Kontraste

mich sein – Sofasophia sein
eine Rolle spielen – keine Rolle spielen
das spielt keine Rolle!, denken – ja oder nein?, mich fragen
hinter dem Laptop sitzen – auf dem Sofa ein Buch lesen
spazieren gehen – im Internet surfen
Bewerbungen schreiben – hoffen, dass die geschriebenen Bewerbungen endlich Früchte tragen
Geschichten schreiben wollen – Blogartikel schreiben sollen
Erwartungen anderer an mich erfüllen, oder nicht – Erwartungen an mich haben, oder nicht
schwermütigen Gedanken nachhängen – mir vorstellen, dass ich wieder ganz fit und initiativ bin
im Internet eine Literaturclub-Konserve gucken – am eigenen Buch schreiben
begreifen, dass zu jedem Buch eine Pro- und eine Contra-Meinung möglich ist –
mich darüber freuen, dass ich denken kann
denken – nicht denken
nicht wissen – wissen
die beiden Seiten der Medaille bejahen – die beiden Seiten von allem verfluchen
von Ideen beiläufig geküsst werden – Ideen umsetzen
Bilder im Kopf – Bilder gestalten
an Freundin M. denken – Freundin M. eine Mail schreiben
Eremitin sein – gesellig sein
zweifeln daran, dass ich … – glauben daran, dass ich …
mich verkriechen – mich zeigen
dem Leben anderer zuschauen – mein eigenes Leben leben
Yoga machen – Pause machen
schweigen – erzählen
erzählen – zuhören
Blogs lesen – diesen Blogartikel schreiben
Ist tun besser als nicht tun?, mich fragen – nichts mehr fragen

nichts

0 Gedanken zu „Kontraste“

    1. liebe mützenfalterin
      in der tat habe ich zuerst als schluss „alles zu seiner zeit“ erwogen, mich aber für „nichts“ entschieden. auch als kontrast, aber vor allem als inbegriff von stille, leere, ankommen, muße und sein. das „alles“ ist mir grad zu üppig – drum grad lieber „nichts“.
      die diskussion bei samtmut hat mich inspiriert, ja, genau, gut hingefühlt. und ja, für mich sind das allesamt kontraste, allerdings weniger im klassischen sinne von gegensätzen, sondern eher von nebeneinanderstehendem. orange neben grün (komplementär), aber auch orange neben rot (nachbarfarben im farbkreis).
      danke für deine zeilen!
      herzlich, soso

  1. Das „Nichts“ hätte ich auch am Ende geschrieben.
    Es zeichnet für Ruhe-zur Ruhe kommen-begreifen was wirklich ist und sein kann-neu beginnen-mit dem Herzen dabei …
    Frohes Nichts-nichten
    und lieber Gruß
    Elke
    PS: Wieso weißt du, wer und was so alles in meinem Kopf herumspinnert?

  2. Ich nichtse auch gern mal herum, liebe SoSo – einfach nur sitzen, vor mich hinschauen … So ganz genichtst ist es allerdings nie, man denkt, sieht, hört etc. Empfindungen und Gedanken sind immer da. Liebe Grüße
    Petra

  3. Der Rest. Ich habe den Text kopiert und alles Unzutreffende gelöscht. Das bleibt:
    mich sein – keine Rolle spielen – mich fragen – hinter dem Laptop sitzen – im Internet surfen – Geschichten schreiben wollen – am eigenen Buch schreiben –
    denken – Ideen umsetzen – Bilder im Kopf – Bilder gestalten – Eremitin sein –
    mich verkriechen – Blogs lesen – nichts mehr fragen

    1. muss man ihn den auf eine rolle schreiben können? spielt das eine rolle? vielleicht rollt er lieber aus der falle als aus der rolle zu fallen?
      herzlich, soso
      ps: da hab ich eben luisa francia zitiert …

  4. Soso via Samtmut, NixZen auch … das Neu im neuen Jahr beginnt eine weitere Spiralumdrehung, nimmt mit, was es braucht vom Alt, lässt los, was sich überlebt hat- Irgendlinks gefällt mir ausgenommen gut- bringt Klarheit und ist weise 😉
    Häutungsphasen, wie ich auch bei Samtmut kommentierte braucht es wieder und wieder, bis wir irgendwann an des Pudels Kern angekommen sind und vielleicht damit in der Haut, die unsere ist, die dann verledern darf und uns mit 1000 kleinen Fältchen verzieren wird-
    ach ja … und die Rollen … sind es wirklich Rollen oder einfach nur verschiedene Facetten des Selbsts?!
    ob nun Nichts oder Alles, im Grunde genommen ist immer alles Eins, wir lieben nur anscheinend die Dualitäten …
    herzlichst Ulli

    1. freundin m., die du auch kennst, liebe ulli, hat mir gestern was schönes rezitiert, von gaarder: der einzelne tropfen, der ins meer fliesst, ist nicht ein tropfen im meer, er ist meer. ER IST MEER.
      heisst: der einzelne mensch, ich, du, bin/ist „teil des ganzen“, sondern alles, weil alles eins ist. sogar im spektrum der ganzen kontraste und im sogenannten raum der dualitäten. wie die welle nicht zwei ist (oben und unten), sondern eins, sind dualitäten nur facetten des ganzen. und rollen natürlich auch. jedes spiel mit worten ist eins. und doch, im moment, wo ich die bilder forme, den formen namen gebe, werden sie zwei, um wieder eins zu werden …
      alles momentaufnahme vom grossen ganzen. jetzt.
      herzlich und dankbar für deine anregungen, soso

  5. vielleicht ist das entscheidende bei deinen „kontrasten“ der –
    gedankenstrich.
    denn er ist nicht nur ein strich durch den gedanken und markiert damit gegen- oder nebensätzliches, sondern auch eine linie, auf der man balancieren kann!
    warum sollen extreme nicht gleichzeitig möglich sein:
    die bewegung zwischen den polen zählt.
    mehr mut zur dialektik!
    gruß, uwe

    1. genau. es ist das sowohl-als.auch, das ich zeigen will. dieses alles-nebeneinander wie im farbkreis. synthese vielleicht, ohne den dingen aber ihre spezifische struktur nehmen zu wollen.
      danke, lieber uwe, für deine ermutigung!

  6. ach liebe Soso, das Sollen, Müssen und das eigentliche Wollen und Wünschen – wie schön das hier in deinem Text so klar gegenüber gestellt zu sehen. Danke dafür. Kann mich sehr gut darin wieder finden! Liebe Grüße

    1. ein bisschen ist es ja wie malen mit allen möglichen farben und techniken, das leben. ein buntes, sich stetig wandelndes bild entsteht – gespiegelt auch hier im kommentarstrang!
      danke und herzlich, soso

  7. Liebe Soso,
    welche eigenen Möglichkeiten und Wünsche, Widersprüche und authentischen Versuche wir jeweils ausdrücken oder ausleben (können), und zu welcher Zeit? Wie Alltag und gefundener oder verlorengegangener Lebenssinn zusammenzubringen sind, immer wieder neu; ob man sich festlegen, verpflichten sollte oder etwas auf sich zukommen lassen kann, wenn man es denn aushält? Das frage ich.
    Daher gefallen mir Deine nebeneinander, über- und untereinander, aber miteinander verwobenen Gedanken, die sich nicht ausschließen müssen. Danke dafür,
    herzlich, mb

    1. ich stelle mir grad vor, liebe mb, wie sich beim lesen manchmal einzelne textdetails wie gerissenenes japanpapier oder wie dias übereinander legen und so miteinander ein fast undurchdringliches neues bild schaffen. alles gleichzeitig und doch irgendwie auch nach- und nebeneinander, weil wir das gleichzeitige nicht fassen können.
      und nein, sie müssen sich nicht ausschliessen. es lebe das sowohl-als-auch!
      herzlich, soso

  8. Einige deiner Gedanken kommen mir gerade sehr bekannt vor, liebe soso. Und anscheinend bin ich nicht die Einzige… Ja, ich finde auch, dass „Kontraste“ keine Gegensätze sein müssen, sondern sogar ein Ganzes ergeben können, wie in der Farbenwelt – Rot und Grün ergeben Schwarz (oder Weiß, bei den LIchtfarben) und alle Töne sind darin enthalten.

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