Gießen oder nicht gießen?, habe ich mich neulich hier gefragt. Heute heißt die Frage anders …
Wie wir beim Abendessen saßen, meinte ich nämlich zu Irgendlink:
Ich kann zurzeit einfach nicht bloggen. Glücklich zu sein, überhaupt einfach zu sein und unspektakulär vor sich hin zu leben, hat Null Unterhaltungswert. Womit wir schon mitten ihm Thema Larmoyanz-Bloggen waren.
Doch nur schreiben, wenn es mir Sch… geht, ist ja auch nicht das Wahre, sagte ich.
Dramen hatte ich für ein Leben genug. Jetzt darf ich einfach genießen. Sage ich mir oft. Was nicht immer leicht fällt. Genießen können ist eine Kunst. Kunst kommt von Können und dies will gelernt sein. Das Handwerk und sein Werkzeug dazu sind nicht einfach vorhanden. In unserer Überlebenskiste, die wir bei der Geburt mitbekommen, wird uns allen die Anleitung – ich stelle sie mir als Samenpackung vor – vermutlich mitgeliefert, doch ob wir sie auch lesen (und aussäen), hängt von mancherlei Umständen ab. Manchmal frage ich mich, wieso wir dagegen alle so gut jammern können. Dieser wunde Schrei nach Aufmerksamkeit. Schaut her, ich Arme, ich Armer. Auch geben wir uns gerne mit Jammern ein pseudointellektuelles Aussehen, denn wer jammert, kann ja nicht oberflächlich sein. Er denkt nach. Oder sie. Findet ein Haar an der Schuppe.
Und die Suppe ist zu kalt.
Zu salzig.
Zu …
Wer aber, wie ich zurzeit, einfach ein ruhiges, friedliches und – zugegeben – auch ein wenig von den schlimmen Nachrichten der Welt abgeschottetes Leben führt – hat da jemand langweilig gesagt? –, findet wenig Grund zum Jammern. Außerdem bin ich gerne allein, mit mir oder zu zweit, und befürchte zuweilen, dass ich nach diesem befristeten Time-Out zu Arbeitsbeginn neu sozialisiert werden muss.
Alles gut, aber schlicht nichts zu erzählen …
Halt, halt, da fällt mir ja doch was (halbwegs) erzählenswertes ein: Morgen wird unsere Waschmaschine geliefert! Das erste Mal im Leben, dass ich eine Waschmaschine mitbesitze. Das ist doch auch mal was! 🙂
Kenne ich auch sehr gut. Lieber nichts schreiben als jammern 😉
oder eben: zu zufrieden um bloggen zu können … was den gedanken aufwirft, dass es wohl einen idealen zustand als blogvoraussetzung geben muss 😉
auf wiederbloggen also!