Einfach wunderbar, meine Schreibgruppe. Diese Menschen! Nicht nur, was das Schreiben betrifft. Beim Indisch essen haben wir meine gestrigen Cluster-Erkenntnisse (siehe hier) ausgeweidet. Geteilte Skepsis ist halbe Skepsis? Oder doppelte? Na ja, immerhin den Ratschlag der Therapeutin, mehr zu trinken, habe ich ernst genommen.
Ob sie wirklich Bier gemeint hat?, fragt M. beim Prosten. Er zweifelt, meint, alles sei eh eine Frage des Glaubens. Ist es, ja, glaube ich jedenfalls, und auch Gretchen zwinkert mir von der Bar her zu.
Dass im Blut Informationen über den ganzen Menschen stecken, kann ich mir zwar gut vorstellen, sagt H., aber …
Ja, der ganze Rest ist nicht nur ihr suspekt. Zum Beispiel diese ganz bestimmte Übersetzung – oder Dechiffrierung besser gesagt – des jeweiligen Blutbildes in jene sehr differenzierte Details der Auswertung. Schützt Ignoranz vor Krankheit? Nun ja, dass ich mehr trinken soll, finde ich umsetzbar, doch der ganze Rest? Proscht …
Vorwärtszapp.
Ich habe gestern Abend meine Geschichte für jenen verflixten literarischen Gottesdienst im Oktober vorgestellt. (Warum bloß habe ich diese Einladung angenommen! *grmpf*) Geschichten sollen doch von selber kommen dürfen! Diese jedoch ist an den Haaren herbeigezogen. Keine Frage.
Na ja, das Konzept ist okay. Fanden auch die andern. Und sogar ein paar Stellen. Doch als Ganzes ist sie fad, nett und leblos. Vom vorgestellten Publikum ausgehend habe ich mit wenig Inspiration geschrieben. Mich ständig zensurierend. Hilfe, was soll ich in einer Kirche? Welcher Teufel hat mich da bloß geritten?
Vorwärtszapp.
Ich werde mutiger schreiben, denke ich auf dem Heimweg. Auch das Gespräch mit M. – nach den Abschiedsküssen bereits – über Leben, Liebe und die Frauen, klingt nach. Leben hat scharfe Kanten. Tut weh manchmal. Pragmatismus als Weg. Nicht der Schlechteste. Und Realismus auch. In den Nischen dazwischen Platz für Träume.
Und für neue Geschichten. Über Barkeeper, die charmant lächelnd, Schlaftabletten ins Bier kippen zum Beispiel. Doch das wäre nun wirklich eine gaaanz andere Geschichte. Und ob Pfarrer H. an dieser Freude hätte, bezweifle ich.