Wo genau verlaufen meine Grenzen?
Einzig zum Zweck, meine neue App namens PhotoWizard besser kennenzulernen, habe ich heute einen gestern Abend aufgenommenen Schnappschuss aus dem Dachfenster auf zig Weisen bearbeitet. Das Ergebnis ist so schräg und so kitschig, dass es geradezu schmerzt. J. meinte, dass ich damit in der IPA-Community möglicherweise Erfolg hätte. Es ist uns in letzter Zeit aufgefallen, dass es oft eher die nichtssagenden Bilder sind, die dort besonders gelobt werden. Das Niveau ist gesunken. Oder haben einfach Mainstreambilder, die nicht weh tun, mehr Erfolg?
Na ja, meins tut allerdings schon bisschen weh. Dürfen Naturbilder überhaupt weh tun? Darf ich die Natur verAPPen? Grenzwertiges Thema. Und nein, dieses Bild hier muss nicht schön sein.

Seit J. gestern Abend sein neues iPhone 4S ausgepackt hat, komme ich kaum mehr an meinen Laptop, da mein Liebster auf seinem Rechner mit Linux arbeitet und in Sachen iPhone damit nicht weiterkommt. Deshalb turnt er auf meinem Rechner rum. iTunes heißt das Gebot der Stunde. Possessives Programm. Synchronisieren ist angesagt, das alte zuerst und dann das neue. Ärger mit der Software, die nicht wirklich reibungslos läuft …
Nein, ich will euch nicht mit Homestories und Technikkram nerven … Lange Rede, kurzer Sinn: Jetzt ist das neue Zeitfresserchen endlich konfiguriert und mein Laptop wieder mein.
Vorhin haben wir uns schiefgelacht, als J. seine Siri zu zähmen versuchte. Siri, müsst ihr wissen, ist das Stimmerkennungsprogramm, das akustische Aufträge entgegen nimmt und ausführt. Ausführen sollte, meine ich. Mich anrufen zum Beispiel. Schon als neulich Journalist F. uns seine Siri vorstellte, haben wir uns vor Lachen fast in die Hose gemacht. Diese Dame hat ihren ganz eigenen Sinn für Humor.
Wie J. seine Siri vorhin fragte, wieso sie ihn so einfach duze, sagte sie, dass sie jetzt wirklich ein Problem habe. Zum Glück habe ich meinen Tee noch rechtzeitig runterschlucken können, bevor ich losgeprustet habe.
Siri erinnert mich an die guten alten Tamagotchi. Nicht auszudenken, wenn das Siri-Ding plötzlich damit anfängt, ihre Probleme vor uns auszubreiten und gar Bedürfnis anmeldet. Streichle mich, wäre da wohl noch das einfachste. Vielleicht besser, ich schenke meinem Liebsten nächsten Donnerstag die Tamagotchi-App zum Geburstag. Die kann er dann, im Gegensatz zu Siri, einfach wieder deinstallieren. (((Bitte nicht weitersagen!)))
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Bild: iDogma –
Fotografiert und bearbeitet mit verschiedenen iPhone-Apps (integrierte Software. Alle Bearbeitungsschritte wurden auf dem iPhone ausgeführt).
Kategorie: laut gedacht
*leere Zeile*
Zu viele Farben, zu viele Bilder, Kontraste, Geräusche, Texte. Zu viele Geschichten. Einfach viel zu viele Eindrücke aus allen Richtungen. Zu viel von allem. Reizüberflutung. Alles gleichzeitig und deshalb nicht wirklich aufnehmbar. Dazu viel zu wenig Ruhe innen drin. Stille, warum weiche ich dir aus? Warum lass ich dich nicht ein? Ich sitze da und hätte alle Zeit der Welt für dich und was tue ich stattdessen? Ich surfe, ich lese. Klicke Bilder an, klicke Texte an, schreibe Kommentare da und dort. Gebe meinen Senf dazu. Bin da betroffen, leide dort ein wenig mit und klicke mich weiter. Und bilde mich weiter – ganz beiläufig. Bilde es mir jedenfalls ein.
Es denkt in mir. Laut denkt es in mir. Lauter laute Wörter. Buchstaben, die ich ausspucke, jetzt und hier und ich begreife, dass alles, was mich da draußen stört, schon und immer auch in mir drin ist. Leistung bringen müssen? Kannst du sogar zuhause am Schreibtisch haben! Voilà: Sogar beim Bloggen. Beim Bilder einstellen auch und beim Rückmeldungen geben. Sogar welche zu bekommen ist nicht leistungs(druck)frei. Dank wird erwartet. Glaube ich jedenfalls. Dieser Jahrmarkt der Eitelkeiten hier und jetzt, frei nach William Makepeace Thackeray. Transponiert in die Gegenwart. Eitelkeit ist zeitlos. Doch Eitelkeit nährt ein bisschen. Das Ego immerhin.
Und was nährt den Bauch? Wozu den Antrag auf Wohngeld ausfüllen? Ein bisschen mehr Geld zu haben, ist nicht schlecht, scheint es mir. Entlastung ist willkommen. Entspannung tut gut und Geld regiert die Welt, sagen sie. Sie? Wir. Ich. Ich auch. Auch ich brauche es, das Geld. Die Kohle. Den Schtutz. Auch ich kann ohne es und sie und ihn nicht einkaufen. Auch ich glaube zuweilen, mehr als mir lieb ist, dass Haben die Seele nährt. Stimmt es sogar? Eingewoben in der Materie, wie ich es bin, ist Haben mitverantwortlich für Wohlgefühl. Ich sage nur iPhone. Ich sage nur Auto.
Nein, ich plädiere hier nicht für Kaufen. Nicht für Habenmüssen. Nicht für mehr. Nicht für größer. Nicht für Big Business. Und schon gar nicht für Weihnachten und so Zöix. Nein, ich plädiere nicht für diesen Hype. Ich boykottiere ihn sogar. Wie schon seit vielen Jahren gibt es von mir keinerlei Geschenke, keinen Christbaumklimbim und auch kein Adventsgekränzel. Null Kitsch. Null Sentimentalität. Null Weihnachtsprogramm. Und null Karten. Bestenfalls zur Sonnwende und zum neuen Jahr einen Gruß. Lieber schreibe ich jedoch Briefe, Karten und Mails, wenn ich Lust dazu habe.
Dennoch fühle ich mich virtuell übersättigt. Dauermüde vom Hören, Sehen, Verarbeiten. Immerhin und zum Glück ist das meiste davon, was ich aktuell als stressig empfinde, handgestrickt.
Schnitt.
Und jetzt? Darf frau sowas veröffentlichen? Ein Text mehr, der im virtuellen Netz herum schweben wird. Ein paar Zeilen nur. Worte. Wörter. Leerlauf möglicherweise. Gedanken, wie sie alle denken. So what?
Wenn ich hier einmal einen tollen Text geschrieben habe, muss ich deswegen nicht immer geniale Texte schreiben. Ist mit Bildern nicht anders. Mut zum Unperfekten. Mut zum Prozess. Und ja, es darf auch mal durchschnittlich sein, was wir produzieren, was wir leisten. Unsere Messlatten dürfen ruhig rauf und runter gehen. Ein Stressfaktor weniger, wenn wir uns dies erlauben.
Ein leeres Bild. Ein weißes Blatt Papier. Nackter Baum. Pause. Punkt. Lücke.
Ja!
kreisen
Dieser Tage genieße ich fast nicht so sehr, wie nach getaner Arbeit – oder auch ganz ohne Pflichten davor – am Ofen zu sitzen und Krimis zu lesen. Wieso Krimis? Die Theorie, dass Krimilesen die eigenen schwarzen Seiten neutralisieren soll, die ich irgendwann irgendwo las, hat sicher was. Doch so furchtbar schwarz innen drin kann ich gar nicht sein, um die vielen Krimis, die ich lese, zu rechtfertigen. Wohl liebe ich einfach die Gegenwelten. Und gute Literatur. Denn ich lese längst nicht jeden Krimi. Die Sprache ist wichtig. Die Vielschichtigkeit. Die Dichte. Der Tiefgang. Die Menschen. Leseerfahrung, habe ich neulich gelesen. Ein Wort, das ich mir auf der Zunge zergehen lasse. Es riecht nach Kompetenz. Ein Wort, das ich bis dahin, trotz meiner Leseerfahrung, schlicht nicht kannte. Dennoch habe ich sie. Als Buchhändlerin, die ich ja auch bin, ein Muss. Und fast lese ich wieder so viel wie damals, als ich noch im Buchladen arbeitete. Auf zwei Bücher die Woche komme ich gut und noch viele Bücher warten darauf, von mir verschlungen zu werden. Es kommt bei der gelesenen Fülle sogar vor, dass ich mir Bücher unwissentlich ein zweites Mal aus der Bibliothek hole.
Ist es wohl gut oder schlecht, dass ich die gelesenen Geschichten und Titel vergesse?, fragte ich meinen Liebsten heute augenzwinkernd.
Weder noch, sagte er, das ist Alzheimer.
Buchstaben – ich liebe sie! Ich verschlinge Buchstaben. Ich ernähre mich von Geschichten. Ich schwimme in Geschichten. Ich surfe in Geschichten. Ich verschlinge Buchstaben allerdings nicht nur, ich spucke sie hinterher immerhin auch wieder aus. Gut verdaut, wie ich hoffe. Ich denke. Ich fühle. Ich beobachte. Ich nehme wahr. Ich schreibe. Buchstaben hat es ja genug für alle.
Energie wird nicht verbraucht, sagte gestern Abend S., das ist eine Lüge. Und sie kann auch nicht erzeugt werden. Das ist irreführend formuliert. Energie ist immer da. Das einzige, was wir tun, ist sie umzuwandeln.
Sag ich doch schon lange. Alles ist immer da, wechselt nur die Form. Ob Alphabet oder Energie ist dabei einerlei. Buchstaben sind sowieso Energie pur. Und absolut neutral. Denkt nur, was sich mit diesen kleinen Kerlchen alles anrichten lässt – Krieg ebenso wie Frieden …
Im Kreis, immer im Kreis …
Von Komfortzonen, Glasglocken und Suchtstrukturen
Vergiss das da draußen, das ist nicht das wirkliche Leben!, sagte der neunzehnjährige Gusto zu seinem ebenfalls drogensüchtigen Freund Oleg, als sie an einem Freiluftkonzert vorbeifuhren und den jubelnden, feiernden Menschen notgedrungen zuhören mussten. Unser Leben, das ist das reale Leben!
So ähnlich steht es irgendwo im neuen Buch von Jo Nesbø. Die Larve heißt es – gemeint ist damit jene gespenstische Maske, welche das wahre Gesicht dahinter verschleiert. Nein, dies wird keine Buchbesprechung, da alle Harry-Hole-Fans an diesem Buch eh nicht vorbei kommen. Und solche, die es noch nicht sind, dürfen es werden, denn Nesbø erzählt nicht nur sehr komplexe Geschichten, sondern auch in einer anschaulichen Sprache, die originell und kreativ ist.
Wie oft habe ich wohl schon über Drogensucht gelesen, Erfahrungsberichte ebenso wie Romane. Kaum je ist mir jedoch eine Geschichte so unter die Haut. Wie sehr sich das Leben Süchtiger um das eine dreht. Und das jemand, der Drogen braucht, dafür alles, fast alles, zu tun bereit ist – nein, das hatte ich tatsächlich beinahe vergessen. Ursache und Wirkung. Sucht ist die Wirkung, doch was die Ursache ist, kann niemand für alle beantworten. Leid ist das erste was mir persönlich dazu einfällt, als Oberbegriff, und auch das letzte, der bittere Abgang. Huhn und Ei zugleich.
Süchtig im umfassenderen Sinne sind wir doch alle. Ich habe zwar alte Süchte abgelegt, doch nur um sie durch neue zu ersetzen. Iphonesucht, Schreibsucht, Blogsucht, Lesesucht – um einige zu nennen. Ja, auch Kreativität hat Suchtpotential. Gib dem Körper Glückshormone, schon bist du high. Wir brauchen Botenstoffe. Wenn wir sie nicht selbst produzieren können, holen wir sie von draußen irgendwo.
Warum? Weil das Leben sonst unerträglich ist, sagen die jungen Süchtigen im erwähnten Buch sinngemäß, weil das Leben, das reale Leben Sch… ist.
Weil das Leben sonst grau-in-grau und allzu alltäglich ist, sage ich. Weil das andere mir nicht reicht.
In meiner Glasglocke, in der ich lebe – selbstgewählt ohne TV, Zeitung und kaum Nachrichten – bekomme ich vom Leid da draußen wenig mit. Außer wenn ich Krimis lese oder DVDs schaue. Selbstverar…ung? Guck ich weg? Oder begegne ich nicht, in dem ich bei mir bin, zugleich der ganzen Welt?
Ich gestehe, ich schätze den Luxus meiner kleinen heilen Welt – meistens jedenfalls, wenn mich nicht grad, wie jetzt, das schlechte Gewissen und eine umfassende Ohnmacht überfällt –, denn solange ich mich innerhalb meiner Komfortzone aufhalte, geht es mir gut und das Leben ist erträglich. Einfache Mathematik. Ich genieße diese Zone und verlasse sie nicht gerne. Bin ich möglicherweise komfortzonesüchtig? Unfrei im großen Raum der Freiheit? Oder frei inmitten großer Unfreiheit?
Nein, ich habe zu meiner Rechtfertigung nichts zu sagen. Und ja, vor zwanzig Jahren war ich anders. Und praktisch genussunfähig. Schließlich gibt es immer welche, die leiden, die durch die Hölle gehen, die von andern mutwillig zerstört und umgebracht werden. Wie sollte ich da meine kleine heile Welt genießen können, zumal diese ebefalls eher instabil als stabil war.
Dieses Buch nun hat mich erneut an genau diesen Punkt katapultiert. Was weiß ich wirklich – wirklich! – vom Leben?, dachte ich beim Lesen ständig. Und welches bitteschön ist nun wirklich das wahre, das wirkliche Leben? Wir kennen die Antwort.
Gier und Sucht nach Macht und Reichtum in allen Spielformen so wahr wie die leidenschaftliche Sehnsucht nach Frieden, Heilung und Geborgenheit. Wir alle verfolgen – bewusst oder unbewusst – jenen Weg, der uns am aussichtsreichsten erscheint, um das gefühlte, gedachte, ersehnte, geSUCHTe Ziel zu erreichen. Sogar wenn es Selbstzerstörung heißen sollte.
Bin ich resigniert, frustriert und abgelöscht? Zuweilen schon. Und ganz gewiss bin ich naiv, denn ich glaube noch immer, dass das Leben als Mit- und nicht als Gegeneinander gedacht war, weil nur so Evolution möglich ist. Und dass eigentlich jedes Leben ein Leben in Fülle und Frieden sein könnte. Nicht zuletzt, weil es genug von allem für alle hätte. Hat. Eigentlich.
ausgezeichnet?
Gleich zweimal habe ich in den letzten Tagen den Versatile Blog Award erhalten. Ich bedanke mich herzlich bei den Damen Penelope & Ariadne und Sherry Iranique.
So sieht er aus:

und das sind seine Regeln:
1. Bedanke dich bei der Person, die dich mit der Auszeichnung beehrt hat und verlinke ihren Blog.
2. Teile mit deinen LeserInnen sieben Fakten über dich. Bei mehreren Awards entsprechend multiplizieren. 🙂
3. Gib die Auszeichnung an fünfzehn andere Bloggende weiter, deren Blogs du wertschätzest und benachrichtige sie, denn sie sollen ja erfahren, dass sie von dir die Auszeichnung erhalten haben.
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Sie hat ein bisschen zu viel Phantasie, sagten die Lehrpersonen zu ihren Eltern. Und ihre Schrift! Wer soll das lesen können?!
Eine Träumerin!, sagten die Leute von ihrer Clique, als sie jung war. Doch sie träumt auch heute noch.
Du kannst aus nichts etwas machen!, sagte ihr erster Ehemann. Du guckst in den Kühlschrank und zauberst in einer Dreiviertelstunde ein geniales Essen. Und das ganz ohne Rezept!
Du machst nichts aus dem, was du könntest!, sagten ihre Eltern. Du könntest studieren. Du könntest Karriere machen!
Wie machst du das bloß, dass Menschen dir schon nach ganz kurzer Zeit Persönliches aus ihrem Leben erzählen?, sagte ihr Liebster.
Deine Bilder sind einfach fantastisch!, sagte Freundin L., deine Ideen sind einfach so clever umgesetzt.
Ich glaube an deine Schreibe!, sagte Freundin C. zu ihr. Und ich freue mich auf deine Bücher.
Du bist so gar nicht nachtragend!, sagte Freund M..
Und sie, was sagt Sofasophia über sich? Das Außenbild, gleicht es nicht irgendwie einer Gipsmaske, die noch während sie auf der eingefetteten Gesichtshaut erstarrte und trocknete, bereits Vergangenes abbildete?
Doch sie, sie ist die, die hinter die Maske und darunter, sie ist die, die hinter den Vorhang blicken will, selbst wenn sie weiß, dass es dort nicht immer schön ist.
Sie liebt Spaziergänge, tut es jedoch viel zu selten. Sie liebt Gedankenspiele und angeregte Gespräche. Sie denkt und fühlt und lebt. Ein Privileg, wie sie heute im Wald begriffen hat.
Was wäre, wenn ich damals, mit sechzehn immer tiefer in jene Gruppe gerutscht wäre, die mit Drogen experimentiert hatte. Wäre ich so wie heute?, denkt sie, dankbar, dass sie da ist. Noch.
Zuhause findet sie eine Mail in ihrem Postfach: Gratulation, du bist Künstlerin des Tages bei IPA, unserer iPhoneArt-Gallery. Vierundzwanzig Stunden Ruhm und Ehre. Und Komplimente. Und liebe Gratulationen. Hat die Kaiserin Kleider an?
Mit dem Liebsten hat sie dieser Tage beim Autofahren über Anerkennung philosophiert, und die Unfreiheit, die Erwartung und den Druck, die gleich mitgeliefert werden. Jede Auszeichnung ist eine Messlatte. Mehr! Besser!
Frei ist, wer über diesen Dingen steht. Eine Freiheit, die sie sich wünscht. Gepaart mit dem Wunsch, dass ihre Bilder und Texte als eigenständige Werke etwas bewegen und berühren. Kunst losgelöst von den KünstlerInnen, Kunst mit Aussage, Kunst in einen sozialen Kontext gestellt – kein Egotrip.
Wer hat mitgezählt? Hat sie inzwischen schon vierzehn Fakten – Fakten? sind das Fakten? – verraten? Hat sie ihr Soll erreicht?
Und hiermit reicht sie den Award weiter an folgende Damen und einen lieben Herrn, da sie alle diese Blogs allesamt mit Genuss und Lust liest. Und natürlich liest sie noch andere Blogs sehr gerne. Erwähnt sei hier zum Beispiel die nicht gelistete Frau Freihändig – und sie hat noch mehr Lieblingsblogs, auch solche, die zurzeit oder schon länger brachliegen … Zum Glück ist bloggen freiwillig! 😉
# aramatique
# Anhora
# Canela
# irgendlink
# Hausfrau Hanna
# Hausdrachen
# Kati
# Kirschkernzeit
# Li Ssi – Café Weltenall
# Madame Lila
# Mützenfalterin
# Quersatzein
# RAH
# Syntaxia
# Wildgans
Eigentlich müssten auch Sherry Iranique und Penelope & Ariadne von mir, ähm ihr natürlich, diesen Award erhalten, doch sie haben ihn mir, also natürlich ihr, ja überreicht! 🙂
Bloggitis und Schwester Glück
Die Diskussion um Sinn und Unsinn der virtuellen Tagebuchschreiberei – sprich Bloggen – macht immer mal wieder die Runde. Ob in Gesprächen mit FreundInnen, in Mails oder in Blogs selbst – irgendwie scheinen wir Bloggenden immer wieder auf großes Unverständnis zu stoßen. Nein, nicht um mich für mein sinnloses Tun zu rechtfertigen, schreibe ich diesen Artikel, sondern aus dem gleichen Grund, warum ich blogge.
Ich habe nicht das geringste Bedürfnis, mein Leben im Internet auszubreiten!, meinte S. vor ein paar Wochen.
Mein Leben interessiert doch niemanden, was sollte ich da schon erzählen?, meinte C.
Und selbst, wenn ich wollte: Wo sollte ich auch die Zeit hernehmen?, sagte R.
Da haben wir‘s: Ein geradezu unanständiges Mitteilungsbedürfnis, gepaart mit der hirnrissigen Hoffnung, andere könnten sich möglicherweise für die eigenen Gedanken, Bilder und Erlebnisse interessieren – das macht den wahren Blogger und die echte Bloggerin aus. Dazu ein scheinbar grenzenloses Zeitgefäß. Halt, da fehlt etwas, das Wichtigste sogar! Die Lust am Schreiben, die Lust am Erzählen, die Lust, Gedanken in Worte zu fassen. Ja, Lust. Nicht müssen, sondern wollen.
Doch ist ein Text erst mal lustvoll gepostet – was neudeutsch für ins Netz gestellt ist –, geht der Spaß weiter. Ich gestehe es: Ich liebe Kommentare. Als erstes, nachdem ich mein iPhone oder den Rechner eingeschaltet habe, schaue ich unmittelbar nach den Mails in meinem Blog und in meiner Bildergalerie vorbei und lese allfällige Kommentare. Freue mich. Zum Glück beeinflusst dies mein Kunstschaffen nicht wirklich, höchstens inspirierenderweise. Auch sind Kommentare kleine Motivationsspritzen, falls dies mal nötig sein sollte.
Die Kommentarstränge stillzulegen, könnte ich mir aus eben diesen Gründen nicht vorstellen. Ich liebe den virtuellen Austausch sehr, diesen Dialog, der nur dank moderner Technik möglich ist. Sich schriftlich mit Unbekannten auszutauschen, ist allerdings kein Phänomen der Moderne. Auch früher gab es Brieffreundschaften. In den letzten Jahren haben sich jedoch die Mittel der Kommunikation auf damals unvorstellbare Weise verändert. Und die anonymisierte Form, wie wir sie heute Dank der Pseudonyme kultivieren, macht den Austausch möglicherweise sogar ein wenig authentischer. Das Pseudonym ist quasi die Fasnachtsmaske. Für einmal im mehrheitlich positiven Sinn gemeint.
Bloggenderweise können wir – ähnlich wie beim Schreiben eines Romans –, eine neue Identität aufbauen. Wie Schreibende wissen, steckt ja in jeder Figur, die wir kreieren, immer ein Quäntchen ICH mit drin – und sei es nur ein bisschen vom Anti-ICH. Ebenso ist es beim Bloggen: Auch hier erschaffen wir gleichsam ein neues Selbst. Nein, Quatsch, was rede ich da? Wir erschaffen es nicht, wir lassen bloß eins unserer vielen Selbste an den Tresen, an die Tasten.
Kurz und gut: Schreiben macht Spaß. Und was Spaß macht, hat oft auch das Zeug zum Glücklichmacher. Ja, mich macht schreiben glücklich. Schreibenderweiser tauche in einen leicht berauschenden Zustand ein, den ich schlicht dadurch erreiche, dass ich in Gesellschaft von Worten bin. Dass ich meinem Innen im Außen, auf dem weißen virtuellen Blatt, Raum gebe. Egotrip pur oder ist Bloggen gar ein Weg zur Erleuchtung? Lacht nicht! Wer weiß das schon so genau?
Um mein Glück jedoch wirklich genießen zu können, gibt‘s noch einiges zu lernen. Zu verlernen wohl eher. Grübeln zum Beispiel. Willst du den Orgasmus, kommt er sicher nicht. Es ist doch so, dass, kaum werden wir uns des Glücks gewahr und grübeln über seine Ursache und Herkunft nach, wir auch schon aus der Glücksblase herausfallen. So will ich daher lernen, mein Glück so ähnlich zu genießen, wie es Kinder tun, die sich ihres Glücks als eigentlich normalen Zustand nicht bewusst sind.
Ich schreibe und blogge also, um mich glücklich zu fühlen? Oder schreibe ich, weil ich schon glücklich bin? Weder noch. Bloggen und Glück sind zufällige Bekannte. Oder Schwestern. Glück kommt möglicherweise am liebsten, wenn wir es locken und uns in seiner Nähe aufhalten. Und wenn wir so tun als ob. Dann kommt es und lässt sich in unserer Nähe nieder.
Doch am besten du vergisst das alles gleich wieder. Mit dem Kopf jedenfalls.
Bloggen tu ich wohl einfach, weil ich Lust dazu habe. Ob das nun unsinnig oder sinnvoll ist. Und ob Unsinn manchmal nicht sinnvoller ist, als all die ach so sinnmachenden Dinge?
Keine Ahnung
Wenn stimmt, was ein Freund von J. einmal behauptet hat, dass nämlich das Schreiben eines Textes, wenn erst der Titel stehe, ganz einfach sei, kann ich heute bei diesem Titel für nichts garantieren. Weiterlesen bitte nur auf eigene Verantwortung.
Meistens weiß ich im Voraus, was in meinem Blogartikel stehen soll, bevor ich zu schreiben anfange. Nicht wörtlich, doch ich sehe deutlich seine Silhouette.
Heute nicht. Heute sehe ich nur huschende Schatten. Keine Ahnung, was sie von mir wollen. Schreib, raunen sie mir zu. Und ich schreibe.
Ich schreibe, wie die Zeit scheinbar stehenbleibt und ich zuweilen das seltsame Gefühl habe, mich dieser Tage gleichsam in einen Kokon einzuwickeln. Da ist diese surrealistische Langsamkeit, da ist dieser Geruch von Herbst und feuchter Erde und da der Geschmack von Ewigkeit, von Winterschlaf, von Tod.
Nein, keine Angst, mir geht es gut. Das Hamsterrad macht bloß Pause.
In dieser seltsamen Verschiebung der Zeitwahrnemung – können wir Zeit denn überhaupt anders begreifen als sie einfach wahrzunehmen, ganz und gar subjektiv? – kommt so etwas wie der Tod meiner Tante eigentlich zur rechten Zeit. Ein Tod kommt wohl immer zur rechten Zeit. Und zur falschen gleichermaßen. Nein, das meine ich nicht zynisch. Die Bewertung solcherlei Umstände sind eben eine Sache der persönlichen Wahrnehmung. Und sterben müssen alle eines Tages.
Morgen um diese Zeit ist die Abschiedsfeier, die ich in den letzten Tagen mit meiner Schwester vorbereitet habe, und für die ich zwei Tage in die Schweiz fahre, bereits Vergangenheit. Morgen um diese Zeit sitze ich bei Freundin L. auf dem Sofa und sophiere mit ihr über Göttin, die Welt und die Männer. Voraussichtlich.
Zeitspirale. War schon, was morgen sein wird? Die Wörter, die da stehen und schneller aufs Display meines iPhones huschen, als ich denken kann, entwickeln ein Eigenleben.
Ich will erzählen, wie wir gestern auf einem Spätnachmittagsspaziergang eine Kuh getroffen haben. Die Sonne ging unter, es war kühl und ich dachte an Morgensterns Wiesel, während die Kuh bäuerinnenseelenallein über eine Wiese spazierte und da und dort im Vorübergehen ein wenig Gras rupfte. Vielleicht hätte sie besser gefastet.
Katzen, Hunde und Kühe finden immer nach Hause. Und Hühner auch. Spätestens morgen früh, wenn das Euter voll ist, steht diese Kuh muhend vor der Stalltür!, sagte ich zu J.. In der Wildnis wäre eine moderne Kuh aufgeschmissen. Sie ist auf Milchproduktion getrimmt. Sie ist abhängig von uns Menschen, die wir sie ausbeuten. Nicht anders der moderne Mensch. Abhängig von Konsum und dessen Gütern (über deren Güte ich wenig Gutes zu berichten weiß).
Ob dieser Text wohl schon da war, irgendwo*, bevor ich ihn geschrieben habe? Was erklären würde, warum er so schnell erschienen ist. Dies würde zumindest die Frage nach Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit des Schreibens und Bloggens ein für alle Mal bekräftigen.
Schreibe, was da* ist. Fische, was da* ist: Schuhe, Dosen, Socken, Flaschen, Leichen … Den verdreckten See entrümpeln sozusagen?
Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung …
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* nur: wo???
Wahre Anarchie ist …
Lebenskunst
Leben ist wie Kunstunterricht. Sobald du ein paar Grundregeln kennst, kannst du loslegen. Blau und gelb wird grün, zum Beispiel. Eine einfache Gleichung, die in der Praxis unzählige Variationen ermöglicht. Ebenso wie gelb und rot oder blau und rot.
Die Mischregeln und ein paar andere Theorien zu Material und Bildkonzeption zu kennen, macht aber noch kein berührendes Bild. Erst dank Ideen, Fantasie, Schaffensfreude, Hingabe, Übung und Können sowie Freund Zufall gelingt ein (Lebens-)Werk.
Wie im richtigen Leben eigentlich.
Mathe und so
Leben ist wie Mathe. Manchmal muss ich grübeln, manchmal reicht das große Einmaleins, ganz selten das kleine. Zuweilen muss ich Klammern auflösen, dann wieder muss ich welche setzen. Wenn ich die Punkt-vor-Strich-Regel kenne, bin ich auf der richtigen Seite, wie es so schön heißt, und wenn ich daran denke, dass sich Minus und Minus aufheben, ist schon fast alles gut.
Und dann muss ich nur noch richtig addieren, subtrahieren, multiplizieren und dividieren. Richtig? Wer hat eigentlich alle diese Regeln gemacht?
