Nimm den Kreis. Deinen. Meinen. Nenn ihn Leben. Deins. Meins. Das der anderen. Du kannst auch eine Zahl nehmen, eine beliebige. Für dich eine. Für mich und all die anderen eine andere.
Beim Kreis wären es Schnittflächen, bei den Zahlen die gemeinsamen Vielfachen oder nein, besser, die gemeinsamen Teiler. So groß oder so klein ist unsere Übereinstimmung. Die Melodie, wie ich neulich erzählt habe, ist ebenfalls ein guter Indikator. Eher jener für Seelenverwandtschaft allerdings. Singt jemand ähnliche Lieder wie du, klopft sein Herz vermutlich im ähnlichen Takt wie deins.
Das Bild mit dem Kreis oder der Zahl nun greift weiter. Es geht davon aus, dass ich mit allen Menschen irgendwo übereinstimme. Und sei die Gemeinsamkeit auch noch so klein. Vielleicht berühren sich nur unsere Linien. Und vielleicht ist das kleinste gemeinsame Vielfache ein unvorstellbar ferne Zahl. Und der gemeinsame Teiler ebenfalls. Doch es gibt sie, diese Übereinstimmung. Mit dem randalierenden Typen in der Kneipe um die Ecke ebenso wie mit der süße Weihnachtslieder summenden Dame vom Nachbarhaus.
Und jetzt, weil doch Gedankenspiele so beleben, nimm noch Farben dazu. Bunte Fäden, farbige Schnüre. Für dich vielleicht rot, für alle deine Mitmenschen je eine andere Farbe. Und damit es noch bunter wird auch gleich für all die Unbekannten, die irgendwo deinen Weg kreuzen. Und nun – nun stell dir vor, wie jeder seinen und jede ihren Faden hinter sich herzieht.
Siehst du es, siehst du das Bild vor dir? Die Kreise. Die Zahlen. Die Fäden. Ein einziges buntes Gewebe. Irgendwie irgendwo irgendwann alle mit allen vernetzt.
ach, ich möchte dich gerade küssen…
JA ich sehe das Bild
alles ist mit allem vernetzt, nur wir fallen immer wieder heraus, aber wir lernen das noch dabei, darin zu bleiben ;o)