Alle alten Texte, durch
die ich mich blättere, taugen
nicht. Nähren nicht. Nicht
jetzt. Will keine alten
Geschichten lesen. Jetzt nicht. Ich
suche nach Worten, finde
Konserven. Was ich
brauche, jetzt, sind Worte wie
frisches Gemüse. Wie jener
Traum heute Nacht. Der Traum vom
Meer. Es sei
das Rote, sagt jemand im
Off. Mir egal. Nur
wichtig, dass ich da durch
muss. Es gibt keinen anderen Weg auf
die andere Seite. Neues Land.
Tief ist es zwar nicht, das
Wasser, doch ich trage Kleider und die
Wellenberge sind drei
wildschäumende Meter hoch. Oder noch
mehr. Mehr Meer
als ich je gesehen habe.
Und ich gehe.
Gehe barfuß mittendurch. Jedes
Mal rechtzeitig unter-
wandere ich eine hinter mir ein-
brechende Welle. In trockenen
Kleidern erreiche ich das Ufer
im neuen Land. Nein, alte Texte taugen
nicht. Nicht
immer. Nicht
jetzt und nicht
hier.
dachte gerade schaue mal bei dir vorbei… ich komme gerade von einer kleinen feinen geburtstagsfeier, bei der wir gaaanz viiiele wunderbare Fotos von Portugals MEER und Küste gesehen haben… und da lese ich deinen wunderbaren Text und denke, huch, gleich zwei Synchronizitäten… das Meer und alte Texte taugen nichts… nicht immer… und gerade eben schon gar nicht – so geht es mir mit meiner Anna, die ja neu wird und manches alte muss dann eben weichen, weil es nicht mehr taugt ;o)
Worte wie frisches Gemüse“, das hat mir gefallen. Du bist schon klasse!
danke, ihr beiden …
frag mich grad, so mitten im bürogewebe, ob es neues überhaupt gibt. wirklich neues, meine ich, wo doch eh alles schon dagewesen ist.
okay, doch, natürlich, immerhin bei gemüse gibts neues, jedes jahr.
zum glück! 😉