soll ich wollen?

1. Sofasophie
Identifikation macht glücklich.

2. Sofasophie
Solange mich meine Faulheit und Ziellosigkeit nicht daran hindern, kreativ zu sein, ist alles okay.

3. Sofasophie
Ich bin mein eigener Zufall.

4. Sofasophie
Meine Faulheit und mangelnde Ziellosigkeit verhindern, dass ich Ambitionen entwickle. Und das ist wohl auch in Ordnung.

5. Sofasophie
Ich bin mein eigenes Schicksal.

So, genug kluggescheissert …
… ab ins National … Ursus & Nadeschkin werfen uns ihre Perlen und Freaks in den Schoss …

Einer dieser Tage I

05:13. Ohne Wecker erwacht. Geweckt von Kreisen, die in meinem Kopf kreisen. Ichen könnten man sozusagen dazu sagen. Sie formieren sich. Kongruenzen bilden sich. Einige berühren sich nur am Rand. Andere gar nicht. Am meisten hat es von jenen, die eine gemeinsame Schnittmenge haben.

Und. Oder. Nicht. – Wahr. Nicht wahr. – Konjunktionen. Disjunktionen. Negationen.
Weiße Kreide. Gänsehaut an den Ellbogen. Schwarze Tafel. Jimmy, der Algebra-Lehrer. R.I.P. Erinnerungen. Echos. Geruch von nassem Wandtafelschwamm.

In der gemeinsamen Kreis-Schnittfläche das Wort Füttern gelesen. Oder Futtern. Nein, Hunger habe ich nicht.

Wir leben nur, wenn uns jemand füttert. – Wahr?
Wir leben nur, weil uns jemand füttert. – Auch wahr? Nicht wahr?
Wir leben, um zu füttern? – Wahrer?
Wir leben, weil wir füttern? – Noch wahrer?
Wir leben, um gefüttert zu werden. – Kaum wahr? Oder doch?
Füttern wir überhaupt? …
Oder habe ich da gar statt leben lieben gemeint? Meine Nachtschrift ist noch schwieriger zu entziffern als die tageslichte.

Wo solche Träume, wo solche Sätze wohl waren, bevor sie sich in meinen Kopfkreisen eingenistet und wieder ausgesponnen haben? Einem Wespennest gleich stelle ich mir das Buchstabenreservoir in meinem Innern vor. Ein Gewusel. Ein Gerangel. Machtkämpfe vielleicht.

Einige schlummern. Wie jene dürren Wüstenrosendinger, die wir als Kinder so liebten. Leg sie ins Wasser und sie beginnen zu blühen. Ja, auch solche Buchstabenknäuel hab ich in mir drin. Bestimmt! Leise sind sie. Geduldig. Ausdauernd auch. Und auf einmal, wenn ich es regnen lasse, sind sie hellwach. Wunderschön. Klar. Da. Und nur sichtbar, weil ich hinsehe.

Füttern oder futtern? –Nicht wahr? Beides wahr?
Leben oder lieben? – Wahr?

Womöglich ist nur die Schnittmenge wahr. So es WAHR denn gibt. Die Schnittmenge aller Kreise. Aller Kopfkreise. Aus allen Köpfen. Aus allen Ländern. Winzige, riesige Schnittmenge. Nur eine. Für alle.

Später, unter der Dusche, gedacht: Ist es wahr, dass sich Kalk da besser ablagert, wo es bereits Kalk hat? Oder nur bedingt? Und, wenn nur bedingt, wie sehen diese Bedingungen aus? Sind sie thermischer Natur? Rein physikalisch erklärbar oder rein chemisch? Wobei das rein bereits wieder nach neuen Bedingungen schreit … Und mehrdeutig ist. Und dass diese Frage komplexer ist, als sie scheint. Und dass ich keine Antwort habe. Und dass es mir egal ist, wie die Antwort lautet, weil sie eh relativ ist.

Während ich meinen Saft trinke, frage ich mich, ob mein Bewusstsein und die Fähigkeit zur Selbstreflexion meine Authentizität und Unmittelbarkeit stören. Zerstören gar? Läuft Bewusstsein der Natürlichkeit zuwider? Wer wäre ich ohne meine Selbstwahrnehmung? Zum Beispiel im Straßenverkehr?

„Bildung ist wichtig, vor allem wenn es gilt, Vorurteile abzubauen. Wenn man schon ein Gefangener seines eigenen Geistes ist, kann man wenigstens dafür sorgen, dass die Zelle anständig möbliert ist.“
Peter Ustinov, 1921-2004

Gedruckt auf eine Werbe-Postkarte. In der Büro-Post gefunden. Zur Verschönerung meiner Bürohälfte an die Pinnwand gehängt. Und mich gefragt, ob Ustinov wahrsagt.

Und dann? Dann habe ich gearbeitet.

ungeplant

… um viertel nach fünf unter dem fetten Stapel meiner unerledigten Pendenzen meinen heutigen (ungeöffneten) Postberg entdeckt. Stimmt. Untergegangen. Abgetaucht. Liegengeblieben.
Na ja. Ob die Idee wirklich gut war, den anderen zu sagen, dass ich nicht voll ausgelastet bin?
Und ausgerechnet jetzt sind meine üblichen Tagesgeschäfte gewachsen. Terminlich bedingt, wie es so schön heißt.
Immerhin vergeht so die Zeit wie im Flug.
Saumüde bin ich trotzdem.
Mein Kopf dröhnt.

+++++++++++

Pause
Ruhe
Wald
Den Kopf leeren
Die Lungen füllen
Mit M. plaudern
Das Herz füttern

+++++++++++

Ich glaube nächstens muss ich meine vielen Ms durchnummerieren. Vielleicht im gleichen Aufwisch in männliche und weibliche M aufteilen.

Diese M hier? Die ist weiblich und darum weder Patensohn, noch Schreib-Compañero noch Ex-Liebster …
Liebe Freundin ist sie, wilde Frau, Traum-Tänzerin. Wohnt im Nachbarquartier. Banales mischt sich im Beschreibenwollen mit unfassbarem … Wörter um Menschen zu beschreiben – sie genügen nicht. Nie!

Wir alle sind so viel mehr. Du. Ich. Bin ich überhaupt? Oder nur grad jetzt, wo ich denke, wo ich schreibe, wo ich sichtbar werde und den Kopf ein klein wenig und mühsam aus der Blase zähflüssiger Alltäglichkeit heraushebe?

Bin (n)ich(t) das, was du siehst. Ohne Fragezeichen. Bist du das, was ich sehe?
Bin ich, weil du mich siehst – Wirkung deines Sehens? –  und du ebenso? Solange nur.

Ist, was wirkt?
Wirkt, was ist?
Was ist?
Ist was?

Peter Stamms „Die Planung des Plans“, die ich gestern gelesen verschlungen habe, klingt nach.

Er geht durch Zürich. Seine Gedanken kreisen – es geht um die Planung des Plans, oder auch deren Unmöglichkeit. Der Plan – soviel ist sicher – ist von größter Bedeutung.
„Am Anfang war der Plan. Jahrelang habe ich an diesem Plan … nein, immer. Immer. Seit … es ist mein Plan. Ohne den Plan bin ich niemand mehr. Nichts mehr. Es geht nicht um mich. Ich habe eine Aufgabe. Es geht nur um die Aufgabe. Ohne die Aufgabe wäre ich ja … Aber es kann nicht sein. Der Plan kann nicht nicht sein. Er ist ja da. Die Frauen. Man kann sie sehen. Alles. Der Plan … er macht mich groß. Es ist ein großer Plan. Ein umfassender Plan. Uferlos. Es gibt viele Pläne, kleine Pläne, Details. Aber kein Plan ist wie dieser. Er enthält alles. Alle anderen Pläne und alles sonst. Nichts wurde vergessen. Ich habe nichts … Ich habe keine Mühe gescheut. Alles … an alles muss gedacht werden. Nicht gedacht. Man muss eins werden mit dem Plan. Sich einfühlen in alles. Eine Eigenschaft werden. Ein Plan von einer so … ein so komplexer Plan kann nur funktionieren, wenn alles eins ist, wenn alles sich bewegt wie ein Körper. Eine Bewegung. Die Einheit … der Zeitpunkt, die Personen, die Frauen, die Bewegungsabläufe. Sehr genau.“
Ein Monolog voll beißender Ironie, intelligentem Witz und böser Hintergründigkeit.

Ooops. Jetzt hab ich doch gebloggt. Dabei wollte ich doch bloß schreiben, dass ich heute nicht schreibe.

Biertreffen

Einfach wunderbar, meine Schreibgruppe. Diese Menschen! Nicht nur, was das Schreiben betrifft. Beim Indisch essen haben wir meine gestrigen Cluster-Erkenntnisse (siehe hier) ausgeweidet. Geteilte Skepsis ist halbe Skepsis? Oder doppelte? Na ja, immerhin den Ratschlag der Therapeutin, mehr zu trinken, habe ich ernst genommen.

Ob sie wirklich Bier gemeint hat?, fragt M. beim Prosten. Er zweifelt, meint, alles sei eh eine Frage des Glaubens. Ist es, ja, glaube ich jedenfalls, und auch Gretchen zwinkert mir von der Bar her zu.

Dass im Blut Informationen über den ganzen Menschen stecken, kann ich mir zwar gut vorstellen, sagt H., aber …

Ja, der ganze Rest ist nicht nur ihr suspekt. Zum Beispiel diese ganz bestimmte Übersetzung – oder Dechiffrierung besser gesagt – des jeweiligen Blutbildes in jene sehr differenzierte Details der Auswertung. Schützt Ignoranz vor Krankheit? Nun ja, dass ich mehr trinken soll, finde ich umsetzbar, doch der ganze Rest? Proscht …

Vorwärtszapp.

Ich habe gestern Abend meine Geschichte für jenen verflixten literarischen Gottesdienst im Oktober vorgestellt. (Warum bloß habe ich diese Einladung angenommen! *grmpf*) Geschichten sollen doch von selber kommen dürfen! Diese jedoch ist an den Haaren herbeigezogen. Keine Frage.

Na ja, das Konzept ist okay. Fanden auch die andern. Und sogar ein paar Stellen. Doch als Ganzes ist sie fad, nett und leblos. Vom vorgestellten Publikum ausgehend habe ich mit wenig Inspiration geschrieben. Mich ständig zensurierend. Hilfe, was soll ich in einer Kirche? Welcher Teufel hat mich da bloß geritten?

Vorwärtszapp.

Ich werde mutiger schreiben, denke ich auf dem Heimweg. Auch das Gespräch mit M. – nach den Abschiedsküssen bereits – über Leben, Liebe und die Frauen, klingt nach. Leben hat scharfe Kanten. Tut weh manchmal. Pragmatismus als Weg. Nicht der Schlechteste. Und Realismus auch. In den Nischen dazwischen Platz für Träume.

Und für neue Geschichten. Über Barkeeper, die charmant lächelnd, Schlaftabletten ins Bier kippen zum Beispiel. Doch das wäre nun wirklich eine gaaanz andere Geschichte. Und ob Pfarrer H. an dieser Freude hätte, bezweifle ich.

Cluster-Blues (oder Clustern II)

Klappe – die erste …

Was wäre, wenn … ? Zum Beispiel, wenn wir alle gesund und glücklich wären … Alle. Ausnahmslos. Allen voran die Gilde der Schreiberlinge. Zeitungsfritzen ebenso wie Schriftstellerinnen von Büchern und Autoren von Blogs. Wir alle würden der Welt von unserem Glück erzählen, von unseren gesundheitstrotzenden Körpern, von all den schönen Erlebnissen und Erfahrungen, die wir neuerdings sammeln … Doch, weil unsere Leserinnen und Leser selber vor Glück strotzten, wäre das einzige, real existierende Problem dies: Solche Berichte würden nicht mehr gelesen, denn kein Schwein würde sich dafür interessieren, wie oft ich heute oder vorgestern die ganze Welt umarmt habe. Gähnen würdet ihr. Einfach nicht mehr lesen. Mein Blog würde verwaisen.

Ich würde zu schreiben aufhören. Alle Schreiberlinge würden zu schreiben aufhören. Womöglich hätten wir eh keine Lust mehr dazu. Alles wäre wunderbar. Was wollen wir darüber schon schreiben? Es wäre müßig, das eine nacherzählte Paradies mit dem anderen erlebten oder nacherzählten Paradies zu vergleichen. Auch Neid gäbe es in dieser Welt keinen mehr. Denn wozu vergleichen, wo wir doch alle gleichermaßen heil, glücklich, gesund und zufrieden sind? Sollen wir da noch schreiben? Wollen wir da noch schreiben?

Klappe – die zweite …

Glück hat kaum Unterhaltungswert. Quod erat demonstranum, wie mein Mathelehrer sagte. (Und der Lateinlehrer auch manchmal.)  Beweisen muss ich nichts. Ich hoffe, ihr glaubt mir auch so. Da ich nicht aufs Schreiben verzichtenmag, behalte ich wohl besser meine zwei-drei Neuröschen bei. Hege sie. Pflege sie. Gieße sie. Ein bisschen Herbstblues wird ihnen sicher gut tun. Ein paar kalte Windstöße und ein paar Regentropfen lassen sie aufleben, erblühen. Ich klicke mich durch Wörldweidweb und finde dort andere, die zum Glück auch noch nicht ganz heil sind und darum – oder warum auch immer – ein paar neue Sätze geschrieben haben. Bloggende zum Beispiel. Schön, dass ihr da seid. Noch. Und dass ihr eure Kanten, Ecken und Narben mit mir teilt. Und mit der Welt. Danke!

Klappe – die dritte …

Bin heute wieder ins Hinterland gefahren. Ihr erinnert euch. Für einen Artikel recherchiere ich die Cluster-Methode. Das heute war allerdings eine persönliche Zugabe. Ich ließ mir nämlich zusätzlich zur psychologischen Auswertung, die für die Aufstellung nötig ist, auch eine meinen Körper und dessen Gebresten betreffende Analyse ausdrucken. Ooops. Hätte ich wohl besser bleiben lassen. Heute morgen war ich topfit, doch jetzt fühle ich mich schwerkrank.

Die gute Nachricht zuerst: Krebs hab ich nicht. Auch sonst keine tödlichen Krankheiten. Außer der alten Erkenntnis, dass das Leben lebensgefährlich ist. Anti-Hypochonderin, die ich bin, kann ich nun entweder so tun, als hätte ich nicht hingehört. Als hätte ich nicht gehört, dass meine Maschine da und dort ein paar Schwachstellen hat. Lunge, Magen und so weiter. Oder ich könnte … ein paar neue Therapien ausprobieren. Zum Beispiel.

Wie es wohl wäre, wenn ich glücklich und gesund … Auch nur so zum Beispiel.

Ausschnitte

Jippie! Meine Fotos von Schweden sind da. Wie anders sich Papierbilder doch anfühlen … Hochglanz statt Bildschirm. Zwar klein. Doch fein.

Betrachtend fühle ich die Stimmungen nach. Erinnere mich. Genieße erneut. Schöne ein wenig.

Ich betrachte den gewählten Ausschnitt. Frage mich, warum so? Warum nicht anders?

Ich wähle immer einen Ausschnitt. Das Ganze geht nicht.
Ich wähle, was ich fotografieren will.
Ich wähle, was ich erzählen will.

Stückwerk. Patchwork. Ausschnitt. Immer schneide ich ab, immer verwerfe ich das, was nicht auf das Bild und in die Geschichte soll. Ohne die Abschnitte wirklich betrachtet zu haben.

Doch wenn der von mir gewählte Ausschnitt andere ebenfalls anspricht, freue ich mich.
Und wenn meine Auswahl andere berührt, rührt es mich.

Obwohl doch schon alles bereits
gesagt
abgebildet
erzählt
gemalt
gebaut
gemacht
worden ist.

ES

Es kommt gut!, sagten wir gleichzeitig. Sie nickte. Ich bin sehr zuversichtlich. Wir umarmten uns und ich fuhr nach Hause.

C. ist eine meiner ältesten Freundinnen. Zwar nicht die langjährigste, doch an Jahren beinahe die älteste. Eine weise, humorvolle Frau Anfang sechzig. Immer wieder genieße ich es, mit ihr über das Leben zu philosophieren. Zumal sie mich in ganz schwierigen Zeiten begleitet hat. Und ich sie. Das verbindet.

Auf einer kleinen Wanderung mit ihrer Hündin Shanta erfahre ich von ihren neuen Plänen. Ins Tessin will sie umziehen. Einfach so. Seit ich sie kenne, hat sie sich immer wieder an einem anderen Ort – allerdings meist hier in der Nähe – angesiedelt. Ihre Lust auf neue Erfahrungen ist ungebrochen, obwohl sie gesundheitlich nicht auf der Höhe ist. Ihr Optimismus ist ansteckend und ihre Lebensfreude springt wie ein Funke auf mich über.

Auf dem Heimweg hallt jener letzte Satz nach: Es kommt gut. Ein Glaubenssatz höchster Güte. Ein Satz, an dessen Inhalt ich glaube, weil ich ihn glauben will. Doch wer oder was erfüllt diesen Satz, wenn nicht ich selber? Die den Gedanken und Worten innewohnende Schöpfungskraft manifestiert, während ich den Satz denke, fühle, wirken lasse, den Inhalt desselben in der Materie. Glaube ich jedenfalls. Denn zwar sehe ich mich als das Geschöpf meiner Eltern und als das Geschöpf unsichtbaren, göttlichen Ursprungs, doch andererseits sehe ich mich eben auch als Schöpferin. Biologisch gesprochen bin ich eine Gebärende, aber ich bin auch die Schöpferin meiner Gedanken, meiner Umstände, meiner Wirkung auf mein Umfeld. Und ich bin die Schöpferin meiner Befindlichkeit … Ich kreiere – vereinfacht gesagt – alles selber. Bis eben auf jene Dinge, die ich nicht beeinflussen kann …

Doch auch an dieses Unerklärliche, dieses für uns nicht nachvollziehbare Schicksal, auch daran glaube ich. Will heißen, ich glaube, dass es existiert. Ob es blind oder sehend, mitfühlend oder taub, liebevoll oder neutral ist oder gar böse, hängt für mich von der Tagesform ab. Meistens denke ich, dass es alles gleichzeitig ist. Weil sich ja das Gegenteil im Gegenteil zeigt – doch dieses Allesgleichzeitige hat natürlich keine Polare. Glaube ich. Jetzt. Und so.

Ich gestehe: Es ist mir egal, ob das, was ich glaube, wahr ist. Wahr im absoluten Sinn. Falls es denn Absolutes gibt. Da ich lieber an das Vorläufige als an das Absolute glaube, genügt es mir, zu glauben, was ich glaube. Da doch eh alles gleichzeitig und wahr ist, meine ich. Was ist glaube, ist solange wahr, wie ich daran glaube. Und weil ich daran glaube, wirkt es. Doch das hatten wir schon. 🙂

Guten Morgen Gretchen

Wichtiger als was wir glauben, ist, glaub ich jedenfalls, dass wir etwas glauben. Ans lautere Nichts oder an göttliche Arrangements ist da einerlei.

An etwas zu glauben, bewahrt uns davor, die Sinnlosigkeit des Lebens in seinem ganzen Umfang wahrzunehmen. Doch alles, was wir glauben, ist – vom Subjekt aus gesehen – Stückwerk. Ist Krücke. Ist Übersetzungshilfe. Ist Überlebensstrategie.

Ob es objektiv gesehen etwas gibt, woran es sich zu glauben lohnt, ist ein anderes Kapitel. Und ich behaupte hier auch nicht, dass ich nicht an solche Objekte glaube, sie für wahrhalte. Denn das tue ich. Irgendwie. Ganz besonders glaube ich an unsichtbare Netze und den lebendigen Geist in allem. An Verbindungen glaube ich. An Synapsen. An Schaltstellen und  an das unsichtbare, göttliche Internet sozusagen. Meine Festplatte ist so konstruiert, dass sich darauf solcherlei Software installieren lässt. Mein Betriebssystem tickt deutlich westlich, was heißt, dass ich gewisse „fremde“ Dinge nicht nachvollziehen kann. Nicht, weil ich es grundsätzlich nicht will. Mir fehlt schlicht die Relevanz.

Item. Wir brauchen also, wie gesagt, etwas, woran wir glauben und uns festhalten können, um besagte Sinnlosigkeit zu ertragen. Ob diese Sinnlosigkeit wirklich ist, weiß ich nicht. Sie ist auf alle Fälle relativ. Glaub ich jedenfalls. Relativ sinnlos eben. Doch mitten in der gelebten Sinnlosigkeit erlebe ich das Leben manchmal ausgesprochen sinnlich. Was dem Ganzen wieder Sinn verleiht. Ooops. Und so weiter und so fort.

Wir alle glauben. Etwas. Vieles. Bewusste und unbewusste Glaubenssätze steuern jede unserer Handlungen. Zum Beispiel: „Wenn ich krank bin, werde ich wieder gesund!“ Das weiß ich, weil es immer so war. Bis jetzt. Und hoffentlich auch zukünftig.

Meine Vorstellungen vom Leben und diese Glaubenssätze, die schon ganz früh gesät wurden – pränatal womöglich? – sind von einander abhängig. Da haben wir es: Alles verbunden.

Doch jetzt putz ich erst einmal meine Wohnung.

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Eben in meiner Fadenkiste gefunden. Ein weiterer Voller EinSatz.

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Ein kleines Credo

Ich glaube an die Wirkung, denn da etwas wirkt, IST es, ob ich es nun sehe oder nicht und deshalb glaube ich an den Wind und an die Steine im Flussbett, an die Orange in der Schale und an den Orgasmus, an den Kater nach einer zu kurzen Nacht und an die Lebensfreude, an die Tränen ebenso wie an den Tod, auch glaube ich an die Macht des Kugelschreibers als Zauberstab und ich glaube an die Macht der Worte.