Der zweitletzte Tag dieser aktuellen Hitzewelle, dazu der heißeste. Wie lange war sie 1o Tage mindestens, Wie heißt wurde es? Bei mir ist heute der heißeste Tag. Ich vergesse bereits … Im Rückblick verschmelzen (ha!) die Hitzetage zu einem einzigen großen Superhitze-GAU.
Im Fediverse zeige ich zu Dokumentationszwecken alle paar Tage meine Wetterapp-Screenshots.
Heute schon fast nicht mehr vorstellbar, aber am 17. Juni waren die Nächte noch unter zwanzig Grad. 15° C war es hier und die nächtliche Durchzuglüftung vermochte die aufgewärmte Wohnung noch bis auf etwa 23° C herunterzukühlen.
Inzwischen bekomme ich die Wohnung trotz Verdunkelung und nächtlichem Durchzug, der bei Windstille so viel nicht bringt, nicht mehr unter 24°C. Heute und gestern waren hier und in ziemlich vielen Teilen Europas die heißesten Tage. Hier 36° C, in der Pfalz teils bis 40°C.
Die meisten von euch, die das hier lesen, werden aktuell ähnliche Temperaturen erleben und erlebt haben. Und es wird euch ähnlich gehen wie mir, oder besser, oder schlechter.
Die letzte Hitzewelle, sie endete genau vor unseren Ferien Anfang Juni, war nicht ganz so lang und nicht ganz so heiß, es war ja immerhin auch noch Frühling (ironieoff).
Das hier ist neu. Nicht nur für mich, die ich doch schon ü60 Jahre auf dem Buckel habe. Ja, es war früher auch manchmal heiß, und ja, die Erde hat sich klimatisch schon immer verändert, aber das hier, das ist nicht mehr das, was die Erde schon immer gemacht hat. Das hier ist das, wovor ich mich schon lange gefürchtet habe. Vor 8 Jahren, als Greta Thunberg mit ihren zuerst sehr einsamen wöchentlichen Schulstreiks die Welt auf die Klimakatastrophe aufmerksam machte, haben viele noch abgewiegelt.
Ich aber hatte schon damals schlaflose Nächte, wenn ich mich der Vorstellung hingab, wie heiß es hier werden könnte. Die Perspektive versetzte mich teils in Panik und machte mich wortwörtlich depressiv.
Heute habe ich schlaflose Näche, weil ich solche heißen Nächte am eigenen Leib erlebe.
Was ich tue, um einigermaßen durch die Tage zu kommen?
Neben Verdunkelungsmaßnahmen – Fensterläden, Vorhänge, Spiegelfolien etc. – habe ich einen kleinen Turmventilator, der zurzeit praktisch rund um die Uhr ackert. Ich lüfte nachts. Am Abend öffne ich die Fenster dann, wenn die Außentemperatur ungefähr die stets gestiegene Innentemperatur (aktuell ca. 29° C) erreicht. Dann stelle ich den Ventilator mit seiner 60°-Rotationsfähigkeit so auf, dass die einströmende Luft und die ausströmende Luft sich austauschen können und mich die Kühle erreichen kann. Das mache ich auch nachts.
Ich sitze minimal bekleidet (das Bikinioberteil halte ich ständig feucht) am Schreibtisch, neben mir eine Kühlflasche Wasser und einen Pflanzenbefeuchter mit kaltem (aka lauwarmem) Wasser, mit welchem ich mich regelmäßig bestäube. Ich bewege mich sehr langsam. Und sehr wenig. Mein Kreislauf dankt es mir.
Die Badewanne sammelt mein tägliches Duschwasser, damit ich mich abends vorm Schlafen nochmals abkühlen kann. Zwischendurch plantsche ich meine Füße in einem Wasserbecken.
Raus gehe ich tatsächlich nur, wenn ich muss (einkaufen, Ärztin, etc.). Ich bin gerade sehr dünnhäutig und leicht reizbar. Die Hitze ist eine Dauerüberreizung, aus der ich gerade kaum mehr herauskomme. Darum treffe ich gerade nur ein Minimum an Menschen und erlebe die aktuelle Zeit wie eine Art Lockdown. Ich bleibe drin. Immerhin kann ich gut mit mir allein sein. Dem Liebsten gehts ähnlich in Sachen Rückzug.
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Da mein Blog so eine Art ausgelagertes Gedächtnis ist, schreibe ichab sofort immer mal wieder darüber, wie ich die Klimakatastrophe erlebe, mehr so die alltägliche Seite, die persönliche. Als Chronistin meiner Mitwelt. Kleine Momentaufnahmen. Andere tun das in ihren Blogs ebenfalls. Manche globaler, umfassender, andere wie ich eher persönlich.
Wir Bloggenden sind Chronist*innen unserer Zeit.
Bloß: Wer wird uns je lesen, wenn morgen die Welt untergeht? Oder übermorgen.
So Fragen.











