auf dem Sofa

Lass uns
die Liebe neu
erfinden.
Und das Leben auch. Als hätten wir
noch keine Erfahrungen gesammelt. Keine
schalen Erinnerungen, sollen uns behindern. Keine
leeren Wortkapseln. Auch keine
Vorurteile – weder über jene
Zauberworte
noch über uns. Keine
vorgefassten Vorstellungen, wie
wir uns in dieser oder jener Situation
verhalten könnten, sollen uns
bremsen.

Lass uns jeden Tag neu
erfinden, wie Leben, wie
Lieben geht. Wie
wir
miteinander
wirklich
sein können,
wir Menschen.

erlaubt

Ohne Berge keine Täler, ja … aber sterben?, fragt Rébecca im letzten Kommentar. Das eine nicht ohne das andere?

Berge stehen bei mir für jenes außerordentliche Glück, für jenes ganz spezielle Mit-mir-selbst-und-der-Mitwelt-im-Einklang-Erlebnis, für diesen ganz besonderen Zustand von Flow, von Ganzsein. Außerordentlich deshalb, weil ich es wohl nicht ertrüge, immer in diesem Glücksfluss zu baden. Ständig berauscht von Glück zu sein können wohl nur die Gestorbenen. Vielleicht nicht mal die.

Leben ist für mich immer ein bisschen sterben, liebe Rébecca. Auch unsere Zellen erneuern sich ja ständig. Aus Totem entsteht neues Leben. Kompost und so. Und, ja, im Tal stirbt es sich vermutlich leichter. Nur deshalb schon, weil sie der sterbende Mensch sich angesichts seines Todes die Anstrengung des Hochsteigens erspart. Metapher? Logistik? Ironie? Egal.

Täler jedenfalls stehen bei mir für Alltag. Im Tal wohnt das ordentliche Glück. Jenes, das mich lächeln lässt, wenn ich vor mich hin summend, mit einem Lieblingsstück in den Ohren, auf dem Rad zur Arbeit fahre und einen anderen lächelnden Menschen kreuze. Jenes Glück, das mich erfüllt, wenn ich mit einer Arbeitskollegin über ein geniales Buch diskutiere. Oder wir alle völlig sinn- und arglos in der Arbeitspause rumalbern. Oder wenn mich ein schöner Brief im Briefkasten erwartet. Alltagsglück eben. Alltag …

Alltagspflicht? … tun … zielen … ?
Warum müssen wir?, zitiert mich Donna. Eine Frage, die ich mir immer wieder stelle. Der Polarität wegen – fürs Gleichgewicht? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Oder vielleicht auch bloß wegen unserer Kompromissfähigkeit oder unserm latenten Harmoniebedürfnis?

Wie froh ich bin, dass ich als Gegengewicht zur harten Realität, eine paar weiche Realitäten habe. Meine kreative, zum Beispiel, die befriedigend und lustvoll ist. Den Wörtern beim Schlange stehen zuzuschauen – wie auch bei Bredenberg –, macht eben einfach Spaß. Und inspiriert. Regt an. Zum Denken. Zum Spinnen. Zum Fühlen. Zum Sofasophieren auch.

Darüber zum Beispiel: Wäre nichts verboten, was dann? Keine Verbotstafeln zum einen, was Irgendlink bestimmt bedauern würde (oder vielleicht auch zu neuen kreativ-subversiven Höchstleistungen anspornen?). Zum anderen aber wäre mit einem Verbot von Verboten ja nicht automatisch alles erlaubt. Eine Gesellschaft ohne Verbote – nicht nur ohne die diesbezüglichen Tafeln, wohlverstanden! – muss wohl  eine sehr glückliche Gesellschaft sein, eine, die begriffen hat, dass sich lebenswertes Zusammenleben nur auf der Basis von Empathie und Rücksicht wirklich umsetzen lässt. Und von gesundem Menschenverstand. Was auch immer das ist …

obsi & nidsi – rauf & runter

Darf ein Leben (obwohl unvollkommen oder gerade deshalb) mit Unnötigem angefüllt werden, das unsere biologische Festplatte für wichtiges verstopft? Wer sagt ja oder nein? Und wer sagt, was unnötig, was wichtig ist? Wenn wir alles Überflüssige deleten würden, was bliebe dann noch?
Und ist, was bleibt, nichts mehr oder alles?

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Sterben tut man im Tal, sagte J.. Auch die, die auf dem Berg leben.
Wir können nicht immer auf dem Berg, wir können nicht immer oben sein,
sagte P. Wir müssen hin und wieder runter kommen.
Warum?
Warum müssen?
Warum müssen wir?,

fragte ich.

Intermezzo I

Wie gut ich es habe! Wie gut es mir geht!

Alle Buchstaben sind da. In meinem Bett. Jene sichtbaren, die auf meinem Schreibblock neben mir geschlafen haben. Dazu all die unsichtbaren, die Schlange stehen. Ein paar davon drängeln und schubsen und wollen geschrieben werden. Sie stellen sich bereits genau in der richtigen Reihenfolge hin, so dass ich sie nur noch betrachten und aufschreiben kann.

Wie gut ich es doch habe!

Sophistikierereien

Auf vielseitigen Wunsch hebe ich hiermit das Niwo dieses Blogs wieder ein bisschen an.
Stiefel- und Schieblehrenkäufe hin, Nuschelis her … Hier hat alles Platz. Sogar Sofasophien … 😉

My blog is my castle …

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Google weiß, dass heute Nacht, wenn M. und ich die Thuner Kulturnacht genießen, die Sommerzeit auf Normalzeit wechselt. Ich jetzt auch.

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Kunst ist die gekonnt abgebildete Wahrnehmung eines einzelnen oder einer Gruppe.

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Wenn etwas auf einmal ganz einfach scheint, das uns bis anhin oder unter anderen Bedingungen schwierig vorkam, dann passen eben jetzt die Bedingungen. Es ist nicht das Ding an sich, das etwas einfach oder schwierig scheinen lässt, sondern die Umstände und meine Perspektive.

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Eine Schutzmauer zwischen Haus und Straße verhindert, dass beim Abreißen des Hauses Steine auf Straße, Autos, Passanten und Fahrradfahrerinnen fallen. Rotweiße Balken schützen uns davor, in die Löcher auf der Straße zu fallen. Wieso eigentlich schützen wir uns selbst nicht ebenso gut?

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Der richtige Schluss einer Geschichte, die ich schreibe, findet sich immer intuitiv. Eine Wahl ohne zu wählen gleichsam. Ich finde den Ausschnitt, den ich erzählen will, gefühlsmäßig und mache ihn durch diese meine Auslese zum richtigen.

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Geschicke = Geschickte Geschichten? Oder doch eher Schicksal?

wie es mir gefällt

Heute zitiere ich mal wieder Luisa Francia. Wie passend, was sie schreibt. Könnte ich nicht besser … 😉

ich habe bei den steinen nachgedacht und bemerkt, eigenmacht musst du dir selbst nehmen aber glück kannst du nicht erwerben oder verdienen (mit dienen geht da eh nix) glück wird dir geschenkt. wenn du entspannt bist und alle sinne wach sind, dein herz offen ist, dann bekommst du es einfach geschenkt. zur bestätigung lese ich heute am flughafen ein graffiti „luck“ und zwei herzen dahinter und eine werbung „power for you“. da werden jetzt wieder welche sagen: du machst dir auch alles so zurecht wie es dir passt. genau darum gehts. wenn jetzt eine person am verdursten ist und laut jammert und klagt und mit dem eigenen unglück beschäftigt ist, hört sie das wasser in der nähe nicht plätschern. eine, die am verdursten ist und sich mit allen sinnen auf wasser, auf verbindung konzentriert, hört das wasser eben. es ist alles da.

Quelle: www.salamandra.de > 18. Okotber 2009 um 11:18

Grad sehe ich das Plätschern des Sonnenbrunnens durch die Fensterscheiben.
Was kann ich da anderes tun, als nach draußen zu gehen?

unbeschreiblich

Mir fehlen die Worte, mein Glück zu beschreiben.
Ich schweige und lausche den Nichtworten.

Mein Herz wagt es, arrhythmisch zu trommeln.
Ich lasse mich auf seinen Wirbel ein.

Mein Innendrin überschwappt und überflutet alles.
Ich baue einen Brunnen und teile meine Fülle.

Ich lasse mich auf den Tanz des Lebens ein
und dich von Neuem los.

Ich freue mich auf unser nächste Wiedersehen
und lebe trotzdem gut. Jetzt. Ganz. Hier.

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(Für J.)

Computer sind anders, Menschen auch

Seit RAH vor Wochen über die uns im alltäglichen Leben fehlende Suchfunktion des Computers geklagt hat, stolpere ich tagtäglich über weitere Analogien zwischen den verschiedenen Welten, in denen wir uns aufhalten.

Nein, der PC ist uns nicht überlegen, obwohl er das bessere Gedächtnis hat. Doch ein gutes Gedächtnis ist eben nicht alles. PCs können weder glücklich sein, noch trösten. Und sie können auch nicht umarmen.

Ist doch schön, dass es Mitmenschen gibt. Selbst wenn die nicht perfekt sind.

Hm. Wo lege ich eigentlich in mir drin all die Begegnungen mit meinen Mitmenschen ab? Hab ich da nichtmal irgendwo einen dicken Ordner gesehen? „Zwischenmenschliches“ steht auf seinem Rücken. Unterordner „Freunde & Freundinnen“ mit weiteren Unterunterordnern. Darauf Vornamen. Auch Unterordner „Schreiberlinge“ und „Verwandte“ gibt es da.

Ablegen gut und recht. Doch bitteschön in welchem Format? .pdf? Damit ich garantiert nichts mehr ändern kann? Oder doch lieber in einem Textformat wie .doc, .txt oder .rtf, damit ich jederzeit daran arbeiten kann? Und jetzt? Alles abspeichern? Backupen hin und wieder nicht vergessen!

Ooops. Dabei will ich doch fließen lassen. Alles. Immer. Jetzt. Und dabei innen und außen in Bewegung bleiben.

Ob mein Laptop auch dafür eine Analogie kennt? Ist eben auch nicht perfekt, das Teil!

Suchbilder

Bestimmt kennt ihr Vexierbilder! Zum Beispiel dies hier … Zuweilen kommt mir das Leben so vor … Du guckst hin und siehst, was du siehst. Was du sehen willst. Was du zu sehen glaubst. Was du zu sehen gewohnt bist … Dann zwinkerst du. Nur ein bisschen. Auf einmal sieht das Ganze ganz anders aus.

Vexierbild

Ich wünsche mir das Talent, eine VexierGESCHICHTE schreiben zu können. Stell dir vor, du  liest dann meinen Text und machst dir Bilder. Du siehst, was du sehen willst. Was du zu sehen glaubst. Was du gelesen zu haben glaubst. Was du – von daher – zu sehen gewohnt bist … Dann zwinkerst du. Nur ein bisschen. Liest den Satz, den Abschnitt, den Ausschnitt, die Geschichte von Neuem und auf einmal sieht alles anders aus.