Die Weltverbesserung wäre ein großes Tuch.

Die Weltverbesserung wäre ein großes Tuch. Eins, das gewoben wurde, um alle zu wärmen, alle einzuhüllen, alle zuzudecken und allen Geborgenheit und Heimat zu geben. Ein riesengroßes Tuch also und ganz viele Menschen haben es zusammen gewoben, gestrickt, gehäkelt, gesponnen, es zusammengenäht und ja, das sieht man auch. Homogen ist es nicht wirklich, eher ziemlich derb, und rau und die einen Zipfel sind ein bisschen ausgeleiert, während andere im Laufe der Zeit steif geworden sind, andere verfilzt und an einige Ecken haben sogar Motten ihre Spuren hinterlassen. Kurz und gut, unser großes Tuch ist ein bisschen wie wir Menschen, die wir ja nur ihr Bestes wollen, der Welt Bestes, das Beste für alle.

Und natürlich wissen wir alle – genau oder ungenau, was das ist. Nun ja, ich und du, wir wissen es natürlich ein bisschen besser als die da drüben, die unter dem steif gewordenen Stück der Decke stehen. Und die da drüben, wo es schön farbig ist, wissen es vielleicht genauso gut wie wir. Vielleicht. Oder sogar ein bisschen besser?

Und wie geht es wohl bei jenen vis-à-vis, die mit ihrer Wut auf alles? Eigentlich müsste deren Wut ja die Decke ausdehnen, weiten und noch reicher machen – zumindest wenn man all ihre Wut in Energie umrechnen könnte.

So stehen wir alles da, halten einen Zipfel der Decke, des riesigen Tuches, und wollen jenen Teil der Welt, der uns ganz besonders am Herzen liegt, ein bisschen fester zudecken. Wollen heilen. Wollen das Beste für.

Wir ziehen ein bisschen, damit auch wirklich alles gut zugedeckt ist. Aber halt, was ist das? Die da drüben ziehen ja auch an der Decke. In ihre Richtung. Dahin, wo sie es notwendig finden, dass.

Und da, da drüben, ruckeln die Wütenden. Auch sie finden, dass.

Wie jetzt? Ist unsere Decke doch nicht groß genug für alle?

Frühlingsgefühle

Ja, ich bin ein Frühlingskind. Es ist definitiv meine Lieblingsjahreszeit. Dieses Aufbrechen spüre ich fast körperlich, trotz der aktuellen Oft-Müdigkeit, nistet sich etwas, das nach Neuanfang riecht, in mir ein.

Der Wald hat mich gerufen, gestern schon. Heute auch. Ja, er ruft oft. Manchmal gehorche ich.

Dann horche ich. Höre. Schaue. Rieche.

Ich bin viele – du auch.

Jeder von uns ist mehrere, ist viele, ist ein Übermass an Selbsten. Deshalb ist, wer die Umgebung verachtet, nicht derselbe, der sich an ihr erfreut oder unter ihr leidet. In der weitläufigen Kolonie unseres Seins gibt es Leute von mancherlei Art, die auf  unterschiedliche Weise denken und fühlen.

aus: Fernando Pessoa, Livro do Desassossego, Aufzeichnung vom 20.12.1932

Wenn ich viele bin, warum soll ich nicht an unterschiedlichen Orten unterschiedliche Anteile meiner Selbst leben? Manche im Stillen − nur für mich sichtbar oder sogar für mich selbst nicht nachvollziehbar −, manche im realen Leben, manche in den sozialen Medien, in meinen Blogs, auf Ello, auf Twitter … Und ja, das alles bin ich. Mehr noch bin ich mehr als die Summe aller dieser einzelnen Teile. Und du auch.

Ich entscheide mich – bis auf weiteres zumindest – dieses Blog hier für eher philosophische Artikel von allgemeinem Interesse zu verwenden.

Die Innenansichten gehören – bis auf weiteres zumindest – an andere Orte (privates Blog, Ello und Tagebuch).

Mal schauen, wie das so funktionieren wird. Und ja, die Kommentare lasse ich ausgeschaltet. Ich will lieber keine Kommentare-Beantworterin sein als eine nur oberflächliche.

Verborgene Formatierungen

Die meisten von uns wissen nichts von den verborgenen Formatierungen. Mit diesem geheimnisvollen Satz bin ich heute Morgen erwacht. Obwohl ich im Dunkel des frühen Morgen und der geschlossenen Fensterläden nicht wirklich viel sah, habe ich ihn auf meinen Block gekritzelt. So lesbar, dass ich ihn jetzt, Stunden später, noch immer entziffern kann.

Ich bin ja eine – wie man das wohl nennt? – eine, die nicht nur einen Satzzeichen- und Rechtschreibefimmel hat, ich bin auch eine, die einen währschaften Formatierungsfimmel ihr Eigen nennt. Will heißen, wenn ich einen Text fertig geschrieben habe (ob Geschäftsbrief oder Mail oder Blog oder Ello ist dabei einerlei), wird der nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch in eine Form gebracht, die meinem ästhetischen Empfinden so gut wie möglich entspricht. Da dürfen zum Beispiel keine zuviele Leerzeilen zwischen den Zeilen sein. Obwohl mir ja auch das, was zwischen den Zeilen steht, wichtig ist.

Je nach Format – Software, App oder Officeprogrammm – weiche ich zum Beispiel auf den harten Zeilenumbruch aus – CTRL plus Enter – um eine leere Zeile, resp. die Eröffnung eines neuen Absatzes, auszuschließen. Bei WordPress (wenn man im visuellen Modus arbeitet) bedeutet Enter beispielsweise immer einen neuen Absatz, was, gerade bei lyrischen Texten eine meist unerwünschte Zeile vor der nächsten Zeile bedeutet − und in meinen Augen hässlich aussieht, zerrissen, auseinandergerissen. Da hilft eben nur besagter harter Zeilenumbruch beim Vermeiden.

Bei den diversen von mir benutzen Office-Programmen arbeite ich übrigens immer im Modus namens „alle Zeichen sind sichtbar, auch Leerschläge und Zeilenschaltungen“. Weil ich damit mögliche überflüssige Leerschläge und leere Zeilen ausschließen kann. Die dafür notwenigerweise zu wählende Einstellung sieht fast überall gleich aus. Achtet auf das seitenverkehrte P mit einem Brett im Rücken (¶), wenn ihr die geheimen Zeichen sehen wollt.

(Noch da?) Ja, es gibt da eine Parallelwelt, eine Welt der verborgenen Formatierungen, von denen Normalsterbliche − nun ja, sagen wir NormalnutzerInnen − meist keine Ahnung haben. Auch mir sind noch längst nicht alles Schleichwege auf diesem gar nicht so fernen Planeten vertraut, dennoch gibt es sie, und dennoch funktionieren und wirken ihre Gesetzmäßigkeiten. Aber sie sind Geheimnisse für all jene, die ihre Naturgesetze nicht kennen und natürlich auch für alljene, denen diese Gesetzmäßigkeiten egal sind … Geheimnisse, die also nur für all jene zählen oder gar sichtbar sind, die ein bisschen mehr „sehen“, die bei einem Text auch nicht nur den eigentlichen Inhalt zu sich nehmen, sondern die, wie ich, mit dem Auge mitlesen. Mitessen hätte ich beinahe geschrieben.

Nein, natürlich ist das nicht wichtig. Von einem schön formatierten Text wird niemand satt (GrafikerInnen mal ausgenommen), und es gibt weiß Göttin wichtigere Dinge. Und ja, das hier ist natürlich nur ein Beispiel. Nennen wir es eine Metapher. Eine Metapher dafür, dass jedem von uns etwas anderes wichtig ist. Und jede von uns einen Blick für etwas hat, das andere nicht sehen, nicht sehen können. Und dass es doch schön ist, etwas zu sehen, zu verstehen und zu können, ohne sich deshalb besser als andere zu fühlen. Denn die andern sehen Dinge, die ich nicht sehen kann.

Und wenn sie mich darauf aufmerksam machen, sehe ich sie vielleicht auch.

Mehr und weniger

Wofür ich bin?

Für mehr lassen
und für weniger tun

Für weniger eilen
und für mehr stehenbleiben

Für mehr anteilnehmen
und für weniger zuschauen

Für weniger sharen
und für mehr still sein

Für mehr Jede-auf-ihre-Weise
und für weniger So-macht-man-das-Punkt

Für weniger Stress
und für mehr Atemholen

Für mehr Weniger-ist-mehr
und für weniger Immer-mehr

Für weniger leisten
und für mehr genießen

Für mehr dürfen
und für weniger müssen

Für weniger lärmen
und für mehr singen

Für mehr kreieren
und für weniger zerstören

Für weniger rennen
und für mehr tanzen

Kleine Tipps am Rande

Neuerdings macht WordPress (WP) nicht so, wie ich gerne will. Wenn ich einen neuen Artikel bloggen will, sieht es zwar oben links noch immer so aus (1. Grafik > durch Draufklicken vergrößern).

Mediendatei3Doch will ich nicht über die neue, für seriöses Bloggen unbrauchbaren Methode − die ich zwar auf dem Handy und Tablet nutze, und dafür ist sie auch okay − meine Artikel posten, sondern will ich eben über die klassische Blogmethode bloggen, muss ich seit den Neuerungen zuerst einen Umweg über die WP-Admin-Benutzeroberfläche machen, will heissen (siehe Grafik 1) den WP-Admin anklicken., und dort – über das Dashboard – das Menü „Beitrag erstellen“ öffnen.

Mit der neuen Methode kann ich Bilder nur rudimentär bearbeiten und so kommt es, dass Bilder standardmäßig, oder je nachdem wie die Blogeinstellungen sind, mit einer „Zwischenseite“ − genannt Anhang-Seite − verlinkt sind. Oder manchmal gar nicht.

Für Leserinnen und Leser, die Blogs auf dem Handy lesen, ist das nicht nur mehr Trafic, wenn sie ein Bild groß anschauen wollen, sie müssen auch einen Schritt mehr machen, bis sie endlich das gepostete Bild anschauen können. Kurz gesagt: Ziemlich lästig.

Warum es die einen Bloggenden es dennoch und bewusst so machen, ist mir ein Rätsel, aber bestimmt gibt es gute Gründe, Bilder über Anhang-Seite zu verlinken. Für alle anderen hier eine kleine Anleitung, wie ihr es ändern könnt. Du kannst es nämlich noch immer wählen, indem du nach dem Upload statt Anhang-Seite den Modus Bilddatei wählst.

Mediendatei

 

Bereits nach dem Upload kannst du das erste Mal wählen.

Siehe Grafik links: Unten rechts wirst du gefragt, wohin das Bild linken soll. Dort kannst du auch sagen, dass das Bild nicht linken oder auf eine externe Seite führen soll.

 

Mediendatei2

 

Du kannst es aber auch nachträglich ändern, in dem du das Bild im Artikel anklickst, den Stift wählst und dann das Bild bearbeitest – siehe Grafik links.

Viel Spaß beim Tüfteln und von mir, der Blog-auf-dem-Handy-Leserin, herzlichen Dank!