Es dreht sich das Karussell und nimmt uns mit.
Dreht uns im Kreis. Im Kreis, im Kreis. Immer im Kreis.
Manche kreischen.
Da ist ganz viel Lärm in mir drin.
Und da sind Ängste, die mit Kirmesgewehren herumballern.
Noch lachen alle. Jubeln. Kreischen lauter. Rufen schneller.
Schneller, schneller, und lauter und wilder und mehr, mehr, mehr.
Da. Auf einmal fliegen die ersten heraus. Schließlich immer mehr.
Nur die ganz Starken, jene, die ein paar Tricks kennen, um der Schwerkraft zu trotzen, und die mit den spitzen Ellbögen können sich halten. Sie drängen sich in die Mitte.
Am Rand steht bald niemand mehr.
Da draußen, am Boden, liegen schon ganz viele.
Monat: November 2016
Drüberreden hilft – Depression im Alltag
Nach der vorgestrigen zdf-Sendung Viel mehr als Traurigkeit (siehe gestrigen Blogartikel) habe ich mir zwei Apps für Depressive geladen. Die eine, Arya, wurde im Film, resp. nachträglich auf Twitter, empfohlen und ist eine Art Stimmungstagebuch. Bei beiden Apps beschreibt man seinen aktuellen Zustand ein- bis mehrmals täglich. Bei beiden Apps klicke ich zurzeit jeweils das ’Mir geht’s mittelmäßig’-Emoticon an. (Die zweite App heißt übrigens Moodpath.) Wobei: Würde ein gesunder Mensch ohne Vorwarnung aus seiner Haut in meine fahren, würde er das vermutlich eher nicht so kuhl finden. Ich vermute nämlich, dass mein normaler Nullpunkt, könnte man ihn denn messen, tief unter dem Nullpunkt einer/s Nicht-Depressiven liegt. Stichwort Leidensgewöhnung.
Die Depression ist eine persönliche (und wohl auch gesellschaftliche) Reaktion oder Antwort auf all die Diskrepanzen, die ich im Leben erkenne. Mich erdrückt zuweilen und ich leide daran, dass ich all die Erwartungen, die ich an mich, die ich ans Leben habe, nicht erfüllen kann. Ich habe den Hoffnungsvorrat – darauf, dass es sich je ändern könnte –, allmählich aufgebraucht. Andererseits füllt sich dieser Vorrat zuweilen aus irgendwelchen, in mir schlummernden Quellen und aus unerfindlichen Gründen wieder auf. Vermutlich, weil das Leben so funktioniert. Stichwort Selbstheilung.
Und ja, ich glaube, dass es eher heilsam als kontraproduktiv ist, über Depression zu reden und zu schreiben. Das Argument, dass dadurch, dass ich drüber rede, alles nur noch schlimmer werde, weil ich dadurch ja ständig über das Thema, über die Krankheit, nachdenke, entkräfte ich so: Eine Wunde, die du ignorierst, blutet ja nicht weniger, wenn du sie nicht anschaust.
Depression ist eine Krankheit. Wie ein chronischer Herzfehler vielleicht, oder wie ein Bandscheibenschaden. Etwas, das bei guter Behandlung nicht unbedingt die Lebensqualität beeeinträchtigen muss, jedenfalls nicht immer. Aber eben: Dieses Etwas ist da. Und geht nicht davon weg, dass wir es ignorieren oder totschweigen.
Drüberreden hat dazu den Nebeneffekt, dass ich lerne, dazu zu stehen, dass ich bin, wie ich bin. Und dass meine Umgebung sensibilisiert wird für meine Symptome und für die Tatsache, dass das Leben nicht ideal ist. Dass ein Mensch keine Maschine ist. Auch dass die Berührungsängste meiner Mitmenschen gegenüber dem Thema schwinden können, ist ein möglicher Effekt und dass Nicht-Betroffene, jene Menschen, die depressiv sind, anders als nur als Versager, Opfer, Unfähige betrachten lernen. Sind wir nämlich nicht. Wie sagte Herr Bock noch mal so schön? ’Als depressiver Mensch kannst du alles, nur nicht einfach so. Und schon gar nicht immer. Und manchmal gar nicht.’
Und dass ich immer mal wieder über den Zusammenhang zwischen Hochsensibilität und Depression nachdenke, verwundert euch sicher nicht.
»Viel mehr als Traurigkeit« – Depression und das Leben mit ihr
Gestern habe ich mir auf zdf die Sendung 37 Grad angeschaut. Viel mehr als Traurigkeit hieß die gestrige Folge. Schon im Vorfeld war auf Twitter darüber gesprochen worden, denn die Sendung porträtiert zwei depressive Twitternde. Leider ist auf Twitter neulich einmal mehr über Depression gespottet worden. Über das heutige Mimosentum. Über eine Gesellschaft, die nichts mehr abkann.
Jana Seelig aka @isayshotgun und Uwe Hauck aka @bicyclist, die über ihr Leben als Depressive twittern, haben in Viel mehr als Traurigkeit über ihren Alltag, über ihr Zuweilen-Nichts-Fühlen, über die Krankheit, über Hoffnungen und Ängste gesprochen. Ich bin dankbar, dass sie das getan haben und bewundere ihren Mut.
Was mir im Kontext mit diesem Film endlich klar geworden ist: Jede Depression hat ein anderes Gesicht. Bei manchen fängt es erst später an, bei manchen früher; fast jeder zweite Mensch hat in seinem Leben mindestens einmal eine depressive Episode. Bei den meisten bleibt es dabei, bei anderen kommt der Schwarze Hund, das Monster, immer wieder. Und Medikamente, ja, die helfen. Manchmal. Nicht allen. Nicht immer. Vor allem hilft der Placebo-Effekt. Aber auch der nicht immer.
Manche spotten leider über Depressive.
Manche verstehen nicht. Viele geben Tipps, ohne zu wissen, wie es wirklich ist, wenn nichts mehr geht. Auch hängt über der Krankheit eine schier undurchdringliche Schamwolke, die auch mich daran gehindert hat, hier bisher deutlicher davon zu sprechen, dass ich eine Betroffene bin.
Manche glauben, dass Depressive selbst dran schuld sind, weil sie … Manche denken, dass man nur auf die Zähne beissen muss und dann wird alles wieder gut.
Manche glauben sogar, dass man nur das Richtige denken, glauben, wissen muss, damit es gut wird.
Ach, wenn es so einfach wäre … und wenn wir Betroffenen doch denen, die zu wissen glauben, was für uns gut ist, weniger Gehör schenken würden.
Ach, Konjunktiv!
Die Rolle, die Aufgabe, die Botschaft von Uwe Haucks Frau Sibylle hat mich aufgerüttelt:
Was macht die Depression mit unseren nächsten Mitmenschen? Wie schwer belasten wir unsere Partner, Partnerinnen, Freundinnen und Freude? Und lastet auf ihnen nicht die subtile Erwartung, dass sie für uns Depressive so etwas wie die WunderheilerInnen sein müssten? Anders gefragt: Lastet auf ihnen nicht der latente Anspruch, dass sie zu wenig gut sind, wenn wir wieder eine depressive Episode durchwandern? Wie gehen sie mit dieser Belastung um, die wir Depressive für sie sind? Für Depressive, die keine Freundinnen und Freunde habe, stelle ich es mir noch brutaler vor.
Vereinsamung ist ja das Huhn und das Ei innerhalb der Depression: Ziehen wir uns zurück und vereinsamen wir, weil wir depressiv geworden sind, oder sind wir einsam und werden deshalb erst depressiv? Da capo al fine.
Kurz und gut: Wir tragen Verantwortung füreinander.
Oder wie es Uwes Frau Sibylle sagt: »Wir profitieren auch von Uwes Krankheit, weil wir in Tiefen eindringen können, wo normalerweise Menschen wahrscheinlich gar nicht hinkommen.«
Stummes Gespräch
Wie bereits vor einem Jahr und vor vier Jahren habe ich die Kommentarfunktion dieses Blogs, die ich vor einigen Wochen reaktiviert hatte, vor Kurzem wieder geschlossen.
Manche schlucken leer, wenn man auf einem Blog, auf einer Webseite, in einem sozialen Medium NICHT kommentieren kann. Es sei wie Einbahnstraße, man fühle sich ausgeschloßen, hörte ich schon sagen. Denn schließlich sei das doch der Sinn sozialer Medien: Dass man miteinander ins Gespräch komme.
Ja. Aber. Mich macht dieser Kommentierdruck erneut so müde. »Nicht alles was gedacht werden kann, muss auch gesagt und geschrieben werden«, schreibt Tinacor im gestern hier im Blog zitierten Artikel.
Natürlich soll/darf/kann ich mir zu etwas Gedanken machen, das jemand geschrieben hat. Dafür wurde es ja veröffentlicht. Doch was ich darüber denke, muss ich ja nicht um jeden Preis in eine Kommentarspalte schreiben. Kann ich, muss ich aber nicht. (Auch nicht aus Gründen wie Mitleid, weil bisher noch niemand etwas dazu geschrieben hat.)
Ich habe für mich beschlossen, weniger zu kommentieren. Oder vielleicht gar nicht mehr. Welche Kriterien ich anwenden werde, weiß ich noch nicht so genau. Vielleicht werde ich nur noch kommentieren, wenn mein Kommentar ein fortlaufender Dialog zur Person, der ich einen Kommentar schreibe, darstellt.
Oder aber ich kommentiere nur noch, wenn ich etwas Lustiges auf den Lippen habe oder etwas Wesentliches erkannt habe. Wobei hier bereits meine Augenbrauen hochrutschen, denn genau das meinen wir ja alle, wenn wir kommentieren: Dass die Welt auf unsere glorreiche Erkenntnis gewartet hat.
Als ich neu bei Twitter war, war ich noch richtig im Kommentareschreibemodus drin, wie er ja hier in der Blogosphäre üblich ist. Dass Twitter eher Monolog und somit eine eigene Kunstform des Wortspiels ist und des rhetorischen Fragens, habe ich erst allmählich gemerkt.
Und ja, natürlich gibt es auch jene Tweets, die bewusst für den Dialog geschrieben werden. Und jene, die sich um Befindlichkeit oder Politik drehen. Das hängt von der jeweiligen Filterblase ab.
Immer öfter jedoch lese ich Twitter wie eine Art Buch (von der Like- und Retweet-Funktion einmal abgesehen).
Es ist wirklich nicht so, dass mich eure Gedanken zu meinen Texten grundsätzlich nicht interessieren. Eher ist es so, dass ich meine Blogtexte so ähnlich wie die Seiten eines Buches verstehe. Ihr lest sie, wenn und wann immer ihr sie lesen mögt. Und ihr dürft euch auch gerne dazu Gedanken machen. Da, wo Gedanken wohnen. In eurem Inneren. Ich glaube nicht, dass wir alle etwas verlieren, wenn wir weniger kommentieren, aber wir gewinnen wieder mehr Ruhe.
Danke. Fürs Lesen.
Ein Manifest für die Beißhemmung – reblogged von @Tinacor
von TC
Jemand postet unter den Artikel einer renommierten deutschen Zeitung einen Kommentar.
Die nachfolgende Person beschuldigt den ersten Kommentierenden zu verallgemeinern und an der Sache vorbei zu denken.
Die dritte Person kommentiert auf die zweite, dass diese ebenfalls an der Sache vorbei dächte, was man ja genau anhand des unsachlichen Kommentars erkennen könne.
Die 4. Person geht überhaupt nicht auf den Kommentar ein, sondern postet eine eigene Meinung zum Artikel.
Ein Troll taucht auf und schreibt: “ Ihr seid alle Scheiße und voll Abfall!“
Ein neuer Kommentator geht unsinnigerweise auf den Troll ein und schreibt: “ Und Sie sind nochmal genau was?“
Der erste Kommentator beschimpft daraufhin den Zweiten, er hätte den Artikel offensichtlich gar nicht erst gelesen. Woraufhin der Zweite Kommentator zurück schimpft: „Ach Sie aber schon? Klammer auf, IRONIE, Klammer zu.“ Eine neue Kommentatorin schreibt alles sei mal wieder typisch nur aus der Sicht der Männer dargestellt und eine Frau würde das alles ganz anderes beleuchten.
Woraufhin 15 weitere Kommentatoren die vermeintliche Feministin in Grund und Boden schreiben und jede Menge Sekundärlinks zur Beweisführung an ihre Kommentare hängen, dass der Artikel NICHT ausschließlich die männliche Sicht der Dinge beleuchtete.
Der Troll taucht wieder auf, postet würgende Emoticons, schreibt: „Danke Merkel!“ und „…irgendwas von versifftem, linken, Gutmenschentum, und das sie schon noch sehen würde, was der neue Führer nach der Wahl 2017 alles mit ihnen anstellte.“
Natürlich alles in einer himmelschreiend falschen Orthographie und frei jeglicher grammatikalischer Grundregeln. Jemand antwortet man möge den Troll aus der geführten Diskussion bitte bannen, oder doch, so unumgänglich zumindest ignorieren.
Ein neuer Kommentator startet den letzten Versuch und bittet: „Jetzt beruhigt euch doch alle mal wieder, wir können das doch ganz sachlich diskutieren, um danach 230 Zeichen lang von einem komplett anderen Thema zu berichten, das ihm offensichtlich am Herzen liegt, jedoch nicht das geringste mit dem Artikel zu tun hat. Spätestens jetzt bricht die Hölle los. Alle Erstkommentierenden fallen über den akademischen Selbstdarsteller her und bescheinigen ihm jegliches Lebens- und Äußerungsrecht auf diesem Planeten verwirkt zu haben.
Die Kommentarschleifen ist mittlerweile auf 189 Beiträge angewachsen, viele davon länger, als der diskutierte Ursprungsartikel der Zeitung.
Die Bandbreite der Emotionen und dargelegten Ansichten reichen dabei von weinerlich eindringlich bis herabsetzend despektierlich und vereinen alle mehr oder weniger radikale Positionen, die die Gesellschaft zu bieten hat.
Dabei ist es völlig unabhängig, um welches Thema es sich inhaltlich handelt. Ob Politik, Wirtschaft, Single aus Überzeugung ja oder nein, Alleinerziehung, Kinderbetreuung, Katzenliebhaber oder Hundeliebhaber, etc., etc., etc., …..jeder noch so unwichtige und banal informative Beitrag muss zwingend und allumfassend mit der eigenen Meinung oder Einstellung kommentiert und in Abklang gebracht werden. Warum? Warum tun Menschen sowas?
Das Prinzip der Äußerungsmöglichkeit treibt im Internet seit Jahren die buntesten Blüten.
Offensichtlich ist die reine Möglichkeit sich äußern zu können so etwas wie die „Unum“ und leider nicht die „Ultima Ratio“ sich auch äußern zu müssen.
Obwohl doch bereits im Vorfeld feststeht, dass weder die Äußerung, noch die darauf zwangsweise folgenden Repliken anderer Personen, in irgendeiner Form Einfluss auf das bereits Veröffentlichte haben.
Warum also? Und woher dieser Zwang der Menschen sich immer und immer wieder zu den noch so abseitigsten Themen zu comitten?
In früheren Zeiten schrieben die Menschen Leserbriefe. Sie dachten über etwas nach, reflektierten und machten sich, wenn es Ihnen wirklich sehr sehr wichtig war die Mühe eine Brief zu schreiben und diesen zum Briefkasten zu tragen. Sie mussten, um ihrer Meinung Gehör zu verschaffen sogar einen geringen Geldbetrag in Form einer Briefmarke investieren.
Dann hatten sie zwar immer noch keine Gewissheit, dass ihre Ausführung auch veröffentlicht und abgedruckt würde, aber sie hatten sich Luft gemacht, dem inneren Drang der freien Meinungsäußerung nachgegeben und eine Form von Katharsis erlangt. Dem Redakteur blieb immer vorbehalten den Inhalt richtig und in vollem Umfang abzudrucken.
Ein herrliches Prinzip, das im Netz leider viel zu selten Anwendung findet.
Natürlich ist freie Meinungsäußerung ein wichtiges Gut. Wenn nicht gar das Wichtigste überhaupt. Leider setzt es voraus, dass die Menschen einer Diskussionskultur mächtig sind, und offen für Gegenargumente oder Feinheiten, was sie jedoch leider in den meisten Fällen nicht sind. Der Dialog ist unwichtig geworden, wichtig ist nur noch die Selbstinszenierung und das zwanghaft laute kundtun der eigenen Befindlichkeit.
Die Unterscheidungsfähigkeit von relevanten und nicht relevanten Themen ist dabei jedoch völlig abhanden gekommen. So wird sich geäußert, wo das nicht äußern angebracht wäre und geschwiegen, wo sich eingebracht werden müsste.
Nicht alles was gedacht werden kann muss auch gesagt und geschrieben werden. Etwas nicht zu sagen und nicht zu kommentieren ist oft sogar wesentlich schwieriger, weil es Kraft und Triebhemmung also einen Regulativ erfordert. Ein Regulativ, das in vielen Fällen zu einem wesentlich freundlicheren und netteren Miteinander führen kann.
Das schnelle „ich weiß aber auch was dazu“ also öfter einfach mal zur Seite schieben und stattdessen ein paar Mal tief ein- und ausatmen, die Welt würde sicherlich ein harmonischerer Ort.
Quelle: Ello > @tinacor am 21. 11. 2016
Noch bevor ich obigen Artikel gelesen habe, kritzelte ich auf meinen Notizzettel: Über die Kommentiersucht bloggen! Und ja, das werde ich demnächst tun. Mit etwas anderen Schwerpunkten als Tina, aber ich bin froh, dass sie einiges bereits angeschnitten hat …
Das Vielleicht-Ding namens Leben
Vielleicht muss man ja die Vergeblichkeit des Lebens akzeptieren um wirklich sinnvoll leben zu können.
Und vielleicht ist Leben eins dieser Puzzles da mit all den vielen kleinen einzelnen Stücken, die überall herumliegen.
In seinem letzten Buch, Treibsand*, schreibt Henning Mankell über sein Leben als an Krebs Erkrankter. Er schreibt über Vergänglichkeit und Vergeblichkeit, über Eitelkeiten beim Gedanken an die Nachwelt und er schreibt auch über all die Spuren, die wir für jene legen, die nach uns kommen. Und darüber, wie schnell wir alle vergessen sein werden. Und dass das vielleicht gar nicht mal so schlecht ist.
Vielleicht ist ja manches, das im Leben ist, wie es ist, ein wenig wie mit Javascript? Vorhin, als ich meinen Rechner gestartet hatte, glaubte ich zuerst an eine WordPress-Panne. Mein Editor, in welchen ich diesen Text hier einfügen wollte, zeigte mir nur noch die Text-Version (= html) an, der Kommentarknopf blieb stumm und als ich auf Twitter um Lösungen fragen wollte, blieb auch dort der Textknopf stumm. Also versuchte ich über den neuen WordPress-Editor, den verhassten, zu bloggen, doch selbst dieser tat keinen Wank. Er könne nicht geöffnet werden, weil javascript nicht installiert sei, sagte die Seite, die auftauchte. Javascript ist kurzgesagt eine Art (Geheim-)Sprache, die interaktive Elemente liest und für uns sicht- und nutzbar macht.
Aber wie soll das gehen? Ich habe doch seit gestern nichts deinstalliert und Java ist auf meinem Browser Standard? Keine Ahnung, wie das geschehen konnte. Nach einigen Recherchen konnte ich über die Browsereinstellungen Java wieder als true statt als false konfigurieren. Ein einziger Klick in einer verborgenen Welt machte aus einem Nicht-möglich ein Möglich. Ich mag ja solche Metaphern aus der technischen Welt.
Seltsame Hintergrundkonfigurationen haben wir alle. Warum ein Knopf gestern noch ON und heute OFF ist, weiß ich nicht. Ich kenne nicht alle Mächte und Kräfte, die auf mein Leben einwirken. Manche kann ich, wenn ich sie doch irgendwie erkennen kann, beeinflussen, manche nicht.
Darüber dachte ich nach, gestern, im Wald. Und wie es kommt, dass ich an manchen Tagen das Leben ganz okay finde, während ich es an anderen knapp schaffe, sie zu überleben.
Was mir hilft, ist, ein bewusstes Leben im Augenblick zu üben. Tage, an denen ich bewusst lebe, fühle, denke, hinschaue, nachspüre, sind anders als Tage, an denen ich versuche wegzufühlen, nicht hinzuschauen, Schmerz von vornherein zu vermeiden. Obwohl bewusste Tage manchmal viel mehr wehtun als unbewusste, hinterlassen sie einen Abdruck, ein Echo. Unbewusste vergehen ungefühlt, stumpfen mich ab, klagen mich zuweilen im Nachhinein sogar an, behaupten, ich hätte sie ignoriert (womit sie recht haben).
Bewusst leben heißt, mir der Vergeblichkeit jeden Strebens bewusst zu sein. Nicht dass ich nicht streben könnte, dürfte, zuweilen wollte, manchmal müsste, aber – und das macht vermutlich den Unterschied – wenn ich weiß, dass letztlich alles vergeblich ist, tut leben weniger weh.
Für Mankell liegt das Einzigartige des Lebens in seiner Endlichkeit, in seiner Einmaligkeit. Ich persönlich teile seine Sicht nicht, dass das Leben mit dem Tod zu Ende geht. Zwar bin ich nicht religiös, das nicht, aber ich glaube dennoch, dass auch der Tod zu den Grundbedingungen des Lebens gehört. Die Rückseite von Hier und von Jetzt. Alles, was ist, ist immer auch sein Gegenteil. So sinnierte ich gestern auf meinem Waldspaziergang.
Erst am Abend entdeckte ich Irgendlinks Artikel über Die schönste Straße der Welt, worin er sich ebenfalls, wie so oft, Gedanken zum Leben macht. Und meinen gar nicht mal so Unähnliche …
Zitate aus Treibsand von Henning Mankell:
Verdichtung
Beobachten, sagt Dürrenmatt, Beobachten ist ein elementar dichterischer Vorgang. Das vermeintlich Beiläufige, Passive ist folglich nicht nur etwas Aktives, sondern etwas sehr Konzentriertes, Wirksames, Zielgerichtetes.
Ich glaube ja, Dürrenmatt hätte getwittert. Nein, hätte er nicht, weil das bestimmt zu kurzlebig für ihn gewesen wäre. Aber ich glaube, seine Art zu beobachten, entspricht der Art vieler Twitternden. Und ich gestehe, dass ich genau diese Art Twitterei mag: Alltagsbeobachtungen, beiläufig Wahrgenommenes in wenige Zeichen zu verdichten, Kürzestgeschichten zu schreiben.
Auch die Wirklichkeit muss geformt werden, will man sie zum Sprechen bringen. Sagt Dürrenmatt auch. Wird Wirklichkeit also erst wirksam, wenn sie in Worte gefasst wird?, frage ich. Ist sie nur dann wirklich, wenn sie eine Form gefunden hat und womöglich erst dann für uns verständlich, weil in Sprache übersetzt?
Ist letztlich denn nicht jede in Worte gefasste Wirklichkeit – zum Beispiel die Reportage über eine Veranstaltung – immer nur Interpretation; und ist Interpretation noch objektiv? Sind Fakten wirklich Fakten?
Wie objektiv sind, sprechen, schreiben, handeln wir wirklich, sollte das überhaupt unser Ansinnen sein, und sind subjektive Wahrnehmungen weniger wahr als Fakten?
Kurz: Wie verlässlich sind unsere Maßstäbe?
Sind Gefühle, solange ich sie einfach nur wahrnehme, ohne sie zu interpretieren, nicht genauso ehrlich wie ein Litermaß?
Schnitt.
Als ich vor zwei Tagen durch Bern fuhr und kurz bei meinem früheren Wohnhaus anhielt, spürte ich Sehnsucht. Sehnsucht nach dem gelebten, nach dem vergangenen Leben in Bern. Aber halt! Ist Sehnsucht denn nicht bereits Interpretation dessen, was in meinen Eingeweiden vor sich ging, als das Herz höher und farbiger klopfte als sonst und der Bauch ein bisschen vor sich hin murmelte?
Die Erinnerungen trügen. Sie gaukeln vor, dass damals alles ein bisschen einfacher gewesen ist. Sie sprechen von einer Art Unschuld, die ich heute nicht mehr habe. Damals hatte ich weniger verstanden. Weniger Zusammenhänge. Jedes neue Wissen, das ich meinem Lebensarchiv zufüge, vergrößert meine Verantwortung gegenüber dem Leben, der Welt, vergrößert mein Schuldpotential. Je mehr ich weiß, je mehr ich verstehe, desto mehr Last bürde ich mir auf. Mit jedem neuen Wissen wird das Leben schwerer.
Meine Sehnsucht ruft nach Unschuld, nach Nichtwissenwollen, nach Leichtigkeit, nach Nochmalneuanfangenkönnen sogar, obwohl ich vermutlich nicht wirklich so viel anders machen würde. Oder aber ganz viel.
Ich würde wohl weniger glauben, was andere sagen, ja, das würde ich. Und ich würde wohl weniger glauben, was andere glauben. Und ich würde stattdessen mehr glauben, was ich selbst spüre, was ich selbst erkenne, was ich wirklich sehe – außen ebenso wie innendrin. Und ich würde mir mehr trauen.
Meine Leitungen durchspülen würde ich und den ganzen Müll, der herausgeschwemmt wird, kompostieren. Meine Interpretationsfilter würde ich nullen und meine Werte neubewerten. Und den Konjunktiv könnte ich vom Hassfreund zum Schrank machen, in welchem ich meine Gedanken, Erfahrungen und Erkenntnisse archivieren würde. Oder auch nicht.
Aber das Leben wäre endlich wieder beobachtbarer. Jedenfalls, wenn da nicht so viel wäre, das mir die Sicht verstellt.
Ich habe mich zurückgezogen, um im Innen zu suchen
Heute einen weiteren Text von Ksenia Anske, aktueller denn je:
Es gibt keine Pfade, wohin ich gehe, nur Chaos. Es gibt keinen Ton, nur verstümmeltes Rauschen. Es gibt kein Oben oder Unten, kein Links oder Rechts. Ich muss es aus dem Nichts erschaffen und einen Sinn für etwas bilden, das nie als sinnvoll gedacht war, und doch: wenn ich es nicht tue, wird es mich weiterhin jagen, sich an mich heranschleichen. Es wird mich weiterhin von innen auffressen, bis es mich hohl und spröde macht; und ich werde zusammenbrechen wie ein Hautsack ohne Knochen, die ihn halten könnten, sie sind verrottet, das Fleisch längst aufgefressen von (all) den Ängsten, den Zweifeln und dem Selbsthass. Es ist der Weg des Vollendens meiner Reise. Wenn ich endlich in der Lage sein werde, (meine Erfahrungen) zu teilen. Noch bin ich nicht durch, habe aber womöglich die dunkelste Ecke umgedreht.
Ich bin an der Unterseite des Denkens und des Umdenkens, des Träumens und des Wiederträumens, des Entdeckens und des Verlierens und des Wiederfindens jenes schwerfälligen Selbst, das vor langer Zeit verloren und zerrissen und über das Chaos, das sich in mir eingenistet hatte, verstreut worden war. Es ist schwer zu ertragen; es wiegt schwer, und es dreht meinen Weg, den ich gehen will, auf den Kopf; meine Vergangenheit, meine Erinnerungen, meine Geschichte, meine Lebensereignisse, die mich geformt und zerstört und mich von Neuem geformt haben. Vielleicht bin ich auf einer Pilgerreise, tief in meine eigene Psyche eindringend wie in eine Wüste, meine Füße durch den Sand des Unbekannten schleppend, meine Kehle tropfend, meine Augen von der Sonne geblendet, meine Haut täglich aufs Neue verbrannt, um bei Nacht von der Kälte zu erstarren und am Morgen erneut verbrannt zu werden.
Es gibt keinen Platz für etwas anderes an diesem trostlosen Ort. Ich muss da alleine durch. Ich muss nicht finden, was ich zu suchen glaubte, sondern was ich zu mir kommen lassen werde. Und dafür muss ich weiter suchen.
Es beunruhigte mich diese letzten Wochen sehr, mein völliges Desinteresse an allem, was um mich herum geschieht – das Leben meiner Familie, der Freunde, der kleinen Ereignisse in der Welt und die großen. Es ist, als würde ich über sie hinweg gleiten und sie nicht sehen. Auch mag ich nicht sprechen. Ich will nur schweigen und wandern und wandern und wandern, wohin niemand außer mir gehen kann. Und vielleicht fällt diese Wanderung mit dem Schluss von TUBE* zusammen, als ich an einen Ort gelangte, wo ich mit meinem inneren fünf Jahre alten Kind gesprochen habe und wir zusammen weinten. Und das war nicht genug, es fühlte sich vielmehr wie der Anfang der Rückholung an, (der Rückholung all dessen,) was verloren war. Manchmal bin ich so tief (in mir selbst) drin, dass ich absolut nicht unter anderen Menschen funktionieren kann. Ich kann nicht begreifen, was sie zu mir sagen oder was sie tun und warum es wichtig ist, und oft weiß ich nicht wie antworten.
Ich habe Menschen in dieser Phase ihrer Reise kennengelernt. Ich verstand sie damals nicht. Ich hielt sie für distanziert, für stehengeblieben. Oder ich dachte, sie sind traurig oder deprimiert. Jetzt weiß ich, dass es nichts dergleichen ist. Es ist nicht Unnahbarkeit, nicht Depression. Es ist eine andere Art von Isolation, die Art, durch die man (sich) alleine graben muss, weil das Graben nur von dem getan werden kann, der sucht.
In gewisser Weise teile ich dieses Stadium mit euch von diesem meinem anderen Ende aus, von wo aus nur ich blicken kann. Aber ich denke, ein Teil davon ist bei TUBE geschafft worden, und so verwandelte sich meine Geschichte in eine, die universell ist. Eine Geschichte jeder Frau, die ihr jüngeres Selbst sucht, um sich wieder mit ihm zu vereinigen, nachdem dieses Selbst brutal von ihr abgetrennt worden war. Die Doppelnatur vieler (verrät,) dass wir oberflächlich betrachtet nicht die sind, die wir wirklich in Fleisch und Blut (und in den Knochen) sind. Die Suche nach den (verlorenen) Teilen braucht Zeit, ebenso das Zusammenbauen, das Ausbessern, das Wiedereinsetzen. Ich dachte in letzter Zeit oft an ‚Die Näherin‘, jenes Buch, das ich über ein Mädchen schreiben werde, das andere Leute werden kann, indem sie ihre Kleider kopiert und sie sich anzieht. Die zerbrechliche Natur dieser Buchidee entspricht meine eigene zerbrechlichen Natur, meiner Sehnsucht, mich wieder zusammenzuheften, die Stiche zu Narben zu machen und dieses Narben-Kleid an einen Ort zu hängen, wo ich es sehen und wo es mich an die Kämpfe erinnern kann, die ich gewonnen habe, weil ich am Leben bin. Leider kann ich den Titel ‚Die Näherin‘ nicht verwenden und muss mir etwas anderes einfallen lassen. Es gibt bereits zu viele Bücher mit diesem Titel.
Aber ich verlasse das Thema (allmählich). Das ist gut so. Es sagt mir, dass ich die Schmerzen auf Papier gebannt habe, ebenso die Angst, dass ich, indem ich diese Zeit für mich suchte, irgendwie eine sehr sehr schlechte Mutter, eine schlechte Partner, eine schlechte Was-immer-du-willst gewesen bin. Bin ich nicht. (Doch) ich wusste es einfach nie, weil ich konditioniert worden bin, so zu denken. Verlernen ist schwer. Aber ich mache es. Ein Blog-Post zu seiner Zeit. Ein Buch auf einmal. Wort für Wort, Satz für Satz, Seite für Seite. Fußspuren hinterlassend, so dass ich, wenn ich bereit bin zurückzukehren, sie suchen kann. Und dann weiß ich, wie ich meinen Weg zurück finden kann und wie ich dir (mit)bringen kann, was ich gefunden habe.
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Copyright by Ksenia Anske (Quelle/Original), mit freundlicher Genehmigung.
Herzübersetzt von Sofasophia
* Ksenias aktuelles Romanmanuskript
Ohne passenden Titel
Nein, ich werde heute nicht kommentieren, was jenseits des großen Meeres passiert ist. Noch bin ich zu schockiert. Und zu müde. Zu erschöpft. Außerdem können das manche besser (und ja, manche auch schlechter).
Besser ist es wohl, dennoch einen Apfelbaum zu pflanzen, selbst wenn morgen – na, ihr wisst schon – … (Wobei: Untergehen wird die Welt zwar vermutlich morgen noch nicht. Irgendwann aber schon. Und vielleicht fängt dann alles wieder von vorne an. Oder anders.
Bis dahin lese ich Treibsand, Henning Mankells Memoiren (Essays, nachdem er von seiner Krebserkrankung erfahren hat). Nährende Texte darüber, was es heißt ein Mensch zu sein. ( ⇒ Link).
Wobei:
Ich möchte manchmal kein Mensch sein. Eine Katze vielleicht.
Ja, eine Katze wäre nicht schlecht. Oder ein Baum irgendwo in den Bergen.— SoSo (@_auchICH) 9. November 2016
Und, falls sich morgen die Welt noch immer dreht, habe ich einen weiteren Artikel von Ksenia für euch vorbereitet.
Die Notwendigkeit von Stille
Von Ksenia Anske
Diese letzten Szenen von TUBE* haben mich ausgelaugt. Wenn ich jeweils mein Schreibwerk des Tages vollendet habe, bin ich leer und brauche Stille, um mich mit meinem kleinen Selbst zu versöhnen, das mir meine Geschichte erzählt, und um darüber nachzudenken, wie ich es am besten darstellen kann, dass (die Geschichte, die ich erzähle) nicht meine sondern Olesyas Geschichte ist. Um für sie zu fühlen, so viel zu fühlen, dass es daneben keinen Platz mehr für etwas anderes gibt. Dazu brauche ich Stille. Stille. Himmel und Bäume und Wind. Einfach nur Platz, um zu sein. Ohne zu reden, ohne eilig wohin rennen zu müssen oder wegzulaufen.
Vor Jahren konnte ich mir einen Ort wie diesen hier nicht vorstellen: einfach nur Frieden. Je mehr ich schreibe, desto weniger greift mich meine Leistungsangst an, desto weniger habe ich Angst davor, was die Leute über mich oder meine Bücher denken werden, desto weniger will ich jemandem etwas beweisen. Ich bin auf dem Weg, mein kleines Ich zurückzuerobern, so wie es sein wollte, als ich frei und wild und sorglos und glücklich war und einfach nur lebendig.
Ob ich nun Käfern beim Kriechen zuschaute und dabei in einem Haufen Dreck saß, (war egal, denn) es machte mich glücklich und ich kicherte. Oder ich hob Steine von der Straße auf, schiele gegen die Sonne und beobachtete die Kristalle in ihnen, sah sie funkeln und konnte mich so stundenlang beschäftigen. Es kümmerte mich nicht, ob es regnete und ich nass wurde oder ob mein Haar so oder anders aussah oder ob mein Körper falsch war oder mein Gesicht oder mein Geschlecht. Als ich auf der Brücke über einen kleinen Fluss lag, beobachtete ich, wie die Wasserläufer auf ihren langen, dünnen Beinen herumrannten und ich dachte, ich könnte das gleiche tun, wenn ich nicht so schwer wäre.
Ich dachte, dass meine Gedanken unglaubliche Wahrheiten waren, die ich alle auf eigene Faust herausgefunden hatte, nämlich dass die Menschen niemals starben; sie wurden einfach nur sehr alt, und wenn sie zu alt wurden, wurden sie wieder jung, und so ging es im Kreis. Und ich staunte über meine Erkenntnis, dass ich mich nie so ansehen können würde, wie es andere Leute taten, wenn ich nicht ständig in den Spiegel schaute – ich dachte über eine ganze Woche nach, starrte auf mein eigenes Spiegelbild und machte Gesichter.
Wenn ich barfuß herumlief, fand ich es so lustig, den Matsch durch meine Zehen fließen zu hören – es machte dieses lustige Geräusch –, dass ich nicht damit aufhören konnte, bis meine Zehen sich verkrampften.
Selbst das Schlafen war Magie, weil Träume kommen würden, und auch das Aufwachen war Magie, weil es einen neuen Tag mit neuen Dingen gab, die ich noch nicht gesehen oder gehört oder gerochen hatte.
Einfach nur sein, ohne Urteil, Zweifel, Furcht, Angst, Schüchternheit, Unentschlossenheit, Sorge, Angst, Müdigkeit, Nachdenken.
Ich spreche nicht über ein bestimmtes Alter. Ich spreche über Momente, die anfangs reichlich waren, und dann schwanden, als ich heranwuchs, und schließlich ganz verschwanden. Sie kommen jetzt zurück. Aus der Stille. Langsam. Einer nach dem anderen. Sie tauchen aus ihren Verstecken auf. Ich muss sie ausreden lassen. Ich muss geduldig warten, nichts tun, nur suchen und zuhören und nehmen, was ich bekomme.
Ich werde mich zurückfordern. Aus dem Nichts. Aus der Stille. Außerhalb des Schreibens.
ksenia anske | fantasy writer
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Copyright by Ksenia Anske (Quelle/Original), mit freundlicher Genehmigung.
Herzübersetzt von Sofasophia
* Ksenias aktuelles Romanmanuskript


