Tag 7

Regentropfen klingen im Zelt immer heftiger als sie in Wirklichkeit sind. Ich wüsste es längst. Und Regentropfen an einem Abreisetag sind einfach nur doof. Ein Zelt nass abbauen macht nicht wirklich Spaß. Und mit Kopfweh aufwachen auch nicht. Entsprechend übel war ich gelaunt heute Morgen.
Zum Glück ist J. wenig empfänglich für solche Störsender, so verdampfte meine schlechte Stimmung schon bald und der Regen war, ohne Zelt über dem Kopf, auch nicht wirklich der Rede wert.
Das Innen- vor dem Außenzelt abzubauen ging zum Glück problemlos und schon bald fuhren wir in nordwestlicher Richtung ab. Den Campingführer auf dem Schoß lotste ich meinen Liebsten auf einem gemeinsam ausgewählten Campingplatz bei Båstad. Was für ein Tourinest und so viel Verkehr! Aus unerfindlichen Gründen verpassten oder übersahen wir denn auch den Campingplatz-Wegweiser.
Weiterfahren? Umdrehen? Weiterfahren! Am Ende der Welt, will heißen der Landzunge, fanden wir einen weiteren Zeltplatz. Und Warteschlangen vor der Anmeldung. Dazu Preise im oberen Segment. Vier Sterne. Und Massen von Leuten. Mondäne Atmosphäre.
Nein, darauf hatten wir beide keine Lust. Also weiter, zurück, wieder landeinwärts …
Ich entdecke ein weiteres Campingzeichen auf der Karte und gebe, um auf Nummer sicher zu gehen, schon mal die im Führer angegebenen Koordinaten im iPhone ein, auf dass uns das GPS-Kit richtig leite.
Plötzlich öffnet sich der Wald. Wieder das Meer unter uns, nur schöner noch als zuvor am Ende der Zunge. Eine atemberaubende Aussicht vom Hügel aus, den wir überqueren. Meterhohe Wellen. Eine Wolkenstimmung vom feinsten. Allmählich nähern wir uns dem Camping, dürfen dort einen Platz auswählen und bauen unser Zelt in unmittelbarer Nähe zum Kattegat, dieser Meerenge zwischen dem Südwesten Schwedens und Norddänemark.
Nach einer Lesesiesta packt uns am frühen Abend die Abenteuerlust. Wir wandern ans Meer und von dort Richtung Båstad. Herrlich diese Steine! Das Rauschen des Meeres. Die Gerüche und die Farben des Himmels. Was für ein toller Platz!
Morgen wollen wir mit den Rädern nach Båstad – bilateral in Bagdad oder Bastard umbenannt – und in der dortigen TouristInneninformation versuchen, einen Internet-PC zu finden um Geocaches zu laden. Für WiFi müssten wir hier auf dem Platz ziemlich viel zahlen.
Das nahe Meer wird uns bald schon in den Schlaf säuseln. Es hat aufgeklart. Daumendrücken für gutes Wetter ist erlaubt!

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