Der Kohlraub zu T. oder das etwas andere Containern

Wir hatten die Wanderschuhe geschnürt, gestern Nachmittag, und fuhren mit dem Auto einfach mal drauflos. Irgendwohin, wo wir noch nie gewesen sind. Die Sonne hatte uns herausgelockt, hatte von Weitblick und Übers-Land-Wandern geschwärmt.

Da, guck, da könnten wir rauf! Beim Vorüberfahren entdecken wir auf einem kleinen Hügel eine kleine Ruine, doch in der unmittelbaren Nähe ist keine Parkbucht, der Weg zudem kurvig und schmal. So parkten wir im nächsten Dorf und wanderten zwischen Häusern, an Gärten und Bauernhöfen vorbei an einen nahen Bach, der uns von der Ruine trennte. Auf einmal fanden wir, wider Erwarten, eine kleine Brücke.

Lektion 1: Alles ist anders als es scheint.

Einem wunderbaren kleinen Wanderweg durch den steilen Wald bergan folgend, finden wir uns auf einmal auf einer kleinen Ebene mit Feldern und Wiesen wieder, an deren Ende die Ruine auf uns wartet.

Lektion 2: Umwege sind oft schöner als direkte Wege.

Eine Performance könnten wir es nennen, das hier, und ich könnte, so sagte ich zu Irgendlink, ich könnte morgen einen vollumfänglich im Konjunktiv geschriebenen Blogartikel kreieren. Im Artikel würde es, so sagte ich, um dieses Kohlfeld hier gehen. Um die Fülle und den Überfluss zum einen und um die Wegwerfmentalität zum anderen. Um die Schönheit im Zerfall und um den Reichtum, den man nur findet, wenn man sich bückt. Im Krieg, sagte ich, im Krieg wäre dieses Feld hier nicht so, wie es jetzt ist und nun wisse ich nicht, ob ich darüber froh oder traurig sein solle. Dass kein Krieg ist. Und dass wir von dem, was hier noch rumliegt, einen Jahr lang leben könnten.

Lektion 3: Es hat genug für alle. Eigentlich.

Containern kann man offenbar auch auf dem Land. Nur ohne Container. Wir bücken uns und ernten einige krause Köpfe. Irgendlink nicht ganz ohne Skrupel, weshalb wir uns gegenseitig beim Weiterwandern erzählen, was wir sagen werden, wenn uns jemand des Kohldiebstahls bezichtigen würde. Unsere Geschichten werden skuriller, je weiter wir wanderen.

Zurück beim Auto, das nahe beim dörflichen Werkhof auf uns wartet, finden wir weitere Sujets. Auch hier wieder Abfall. Überfluss. Reichtum.

Lektion 4: Schönheit ist überall und liegt im Auge der Betrachtenden. Kunst auch.

Lektion 5: Spielen macht Spaß.

Am Abend gabs – wen wundert’s? – Kohl. Kohlroulade, blanchierte und mit Kicherbsen-Gemüse-Zöix gefüllte Kohlblätter. So lecker.

Und über die Krönung unserer Kohl-Performance kichern wir noch immer. Unsere neue Kunstrichtung heißt nämlich Des Kaisers neue Fürze.

Ein Kunstausflug nach Meisenthal – Nachlese

Am letzten Samstag besuchten Irgendlink und ich nach einem schönen herbstwinterlichfrühlinghaften Spaziergang zum Lemberger Wasserfällchen das Städtchen Meisenthal. In der früheren Glasbläsermanufaktur fand auch dieses Jahr eine kleine Kunstausstellung statt.

Anschließend spazierten wir ins Kulturhaus der Künstlergruppe Artopie und genoßen die kreative Vielfalt der Meisenthaler KünstlerInnen. Im Verkaufsbazar, Baz’Artopie, staunten wir über die Fülle und erfreuten uns am Humor in all den vielen kleinen und großen Kunstwerken.

Spaziergang im Lemberger Wald

Impressionen von der Ausstellung in der Glasbläsermanufaktur Meisenthal

Irgendlink zweimal vor roter Fabrikhalle mit den großen, weißen Buchstaben Cou
GIF – Bitte Bild anklicken, falls es nicht automatisch läuft

Impressionen vom Baz’Artopie Meisenthal

Herbstblattgold

Heute male ich das Blog bunt an.
Farbe fürs Gemüt.
Farbe fürs Herz und
Farbe für die Seele.

Am Sonntag wanderten wir auf den Linnerberg und gestern spazierten wir durch Laufenburg, wo Irgendlink das geflügelte Wort ’platanische Liebe’ erschuf

Lebensreisende sein

Inzwischen sind wieder alle Bilddateien auf meiner großen externen Festplatte nach Jahr und Monat geordnet. Zwar hatten sie sich von der kaputten Festplatte retten lassen, aber seither und bis vor kurzem hatten sie unter einem nichtssagenden Namen in nichtssagenden Riesenordnern ohne chronologische Logik gelegen hatten – quasi unerreichbar und unbrauchbar. Endlich wieder Ordnung also?

Ja, schon, aber …. denn auf ebendieser externen Festplatte sind nun sowohl die Originale als auch deren Systembackups sprich Dateikopien gespeichert. Damit habe ich nun die meisten Bilder doppelt. Außerdem liegen da auch Bilder, die im Laufe der Jahre über Downloads von Webseiteninhalten auf meinen Rechnern gelandet sind, in meinen schönen neuen Monatsordnern.

Kurz und gut: Mir bleibt nichts anderes übrig, als auszumisten, als Ordner für Ordner und Jahr für Jahr alle Bilder durchzugehen und die doppelten Bilder zu löschen.

Irgendlinks Softwaretipp das Listen und Ausmisten der Duplikate einer Software zu überlassen, will bei mir nicht funktionieren. Die ganz offensichtlich vorhandenen Duplikate werden vom Programm nicht als solche erkannt und gelistet. Ich werde also händisch − wie gestern − weitermachen, denn ob ich die doppelten Bilder nun in der Anwendung oder im Ordner einzeln anklicke, macht aj keinen großen Unterschied.

Soweit so gut. Gestern Nachmittag habe ich also, nach einem intensiven Arbeitsmorgen an der Schule (mit dem letzten Schulkonzert während meiner Zeit als Musikschulsekretärin) an die ältesten Bilderordner gesetzt.

Die Jahr 2000 bis 2003 waren bei mir eine noch fast digitale-Bilder-freie Zeit. Damals − dies war meine Zeit als Mutter (immerhin drei Jahre lang) − haben wir zwar bereits unsere analog aufgenommenen Bilder zeitgleich mit dem Abziehen- auf CD brennen lassen, doch nur wenige haben es damals dauerhaft auf die Festplatte meines damaligen Laptops geschafft. Eigentlich sind es sogar nur ein paar, doch sie zeigen mich mit meinem damals noch quicklebendigen Sohn und ich schlucke leer.

Mit dem Kauf meiner ersten digitalen Sonyshot im Frühling 2004 stieg meine Bildquantität schlagartig. Nicht, dass die Qualität jener Bilder mit den heutigen, die ich mit dem iPhone oder der Nikon mache, mithalten könnte, dennoch spüre ich hier bereits zuweilen, wie sich mir ein kreativer, experimenteller Weg auftut. Damals arbeitete ich noch mit Windoo und einer (dunkelgrauen) Photoshop-Version. Und schon damals mochte ich es, technische Geräte und Programme auszuprobieren. Das Webseite-Bauen (mit einem simplen halbgrafischen Programm) habe ich mir also ebenso wie das Bildbearbeiten selbst beigebracht. Vor allem über Try & Error. Damals wie heute komme ich mit Bedienungsanleitungen, Tutorials und Co. nicht wirklich gut klar, da ich alle geschriebenen Theorien immer gleich nach dem Lesen und Sehen wieder vergesse. Ich muss etwas verstehen können, die Logik dahinter fühlen, und ich muss einen Prozess in der Praxis erleben, muss etwas mit meinen Händen tun können, damit ich mir einen Vorgang merken kann.

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Müüsli
Stellanera – längst im Müüslihimmel
Tja und so klicke ich mich also heute weiter durch mein Leben. Erinnere mich. Grinse zuweilen. Über die Mäuse zum Beispiel. Hach meine Mäuse! Anno Tubak 2005 und 2006 muss das gewesen sein.

Ich reise weiter durch mein Leben. Werde meine Lebensreise betrachten. Werde zurückblicken. Werde, was ich da mit Schnappschüssen illustriert habe, zu verstehen versuchen. Werde meine Gedankenspuren aufnehmen und den roten Faden auf- und abwickeln … Entwicklungen betrachten.

Dankbar bin ich über die menschliche Fähigkeit zur Reflexion.

Frühlingsgefühle

Ja, ich bin ein Frühlingskind. Es ist definitiv meine Lieblingsjahreszeit. Dieses Aufbrechen spüre ich fast körperlich, trotz der aktuellen Oft-Müdigkeit, nistet sich etwas, das nach Neuanfang riecht, in mir ein.

Der Wald hat mich gerufen, gestern schon. Heute auch. Ja, er ruft oft. Manchmal gehorche ich.

Dann horche ich. Höre. Schaue. Rieche.

Keine Rolle mehr

Langsam erwachte ich heute aus einem sehr farbigen Traum. Ich hatte Besuch von Menschen, die ich nicht kenne und auch im Traum nicht kannte. Meine erste Besucherin war eine mir unbekannte Frau. Sie sah sich die Bilder an meinen Wänden an, doch es war nicht meine aktuelle Wohnung, auch keine meiner früheren. Eher war es eine Art Galerieraum mit riesigen Fenstern, den ich als meine Wohnung betrachtete. Immerhin stand mittendrin ein Bett, das im Traum mein Bett war. Ein großes Bett, eins für richtig große Träume denke ich jetzt, aber auch dieses Bett war nicht mein „richtiges“ Bett aus meinem aktuellen Leben. An den Wänden hingen große, auf Rahmen gespannte Leinwände, die wie gemalt aussahen. Es waren aber Appspressionismen, also von mir offenbar zu einem früheren Zeitpunkt mit Foto-Apps gestaltete Bilder. Keines kam mir aber wirklich vertraut vor. An keines konnte ich mich erinnern, auch nicht an den Schaffensprozess, weder im Traum noch im echten Leben.

Ich identifizierte mich jedoch sehr mit den Bildern, sie mussten also – so sagt mir mein Traumwirklichkeitsgefühl – von mir sein. Die Besucherin wählte ein Bild aus, das noch nicht auf einem Rahmen aufgespannt war, sondern in einer der Kisten an der Wand gesteckt hatten. Es war ein Bild, das ich besonders mochte. Alle Bilder waren eigentlich eher abstrakt und doch auf eine Weise sehr konkret und unmittelbar, so konkret und unmittelbar wie Wolkenbilder und Rorschach-Tests vielleicht. Voller einzelner Elemente, die vom einen ins Nächste führten, wenn man sich einließ. Bilder wie Labyrinthe. Selbst ich war fasziniert. Meine Bilder kosteten alle um die Fr. 1000.–, doch so viel Geld hatte die Frau nicht dabei. Ich durfte es ihr weder schenken noch günstiger geben, das war uns beiden klar.. Ich legte also zur Sicherheit das Bild unter mein Bett, bis sie mit dem Geld zurückkommen würde.

Sherlocks LupeNächste Szene: Eine Frau mit einem Kind besucht mich. Ich scheine sie flüchtig zu kennen. Sie entdeckt die Bilder, obwohl sie eigentlich wegen mir da ist, mich besucht. Sie ist hin und weg von meinen Bildern, was mich eigentümlich berührt, mehr als von einem Menschen, den ich nicht kenne. Weil sie mehr sieht, weil sie dahinter sehen kann. Sie murmelt, dass sie nicht verstehen könne, warum ich nicht längst „entdeckt“ worden sei. Meine Bilder seien einfach einmalig. Ihr Kompliment schmeichelt mir, ich merke, dass sie es ernst meint, dennoch weiß ich natürlich, dass meine Bilder, da ich ein NoName bin, niemanden außer ein paar Fans, ansprechen werden. Ich bin zu leise, ich bin zu beliebig, zu unauffällig, zu wenig Mainstream. Und ich kenne den Markt. Weiß wie Hypes entstehen. Mache mir da nichts vor, obwohl ich weiß, dass diese Bilder gut sind.

Das Kind hat sich auch vor die Bilder gestellt und ist total vertieft in die Betrachtung. Es erzählt, was es alles sieht und erlebt, was ihm aus den Bildern entgegenkommt und ihm begegnet. Mir kommt es vor, als wäre das Kind, es ist so ungefähr fünf bis sieben Jahre alt, nun wie in Trance, als wäre es ein Teil meiner Bilder geworden. Es wirkt wie eingetaucht. Gerade sagte ich zu der Frau, dass das übrigens keine Gemälde seien, sondern Bildbearbeitungen, die ich auf digitalen Medien geschaffen habe. Sie kann das kaum glauben.

Inzwischen liegt das Kind unter meinem Bett und betrachtet, auf dem Bauch liegend, das Bild, das dort für die andere Frau bereit liegt. Es ist total begeistert. Auch das Kind mag das Bild sehr. Ich selbst bin einfach nur total gerührt, wie sehr sich Kind und Frau auf die Bilder einlassen können. Wie sehr sie von den Bildern berührt werden. Das macht mich unglaublich froh.

Irgendwo in diesen Traumsequenzen drin, mitten drin, bin ich dann auf einmal in meiner echten, aktuellen Wohnung, die allerdings im Traum viel größer und geräumiger ist als in echt. Ich habe einen doppelt oder dreimal so großen Küchenwohnraumteil. Dort stehen im Traum nicht nur ein Tisch mit Stühlen, sondern gleich zwei. Es ist Morgen und ich wusle wie üblich noch im Pyjama herum. Meine Mutter hat Geburtstag und sie will, mit meinem Vater und andern Verwandten, um 11 Uhr zu mir kommen. Sie wohnen – obwohl sie schon lange gestorben sind – in diesem Traum in einer anderen Wohnung im selben Haus. Kurz vorher bin ich kurz oben bei ihnen gewesen, um etwas zu holen/fragen. Nun wusle ich also durch meine Wohnung, räume da und dort ein bisschen auf und habe die Zeit vergessen. Auf einmal klingelt es. Elf Uhr. Huch, die Verwandten! Und ich noch immer im Pyjama. Die Leute kommen herein, viele sind es, und immer kommen noch mehr. Ich denke: Huch, ich bin ja noch ungeduscht! Und mein Yoga hab ich auch noch nicht gemacht. Das geht doch so gar nicht. Ich fühle mich nackt und ungeschützt und alle kommen in meine Räume und tragen die Schuhe an den Füßen, was ich überhaupt nicht gerne habe.

Ich lasse die Leute Platz nehmen und will mich schon zurückziehen, da rufe ich laut: Alle sofort die Schuhe ausziehen! Bitte! Also ziehen die Leute widerwillig ihre Schuhe aus. Alle genau dort, wo sie sind/sitzen/stehen. Was ja nun auch nicht wirklich etwas bringt. Außer Chaos. Alle schauen sich ungeniert um und sehen ebenfalls überall meine Bilder an. Ab hier an sind wir alle auf einmal in jener anderen Wohnung und der Traum geht dort weiter. Später sind die Leute wieder weg und die Frau mit dem Kind kommt.

Die Bilder, das spüre ich, sind ohne inneren Zensor entstanden. In einer Zeit, als ich noch mit dem Herzen gestalten konnte. In einer Zeit, wo ich mich nicht von allem Wissen und all den Maßstäben, wie Kunst zu sein habe, verwirren lassen habe.

Habe ich das? Tatsache ist, dass dieser innere Zensor furchtbar brutal, anspruchsvoll, gnadenlos und ziemlich zynisch ist.

Ich sehne mich zuweilen an meine erste Zeit des Appens zurück, wo ich einfach daruflos gebildert und gekunstet habe ohne viel zu denken. Heute kenne ich mich je länger je besser mit all der Technik, mit all dem Handwerk aus, das ich brauchen kann. Ja, ich kenne wohl auch mich und meine Bildsprache besser. Aber, und da hänge ich fest, ich bin heute weniger spontan denn je. Beim Bildern vor allem, aber auch oft beim Schreiben. Auch dort stellt sich der Kopf in den Weg und winkt ab.

Wie kann ich mich wieder aus dieser Befangenheit befreien? Wie kann ich den unmittelbaren Zugang zu meinen Bild- und Wort-Bildern wieder finden? Wie erschließe ich mir meine Herzsprache wieder, die ich einmal kannte und konnte? Natürlich darf sie nachher durch all die handwerklichen Filter laufen, aber zuerst soll sie einfach mal unzensiert fließen dürfen. Weil es nämlich genau das ist, was ich am liebsten mache. Es ist dieses freie Draufloskreieren, das mich nährt, das ich brauche, um leben zu können. Um mein Schreiben und Kunsten in seiner ganzen Weite und auch ganz und gar leidenschaftlich erleben zu können.

Tun ohne Denken und Selbstzensur. Mich sein. Wenn mir das gelingt, bin ich glücklich und froh und bei mir, synchronisiert mit mir selbst. Wenn ich keine Rolle mehr spiele, sondern nur noch bin.

Bildgespinst oder heiteres Osterorakel?

Gestern unterwegs: Rätselbild Nr. 1 … Wie viele wovon?

IMG_6604b_Rehe

Und dann das da … noch so ein Rätsel irgendwie.

 Heute hier so, Rätsel Nr. 3 …

Rheinpfalz
Heiteres Ostereierraten in der heutigen Zweibrücker Ausgabe der Rheinpfalz … Wer findet ihn? Und es?

Noch ein Rätsel? Oder doch keins?

Weies-2
Metaphysisches Gruseln à la Mani Matter im PRISMA heute Morgen

So viele Seiten

So viele andere Seiten gibt es. Und außerdem ist jede Seite von der andern Seite aus eine andere Seite. Sozusagen.

Das Thema, das wir aktuell in unserer virtuellen Bildergalerie Pixartix ausstellen, ist sehr, ähm, nun ja, vielseitig, sozusagen.

Und diesmal hatte ich es wirklich sehr schwer gehabt, mich bei der Beitragsauswahl einzuschränken. Darum zeige ich hier einen Teil jener Bilder, die im Laufe des Auswahlsverfahrens, in den Auswahlordner gesprungen sind.

Viel Spaß mit meinen vielen anderen Seiten …
(groß durch Draufklicken)