Was bisher geschah: Als Stellensuchende (pardon, Stellenfindende) nehme ich zurzeit an einem neuntägigen Strategie- und Standortbestimmungsseminar teil und orientiere mich dabei neu …
Du musst ein Buch schreiben!, sagt F.. Hab ich doch schon!, sage ich. Und G. meint: Du bist sehr selbstsicher! Worauf ich erwidere, dass ich mich ganz und gar nicht so fühle. Dass das wohl nur so aussehe. Hm, sage ich schließlich, oder bin ich es vielleicht doch? Ist das ein Teil von mir, dem ich nur nicht so richtig traue. Tarnung womöglich?
So geschehen, nachdem wir uns in kleinen Gruppen, zu viert oder fünft, unsern beruflichen Werdegang präsentieren. Um mehr Sicherheit zu gewinnen, um uns besser kennenzulernen, um voneinander zu lernen und um zu erklären, warum wir wann und wo Arbeitsstellen verlassen haben. Ich stelle fest, dass auch andere aus persönlichen Gründen ihre Stellen zuweilen gewechselt haben. Und dass auch andere auf der Suche nach ihrem Herzjob, ihrer Traumstelle, noch immer unterwegs sind. Ein Gesprächsrunde, die in die Tiefe geht, weil wir (in Klammern) auch immer die persönlichen Entwicklungen miterzählen – und die sind nicht immer so einfach und gradlinig.
Trotz meiner vielen Stellenwechsel und dem Gefühl immer auf Umwegen gegangen zu sein, erkenne ich allmählich einen roten Faden: Integration. Und ich erkenne den Niederschlag dessen, was ich schon als junge Frau immer postuliert hatte: Mir war und ist viel freie Zeit wichtiger als berufliche Karriere und viel Geld. Damit ernte ich zwar ein paar hochgezogene Augenbrauen, aber auch Respekt. Die beiden Männer der Gruppe und eine junge Frau betonen, dass ihnen ein guter Lohn sehr wichtig ist. Der eine war ein hohes Tier, der vor anderthalb Jahren – als die Familie auseinanderzufallen drohte – seinen Superjob gekündigt hat. Ein mutiger Schritt. Nun will er, nach einem Auszeitjahr, auf einer tieferen Berufsniveau einsteigen. Was nicht einfach ist. So sind wir alle Gestrandete. Am Ufer liegt Unrat. Aber da liegt auch Schwemmholz.
Allen gemeinsam ist, dass wir einem stetig steigenden Druck ausgesetzt sind, wo Stromlinienförmigkeit und unendliche Flexibilität und Belastbarkeit zählen. Andererseits werden sich viele Personalverantwortliche in vielen Firmen allmählich bewusst, dass Menschen Menschen sind und kein Verbrauchsmaterial. Stärken. Schwächen. Was macht mich einzigartig? Darum wird es morgen gehen.
Den gestern ausgefüllten Interessentest namens AIST (nach John Holland) haben wir heute bereits ausgewertet zurückerhalten. Ich erfahre allerdings nichts wirklich neues über mich, Generalstin ich.
Im Auswertungshandbuch finden wir zu unserer Auswertung passende Berufe und träumen sie uns in heiteren Gesprächen herbei. Ich wäre dies und du wärst das. Wie damals im Baumhaus. Als noch alles möglich war. Wir amüsieren uns über noch nie gehörte Berufsbezeichnungen und eine heitere Stimmung breitet sich aus. Als wäre auch jetzt wieder alles möglich.
ohjee – allein das Wort Stellenfinderin (aber ich hoffe immer noch das ist deine Wortschöpfung und nicht aus so einem Ressourcen- SchakaSchuka-Verständnis-Workshop).
du merkst ich bin etwas nervös, da mir so etwas auch bald blüht, das Foto meines SchakaSchukas erspare ich dir, aber bei Bedarf sende ich dir gerne seinen Link …
Bis Morgen!
Mara
das wort ist tatsächlich aus dem seminar – aber keine angst, dieses seminar ist nicht schakaschuka [was immer du damit meinst 🙂 ] beim wort geht es um die art und weise, wie wir über unseren “zustand” denken. und das finden (auch eine aussage von luisa francia übrigens!) steht ja im mittelpunkt. die suche ist nur ein weg dahin – sozusagen. lass dich bloss nicht schon im vornherein stressen! ich muss sagen, der kurs ist gut.
[bleibst du morgen nach dem bier gleich zum znacht?]
Es ist auch noch vieles möglich!
Dein Tag hört sich gut an, positiv. Der Austausch tut dir gut. Ihr vergleicht Geschichten, eure, seht, dass es anderen ähnlich geht oder auch ganz anders.
Mir ist die Freizeit auch sehr wichtig. Ich kann immer noch nicht glauben, dass man als berufstätiger Mensch mehr arbeitet als Freizeit hat. Mehr im Büro und mit den Kollegen zusammen ist, als mit der Familie und mit Freunden. Das ist eine Erkenntnis, die viele sehr leicht und ja, kaum noch bewusst, akzeptieren – doch mir drängt sie sich noch auf. Aber ich glaube, ich werde nicht drumrum kommen. Ich werde bei einem normalen Job 8 Stunden täglich arbeiten müssen, und ein wenig macht mich das traurig, aber auch neugierig. Das ist aber auch ein Grund dafür, dass ich letztendlich auf die Selbständigkeit hinarbeiten werde, nachdem ich viel Berufserfahrung gesammelt habe.
Ich hab‘ den Test übrigens auch gemacht. Aber noch einen anderen, m.E. besseren. Ich hatte eine sehr seltene Kombination raus und musste selbst lachen. =)
der von mir gelinkte test ist ein bisschen anders als der vom kurs, den ich im netz so auf die schnelle aber nicht gefunden habe. gibt wohl verschiedene. spannend dabei ist, dass es einfach mal um interessen geht – falls alles möglich wäre. konjunktiv. und am anfang von allem ist ja immer der traum. die grenezenlose möglichkeit. ja, wir sind privilegierte. dass ich immer nur in teilzeitjobs (jedenfalls die letzten 20 jahre) arbeiten konnte und davon leben (allerdings sehr sehr einfach), ist auch ein privileg: zeit haben. da sind halt die prioritäten sehr unterschiedlich. hingabe an die berufung finde ich wichtig – und wenn jemand die im beruf findet umso besser.
ich merke schon jetzt wieder, nach nur zwei tagen im „künstlichen berufsalltag“ (im hamsterrädchen), wie mir die zeit fehlt für all das, was ich sonst gerne mache. nein, ich bin nicht faul, ich arbeite viel und gerne, aber eben: am liebsten meins.
würde ich dir eine million startkapital geben, sagte g. in der kleingruppe, würdest du dich selbständig machen und wenn ja, womit?
ja, sagte ich: mit kreativ-künstlerischer prozessarbeit – da würde mir einiges dazu einfallen.
va ver … dream on, sofasophia!
herzliche grüsse, soso
Ich bin gespannt, wie es in deinem Seminar weitergeht. Zu solchen Dingen habe ich nämlich eine ganz spezielle Meinung.. 😉
..grüßt dich Monika zur Nacht
und ich bin auf deine spezielle meinung gespannt 😉
liebgrüss, soso
Sehr schön geschrieben, liebe SoSo. Ich kann sehr gut nachempfinden was du schreibst. Zwar war ich nie auf Jobsuche dieser Art, (habe beruflich und privat viele ähnliche WS besucht) aber je älter ich werde, desto wichtiger wird mir meine freie Zeit. Leider ist es mir nicht vergönnt, meine große Leidenschaften, Reisen/Fotographieren/Schreiben in einem lebenunterhaltenden Beruf umzuwandeln. Wenn ich heute arbeiten gehen, denke ich nicht an das Geld, sondern nur an die Freizeit die ich mich erarbeite. Freie Zeit für das was mir wirklich wichtig ist. Das ist allerdings erst möglich nachdem ich auf 50% reduziert habe. Am Anfang dachte ich, oh je, wie soll ich mit dem kleineren Einkommen jetzt auskommen? Die erhöhte Lebensqualität, die Möglichkeit echte „quality time“, ein weniger fremdbestimmtes Leben zu führen, entschädigt mich tagtäglich.
Bin gespannt wie es weitergeht, wünsche dir viel Erfolg.
Herzliche Grüße
Dina
ja, liebe dina, das ist vielleicht das kunststück im kopf, das ich noch machen müsste: dass ich mir sage: ich erarbeite mir freie zeit … hm, ein spannender input.
andererseits möchte ich diese mit arbeit gefüllte zeit doch qualitativ wertvoll erleben.
meine zwei und noch mehr herzen in meiner brust schlagen laut und ich denke an erwachsenenbildung (wb) und anderes nach.
danke für deine anregungen!
herzliche grüsse
soso
Ja, natürlich, liebe SoSo, das ist selbstsredend, dass eine Arbeit qualitativ wertvoll sein sollte, es liest sich vielleicht etwas einseitig, was ich geschrieben habe, jedoch denke ich, du verstehst was ich meine. Ich arbeite im Gesundheitswesen. Ich habe dafür hart gearbeitet und viel Geld fürs Studium bezahlt, ich fand, es hat sich gelohnt, das Studium hat Spaß gemacht und die Arbeit hat mich erfüllt. In Norwegen hat es einen anderen Stellenwert, die Arbeitsbedingungen sind besser, wie auch der Gehalt. Wahrscheinlich wie in der Schweiz. Früher habe ich meinen Job wirklich gerne ausgeübt, jetzt ist der Stress pur für alle Sinne und enstpricht überhaupt nichts von dem was ich mal als Vorstellung hatte. Trotzdem kann ich dem Ganzen etwas abgewinnen, aber nur weil ich mit dem kürzer treten aus dem Karussell ausgestiegen bin. Leider, kann ich nur sagen, findet meine Quality time ausserhalb von meinem Berufsfeld statt. Möge es dir für dich anders sein! Toi, toi, toi.
Darf ich mal Coelho zitieren: „If you have work instead of a job, everday is a holiday“. Das klingt ein Tick zu esoterisch für meine Ohren, da ist aber auch ein Körnchen Wahrheit dran.
Sei lieb gegrüßt
Dina
jeden tag ferien möchte ich nicht, auch nicht jeden tag torte oder pizza – aber ich denke, ich verstehe sehr gut, was du meinst.
dass dein beruf nicht mehr ist, was eral war, ist schade. trotzdem gibt es sicher auch dort wertvolle augenblicke, did ich dir von herzen wünsche.
danke auch für dieine lieben wünsche!
herzlich, soso
Freie Zeit für mich und meine Interessen war mir auch immer wichtig, Hamsterrad kann ich nicht auf Dauer. Darum suche ich auch jetzt einen Teilzeitjob.
Die letzten 3 Jahre habe ich mich „orientiert“, Seminare besucht, an und mit mir gearbeitet, mich verändert, bin bisher aber nicht da gelandet, wo ich gedacht habe zu landen.
Im Moment lebe ich mit meinem Mann von seinem 60% Job, in dem er so viel verdient wie bis vor zwei Wochen 100% in Schicht für eine Temporärfirma. Es geht, wir haben alles was wir brauchen.
Ich bin fleißig am Bewerben für einen Bürojob. Ich hab keine Ahnung, was kommen wird. Abwarten und Tee trinken oder so…
willkommen hier, liebe marion, und großes daumendrücken bei der jobfindung!
vielleicht bewerben wir uns ja um die gleichen stellen?
mögest du das passende finden, ich auch.
Danke fürs Willkommen, ganz lieb.
Ja, wer weiß? 🙂
Uns beiden die Stelle, wo wir hin passen und uns gerne einbringen mögen, von ganzem Herzen!
Marion
🙂
so we do!!!