finden

Rätseln und lösen scheinen offenbar ebenso menschliche Grundbedürfnisse zu sein wie sich kulturell auszudrücken. Ich brüte am Küchentisch über einem Sudoku, das mir, so ich es richtig lösen kann, einen möglichen Preis in Aussicht stellt. Hach, ich liebe diese Tüfteln. Vergesse alles um mich her. Auch das Denken. Es denkt und tüftelt automatisch. So ähnlich, wie ich Auto fahre oder blind die PC-Tastatur bediene. Geniales Time-Out für meinen Kopf. Und zugleich wirbeln sämtliche je gemachten numerischen Erfahrungen durch meine Innenräume. Gleichzeitig, und ebenfalls ohne zu überlegen, fülle ich beim Kreuzworträtsel auf der gleichen Zeitschriftseite ein paar Wörter ein und schon bald lässt sich das Lösungswort erraten. Die vorhandenen Buchstaben lassen sich problemlos ergänzen. Rätselfactory steht kleingedruckt in einem der Felder dieses Kreuzwort-Puzzles. Aha. Da gibt es also regelrechte Kreuzworträtselarchitektinnen und –bauherren! Dass es Ideenfabriken gibt, weiß ich, aber über die Rästelindustrie habe ich echt noch nie gerätselt. Logisch aber, dass es für dieses menschliche Bedürfnis einen organisierten Markt geben muss.

Tja, dieses ewige Spiel mit den menschlichen Sehnsüchten! Auch Wettbewerbe und die Aussicht auf Preise – und seien sie noch so banal – gehören da hinein. Perpetui mobili der besonderen Art! (Verzeiht, liebe LateinerInnen, diese verquere Vernomenisierung …)

Item. Manipulation von Gefühlen, das Wecken schlafender Hunde … davon lebt letztlich die Wirtschaft. Oder wohl besser von unserer Manipulationsbereitschaft?

Rätsel und Ideen austüfteln soll Spaß machen. Finde ich. Und noch mehr Spaß macht es, wenn die Ideen uns von alleine finden, sich in unseren Gehirnwindungen festklammern und da hockenbleiben, bis wir ihnen das Wort erteilen.

Vor bald einem Monat, in den Pyrenäen, erteilte ich einer solchen Idee das Wort. Der Idee für meinen ersten Geocache! J. hatte mich in den Tagen zuvor in die Kunst des GPS-Handling und des Geocaching* eingeführt und mich mit der Leidenschaft, nach Erdverstecken zu suchen, infiziert. Mit der Lust, Schätze, die überall auf der Welt an wunderschönen Plätzen in der Natur verborgen waren, zu finden.

Logisch also, dass auch ich schon bald solche Schätze verstecken wollte. In Bern zum Beispiel. Und natürlich würde ich die Koordinaten codieren, Rätsel austüfteln. Da war sie also, die Idee. Vor ein paar Wochen.

Nun endlich, heute, kann ich sie umsetzen. Was irgendwie das Schönste an Ideen ist. Und an Rätseln. Mein erster Cache, den ich jetzt dann gleich verstecken werde, ist den vier Elementen ist gewidmet. Womit wir bei einem weiteren menschlichen Grundbedürfnis wären: Teil des großen Ganzen zu sein: Luft, Feuer, Wasser, Erde.

Suchen, finden, sein.

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*Geocachen ist, wie einige von Euch vermutlich wissen, eine Art Schatzsuche. Mittels Website (www.geocaching.com) erfahre ich mehr über die Lage und den Inhalt eines versteckten Schatzes. Jeder der dort aufgeführten Erdverstecke ist nur mittels der dort aufgeführten oder zu errechnenden Koordinaten zu finden. Und nur von angemeldeten Mitgliedern. Die Schätze bestehen meist aus Tupperware-Dosen mit Logbüchern, welche jeweils wieder am gleichen Ort versteckt werden.

Ein Kommentar zu „finden“

  1. Geocaching ist mir bestens bekannt durch zwei unserer drei erwachsenen „Kinder“, die es als Freizeitvergnügen betreiben und die ich manchmal für einen Cache begleite. Mir sagt das Knobeln und Suchen weniger zu, aber es ist spannend, Orte zu entdecken, die man sonst kaum aufgesucht hätte…

    Liebe Grüsse,
    Brigitte

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