Kurz vor drei bereits wieder erwacht, nachdem sich erst wenige Stunden vorher das vor Freude zappelnde Herz doch hatte herunter dimmen lassen. In zehn Stunden bin ich auf dem Zürcher Flughafen. Vielleicht schon (bald) in J.s Armen. Wieder klopft mein Herz bis in die Ohren. Die Stadt schläft. Die stillste Stunde der Nacht. Der längsten Nacht des Jahres. Als würde die Welt mit mir den Atem anhalten. Es ist jener Moment, in der die Meereswelle einen Nanosekundenbruchteil stehen bleibt, um gleich darauf sich selbst zu brechen.
Dieser winzige Punkt … Innehalten. Erstarren. Stillstand. Bewegungslosigkeit. Schließlich abstoßen, schließlich brechen: Wende. Neuanfang. Wieder längere Tage. Sonne und Licht.
Jetzt: das Dunkel. Einer Decke gleich, in die ich mich hülle. Ich und mein iFöun. Winzige Tasten. Große Gefühle. Herzklopfen. Müde Augen. Vorfreude, größer als meine Müdigkeit.
In ein paar Stunden wird die Trennung von fünf Wochen und zweieinhalb Tagen Erinnerung sein. Eine mehr.
Erinnerungen und Texte. Mails, SMS, Blogartikel. Wie viele auf winzigster und normaler Tastatur getippte Buchstaben, wie viele Wörter wir wohl getauscht haben, J. und ich? Die am Telefon gewechselten gar nicht mitgezählt. Sandkörner in der Ewigkeit eines kleinen Menschenlebens.
Wolfstunde: alles ist wahr und alles ist möglich. Dass Wörtern zu nachtschlafender Stunde Flügel wachsen ebenso wie dass die Sonne wieder scheinen wird. Später irgendwann.
Und falls mir Mister Sandman begegnet, werde ich ihn gewiss nicht von der Bettkante stoßen.