einfach Zeit

Zeit! Viel Zeit! Freie Zeit! Urlaubszeit! Dieser Gedanke dehnt sich in mir drin immer mehr aus, als ich am Mittag vom Büro nach Hause fahre.

Mein Herz wird, trotz der tropischen Hitze, die die Straße abstrahlt, weit und leicht. Allen, die mir begegnen, schenke ich ein Lachen – ob sie es nun wollen oder nicht. Kleiner Boxenstopp beim orangen Einkaufsladen FÜR alle. Der leere Korb in der Hand fragt mich, was ich brauche. Ja, was brauchen wir beim Zelten? Reis, Nudeln, Essig, Öl …

Jippie, Urlaub … Während ich durch die kühlen Gänge schlendere, purzelt immer wieder dieser eine Gedanke durch meine Innenwände. Und auf einmal habe ich Zeit und plaudere mit der Kassiererin über Kürbis und Ingwer. Die Hektik fällt von mir ab, weil ich das gute Gefühl habe, im Büro so ziemlich alles dringende erledigt zu haben. Jetzt kann ich einfach tun und lassen, was noch zu tun und zu lassen ist, bevor ich morgen Vormittag nordwärts ziehe.

Ich könnte ja vorbloggen, denke ich auf den letzten zehn Metern vor meinem Haus. Ja, genau. Ich könnte schreiben, was wir alles erleben, spinne ich, während ich mit der schweren Einkaufstasche in den ersten Stock steige. Ich könnte drei Wochen vorauserzählen, wie es in Norwegen aussieht und was wir dort alles sehen, erfahren, erleben und genießen! Das wäre cool! Mit Hilfe von Go(o)d Guugl wäre das gar nicht mal so schwer …

Du spinnst, sagt schließlich eine meiner vernünftigen Gegenstimmen in mir drin, doch sie kichert ein bisschen. Klar spinne ich, kontere ich. Lust auf Vernunft habe ich zwar nicht, doch ich etwas steht mir im Weg: Ich bin zu faul. Das spricht definitiv gegen das Vorbloggen, so sehr mich die Idee bezaubert. Sagt selbst, wie soll ich jetzt noch auf die Schnelle vierundzwanzig Tageshappen kreieren, wo ich doch endlich mal wieder putzen sollte (und will), bevor ich die Wohnung meinem Blumengiesser- und Briefkastenleerer-Kumpel F. zumuten kann.

*ernstmodusein* Der Gedanke, eine Geschichte im Voraus zu schreiben, ist so abwegig nicht. In einer Lebenskrise habe ich mal  mein Leben ab Punkt Null, an dem ich damals stand, umzuschreiben begonnen. Den Text hatte ich daraufhin vergessen. Jahre später, als ich ihn wiederentdeckte, stellte ich fest, dass sich ein paar Umstände genauso entwickelt hatten, wie von mir geschrieben … *ernstmodusaus*

Vorbloggen – ja oder nein? Ich könnte ja einfach ein paar wenige Texte vorbloggen?, überlege ich. Na ja, die würden allerdings alle ungefähr so oder ähnlich klingen und nach blaugrünen Postkarten riechen: „Wir sind heute in xy (das ist da oder dort in Süd-, Mittel- oder Nordnorwegen plus vielleicht noch eine Guuglemäp dazu) und haben in einem wunderbaren, abgeschiedenen, windstillen Fjord gebadet. Es ist wunderbar hier. Auch der Zeltplatz hier ist genial …“ Mögliche Varianten wären Meeresbucht oder See. Oder hübsches kleines Städtchen – dann aber nicht baden, sondern flanieren und Bilder sammeln … Klingt furchtbar langweilig? Ist es aber nicht. Ehrlich!!!  Doch ist es wohl besser, ich lasse das Bloggen bleiben. Oder ich blogge live, wenn wir irgendwo Netz/WiFi  und Lust haben oder ein Internetcafé finden. Wir werden sehen.

Ihr da draußen kommt ja schließlich bestens ohne meine kreativen Stoffwechselprodukte klar. (Danke, Mösiö Irgendlink, dass du neulich dieses tolle Bild erschaffen hast …)

Wie auch immer: Ich wünsche euch allen einen wunderbaren Sommer.

Am 26. Juli bin ich wieder da – so Göttin will und ich lebe … 🙂

2 Kommentare zu „einfach Zeit“

  1. freu mich schon auf deinen nachbericht des urlaubes, ist definitiv besser nicht vorzubloggen 😀 auch wenn es sehr reisvoll erscheint alles schon einmal heraufzubeschwören doch ich bin sicher dafür benötigst du nur dich und andere und weniger das bloggen…ich wünsche dir viel spass, viel erleben und viel zeit!
    lg,
    isa

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