In der einen Schale der Waage lagern wir all das, was nicht so ist, wie wir es uns gewünscht haben. Die bösen Worte etwa, die wir sagen, wenn uns jemand unter Druck setzt. Oder waren es Gedanken? Gedanken nur? Es war ja auch nicht böse gemeint, das weißt du doch? Dennoch liegt es in der Waagschale. Mit all den andern Dingen, die zwischen Soll und Ist stehen. Nicht wenig. Ablasshandel war schon immer ein gutes Geschäft – heute nicht weniger als früher!
Die zweite Waagschale, um Ausgleich bemüht – was auch die erste wohl genauso anstrebt –, hortet gute Taten, gute Worte und gute Gedanken. Der Balken in der Mitte heißt Gewissen. Gute Einrichtung irgendwie. Simple Rechnerei führt zur Erkenntnis, dass wer nichts Böses tut, auch nichts Gutes tun muss. Am besten also Nichtstun? Da aber Müßiggang auch als Sünde geahndet wird, kann das auch nicht funktionieren. Nicht Nichtstun ist Tun. Sobald wir jedoch etwas tun, füllen wir eine der beiden Waagschalen und der Stress geht von vorne los. Eine ganze Gesellschaft in der Ablasshandelsschule? Dazu ein dicker Ablasshandlungen-Versandkatalog.
Was da wohl hilft? Vermutlich nur eins: Pilgern!
😉