen! > Sofasophia: hier klicken & irgendlink: hier klicken.
Ich kann nur sagen: Superqualität! Und ich sag bloß Weihnachten, Weihnachtsmuffelin, ich!
Auf dem Weg zurück zum Auto dies hier aufgelesen – Graffiti und Schattenwurf wetteifern um eine Hauswand.

Auf dem Heimweg schließlich ein Abstecher auf den Donnersberg, den höchsten Punkt der Pfalz. Leider ist aus dem Bild, das mich auf dem kleinen Mark-Stein in der Yogastellung Baum hätte zeigen sollen, nichts geworden. Ich hab zu früh das Gleichgewicht verloren, jawohl, aber egal. Hauptsache, wir waren da. Und es war echt magisch, so in den Wolken zu schweben.

Kunst überall, habe ich diesen Artikel genannt. Ja, und Kunst ist auch jederzeit. Gestern, heute, morgen. Gestern Abend war Ausstellungseröffnung in H. in der Galerie B. (für mehr Infos: hier klicken, doch die Ausstellungsseite ist im Moment offenbar noch nicht aktualisiert).

Spannende Leute haben wir getroffen. Witzig, dass eine von den Künstlerinnen – Katharina Kunz (in der Bildmitte) – Schweizerin ist, wie ich. War echt schön, mal wieder Dialekt zu schwatzen 🙂
Dank eines Gesprächs mit dem Künstler Klaus Harth habe ich ein spannendes Kunstblog entdeckt. Besonders angetan haben es mir Klaus‘ Vogelbilder, von denen übrigens auch ein paar im ArtShop in Mainz hängen werden. Es lohnt sich also wirklich, im Dezember nach Mainz zu fahren!
Demnächst will und werde ich mich hier zum „Versatile Blogger“-Award, der mir verliehen worden ist, äußern. Mal sehen, was mir dazu einfällt 🙂
_____________________________________________________________________________________________
Bilder: iDogma:
Bild 1: fotografiert mit Photosynth, bearbeitet und beschnitten mit PS Express
Bild 2, 4 und 6: fotografiert mit Hipstamatic, unbearbeitet
Bild 3: Flyer der Walpodenakademie
Bild 5: fotografiert und direkt bearbeitet mit Pro HDR

Spurensuche #2

Was bleibt, sind Erinnerungen …

oben: dreimal meine Tante
unten links: ein Bild aus dem herbstlichen Kindergarten: Blätterspirale
unten rechts: ein Bild aus der Küche einer Freundin? Deren Kinder beim Baden? Wie gerne wäre ich da als Mäuschen dabeigewesen 🙂
———————————————–

Jahrgang 1960

„Wer Banknoten nachmacht … wird mit Zuchthaus nicht unter zwei Jahren bestraft!“
Fotografieren ist aber hoffentlich erlaubt 🙂

Sofasophia in der großen Stadt

Da war ich heute also nochmals in P.. Ganz allein. Bereits zum zweiten Mal auf dem Arbeitsamt mit dem eleganten neuen Namen. Und mit dem richtigen Papier sogar. Die netten Ladies haben mich wiedererkannt und diesmal durfte ich die heiligen Hallen betreten. Auf dass sich eine Kollegin dort um mich kümmere.
Die war allerdings ein wenig überfordert mit mir. Was ist zu tun, wenn eine Schweizerin in Deutschland arbeitslos wird? Zumal diese erst ganz kurz im Land ist, erst sieben Monate um genau zu sein.
Dank bilateraler Abkommen wird mir meine Arbeitszeit in der Schweiz angerechnet. Gut so. Nun dreht sich das Rad und ich habe bereits nächste Termine und Aufgaben in Aussicht. Ein Dokument aus der Schweiz muss her. Und einen neuen Packen Papier zum Ausfüllen hab ich mitbekommen.
Natürlich hoffe ich, baldmöglichst wieder selbst meine Brötchen zu verdienen. Dennoch ist es ein gutes Gefühl, zu wissen, dass … Was auch immer. Ich gestehe, dass der „Selbstversuch Arbeitslosigkeit in der Fremde“ einen gewissen exotischen Touch hat und ich bis jetzt dank meiner Neugier die existentiellen Ängste auf einem erträglichen Niveau halten kann.
Die kleine Großstadt P., die ich heute alleine mit meinem kleinen, roten Sternchen erkunde, ist nicht einfach zu verstehen. Ich sag nur Einbahnstraßen. Mit ein paar Ausrufzeichen hintendran.
Bist du zu weit gefahren, kannst du nicht einfach drehen, sondern muss kreisen. Iirgendwie spiralförmig habe ich mich meinem Ziel genähert. Wie stand doch heute auf meinem Yogiteebeutelzettelchen? Nur wer das Ziel kennt, kann den Weg gehen oder so. Mein Auto habe ich in einer gewissen Distanz vom Amt abgestellt, weil ich noch ein wenig zu Fuß gehen wollte. Hätte ich das nicht getan, wären diese Bilder hier nicht entstanden.
20111103-223134.jpg
Bild 1: Vor einem Altbau steht ein offener Anhänger. Und ich müsste sooo dringend!
20111103-223231.jpg
Bild 2: Hände waschen nicht vergessen!
20111103-223310.jpg
Bild 3: Tolle Brille eigentlich!
20111103-223408.jpg
Bild 4: Daheim wird geAPPt, mit Apps weitergearbeitet, verfremdet, gezaubert: iDogma pur!
Bilder 1-3: unbearbeitet. Mit der FotoApp Hipstamatic aufgenommen.