rotweißer Daumen

Statt mit den Leuten aus meinem Büroteam in der Räblus zu sitzen und die Nati anzufeuern, lag ich zuhause im Bett. Nach Hause geschickt in der minusdreißigsten Minute. Mein achter Fiebertag. Fieber als Dauergast. Fast wie ein guter Fußballspieler begleitete es mich  – mal in der Peripherie, mal ganz zentral – durch die letzten Tage. Heute bescherte es mir ein Fußballerlebnis der dritten Art.

Da liege ich also im Bett, mangels Fernseher mit den Radiokopfhörern über den Ohren, und verfolge den Fußball übers Äther. Ich kritzle „ein Sieg in einem Fußballspiel kommt nur dank den Fehlern des Goalies zustande“ auf einen Zettel, „wie im richrigen Leben!“. Dann döse ich weg. Irgendwann im Fieberdelirium beginne ich den grünen Rasen zu sehen. Und den Ball. Und die elf Männer, die die beiden mit Füssen treten. Schönstes 3D. Da. Ein Schrei: Gooooaaaal!

Träume ich? Für wen? Hab ich das richtig verstanden? Ein Tor der Schweizer Nati gegen den aktiven EurOPAmeister Spanien? Ich muss träumen. Doch da höre ich den Satz wieder! Der Journi sagt, dass die Schweiz führt. Es wimmelt zwar während des ganzen Spiels von gelben Karten, aber was soll‘s. Hauptsache WIR FÜHREN. Und das soll sich bloß nicht ändern. Mein linker Daumen bleibt für den Rest des Spiels rotweiß wie das Tii-Schii meiner Arbeitskollegin G., so sehr drücke ich ihn. Passt ja perfekt. Meine Nerven liegen blank und blanker. Neunzigste Minute.

Fünf Minuten Nachspielzeit? Wie bitte? Die spinnen, die Schiris! Denen hat es wohl ins Hirn geschneit!, denke ich. Die sind wohl gekauft. Am liebsten würde ich mit Rasenmähern um mich schmeißen und für den Bruchteil einer Tausendstelsekunde kann ich das Hooligan-Gen, das in allen von uns schlummert, sich in meinen fiebrigen Eingeweiden räkeln sehen. Es hat sich allerdings nur zur andern Seite gedreht und schläft gleich wieder weiter. Schließlich der letzte Corner. Meine Nerven flattern. Am Tor vorbei geschoßen. Und endlich pfeift der Schiri ab.

Wann habe ich je ein so spannendes Spiel gesehen? Gesehen, öhm, Fieberwahn und so. Immerhin steht es später auch so im Internet: 1:0 für die Schweiz. Also doch nicht alles geträumt. Auch die gelben Karten nicht. Und die hupenden Autofahrer sind vermutlich auch keine Sinnestäuschung. Oder etwa doch?

Die Abweichung

Alles, was wir sind, beruht eigentlich auf einem Irrtum. Das ganze heutige Menschsein. Einem unabsichtlich geplanten Irrtum sozusagen. Gott hatte – müsst ihr wissen – vor langer Zeit, was auch immer das eigentlich ist, den vermutlich genialen Plan, die menschliche Gerade, will heißen die menschliche Evolution, genau nullkommasiebenfünf Grad entlang einer vorgängig genau ausgeklügelten und definierten Basislinie, der Linie Null, der Gottlinie, laufen zu lassen. Aber weil er beim Umsetzen dieses Planes einen ausnahmsweise übermütigen Tag hatte, nahm er es nicht so genau wie geplant. Ob das Gerücht mit dem Wein stimmt, kann ich leider nicht bestätigen. Jedenfalls sind es nachweisbare nullkommaacht Grad, die die menschliche Gerade von Linie Null abdriftet.

Natürlich fragen wir uns nun, da wir dies erfahren haben, warum die menschliche Linie denn nicht parallel zur Gottlinie verläuft. Gute Frage. Eine der vielen, auf die es keine Antworten gibt. Immerhin ist nullkommasiebenfünf daneben ist ja nicht viel. Und der Unterschied von der geplanten zur tatsächlichen Linie, also nullkommanullfünf noch weniger. Kaum der Rede wert. Doch in den paar tausend Jahren, die seither vergangen sind, wurden daraus viele Kilometer. Die besagte Abweichung vom ursprünglichen Plan, dem Paradiesplan sozusagen. Wie es heute hier wohl wäre, wenn?

Tatsache ist, dass sich diese Abweichung überall bemerkbar macht und alle sind wir seither damit beschäftigt, diese globale und persönliche Abweichung vom Plan irgendwie zu kompensieren. Alle suchen wir seither irgendwie einen Weg, dieses grausame Leben zu ertragen. Zum Beispiel lenken wir uns vom lebendigen Leben ab und spezialisieren uns aufs konsumieren. Dazu schauen wir uns Dinge wie Fußballspiele an. Beispielsweise. Oder wir gehen arbeiten. Fahren Auto. Essen. Trinken. Schlafen. Schlagen Stunden tot. Drehen Däumchen und Grillspieße. Lesen Bücher und Blogs. Schreiben Nonsens und Klugscheiß. Und schauen noch mehr Fußballspiele.

Dabei wäre alles ganz einfach, denn …

(Schlusssatz-Variante Nummer eins)
… irgendwo ist eine Schatzkiste oder etwas in der Art versteckt auf dem die Urkoordinaten der menschlichen Spezies festgehalten sind. Nullkommasiebenfünf ist nur ein Platzhalter. Den Schatz finden würde alle Probleme schlagartig lösen. Der heilige Gral?

(Schlusssatz-Variante Nummer zwei)
… nun haben wir endlich den Beweis: Gott ist nicht unfehlbar. Aber ob das Ganze überhaupt ein Fehler war? Ob Leben parallel zur Gottlinie überhaupt menschenmöglich wäre?

(Schlusssatz-Variante Nummer drei)
… Göttin wäre sowas kaum passiert. Die hätte von vornherein mindestens Nullkommaneun Grad Abweichung eingeplant oder gar nicht erst mit Geraden herumgespielt. Hyperbeln und Parabeln, Kreise und Spiralen sind einfach viel schöner.

konservieren

Spazieren ist für mich immer eine multisensuelle Erfahrung. Nebst Gerüchen und Geräuschen, die sich nicht festhalten lassen, weiden vor allem die Augen. Sie können ihre Eindrücke sogar digital mit nach Hause nehmen.

Letzten Freitag mit J. im Könizbergwald und im Liebefeld unterwegs …

Wir treffen eine meiner Cousinen und ich frag mich, wer wohl besser spinnen kann, sie oder ich?

Vom Leben gezeichnet.

Baustelle mitten im Wald.

Wo Menschen sind, sind auch Schlösser.

Wo Menschen sind, ist auch künstlerischer Ausdruck.

Siehe obigen Kommentar.

Das Rad der Zeit?

„Deine These (siehe 24. Mai) wird hier sichtlich widerlegt!“, sagt Irgendlink hier. „Auch in Bern gibt es VisionärInnen, die Baugerüste auf Vorrat bauen.“

Eden

Der Traum von Paradies, wer träumt ihn nicht? Mindestens ein bisschen.

Gestern haben wir uns Straßenkarten für die Urlaubsreise im Juli gekauft. Vorfreude ist eben die schönste Freude. Im Bett liegend sich durch Kartenlandschaften zu träumen – so schön. Besonders, wenn es Träume sind, die sich umsetzen lassen.

Einen ganz anderen Traum vom Paradies haben wir uns gestern Abend im Kino angeschaut.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=ik9vsiwNnBw]

Mit sehr gemischten Gefühlen habe ich mir diese Geschichten aus jenem kleinen Berner Mikrokosmos im Westen von Bern zu Gemüte geführt. Ein wenig traurig hat er mich schon gemacht, dieser Film, denn kaum einer der gezeigten Menschen schien wirklich glücklich zu sein. Doch immerhin ein wenig glücklicher als er oder sie wäre, hätte sie ihr Stück Garten nicht.

Und wovon träumt ihr?

mersi bogu …

Liebe/r K., L., C., F., B., M., M. und M., allerliebster J.
… und natürlich auch all die lieben Menschen, die gemailt, angerufen und gesmst haben:

Ich bin euch herzlich dankbar für diesen wunderbaren Tag …

Vom Brunch bei mir zum nachmittäglichen Waldspaziergang und Cachen im Bremer, bis hin zum Baden und Dinieren an den Gestaden des Gerzensees und dem Mitternachtsbier vor den Vidmarshallen war es einfach ein toller, rundum gelungener Tag!

Was wäre ein Fest ohne so tolle Menschen, wie ihr alle es seid! DANKE!

Geheimnisse

Ein Stück für zwei.

Der Vorhang öffnet sich. Auf der Bühne gut ausgeleuchtet Sofasophias Schlafzimmer. Nichts Böses ahnend hatte sich die Protagonistin hingelegt, um sich von den Anstrengungen des Tages zu erholen. Kaum aus ihrem kurzen Nickerchen erwacht, betritt Xenö das Schlafzimmer. Einfach so. Unerwartet und ungefragt wie immer. Seine Fragen könnten auch diesmal nicht hartnäckiger sein. Da führt einfach kein Weg dran vorbei. Wer ihn ebenfalls kennt, weiß, wovon ich rede.

Sofasophia: Was ich mir wünsche?

Xenö: Genau. Das war die Frage …

Sofasophia: Schwierig.

Xenö: Nö, ist doch ganz einfach … fang einfach irgendwo an …

Sofasophia: Ooops.

Xenö:

Sofasophia: Frieden natürlich und für alle genug zu essen, logisch. Und dass es meinen Freundinnen, die darben, bald wieder besser geht. Dass alle Menschen fair mit sich selbst, miteinander und mit der Mitwelt umgehen. Dass die Bereitschaft wächst, dem  Bewusstsein entsprechend zu leben, dass wir alle vernetzt und voneinander abhängig sind.

Xenö: Jaja, schönschön, nettnett … aber ich meine eigentlich, was du dir für dich alleine wünschst. Mal ganz ohne dieses empathische Geschwafel …

Sofasophia: Wie bitte? Ist echt schwierig, wie gesagt. Nur an mich selbst zu denken, ist nicht so mein Ding …

Xenö: Jetzt tu mal nicht so heilig! Du hast doch bestimmt irgendwelche persönlichen Wünsche?

Sofasophia: (Klar, hab ich die, aber die binde ich dir doch nicht auf die Nase. Wäre zu peinlich …) Vielleicht … muss mal überlegen.

Xenö: Stell dich nicht so an … oder bist du bereits erleuchtet?

Sofasophia: (hüstel) Öhm nein. Aber gute Idee. Ich wünsche mir tief innen drin immer glücklich zu sein.

Xenö: (die Augen verdrehend) Und weiter …

Sofasophia: Jederzeit liebe Freundinnen und liebe Freunde, die mit mir unterwegs sind und dass mein Liebster weiterhin mein Liebster sein mag …

Xenö: Schon fertig?

Sofasophia: (Soll ich? Soll ich nicht?) Na ja … genug Geld, um sorgenfrei leben zu können, hätte ich auch gerne. Dann würde ich auf Reisen gehen … Jaaa, nicht arbeiten müssen, wäre schön.

Xenö: Aha, da kommen wir der Sache doch schon näher. Wusst ich doch, dass du auch materielle Wünsche hast … weiter, weiter …

Sofasophia: (Hilfe, das nenn ich Druck … aber die geheimsten Wünsche behalte ich für mich …) … ich bin ja auch nur ein Mensch, jetzt tu mal nicht so!

Xenö: Jaja, komm zum Punkt …

Sofasophia: Hey-hey-hey!

Xenö: Gleichfalls.

Sofasophia: (habe ich überhaupt eine Chance?) Also gut, wenn du mir versprichst, dass du mich hinterher in Ruhe lässt, verrate ich dir meinen geheimsten Wunsch!

Xenö: Versprochen.

Sofasophia: Aber das bleibt unter uns? Kann ich mich auf dich verlassen?

Xenö: Ehrensache …

Sofasophia: Und du lachst mich auch bestimmt nicht aus?

Xenö: Ehrensache …

Sofasophia: Also gut. Ich wünsche mir nämlich schon ganz lange einen Schuhlöffel. Nein, das heißt zwei Schuhlöffel. Einen kleinen für unterwegs und einen langstieligen für zuhause. Aber stabil müssen sie sein. Und handlich. Zum Beispiel aus Leichtmetall oder einem stabilen Kunststoff. Hey, du! Du sollst doch nicht lachen … Hast es mir versprochen …!!! Duuuuu!

Und weg war Xenö …

brönnti Gremä

Bald wird es in meiner Küche riechen wie in der Küche meiner Kindheit, wenn Mami einmal im Jahr für mich brönnti Gremä kochte. Heute mach ich das selbst und ich glaube gar, es ist das erste Mal. Für alles gibt es ein erstes Mal. Auch ein Rezept in meinem Blog gab es noch nie. Google und ich sind eben ein tolles Team 🙂

Gefunden habe ich Bild und Zutaten hier und eigentlich bin ich ja krank. Eine meiner Fieberattacken. Bin am Mittag aus dem Büro geflohen. Nach einem Nickerchen und ein wenig rumhängen, ist das Fieber nun am Abklingen. Zum Glück. Bin zwar noch schlapp, doch zum Köcheln reicht es …

Die alten Damen vom letzten Freitag würden mich ein weiteres Mal auslachen und müssten nicht googlen. Sie wüssten es auswendig, das Rezept. Und die würden gleich nochmals lachen, wenn ich ihnen gestehen würde, dass mein mp3-Player gar nicht verschwunden ist. Er steckte bloß in jener langen Hose, die ich am Freitag getragen hatte. Des Fiebers wegen kam diese statt der Sommerdinger heute wieder zum Einsatz. Soll niemand sagen, dass Fieber keine guten Seiten hat!

E Guete!

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Zutaten für 6 liebe Leute

225 g Zucker
1.5 dl Wasser, heiss
1.5 dl Rahm
1.5 EL Maisstärke
3 Eigelb à ca. 20 g
1.5 Prisen Salz
7.5 dl Vollmilch

Zubereitung

Zucker und Wasser auf mittlerer Stufe dunkel caramelisieren. Erst wenn der Caramel ein zweites Mal aufschäumt und etwas blauer Rauch aufsteigt, Pfanne sofort von der Herdplatte ziehen. Pfannenboden kurz in kaltes Wasser tauchen (Vorsicht, zischt stark, und es entsteht Wasserdampf). Ca. 15 Minuten abkühlen lassen.

Rahm, Stärke, Eigelb und Salz verrühren. Milch zum Caramel giessen und aufkochen, bis der Caramel aufgelöst ist. Unter Rühren zur Eimasse geben. In die Pfanne zurückgiessen, weiterrühren und bis knapp vor den Siedepunkt bringen. Creme durch ein Sieb in eine Schüssel giessen. Eine Klarsichtfolie direkt auf die Oberfläche der Creme legen. Creme abkühlen lassen und für 2–3 Stunden in den Kühlschrank stellen.

Nabel der Welt

Die kleine I., wunderbares, dreijähriges Menschenkind, neu und zugleich weise, ist – wie wir alle, wenn wir zur Welt kommen – noch davon überzeugt, Nabel der Welt zu sein. Jene Mitte, um die sich alles dreht. Eigentlich habe ich ja primär ihre Mama T. besucht, aber das ist für I. kein relevantes Thema.

Diese Erwachsenen aber auch! Was die auch immer zu reden haben? Bereits beim Spaziergang durch Feld und Wald redeten sie die ganze Zeit. Sooo langweilig! Und nun schauen sie sich auch noch so langweilige Papierbilder an. Immerhin lassen die sich gut zusammenschieben und wieder auffächern. Und in die Umschläge zurückschieben. Das macht eine Weile Spaß. Doch lieber würde ich ja mit Ophia spielen, denkt die Kleine und ist erst wieder glücklich, als Ophia mit ihr Kesseldrehen spielt und sie durch die Luft wirbelt. Warum Ophiaeigentlich heißt sie ja Sophia – aber erzählt, dass ich das letzte Mal noch viiiel kleiner war, verstehe ich nicht. War ich denn nicht immer so wie jetzt? Größer werden? Pah, so was absurdes! Wieso soll ich wachsen, aber Papa und Mama nicht?

Ich kann förmlich sehen, wie die Kleine nachdenkt und ich meine, mich vage an meine eigenen Gedanken zu erinnern, die ich hatte, als ich so klein war – pardon, so groß wie I. jetzt.

Vielleicht ist ja reif sein, reif werden, erwachsen sein, so denke ich auf dem Heimweg in die Stadt, wenn ich begriffen habe, dass ich zwar nicht der Nabel der Welt bin, aber dennoch mit viel Selbstliebe gut zu mir schauen darf und dies nicht vom Rest der Welt erwarte. Wo doch eh alle andern irgendwie damit beschäftigt sind, um sich selbst zu drehen. Ja, dass ich zwar nicht der Nabel der Welt bin, aber trotzdem wertvoll. Dass ich nicht der Nabel der Welt bin, aber auch nicht dessen Gegenteil.

sowohlalsauch

Da war neulich dieses spannende Gespräch. Um das Bedürfnis, sich mit seiner Kunst selbst darzustellen und Spuren zu hinterlassen versus das Bedürfnis, andere mit unseren Kreationen gut zu tun und zu berühren, ging es dabei. Nein, nicht versus natürlich. Immer alles. Immer beides.

Ist es purer Maul- und Seelendünnpfiff, dass jede und jeder über sich selbst redet und schreibt oder sich sonst wie darstellen will? Oder meinen wir vielleicht etwas in der Art: Hallo, ihr da draußen: Hört ihr mich? Geht es euch auch so, wie ich es hier schreibe (oder darstelle, wahrnehme, fotografiere, singe oder male)? Versteht ihr mich?

Selbstdarstellung ist meist der Beginn eines Dialogs. Neben der sich selbst sichtbar machenden Person ist da ja auch jene Person, die die Darstellung betrachtet, liest, zur Kenntnis oder wie auch immer wahrnimmt. Das DU!*

Wer sich selbst darstellt, macht sich sicht- und angreifbar – ob nun anonym oder nicht. Aus dem initiierten Monolog soll durch Resonanz ein Dialog entstehen, denn was nützt die schönste Selbstdarstellung ohne Publikum? (… ich folgere hier, dass Publikum für Resonanz und Dialog steht!) … Dialog von friedlich bis kontrovers … Wer sich darstellt, signalisiert  Bereitschaft zur Auseinandersetzung.

(Wir) ExhibitionistInnen brauchen VoyeurInnen wie Hühner ihre Eier. Was auch immer zuerst war. Betrachtende sollen rückmelden, dass sie sich in der Darstellung wiedererkennen. Sie sollen dankbar sein, sie sollen applaudieren! WinWin-Symbiose der besten Art**, denn wir alle haben schließlich das Bedürfnis, andere zu bewundern***.

Als Leserin will ich mich im Erlebten und Erzählten eines anderen Menschen, in einer Geschichte, wiedererkennen. Ich will mich bestätigt fühlen. Ich will „Ich bin ja doch irgendwie normal!“ denken oder „Ach so! Andere sind als auch so schräg!“
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*      Einschub: Person kommt von per sonare, was so viel heißt, das etwas in etwas anderem nachklingt, „soniert“ eben.
**   Art = Kunst?!
*** Diesen Aspekt der menschlichen Bedürfnisse und Bedürftigkeiten ins Absurde zu führen, überlasse ich dir selber!