Nadelöhre

Ja, ich weiß, über Nadelöhre wurde schon viel geschrieben. Auch hier in meinem Blog. Darüber was mit mir geschieht, wenn verschiedene äußere Umstände sich (wie Folien auf dem guten alten Hellraumprojektor – uf bärndütsch Prokischriiber –) auf- und übereinander legen. Gelegt werden. Vom Leben. Umstände, auf die ich keinen Einfluss habe, jedenfalls nicht zeitlich, nicht direkt. Dennoch sind sie logische Konsequenzen davon, dass ich mich irgendwann auf irgendetwas eingelassen habe. Dass ich irgendwann den einen statt den anderen Weg gegangen bin. Dass ich eine Wahl getroffen habe.
Die eine Folie, sie liegt irgendwo in der Mitte, zeigt mich, wie ich dieser Tage an einem Artikel – es ist eine Buchbesprechung – schreibe, den ich am Mittwoch abgeben soll. Dass sie da liegt, hat damit zu tun, dass ich so bin wie ich bin. Anders gesagt, sie liegt da, weil ich vor fünf Jahren ein Beinah-Burnout und deswegen meinen damaligen Job geschmissen hatte. Bei den Recherchen über meine Krankheitssymptome fand ich heraus, dass ich nicht krank sondern einfach ein wenig anders bin. Einfach nur hochsensibel. Und dass es noch andere auf diese Art Anders-Seiende gibt. Und dass darüber zurzeit intensiv geforscht wird. Nachdem ich darüber einen kleinen Artikel verfasst und diesen mit der Bitte aufklärend über dieses „Phänomen“ zu berichten an ein paar Zeitschriften geschickt hatte, erhielt ich von einer tollen Zeitschrift den Auftrag, doch selbst einen ausführlichen Artikel darüber zu schreiben. Seit damals bin ich mit an Bord dieses Teams und genieße es, durch das Schreiben nicht nur das Schreiben selbst zu trainieren, sondern mich, gegen Bezahlung, mit äußerst spannenden Themen auseinandersetzen zu können. Wie aktuell über das neuerscheinende Buch eines amerikanischen Hirnforschers, der einige wirklich bahnbrechende Zusammenhänge erkannt hat.
Eine weitere Folie – sie liegt ganz oben – zeigt mich und Irgendlink, wie wir uns vor über drei Jahren kennen- und lieben gelernt haben. Wie wir das eine oder andere Projekt realisiert, die eine und andere Ausstellung auf die Beine gestellt und schließlich im letzten Winter das „Ums Meer 2012“-Projekt ausgetüftelt haben. Mein Part war es, die Fäden des steigenden Heißluftballons irgendwie in der Hand zu behalten, so dass dieser zwar hoch steigen, aber nicht davon treiben kann. Lange, sehr lange Fäden – bis zu den Shetlands reichen sie und bis nach Bergen. Nun rolle ich sie langsam wieder auf, damit sie am nächsten Mittwoch, wenn Irgendlink und ich uns endlich wieder sehen werden, ganz eingerollt sind. Fäden halten heißt und hieß, da und dort Türen zu öffnen, ein ziemlich buntes Blog zu pflegen, Bilder hochzuladen, Newsletters und Pressemitteilungen zu verschicken … Ein Job, der nach einer gewissen Einarbeitungszeit zu Alltag geworden ist und täglich zwischen einer halben bis zwei Stunden Zeit erfordert. Ein Job, den ich mit Leib und Seele mache. Ein Job aber auch, der nach viel Herzblut verlangt.
Auf einer ebenfalls ziemlich weit oben liegenden Folie sehe ich mir zu, wie ich an meinen eigenen Schreibprojekten arbeite. Meine vier recht unterschiedlichen Romanmanuskripte, denen eigentlich nur noch der letzte Schliff fehlt. Nein, nicht nur. Vor allem fehlt ihnen mein Mut. Die Verlagssuche zu wagen, ist ein großer Schritt. Noch zu groß. Zumal mir die Frage im Weg steht, wer denn bitteschön tiefgründige Romane über Suizid, Amok, Missbrauch und andere menschliche Abgründe lesen mag. Immer wieder höre ich das Echo eines Satzes von Hansjörg Sch.. In einem Schreibseminar bei diesem Schweizer Bestseller-Autor fiel der Satz: Wenn ihr ein Thema habt, über das ihr schreiben „müsst“, dann tut es. Sich für Themen verbiegen, funktioniert nicht. Fakt ist: Freundinnen und Freunde glauben mehr an meine Texte als ich.
Eine weitere Folie zeigt mich auf der Suche nach meinem Platz im Leben. Arbeitsstellen hatte ich schon ziemlich viele. Und ich habe – dank meiner vielseitigen Talente und meiner verschiedenen Ausbildungen – auch schon einiges gesehen und unter dem Strich waren alle Stellen irgendwie super. Aber eben: nach einiger Zeit musste ich weiterziehen. Immer auf der Suche nach dem Wahren. Hoffend, DEN Job zu finden, der mich bis in alle Ecken meines Seins befriedigt. Okay, den gäbe es ja, das wäre nämlich eine Mischform der bereits erwähnten Folien, allerdings gegen Bares. Mindestens so viel, dass ich davon leben kann. Und nicht jeden Rappen fünfmal drehen muss. Auf dieser Folie sieht man mich, wie ich zurzeit mal sehr optimistisch, mal eher skeptisch Zeitungen und Internet nach passenden Stellen absuche. Manchmal bin ich für eine Stelle über-, dann wieder unterqualifiziert. Oft schreibe ich auch einfach tolle Firmen an, die mich interessieren. Bis jetzt erfolglos.
Auf anderen Folien sehe ich mich mit Freundinnen und Freunden zusammen, sehe wie ich dies und jenes unternehme, sehe wie ich mal zweifle, mal Mut schöpfe, sehe mich gehen und stehen, sehe mich innehalten und neu anfangen, sehe mich straucheln, sehe mich fallen, sehe mich wieder aufstehen.
All diese Folien, dicht auf dicht, liegen auf der gläsernen Scheibe, angestrahlt und auf die weiße Wand projiziert. Mittendrin, irgendwo ein kleines weißes Loch. Das Nadelöhr. Ich schlüpfe hindurch, auf die andere Seite des Haarrisses.

Sie prokrastiniert mal wieder.

Manchmal frag ich mich ja schon, wie das sein wird, wenn ich wieder eine bezahlte Arbeit haben werde. Und wie ich das alles hier gemacht hätte, wenn ich bereits von Anfang an – also gleich nach dem Umzug zurück in die Schweiz vor vier Monaten – wieder einen Brotjob gehabt hätte. Doch am allermeisten frage ich mich, wie das andere machen. Wann andere all das machen, was ich Tag für Tag mache. Kurz und gut: ich bin ausgelastet.
Ich arbeite an Auftragsartikeln, ich redigiere Irgendlinks Kunst-Reise-Blog, ich schreibe Bewerbungen, ich recherchiere für zukünftige Artikel, ich bereite dies und das für den Kunstzwerg vor, ich versuche einen Leih-iPad für Irgendlink aufzutreiben*, damit er mit diesem nächsten Monat eine noch zu kreierende Flashshow seiner Kunststraße „Ums Meer 2012“ in Los Angeles zeigen kann. Dort wird ab Mitte August das bisher größte Kunstevent im Bereich iPhoneArt stattfinden. Eine einmalige Chance, das Kunststraßenprojekt einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Der erhoffte Sponsor kann leider keinen iPad zur Verfügung stellen, wie wir heute erfahren haben. Schade. Woher nehmen und nicht stehlen? Low Budget-Kunst war schon immer herausfordernd. Und kreativitätsfördernd.
Schnitt.
Heute Morgen, nach dem Erwachen, war alles da. Alles. Fast Wort für Wort. Ich hätte mich hinsetzen und losschreiben sollen. Ich hätte den ganzen Artikel, die ganze 3000 Zeichen-lange Rezension über das neuro-wissenschaftliche Buch, den ich am nächsten Mittwoch abgeben muss, jetzt schon geschrieben. Roh zumindest. Ich hätte … Doch weil mir alles Mögliche und auch einiges Unmögliches die Sicht verstellt hat und ich nicht konzentriert an einem Text arbeiten kann, wenn dieses Alles-Mögliche meine Gedanken blockiert, muss ich zuerst den Alles-Mögliche-Berg abtragen. Und das habe ich heute getan. Einiges zumindest.
Ich frag mich (oder wohl lieber nicht), was ich morgen für Ausreden zur Hand haben werden, um die Arbeit an der Buchbesprechung weiter vor mich her zu schieben, wo doch auf der langen Liste schon einiges abgehakt ist. Bald sind die Ausreden aufgebraucht und bald muss ich ins kalte Wasser springen.
Im kalten Wasser werde ich denken: Ach, wie schön! Das ist mein Element! Warum habe ich bloß solange damit gewartet?
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* Tipps und Ideen, wie ich einen iPad leihweise auftreiben könnte, bitte gerne an mich (siehe Kontakt).

Auf kleinen Rädern

Aus dem Haus bin ich bei Spätsommerwetter. Kaum bei der nahen Post angekommen ist es auf einmal wieder Hochsommer. Sobald die Wolken der Sonne Platz machen, wird es schwül. Nach einem Letzte Dinge-Einkauf vor dem morgigen Flug nach Hamburg hänge ich nun Leckeis essend auf einer Parkbank unweit meiner Wohnung. Halbschatten. Das neue Buch, für die Reise gekauft, lockt.
Eben rollen zwei Jungs, fünf und sechs schätz ich mal, um die Ecke. Der kleinere auf Rollerblades, der größere auf einem Skateboard. Rollen? Na ja, so richtig rollt es noch nicht und schon landet der Kleine auf dem Po. Da nutzen die besten Handschoner nix. Schon will er weinen, besinnt sich aber schnell, dass er ja nicht mit der Mama unterwegs ist, sondern mit einem Kumpel oder großen Bruder. Weinen ist eh nur was für Bubis, das weiß doch jeder. Er dreht sich um und steht auf. Stapft zum nahen Zaun wie unsereins in Skischuhen. Der Große überholt ihn und schon rollen, stapfen und verschwinden sie wieder aus meinem Blickfeld.
Hinfallen, aufstehen. Fehler machen. Dürfen. Weitergehen. Kinder machen es uns vor. Gut, ab und zu eine Träne darf sein, wenn’s denn wirklich irgendwo weh tut und nicht nur um Mitleidfischen geht.
Schon drehen sie ihre zweite Runde um den Häuserblock. Diesmal rollt der Kleine an mir vorbei. Ja, jetzt rollt er bereits. Zwar ringt er noch um Gleichgewicht, balanciert aus, doch nur so findet er heraus, wo seine Mitte ist und lernt, ohne darüber nachzudenken, etwas wichtiges fürs Leben.
Schnitt.
Es ist Abend. Ich backupe Daten, Bilder- und Textordner, vom Rechner auf die externe Festplatte, wie ich es von Zeit zu Zeit mache. Vor dem Urlaub immer. Zur Sicherheit. Damit mein Rechner auch ein paar entspannte Urlaubstage genießen kann.
So sortiert wie heute Abend habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Ist sicher auch die Vorfreude auf das morgige Wiedersehen mit dem Liebsten. Nach über vierzehn Wochen hat sogar das Packen, das ich sonst nicht wirklich mag, Spaß gemacht. An die kleinen Jungs auf den kleinen Rädern musste ich dabei denken und wie wir Dinge fürs Leben lernen. Und was wirklich zählt. Auch dass es nicht schlimm ist, wenn ich etwas nicht dabei haben sollte – solange es nicht der Akku und das Ladekabel sind, die ich vergessen würde, natürlich nur.
Wie lernen wir, wie finden wir heraus, was wir wollen und was wirklich zählt? Ist es Erfahrung, Konditionierung, Programmierung gar? Glaubenssätze lernen wir durch Wiederholung sagen die PsychologInnen und Verhaltensforschenden. So wie alles. Problematische Glaubenssätze – sagt Hirschhausen (siehe letzter Blogartikel) – lassen sich am besten durch unsern neuen Erkenntnissen entsprechende Glaubenssätze überschreiben. Denn nicht alles, was wir glauben, tut gut. Nicht alles, was wir glauben, ist wahr – obwohl es wirkt. Und nicht alles, was wir glauben, müssen wir bis ans Ende unseres Lebens glauben. Die noch recht neue Wissenschaft der Positiven Psychologie setzt genau da an: es gilt neue Wege des Denkens und im Verhalten zu entdecken.
Ob ich mal wieder Rollerblades fahren sollte?

Schere, Stein, Papier …

Gegen ein Leck ist offenbar auch das stärkste Seil machtlos, geht es mir durch den Kopf, als ich dieses verrückte Bild auf pixartix_dAS bilderblog und auf irgendlink hochlade.
Mein Liebster hat heute auf dem Weg nach Kristiansand, auf seiner Reise ums Meer (Nordseeumradelung)  an der Schärenküste einen zwar fest vertäuten, dennoch gesunkenen Kahn fotografiert.
Leck trotzt Seil. Papier ist stärker als Stein ist stärker als Schere ist stärker als Papier …

Die Zahnspange und andere Kompromisse

Gäbe es den Konjunktiv nicht, müsste ich ihn erfinden, denke ich des Öfteren, wenn ich mir beim Denken zuhöre. Weil ich ständig so vieles tun und so manches lassen möchte, das eben nicht in meiner Kraft liegt. Die Welt retten ebenso wenig wie wirklich ganz und gar das tun und lassen, was ich bin und will.
Kompromisslosigkeit versus Kompromiss. Immer wieder diese Diskrepanz in mir, die mir auf den Schulter hockt.
Ins linke Ohr flüstert sie: Ja, so ist gut, wehr dich! Befreie dich! Mach dein Ding!
Ins linke Ohr: Das kann du so nicht bringen! Du brüskierst und verletzest die anderen!
Ja, zugegeben, die Konsequenzen habe ich mir nicht überlegt. Wie es sein wird, wenn ich nicht mehr um jeden Preis nett bin, kenne ich nicht. Wie es für mich ist und wird ebenso wenig wie es sich für die anderen anfühlt. Da sind drei Menschengruppen: Die, die ich liebhabe und sie mich. Die werden mich eh liebhaben, auch wenn Nettigkeit nicht mehr so weit oben hocken wird. Dann jene, die mich ein wenig kennen – oder nur vom Blog. Wie wichtig sind sie mir? Vielleicht sind sie jene Menschen, die meine Blogstatistik am meisten beeinflussen? Wie viel Rücksicht haben sie verdient? Werde ich sie vergraulen?
Du wirst erst glücklich sein, wenn dich das, was andere über dich denken, nicht mehr kümmert, hat Irgendlink vor Jahren mal theoretisiert. Ohne dieses Glück bereits im ganzen Umfang gefunden zu haben. Auf dem Weg dahin sind wir unterwegs. Er. Ich.
Und die dritte Gruppe? Die, denen ich egal bin oder die mich eh irgendwie doof finden. Die größte Gruppe. Und zugleich die, die mir am egalsten ist. Denen, die mich doof finden, bin entweder zu „so“ oder zu „so“. Und wenn ich jemandem egal bin, kann mir das ja egal sein.
Trotze ich? Und wenn ja, warum und wem gegenüber? Oder ist meine aktuelle Infragestell-Phase von allem möglichen gar ein Veränderungsprozess in Bezug auf meine Standardeinstellungen, wie das die Mützenfalterin in ihrem Blog thematisiert hat? Sie zitiert im Kommentarstrang Foster Wallace:

„Als wäre die grundlegende Sicht eines Menschen auf die Welt und den Sinn seiner Erfahrungen irgendwie automatisch in ihm verdrahtet wie Körper- oder Schuhgröße, oder als würden sie wie die Sprache von der Kultur vorgegeben. Als wäre unsere Konstruktion von Sinn keine Frage der persönlichen und ausdrücklichen Wahl, der bewussten Entscheidung. (…) Ein solches Denken ist meine angeborene Standardeinstellung. Es ist die automatische, unbewusste Haltung, in der ich die langweiligen, frustrierenden und überfüllten Teile des Erwachsenendaseins erlebe, wenn ich auf Autopilot laufe und unbewusst glaube, ich bin der Mittelpunkt der Welt, und meine unmittelbaren Bedürfnisse und Gefühle sollten in der Welt Priorität haben.”

Was klar so nicht ist. Ich bin ausschließlich die Mitte meines eigenen Lebens. Und nicht mal das wirklich. Zum Glück bin ich – sind wir alle – ständig in der Lage uns zu verändern. So jedenfalls sind wir konsturiert. Nicht alles lässt sich sofort ändern und nicht alles gleich gut, zugegeben, doch zumindest das oft genug festgefahrene Denken. Wir können immer aufhören „so“ und anfangen „so“ zu denken. Theoretisch zumindest.

„Es ist immer auch eine Art Herausforderung, egal wo und wie wir geboren werden. Erst wenn wir diese annehmen, gerade hier und jetzt mit dem was ist, und tun, was zu tun ist, kann Entwicklung geschehen und vielleicht auch Zufriedenheit wachsen“

So schrieb Freundin U. neulich in einer Mail. Und die Mützenfalterin schrieb:

„Ich weiß gar nicht, ob Veränderung ein Ziel haben muss, außer sich selbst treu zu bleiben, d.h. die Dinge immer wieder in ein Verhältnis zu setzen und zu hinterfragen.“

Neuanfänge und Veränderungen sind bei mir aktuell hochaktuell. Mehr als sieben Wochen bin ich nun – schon oder erst – wieder in der Schweiz. Meine Heimat. Ich denke oft in Bildern, wenn ich mich in der altvertrauten Landschaft neu orientiere. Ich denke dabei an Weben. Ein erstes Mal, wenn ich einen neuen Weg gehe, sind alle meine Sinne weit offen. Ich nehme auf und integriere, was ich wahrnehme in das neubegonnene Gewebe in meinem Kopf. Ich verankere den neuen Faden mit dem Kamm. Mit jedem Mal, den ich ihn gehe, wird der Weg vertrauter. Gibt mir Heimatgefühl, je besser ich ihn kenne. Was sich ziemlich gut anfühlt. Meistens.
Oft gehe ich nun auch schon von früher bekannte Wege, lange nicht mehr gegangene allerdings. Eine Zeitreise sozusagen.
Bin ich überhaupt je weggewesen?, frage ich mich. Was dazwischen war, schrumpft und verschwindet. Tut wenigstens so. Die alte Heimat fühlt sich an wie ein altes, zuhinterst im Schrank wieder entdecktes Kleidungsstück. Passt noch, ist aber seltsam mich darin im Spiegel zu sehen.
Bin das noch ich? Welche Ich?
Mir treu bleiben ist einfach. Wenn ich in den ausgetretenen Spuren und Standardeinstellungen verharre. Aber ist das Treue zu mir? Was in mir fordert meine Treue?
Mir treu bleiben ist schwer. Denn es gilt herauszufinden, was es ist, dieses „mir“, dem ich Treue versprochen habe.
Passe ich mich mir an? Wachse ich mit? Gönne ich mir neue Schuhe oder quetsche ich mich in die alten?
Schreiben ist – denk ich grad, wie schon oft, wie ich mir über die Schultern schaue, während ich denke und mitschreibe, ein Denkprotokoll quasi niederschreibe – schreiben ist mein seelischer Verdauungsprozess. Aber ich schweife ab.
Der Vergleich, der Wettbewerb ist die Zahnspange unserer Gesellschaft. Erfunden wurde dieses heute so unvermeidliche und sogar stylish gewordene Teil ursprünglich, um Menschen, deren Zähne in einer schlimmen, gesundheitlich problematischen Stellung wuchsen, zu helfen. Heute ist daraus ein Ding geworden, das alle Zähne aller Menschen auf Gleichheit trimmt. Behaupte einer, dass all die vielen jungen Menschen, die Zahnspangen tragen, wirklich ein Problem mit der Zahnstellung haben.
Zahnspangen brauchen wir Schreibenden nicht. Nicht für den Stil jedenfalls. Ich behaupte, dass die Richtlinien, die uns Grammatik, Syntax und Rechtschreibung, geben, reichen. Kreativität braucht kein Raster. Gleichförmigkeit ist langweilig. Lassen wir uns keine Zahnspangen verpassen!
Zum Schluss noch dies, weil es auf dem Zettel neben mir auf dem Tisch steht und geschrieben werden will: Wie viel schön pro Tag brauchen wir um zu leben, um zu überleben?
Und wie viel schön pro Tag ist gesundheitsschädigend?

Kleine und große Worte

Man sollte sich trauen.
Man sollte SICH trauen (vertrauen).
Man sollte sich TRAUEN (getrauen).
Wie echt bin ich?
Bin ich, was ich wirklich bin?
Tue ich, was ich wirklich will – zumindest in meiner Freizeit?
Was ist Freizeit? Wer definiert meine Freiräume?
Was treibt mich – und wohin? Wieso?
Was bremst mich – und empfinde ich es gut oder schwierig?
Wie viel Sicherheit gibt mir das Immergleich meines Alltags?
Wie viele Unstabilität ertrage ich?
Was verunsichert mich und wieso?
Weiß ich nur, was ich nicht will oder auch was ich will?
Du liest hier mit, weil du das willst. Wirklich?
Mehr Fragen als Antworten. Mögliche Antworten greifen nur temporär.
Beim Schreiben einer Geschichte ganz und gar ein allfälliges Publikum vergessen.
Oder mir mich als Geschichtenerzählerin mit Publikum vorstellen und meinen Text an diese Menschen richten.
Was will ich?

Eines Tages

Ich esse Vollkornbrot vom Großverteiler, aus, so vermute ich, monokulturell angebautem Getreide. Schmeckt gut. Das Ei, das ich mir dazu gebraten habe, sei Bio, steht auf dem Karton. Ob das Huhn, das es gelegt hat, glücklich ist? Ob es ahnt, wie ein Hühnerhof aussieht? Tiergerechte Haltung – was wissen wir schon?
Mmh, köstliches Zitronenjoghurt. Auch Bio. Ich stelle mir glückliche Kühe auf grünen und blumenbunten Magerwiesen vor, mit Margeriten und Hahnenfuß, mit Weiß- und mit Rotklee. Und mehr als nur zwei Grassorten. Glückliche Kühe. Food Facts. Auf den Becher gedruckt. Aufs Gramm genau kann ich schauen, was ich esse. Wie viel Eiweiß die Kuh aus Gras und Blumen generiert hat.
Meine Gedanken schweifen ab.
Gestern schrieb ich in einer Mail an S., dass ich mich zurzeit sehr ausgeschrieben fühle, ausgeleert und ausgewrungen. Und nichts mehr zu sagen habe, sozusagen. Alles gesagt. Und dass ich darum das Bloggen sein lassen werde. Eigentlich stimmt das nicht ganz. Es ist nur ein Teilaspekt, denn das Schreiben und das Denken kann und will ich nicht lassen.
Hier geht es um Energie. Meine Energie, die ich zurzeit als sehr begrenzt erlebe. Der Austausch mit meinen Leserinnen und Lesern ist mir zwar wichtig, doch ich stelle oft fest, dass mich das Antworten nicht befriedigt. Dass mir, um mich zufriedenzustellen, mehr Energie zur Verfügung stehen müsste. Kurze Antworten werden den Kommentaren nicht gerecht und sind auch immer mal wieder missverständlich und lange Antworten sind oft so persönlich,  dass sie im Blog nicht am wirklich passenden Ort sind. Zu öffentlich. Darum habe ich mich nun durchgerungen, die Kommentarfunktion zu deaktivieren. Obwohl ich den Austausch mit euch liebe. Obwohl ich die Kommentare schätze. Obwohl. Ja.
Mit einem Augenzwinkern gesagt, befreit mich und dich das davon, um jeden Preis etwas Schlaues zu meinen Artikeln und den Kommentaren sagen zu müssen. Wer will, darf natürlich gerne per Mail mit mir Kontakt aufnehmen. Die Adresse findet sich auf der Kontaktseite oben. Oder ihr habt sie schon.
Da sitze ich also und esse Vollkornbrot, Bioeier, Biojoghurt und denke über das Bloggen nach. Aber ich denke auch an den Drachenläufer. Gestern geguckt. Eine wunderbar von Marc Forster umgesetzte Geschichte nach dem gleichnamigen Roman.
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=fasqP9mcZ34]
 
Wegen eines ethnischen Makels – ja, unsere Herkunft stempelt uns fürs Leben! – geht eine Bubenfreundschaft unwiederbringlich kaputt. Und vor allem wegen Feigheit, fehlendem Mut. Auch beim Geschichtenerzähler, dem Buch von Mario Vargas Llosa, das ich gerade lese, geht es um Ethnien. Um Akkulturierung. Um den Verlust der Wurzeln und um Kolonialisierung, Verwestlichung, Domestizierung, Anpassung und Unterdrückung. Wenn ich es mir so recht überlege, ist das Dschungelbuch – die uralte Filmversion aus den Vierzigern (!), die ich neulich geguckt habe – eigentlich ein Film voller Übergriffe und Falschinterpretationen uns unbekannter Kulturen und Lebensweisen. In Bezug auf das „exotische“ (indische) Volk ebenso wie auf die den Urwaldtieren angedichtete Charaktere. (Das Buch habe ich – ja wirklich! – nie gelesen. Andere Verfilmungen kenne ich nicht. Ich mache hier nur eine Aussage über diesen einen Film).
Fazit: Wir domestizieren. Wir beherrschen. Wir unterdrücken. Wir manipulieren. (Falls du nicht und nie auch nur ein bisschen, dann Glückwunsch. Lies einfach weiter – oder lass es bleiben.)
Aber wir passen uns auch an. Wir lassen uns die Flügel stutzen. Wir hören uns an, wie wir zu sein hätten. Wir lassen uns vorschreiben, was richtig ist. Zutiefst menschliches Verhalten in wohl fast allen gewesenen und lebenden Kulturen der Welt, wie ich vermute.
Betrachte ich das Blatt Papier vor mir (dass ich von Hand mit den obigen Sätzen beschrieben habe, während ich frühstücke), betrachte ich meine Schrift, betrachte ich die aufgedruckten feinen horizontalen und vertikalen Linien meines Schreibblocks, stelle ich fest: Meine Lehrpersonen waren erfolglos damit, mir meine wilde Schrift ab- und mir dafür eine andere gesellschaftskompatible, lesbare, nichtmeine Schrift anzugewöhnen. Nicht, dass ich nicht auch (relativ) lesbar schreiben könnte. Wenn ich muss und wenn ich will. Aber wenn nicht, dann nicht. Selten treffe ich Zeilen oder Linien. Die a, die e, die z, die s, die g, die undsoweiter sehen bei mir nie gleich aus. Jede Graphologin würde sich die Haare raufen. Mein Vorteil: Ich kann die meisten Handschriften auf Anhieb lesen. Aber ich schweife ab.
Wie wären wir wirklich? Wie wäre ich wirklich? Wenn? Wenn ich nicht? Wenn was? Ohne die Zivilisation? Ja, wie wäre ich – heute und hier – ohne unsere jahrtausendelange Wegführung von der Verbundenheit, die der Mensch eins zur Natur hatte. Zu den Tieren. Zu Pflanzen und Elementen. (Natürlich sind all diese Fragen müßig, aber ich denke sie trotzdem. Und gerne.)
Diese tiefe Sehnsucht nach Wildheit und Eingebundensein in die ursprünglichen Zusammenhänge hatte ich schon immer. Spontane Naturrituale machte ich schon als Kind. Beim Toter-Vogel-bestatten ebenso wie Beim durch-den-Wald-streifen. Und beim Steinesammeln ebenfalls. Meine Intuition erscheint mir heute, als Erwachsene, zuweilen wie ein Relikt aus uralten Zeiten, die mich in dieser überzivilisierten Welt – wie eine Kompassnadel, die von zu vielen Geräten irregeführt wird und wild im Kreis tanzt – oft in die falsche Richtung weist. Richtig schon, aber nicht umsetzbar, denn würde ich ihr immer gehorchen, könnte ich schon bald nicht mehr in dieser Gesellschaft leben. Zum Beispiel empfiehlt mir meine Intuition in einer Stresssituation Rückzug und Ruhe, doch die Umsetzung ist meist nur schwer möglich. Oder falls ich es tue, manövriere ich mich ins Abseits.
Back to topic. Born to be wild? Thrill um jeden Preis. Highheels statt barfuß. Weil es kaum mehr Orte gibt, wo wir Wildheit und Urtümlichkeit spüren, leben, riechen, berühren können und erfahren (falls wir es denn noch wollen, noch spüren, noch ersehen), schaffen wir uns diese Orte selbst. Wir springen an Seilen von Brücken, ohne Seil dafür mit Stoff über dem Kopf aus Flugzeugen und besteigen die höchsten Berge und Türme.
Nein, ich darf nicht verallgemeinern. Das sind ja eh immer alles nur die anderen. Und außerdem haben wir alle grundverschiedene Bedürfnisse. Haben wir das? Ist da nicht der Wunsch in uns allen, uns lebendig zu fühlen? Lebendig und in Verbindung mit uns und dem Leben?
Schnitt. Zoom. Ich. Wie gehe ich mit dieser Zerrissenheit um? Ich lebe hier in meiner zivilsierten Welt mit Warmwasser und Kühlschrank, mit Laptop, iPhone, DVDs und Büchern, mit Internet und Telefon. Ich liebe diese Dinge. Ja, und ich liebe die Natur. Die Aare. Wasser und Feuer. Wind. Erde an den Händen.
Entweder-oder geht hier nicht mehr. Sowohl-als auch ist der Weg, für den ich plädiere. Integration. Zurück in die Steinzeit kann ich nicht. Und will ich auch nicht. Dennoch frage ich mich, wie es wäre, wenn … Und auch, wenn es anders gewesen wäre. Wenn die Zivilisation organischer vorangegangen wäre. Weiblicher, matriarchaler. Ob die Atombombe erfunden worden wäre? Sexismus und Rassismus wäre vielleicht Wörter ohne Inhalt. Und darum inexistent.
Integration – was genau ist das überhaupt? Ist es das Zauberwort, um mich aus meiner Zerrissenheit und dem schmerzhaften Spaghat zwischen uralt-innerem Wissen und dem pseudouniversellen Wissen des weltweiten Netzes zu befreien?
Wie das Biohuhn, das mein Ei gelegt hat, wohl wenig Ahnung von einem richtig tollen Hühnerhof hat und schon gar nicht, wie es in der Wildnis aussieht, die es für Hühner bestimmt auch einmal gegeben hat, wie das Biohuhn also, bin ich eine Mischung aus alle dem, was ist und war. Verbunden durch meine EUrinnerungen, durch alle Zeiten mit allen Zeiten und mit allem, was lebt.

nur klitzeklein

Heute mit der Frage erwacht, wie sich eine Trapezkünstlerin, wie ich sie zum Beispiel letzten Samstag im Zirkus gesehen habe, wohl in genau jenem Moment fühlt, wo sie die sicheren Hände des Partners loslässt, sich in der Luft um sich selbst dreht, um nachher wieder die vertrauten Hände zu fallen. Wie sie diesen klitzekleinen Moment empfinden mag, wo die Welle bricht, wie ich das nenne. Wo die Zeit scheinbar stehen bleibt, wo sich nichts und alles bewegt.
Vielleicht ist da nur Vertrauen. Und Körperwissen. Vertrauen in das eigene Können ebenso wie in jenes ihres Partners. Ich glaube, im Zirkus mag ich genau deshalb genau jene Nummern am liebsten, wo die Choreographie vorgibt, dass sich zwei oder mehr Menschen scheinbar mühelos zu einem Gesamtkunstwerk verweben. In der Luft schwebend oder auf dem Boden akrobatisierend.
Eigentlich, so sagte ich zu Freundin U., die mich gestern besucht hat, eigentlich ist jedes menschliche Zusammenspiel ein bisschen wie Trapezkunst. Irgendlink schickt mir seine Bilder und Texte, die ich dann, in seinem Sinn, verblogge. Er vertraut mir. Vertrauen zu erhalten ist ein wunderbares Geschenk. Und zu vertrauen ebenfalls.
Wieder ein Grund zum Dankbarsein.
Auch dieser Text hier, den Wolf vorhin kommentiert hat:

Gerade heute, sei nicht ärgerlich.
Gerade heute sorge dich nicht und sei erfüllt von Dankbarkeit.
Widme dich aufrichtig deiner Arbeit (an dir selbst) und verdiene dein Brot redlich.
Gerade heute sei liebevoll zu allen Wesen.

von Dr. Mikao Usui
Und jetzt fahr ich los, nach Solothurn und Bern, Besuche machen. Winkewinke!

Ein Tag im Leben von …

Gestern habe ich die letzte Umzugskiste ausgepackt, platt gemacht und mit ihren Schwestern und Brüdern zusammengeschnürt in den Speicher unter dem Dach gestellt. Meine Wohnung sieht schon fast gemütlich aus, wenn auch noch ohne Bilder.
Endlich ist das Leben aus Kisten vorüber. Schon beinahe vergessen sind die ersten Tage, wo ich ständig etwas suchte und Kistenberge umstapeln musste, um das Ersehnte zu finden. Zum Glück waren die Dinger angeschrieben. Nicht im Detail, aber nach Thema und Raum. Ein nächstes Mal könnte ich eine Exceltabelle von den Kisteninhalten machen und die Kisten entsprechend der Liste einfach nummerieren, denke ich. Wenn ich etwas suche, kann ich einfach die Liste mittels Suchfunktion scannen um das Ding zu finden. Denke ich. Denn die Zeit zum Listenschreiben hat frau definitiv nicht, wenn sie im Umzugsflow gefangen ist. Gefangen vom Takt der Zeit. Ticktackticktack. Noch zwei Wochen. Noch eine Woche. Noch zwei Tage. Und auf einmal saß ich im Auto Richtung Schweiz. Und nun sitze ich hier und habe heute Morgen die letzte Lampe aufgehängt.
Dass ich nach einem Umzug so viel Erholungszeit brauche, ist neu. Auch dass ich vierzehn Tage brauche, um alles auszupacken. Was nicht mit der Menge, sondern mit meinem Tempo zu tun hat. Zugegeben, die Langsamkeit hat auch mit meinem Zweitjob zu tun. Neben dem Job als Wohnungseinrichterin auf Zeit bin ich ja – wie Stammlesende wissen – auch Kunst-Reise-Blog-Redakteurin auf Zeit. Im Irgendlink-Blog. Das erfüllt mich noch immer mit großer Freude, einen besseren Job gibt es kaum. Am schönsten jedoch ist es, wenn ich grad dabei bin, einen Artikel mit Bildern zu gestalten und just dann der Liebste kostenloses Wlan entdeckt und dank Skype von seinem iPhone aus meins anrufen kann. Hallo, hörst du mich? Nach etwa zehn Sekunden Rauschen und Geknister in der Leitung können wir beide ja sagen.
Ja, ich höre dich, wo bist du?
Ja, ich höre dich, wie geht es dir?

Mein Herz klopft jedes Mal (wild, laut, heftig, rosarot und so) wenn ich seine Stimme höre und noch immer, auch nach bald drei Jahren noch, weiß ich mich in solchen Momente siebzehnjährig, alterslos, glücklich.
Kaum haben wir uns, eine ganze Weile später, wieder verabschiedet, klingelt das Telefon von neuem. Freund M. (2) sagt hallo und erzählt sonst noch ein paar Sachen aus seinem Leben. Wir haben uns lange nicht mehr gehört. Gesehen noch viel länger. Eine ganze Stunde geht so vorbei und die Bilder aus England, die ich für Irgendlink bloggen wollte, hängen noch immer im Bearbeitungsmodus fest. Soeben wird mir vom Stellensuchsystem eine offene Stelle zugemailt. Ich schreibe eine Bewerbung und verschicke sie online, damit das auch vom Tisch ist.
Auf einmal fühle ich mich fiebrig. Da ruft Lieblingsbruder P. zum zweiten Mal an und gibt Entwarnung. Er arbeitet in der Nähe und hatte eine Autopanne. Ob ich ihm allenfalls mein Auto leihen oder ihn von S. nach B. fahren könnte, hatte er vor zwei Stunden gefragt. Kann ich, natürlich, hatte ich gesagt. Inzwischen hat der Pannendienst ein Ventil ausgewechselt, sagt er, und alles ist wieder gut. Gut, sage ich. Denn mit Fieber ist nicht gut autofahren.
Die Mail von Freundin R., die ich nun öffne, berührt mich sehr. Sie arbeitet an einem Buch, das unter anderem ein Interview mit mir enthält. Ich dürfe den rohen Text über unser Gespräch, den sie mir zur Kontrolle des Inhalts gemailt hat, gerne nach Gusto lektorieren und redigieren, bietet sie mir an. Und die anderen Texte, wenn ich wolle, auch gleich. Gerne. Nur leider könne sie mir nichts zahlen. Hm. Sie ist auch nur eine arme Schriftstellerin wie ich, denke ich. Schlaf drüber, sagt eine innere Stimme. Okay, sage ich. Mache ich. Schlafen. Später aber erst, denn noch immer hängen die Bilder von England in der Leitung. Ich stehe kurz auf und hole Wasser. Das Probe-Yoga habe ich zum Glück verschoben, auf nächste Woche. Will da nicht mit Fieber und entzündeten Sehnenscheiden hin, sage ich mir, während ich endlich Irgendlinks Bilder publiziere.
Dabei wollte ich doch bloß ein kleines Artikelchen bloggen, als ich heute Mittag den Laptop startete. Und jetzt ist schon sechs Uhr vorbei. Und der Blogtext, den ich schreiben wollte? Grad war der Zettel doch noch da, worauf ich mir notiert hatte, worüber ich bloggen will. Parallelen stand drauf, meine ich mich zu erinnern. Was noch? Vergleichen?
Vergessen, so las ich gestern irgendwo, vergessen sei überlebenswichtig. Oder so. Weil wir uns gar nicht alles merken können. Und auch nicht müssen, vermutlich, doch den Rest des Textes habe ich … schon wieder vergessen.