Tag 0 … in vierlerei Hinsicht

Morgen reise ich mit dem Flugzeug nach Stockholm, von Arlanda aus mit dem Zug nach Örebro und treffe dort endlich Irgendlink. So jedenfalls unser aktueller Plan. Doch vorhin, als ich für die Gärtchengiesserin Wasservorräte bereitstellte, schoss mir ein Hexlein in den Rücken. Nur ein bisschen. Es hat genügt, mir bewusst zu machen, wie fragil ein Menschenleben ist. Ich darf gar nicht denken, was alles passieren könnte.

Gestern habe ich Freundin L. (1) im Krankenhaus besucht, die sich bei einem Fahrradselbstunfall die Nase gebrochen hat. Zum Glück nichts Schlimmeres.

Zum Glück.

Glück und Pech. Beides hat schon bei mir gelebt und gewohnt. Beidem habe ich schon die Türen geöffnet. Dem Pech nicht freiwillig, dem Glück auch eher mit einem seltsam verbotenen, fast heimlichen Gefühl. Derweil begreife ich immer mehr, dass das Leben nicht ideal ist. Aber ich weiß auch immer umfassender, dass jeder Tag der erste vom Rest meines Lebens. Es ist die Gegenwart, die das Leben lebendig macht. Nicht was vor Jahren passiert ist, auch wenn es mich geprägt hat.  Und auch wenn ich meine Erfahrungen immer wieder teile, hier und im echten Leben, so weiß ich doch, dass eigentlich nur der heutige Tag relevant ist für das Gelingen meines Leben.

Heute also, heute habe ich eine ganz besondere Mail bekommen – von einer Frau aus der Blogosphäre, die bei mir und Irgendlink mitliest. Ich hoffe, es ist okay, wenn ich daraus einen Satz zitiere: „Danke, dass Ihr Euch mitteilt, Euch teilt, Euch verschenkt!“

Eine Mail, die mich sehr glücklich macht, ein Satz, der mich sehr glücklich macht. Denn eigentlich ist es genau das, was ich mit meinem Blog will, so ich denn noch etwas anderes wollen würde als den Überdruck an Gedanken in mir irgendwie zu verarbeiten …

Danke, dass ihr da seid, liebe Leserinnen und liebe Leser. Dank euch habe ich heute die 100’000 BesucherInnen-Schwelle überschritten. In den bald viereinhalb Jahren, die ich nun dieses Blog führe, durfte ich von euch ganz viel Wertschätzung erfahren. Und viele spannende Diskussionen fühlen führen.

Aufrufe
Aufrufe und Kommentare

Danke, dass ihr da seid!

Wer weiß, vielleicht kommt ihr mit mir mit nach Schweden?

19 Tage liegen vor mir. Darüber, wie ich sie verbringen werde, habe ich nur sehr rudimentäre Ideen. Außer dem gebuchten Häuschen in Falun in der zweiten Hälfte der Ferienzeit, ist wenig definiert. Ich bin für alles gerüstet. Für draußen schlafen, in Irgendlinks Zelt oder eben im Häuschen.

Ich bin gespannt, ich bin nervös, ich bin vorfreudig und ich bin vor allem eins: Dankbar.

Sommer, jetzt!

Vor wenig mehr als zwei Wochen haben wir ihn gerufen, den Sommer. Here it is! Und ich gestehe es: Ich bin froh, dass er da ist. Nun ja, ganz so heiß müsste er nicht sein, und auch nicht so verherrend und dramatisch, das auch nicht, aber dass er da ist, mag ich. Ich mag die hellen Tage.

sommer-jetzt-sm
Das hier ist ein GIF. Bei manchen Browsern braucht es einen Draufklick, um die Animation zu starten.

Und ich gestehe ebenfalls und sehr gerne, dass ich mich auf meine Reise nach und durch Schweden freue wie ein Kind. Tagezählend – noch sieben Mal schlafen bis – und ein bisschen ungeduldig seiend. Wohl auch wegen der Hitze, die sich Hierzulande nur ganz kurz ein bisschen abgekühlt hat. Heute Morgen waren es hier nur gnädig 25 Grad. Wunderbar kühl empfand ich es, als ich das Haus Richtung Büro verließ. Morgen schon wird es wieder 36 oder gar 37 Grad haben. In Stockholm, wo ich heute in einer Woche den Flieger verlassen werde, ist es jetzt 19 Grad. Ein bisschen bewölkt.

Alles habe ich mit eingepackt, ins Bild oben, das Ulli neulich auf mein Tablet skizziert hat, den Flieger, die Krone, die schwedische, das Licht, das dort auch nachts den Weg leuchtet, die Wolken ebenso wie den blauen Himmel, die Sonnenbrille … und über allem das romantische Glitzern meiner Vorfreude auf den Liebsten, der heute schon in Växjö angelangt ist (hier klicken für mehr).

Nein, das ist kein sehr geistreicher Artikel, kein hochphilosophischer, kein spirituell nährender, kein Was-auch-immer-für-einer, er ist bloß voller Dankbarkeit.

Ich danke, also bin ich.

Und ja, ich danke euch. Die lieben Kommentare zu meinem letzten Artikel (und natürlich auch die privaten Nachrichten darauf) haben mir sehr wohl getan. Ich fische hier nicht nach Mitgefühl, nach Mitleid schon gar nicht, ich will aber einfach teilen, was ist. Was ich fühle. Was ich denke. Weil ich euch mag, meine Leserinnen und Leser.

Danke, dass ihr mein Schreiben hier zu einem Dialog macht!

Im Flugmodus

Zweieinhalb Tage sind vergangen, sagt der Kalender. Ich muss nachzählen. Manche Tage dehnen sich aus. Zeitlöcher.

Luftlöchern ähnlich, die ich allerdings weit weniger mag. Dieses leise Fallen, einem Schweben gleich, etwas unfassbares, etwas ungefähres. Auflösung in etwas, das mein Verstand zu definieren sich weigert. Fallen aus etwas konkretem, das wir gemeinhin Alltag nennen.

Fallen in etwas Weiches. Etwas wie eine Blase. Etwas wie Zuckerwatte ohne Zucker. Nicht klebrig, nein.
Ach, so komme ich nicht weiter.
Nicht so jedenfalls wie das Flugzeug, in dem ich sitze. In dem ich vielleicht genau jetzt über Halle an der Saale hingefliege (winke, winke Emil!).

Zielgerichtet waren die zweieinhalb Tage im luftleeren Raum jedenfalls nicht. Oder bestenfalls so: Das einzige Ziel, das ich hatte, war es, mich dem Moment hinzugeben.

In fünfzig Minuten ungefähr werden wir landen. Ein volles Flugzeug. Auf den letzten Platz besetzt. So voll, dass der Chef de Cabine um Rücksicht bat. Schnelles Verlassen des Ganges. Rücksicht. Dafür liebe ich mein Land: Nehmen Sie Rücksicht aufeinander.
Dieses Gefühl, dieses Lebensgefühl brauche ich um mich wohlzufühlen.

Wie wir drei Frauen heute Nachmittag zum Bahnhof Stendal fuhren und der Abschied nahte, resümmierten wir. Einzigartig diese Erfahrung dreier bis dato erst virtuell mehr oder weniger vertrauter Frauen, sich über alle möglichen Themen so lange, so ausgewogen, so gleichberechtigt, so aufrichtig und wahrhaftig miteinander zu sprechen. Ohne sich profilieren zu müssen. Ohne Schönen.

So etwas wünsche ich mir für unsere Politiker, fasste es die Mützenfalterin zusammen.

Mit Zug, U-Bahn und Flughafen-Shuttle näherte ich mich Berlin-Tegel.

Auf einmal ging gar nichts mehr. Stau auf der Kreuzung fünfhundert Meter vor dem Flughafen. Abwarten. Langsam aufkeimende Nervosität hinter mir. Die Busfahrerin sagt, dass sie die Türen nicht öffnen kann so mitten auf der Kreuzung. Zu gefährlich. Ich mache ein Bild aus dem stehenden Bus. Langsam kann die Fahrerin ein paar Meter aufschließen und neben einer gestrichelten Fläche halten. Sie lässt die, die wollen, aussteigen.

Ich beschließe, rauszugehen. Einfach weil ich Teil dieser Gruppe sein will, die zu Fuß zum Flughafen geht.

Mitten auf der Kreuzung stehen zwei Rettungsfahrzeuge. Wahllos darum gruppiert unzählige Taxis, Shuttlebusse von Hotels und Privatfahrzeuge. Die Ampel zeigt grün. Der Menschenstrom quillt über die Straße auf den Gehweg und strömt zum Flughafen.

Rollkoffergeschepper und Zielstrebigkeit. Ein Gefühl von Schicksalsgemeinschaft ist es, das mich immer wieder grinsen lässt.

Ich gebe meine Reisetasche auf und setze mich in ein Café. Freies Wlan, juhu!

Handys sind feine Reisegefährtinnen irgendwie. So vergeht die Zeit wie im Flug. Ähm, ja. Wie im Flug stimmt genau. Schreibend fliege ich jetzt durch die Nacht. Unter uns Bayern, rechts der Schwarzwald.

Und nun döse ich. Das kleine handgemachte Schweizer Sandwich hat köstlich geschmeckt, das Schweizer Schokolade-Stück werde ich dem Liebsten aufs Kopfkissen legen.

Sinkflug. Zwanzig Minuten bis Zürich.

Ich sag es ja, dir Zeit vergeht manchmal wie im Flug.

Zürich-Flughafen. Freundlich werde ich von der Bordcrew schweizerdeutsch verabschiedet. Wohltuende Laute. Heimatgefühle.

Der Zug kommt gleich und nun fahre ich auch schon heimwärts durch die Nacht.

Die Reise

Ich sitze auf Platz B. Nicht Fenster, nicht Gang. Am Fenster eine deutsche Frau, die die Bunte liest und die Armstütze annektiert hat.

+++ Wir rollen aufs Flugfeld. Stehen nun da. Bereit.

+++ Rechts von mir, am Gang, eine junge Frau, Schweizerin, die ein Gesundheitsheft studiert. Schlanke Frauen, Rezepte, Diäten.

+++ Nun fliegen wir. I love it

+++ Pinkeln. Lesen. Essen. Dösen.

+++ Landeflug. Es geht abwärts. Kaugummi hilft immer. Das Land kommt näher.

+++ Unten. Immer wieder neu ein kleines Wunder, wie sanft so ein schweres Metallteil auf der Erde aufsetzen kann. Das Liftfahrgefühl hat ein Ende, das ich am Landeflug so mag. Wir rollen zur Landebahn.

+++ Die im Glashaus sitzt. Nach dem ich die Überfliegerin war, vorhin, sitze ich nun am Ende von Gleise vier. Im geheizten Wartehäuschen, das zwar auch schon bessere Tage gesehen hat, aber bezaubert mit Rundumverglasung und Wärme. Hier ist es nicht so schön wie daheim. Es hat sogar ein wenig geregnet, als wir aus dem Flugzeug gestiegen sind. Grauverhangen der Himmel. Aber morgen! Morgen wird’s auch hier schön. Hier und bei Kerstin.

+++ Herrliche Szene vorhin am Billettautomaten, ähm, sorry, Fahrkartenautomaten natürlich. Alle meine MitüberfliegerInnen wollten offenbar mit dem Zug in die Stadt. Gruppenweise standen sie an, diskutierten über die Knöpfe, die zu drücken seien, über Tarife, über dies über das. Köstlich. Und gänzlich stressfrei.

+++ Ich habe nach Brandenburg gelöst und werde kurz nach halb drei dort sein. Viertel vor acht bis viertel vor drei: sieben Stunden Reisezeit. Nun ja, das ist es mir wert.

+++ Ich bin müde und entspannt. Vorfreudig auch, ja, aber die Nervosität ist von mir abgefallen. Ich bin hier bei mir. Und dieses Häuschen hier kommt mir gerade recht.

+++ Bald kommt der Zug. Vorher will ich noch bloggen. Tagespass und deutsche SIM-Karte-sei-Dank ist das kein Problem.

Wenn eine eine Reise tut

Wie lange bin ich nicht mehr so früh aufgestanden? Und wie lange bin ich schon nicht mehr so früh morgens Zug gefahren? Und wie anders ist es, wenn man frühmorgens um acht nach Basel-Flughafen fährt, als wenn man perversfrühmorgens um halb acht ins Büro fährt und dazu anderthalb Stunden Weg hin und am Abend wieder anderthalb Stunden zurück hat.

Bin ich froh, dass das vorbei ist.

Basel. Nordwärts fahre ich.

Noch nordwärtser fliege ich danach. Berlin-Schönefeld ist mein erstes Ziel. Mit dem Zug nach Brandenburg oder was anderes in der Richtung. Von dort schließlich mit dem Privattaxi called Kerstin the Eckisoap ins Kloster. Oder so.

Am Abend kommt Frau Mützenfalterin dazu und morgen die Vierte im Bunde, Ulli vom blauen Café Weltenall.

Das kann ja heiter werden. Lustig und ernst. Ich hoffe auf feine Gespräche, gemeinsames Lachen, Kichern, Tratschen und Schweigen. Und auf tiefes Verstehen. Ja. Das ist so ene Ahnung und Hoffnung, die ich habe. Und es ist auch das, was mich bereits jetzt mit diesen drei Frauen, von denen ich erst Ulli persönlich kenne, verbindet. Viele Mails haben wir alle schon getauscht, viele Herzgedanken, wie das nur Frauen können, die schon vieles erlebt, erlitten und erkannt haben.

Frauenpower ist etwas Wunderbares. Etwas Nährendes.

Na ja, Frauen können leider auch anders. Können sich gegenseitig mit Zickenkriegen und dergleichen mehr, mit Vergleichen, mit Eifersüchteleien bis aufs Blut zerstören. Nicht nur Frauen, nein, aber zuweilen haben Frauen diese ganz fiese Art drauf, die ich bei Männern so noch nie gesehen und erlebt habe. Darin unterscheiden sich die Geschlechter auch, finde ich. Und ja,  natürlich machen sich auch Männer gegenseitig fertig, wenn es sein muss.

Warum eigentlich?

Nein, darauf suche ich keine Antwort. Nicht jetzt jedenfalls.

Jetzt will ich einfach nur genießen. Die Reise, so gut es mit meiner ganzen Nervosität überhaupt geht, die ich in mir habe. Genießen auch mit all der Vorfreude. Wie es wohl sein wird? Meine erste Bloggerlive-Begegnung – die mit Mösiö Irgendlink vor bald sechs Jahren – war jedenfalls sehr nachhaltig. 🙂

Gleich Rheinfelden. Bald Basel. Umsteigen.

Kurz nach zwölf lande ich in Berlin. Drückt mir die Daumen, dass alles klappt. Hach, ich Landei …

Winke-winke!

In den Pyrenäen #10 – Gestern und heute

Wenn dieser Artikel erscheint, sind Irgendlink und ich am Räumen, Packen und Putzen. Und bald schon auf dem Weg nordostwärts. Nach Hause. Unterwegs. Neue Schritte gehend. Neue Spuren legend.

Schneekind
Schneekind, getroffen am 2. Januar in der Nähe des Thermalbades von St. Thomas

Die Schritte, die ich bis hierher gegangen bin, kann mir niemand nehmen. Was ich erlebt, gesehen, gehört, gespürt habe, hinterlässt Spuren in mir. Das Gestern formt mein Heute mit und jeden Tag, der kommt.

Und der Schnee von gestern wird zum Schneekind. Die Sonne von heute bleibt auch irgendwo in meinen Zellen hängen und dieses Blog ist je länger je mehr zu einem ausgelagerten Gedächtnisbackup geworden. Wenn auch nur als Teil des ganzen. Wie alles immer nur ein Teil von allem ist (was immer alles überhaupt ist). Doch heute – wie Irgendlink und ich nach St. Thomas gefahren sind, um den letzten Nachmittag in den Pyrenäen im dortigen Thermalbad zu genießen – redeten wir darüber, wie lange uns diese Tage hier vorgekommen sind.

Wir erinnerten uns an die erste Wanderung dieser Ferientage so, als ob sie schon Jahre oder zumindest Wochen her sei. Die Tour zu den Wasserfällen, als es regnete? Fand in einem andern Leben statt … Die Wahrnehmung von Zeit verblüfft mich immer wieder neu – Ausdehung, Verdichtung … Die Zeit ist omnipotenter als wir ahnen.

Sie ist die kleine Schneekugel, in der alles drin ist und die im Verbund mit einer zweiten zu einem veritablen Schneekind wird.

Nun aber genug sofasophiert. Gute Reise, wohin immer ihr unterwegs seid, echtes Gewahrsein, wahrhafiges Hinhören, aufmerksames Unterwegssein, intensives Stillwerden – immer und immer wieder.

Bis bald in diesem Theater.

Zur Quelle hin: Mein Pilgertagebuch

Frühstück in Vira
Frühstück in Vira

Ab sofort ist mein Pilgertagebuch Zur Quelle hin als eBook oder PDF bei mir erhältlich (kostenlos oder gegen Unkostenbeitrag). Das Buch habe ich diesen Sommer während unserer Pilgerwanderung quer durch die Schweiz verfasst.

Ihr erinnert euch? Hier gab und gibt es Bilder.
Im Buch findet ihr schließlich und endlich den Text dazu.

Hier für mehr Infos klicken und weitererzählen.

Berlin

Jetzt sind wir also da. Eine ausgesprochen stress- und staufreie Fahrt hatten wir, obwohl uns die Zeltnachbarn am Sonntag gewarnt hatten. Mag sein, dass es an unserm Umweg über Lüneburg lag?

Auch den Tipp, Lüneburg zu besuchen, haben uns unsere Campingplatznachbarn gegeben. Es sei einfach so schön dort. Hätte uns das nicht schon misstrauisch machen sollen? Okay, Lüneburg war schön, stimmt. Schön, nett, ein wenig schief, aus schönen Backsteinen, die es nur hier gibt, gebaut … Aber es war mir persönlich doch fast ein bisschen zu sehr scheinbar heile Welt, als dass ich es als bleibende und unverzichtbare Erinnerung abbuchen müsste. Sorry, liebe LüneburgerInnen.

IMG_3344.JPG

Immerhin waren die belegten Brote wirklich köstlich, die wir uns in einer Pizzeria bauen lassen haben.

Ziemlich weit vom Schuss ist es auch, doch auf dem langen Weg zur Autobahn fanden wir schließlich einen Baumarkt und konnten dort eine neue rechte Scheinwerferbirne erstehen. (Ach, das wäre schon eine Geschichte für sich. Mal schauen, ob ich darüber mal berichte. Oder Irgendlink. So viel sei schon verraten: Es gibt manchmal Menschen, die toppen jede Fiktion und jedes Klischee. Und wir haben vorne rechts wieder Licht.)

Auch die Futtervorräte stockten wir unterwegs, in Aussicht auf einen Berliner Kühlschrank, wieder auf.

Klasse übrigens, dass wir ein Navi dabei haben. Was ich früher immer belächelte, macht süchtig. „Folgen Sie der Straße für 22 Kilometer“-Sprüche vermitteln Sicherheit, die ich zu schätzen gelernt habe. (Danke Journalist F., falls du das liest, für das tolle Geschenk!) 🙂

So fanden wir unsere Berliner Bleibe auf Anhieb. Eine Kleinanzeige hat uns hierher gebracht. Günstige, temporär leerstehende Studentenbude, Altwohnung, gemütlich, für wenig Geld. Dazu zwei Fahrräder zur freien Benutzung. (Danke, Sebastian!)

An der Wand hängt eine Karte der DDR, die mich an Emil denken lässt und sein Herz bestimmt höher schlagen ließe.

Bilder gibts noch keine. Außer von unterwegs.

Wildgänse?

IMG_3329.JPG

Heute ist es bedeckt, kühl … eine Radtour in den Prinzessinnengarten wäre fein? Mal schauen …

Gegenüber, im Aufbauhaus, gebe es eine große Versuchung für KünstlerInnen-Herzen: Eine Art Kunstzubehör-Baumarkt. Gefährlich! 🙂

In Itzehoe

Seit einer Stunde bin ich die 29. Bürgerin des künstlerischen Kollektivkunststaates Secessionistan. Eine vierköpfige Itzehoer KünstlInnengruppe hat heute die Republik Secessionistan ausgerufen -mit einer Verfassung, die mir sehr gut gefällt!

IMG_3151.JPG
Warum wir hier gelandet sind, ist schnell erzählt. In der Planungsphase unserer ungefähr zehntägigen Norddeutschlandtour wollten wir so viele Bekannte und FreundInnen wie möglich treffen. Weil die beiden Itzehoer Freunde R. und S. heute nicht abkömmlich waren (um ebendieser Republiksgründung beizuwohnen), luden sie uns kurzerhand ein, diesem historischen Moment leibhaftig beizuwohnen.

Kultur gestern in Hamburg, Kultur heute in Itzehoe.

Die Lesung in Hamburg? Köstlich war sie! Der Veranstaltungsraum des Kulturhauses Schulterblatt 73 war voll. Hundert Menschen (schätze ich vorsichtig) lauschten begeistert Glumms, Rocknroulettes und Candy Bukowskis Texten. Dazwischen Pausen, um sich mit andern Bloggenden kurzzuschließen und eine tolle Songeinlage. On the Road again. Danach weitere Gespräche …
Spätnachts zurück im Zelt. Herrlich ruhiger Zeltplatz.

Und nun bin ich, wie gesagt, Republikanerin! Und eben singen sie wieder, meine MitbürgerInnen. Eine Hymne mit einem Text, den ich – wie die Verfassung – gerne mitunterschreibe.

IMG_3147.JPG

sich erinnern

Gestern Nachmittag habe ich mir endlich mal alle Bilder unserer Nord-Süd-Schweiz-Wanderung angeschaut, die ich im Juni/Juli mit Irgendlink gemacht habe. Wie ich mich durch seine und meine Bilder auf meiner Festplatte klickte, war ich einmal mehr erstaunt, wie anders wir Dinge sehen – worauf er sein Augenmerk richtet und worauf ich. Wie gut es mir getan hat, diese Reise nochmals Revue passieren zu lassen! Mich an die neu gefundene Kraft zu erinnern, an die Herausforderungen, Glücksmomente und erlebte Naturerfahrungen. Schweres, Schönes.

Ich bekam Lust, hier im Blog ein kleines Archiv zu publizieren. Ich hoffe, dass auch ihr Spaß daran habt?

Erste Etappe: Windisch – Zugersee (Buonas)

Zweite Etappe: Zugersee – Gotthardpass

Dritte Etappe: Gotthardpass – Tessin – Windisch

Zurzeit arbeite ich daran, mein Pilgertagebuch in eine lesbare Form zu bringen. Als eBook und als PDF werde ich es später hier vorstellen. Mich freut es, wenn ihr mir – hier oder per Mail – eine Rückmeldung gebt,

a.) ob ihr daran grundsätzlich interessiert seid und
b.) in welchem Format lieber lesen würdet/werdet (als .epub für den eBook-Reader oder als .pdf für den Selbstausdruck als Broschüre z.B.) und
c.) ob ihr allenfalls bereit wärt, dafür etwas zu bezahlen (freiwilliger Unkostenbeitrag? Schutzgebühr von paar Franken/Euro?)

Das Tagebuch ist ca. 40 A4-Seiten/ca. 65 Buchseiten lang und enthält meine zum Teil sehr persönlichen Erfahrungen auf der Wanderung.

Ein Blogreisetagebuch gibts auch bei Irgendlink -> hier klicken!