Gestern, als ob es nichts wichtigeres im Leben gäbe, offline einen Blogtext in den Laptop gehakt. Zwischen Basel und Mannheim. Über das von mir und Kollege P. organisierte Betriebsfest wollte ich schreiben, das unter dem Strich – trotz Murphys Stolpersteinen – für alle zu einem tollen Erlebnis wurde. Über Pannen und vergessene Pfannendeckel habe ich erzählt und über meine unzähligen Verkehrsübertretungen, die eigentlich Zeit hätten sparen sollen. Über das zuhause vergessene Portemonnaie und darüber, dass ich beim Rückweg – mit dem vergessenen Pfannendeckel – bei allen Ampeln (gewohnt an die Farbe Rot) bereits prophylaktisch auf die Bremse ging. Kollege P. lernte schnell und sagte mir die jeweilige Farbe rechtzeitig an. Kommt davon wenn der Scheff eine mit Grappa abfüllt. Tststs. Doch das versifftes Pfadiheim verdient keine Erwähnung. Ich sage nur Murphy. Über die Illusion des Scheiterns wollte ich schreiben. Und über das Potential darin. Dass es sich mit Mut zum Unperfektsein besser leben lässt.
Doch jetzt, zwei Tage nach dem Fest, einen Tag nach dieser achsowichtigen Schreiberei, ist jener Text kalter Kaffee. Obige Kurzfassung muss reichen. Punkt.
Szenenwechsel: Irgendlinks Garten auf dem einsamen Gehöft. Gartenküche-Bar. Am Tresen. Laptop auf dem Lap. Samstagmittag. Monsieur Irgendlink duscht, während Madame S. ein paar Lebensstunden zu ein paar Zeilen verdichtet.
Im Fall! So einsam ist es hier oben gar nicht. Ich habe bereits die Herren S. und T. kennen gelernt – besser bekannt als Journalist resp. Patient F. und Kollege T., den Tacker-Santiagopilger. Auch habe ich die Stadt mit der größten Krebsrate heimgesucht (und ihr zugehört! Ich sag nur Oktoberfest!). Habe ebendort Bilder und Skultpuren verschiedenster Künstler und Künstlerinnen betrachtet. Und später in Irgendlinks Garten ein Feuer entfacht, das ohne ihn verlöscht wäre. Und MinkaMiez gestreichelt. Und so.