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Letzten Sonntag im Wald
auf der Suche nach einem Cache notiert:
Das Weltbild der Satelliten …
Und gedacht:
Sagen sie die Wahrheit, die Absolute gar? Wissen sie alles, diese
künstlichen Sterne da oben? Oder nur wo ich bin, aber
nicht warum und wie …

Notiert auch dies:
Die Wahrheit der Satelliten …
Und zugleich an dieser gezweifelt. Denn
sie wissen nicht. Nichts. Nicht wirklich. Sie können nur
Auskunft erteilen. Auskunft über Zusammenhänge. Kaltes Wissen. Und ich
begriff, während ich dem Pfeil auf dem GPS folgte, dass
oft
immer
nicht der direkteste Weg der kürzeste ist. Und genau da, zweihundert
Meter vor
dem Ziel hatte ich keinen Strom mehr.
Verirrt habe ich mich trotzdem nicht.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Eine unübersehbare Frage. Ungefähr vor einem Jahr in unzähligen Schaukästen einer Berner Großbank gesichtet. In großen Lettern.

Gestern, als ich an dieser Bank vorbei fuhr, fiel mir jene Werbung wieder ein. Ich erinnerte mich an die Spiegel in den Fenstern, in die ich hätte blicken sollen, damals, um die Frage besser beantworten zu können. Die Bank-Werbefuzzis wollten wissen, was ich selber nicht wusste! Und auch heute nicht weiß. Nicht wo ich in zehn Jahren SEIN WERDE, wohlverstanden, sondern NUR wo ich mich in zehn Jahren SEHE. Denn – ich gestehe es – ich weiß noch nicht mal, wo ich mich in einem halben Jahr sehe. Geschweige denn in einem ganzen. In Zehn-Jahre-Schritte zu denken funktioniert bei mir schlicht nicht.

Ziele haben. Tja, noch so ein Allerweltthema wie Wetter und Zeit …

Hätte ich es mir denn vor zehn Jahren gewünscht, so zu sein und so zu leben, wie ich es jetzt tue? Hätte ich die Fantasie gehabt, mir mein Leben so vorzustellen? Meine damaligen Bedürfnisse waren so ganz anders gewesen als meine heutigen! Wozu also hätte ich mir damals über heute Gedanken machen sollen? Und wozu also soll ich mir heute Gedanken machen, wie ich in zehn Jahren leben werde? Leben will?

Ich erinnere mich – mit klitzekleinen Ausnahmen – nicht daran, irgendwann in meinem Leben weiter als ein Jahr vorausgeschaut zu haben. Anders verhält es sich möglicherweise mit dem Altwerden. Zu diesem Thema hätte ich allerdings ein paar Wünsche anzubringen: Gesundheit wünsche ich mir natürlich und immer von allem genug. Und einen schnellen schmerzlosen Tod, bitteschön. Einfach gesund einschlafen und nicht mehr erwachen. Gehen, solange es noch schön ist.

Und inzwischen? Genieße ich jeden einzelnen Tag. So gut es geht. Mir zuliebe.

EDIT: Natürlich sehe ich mich auch in zehn Jahren noch als glücklichen Menschen. Doch ob die Bank mit dieser meiner Antwort zufrieden gewesen wäre?

loslassen

Er dreht meinen Kopf sachte von links nach rechts. Von rechts nach links. Lass los, sagt er leise. Und ich versuche es. Ganz intensiv. Mit aller Kraft. Doch je mehr ich mich aufs Loslassen konzentriere, desto mehr spanne ich mich an. Kopf und rechte Hand scheinen von Loslassen wenig Ahnung zu haben. Tja, sie sind es eben gewohnt, den lieben langen Tag die Kontrolle zu haben. Handeln und denken.

Mein restlicher Körper dagegen lässt sich, scheint es mir, ganz locker von den Händen meines Esalen Massage Practitioners bewegen und entspannen.

Hach, wie gut loslassen täte! Besonders heute. Doch mein Kopf ist mal wieder so voll, dass er beinahe platzt. Zwar sind die Schmerzen inzwischen erträglich, doch den brummigen Lärm all der vielen Gedanken würde ich ganz gerne gegen lauter Nichts eintauschen.

Ganz allmählich döse ich doch weg. Überlasse mich dem sanften Druck geschulter Hände und lasse mich einfach zu. So wie ich bin. Ist doch eigentlich gar nicht so schwer …

Fünftes sofasophisches Gesetz

Das Wetter, so schrieb ich neulich, sei ein Thema worüber alle sprechen können. Immer.

Ein weiteres dieser Dauerthemen, die sich für alle eignen, ist die Zeit. Den einen vergeht sie zu langsam, den anderen zu schnell. Dann gibt es solche, die – wie ich – ein sehr ambivalentes Verhältnis zum Vergehen der Zeit haben. Die nicht an die Linearität ihres Vergehens glauben mögen. Und vermutlich gibt es über die Zeit sowieso nichts neues mehr zu sagen. Also: Bitte nicht weiterlesen. Es könnte sein, dass ich dir deine Zeit vertreibe …

Einer der Kehrreime meines Lebens klingt so: Wieso ist da immer zu wenig Zeit für diese Dinge, die ich gerne tue? Immer bleibt mir zu wenig von ihr, wenn es um jene Aktivitäten,  jene Nichtstuereien und jene Begegnungen geht, die mich am meisten nähren … Was mache ich bloß falsch? Die nährenden Tage – sie sind immer zu kurz. Müssten dreißig Stunden dauern. Mindestens.

Und jene anderen Tage, wo Pflichtenberge doppelt so schnell nachwachsen, wie ich sie abtrage, müssten halb so lang sein. Weil sie ja schneller wirbeln. Und natürlich dürften sich Pflichten nicht vermehren. Und natürlich weiß ich, dass das alles Nonsens ist, kindisch, unreif. Und du bist echt selber schuld, wenn du das liest!

Na ja … Dennoch wünsche ich es mir … Möchte Zeit haben, vielviel Zeit … Und auch immer genug von allem andern, was ich sonst so brauche. Und auch das, ich weiß es, ist ein Traum. Einer meiner Lieblingsträume sogar. Und vielleicht gar kein Traum?

So, und genau dieses Geschreibsel stelle ich jetzt ins Blog. Unausgegoren. Einfach so, weil ich Lust habe. Denn alles, was wir lustvoll tun, ist gesund. Siehe Titel. Und die ersten vier?  Hm. Die haben sich irgendwo in anderen, früheren Blogartikelchen versteckt. Und ob es vier sind, weiß ich nicht mehr. Ist egal.

finden

Rätseln und lösen scheinen offenbar ebenso menschliche Grundbedürfnisse zu sein wie sich kulturell auszudrücken. Ich brüte am Küchentisch über einem Sudoku, das mir, so ich es richtig lösen kann, einen möglichen Preis in Aussicht stellt. Hach, ich liebe diese Tüfteln. Vergesse alles um mich her. Auch das Denken. Es denkt und tüftelt automatisch. So ähnlich, wie ich Auto fahre oder blind die PC-Tastatur bediene. Geniales Time-Out für meinen Kopf. Und zugleich wirbeln sämtliche je gemachten numerischen Erfahrungen durch meine Innenräume. Gleichzeitig, und ebenfalls ohne zu überlegen, fülle ich beim Kreuzworträtsel auf der gleichen Zeitschriftseite ein paar Wörter ein und schon bald lässt sich das Lösungswort erraten. Die vorhandenen Buchstaben lassen sich problemlos ergänzen. Rätselfactory steht kleingedruckt in einem der Felder dieses Kreuzwort-Puzzles. Aha. Da gibt es also regelrechte Kreuzworträtselarchitektinnen und –bauherren! Dass es Ideenfabriken gibt, weiß ich, aber über die Rästelindustrie habe ich echt noch nie gerätselt. Logisch aber, dass es für dieses menschliche Bedürfnis einen organisierten Markt geben muss.

Tja, dieses ewige Spiel mit den menschlichen Sehnsüchten! Auch Wettbewerbe und die Aussicht auf Preise – und seien sie noch so banal – gehören da hinein. Perpetui mobili der besonderen Art! (Verzeiht, liebe LateinerInnen, diese verquere Vernomenisierung …)

Item. Manipulation von Gefühlen, das Wecken schlafender Hunde … davon lebt letztlich die Wirtschaft. Oder wohl besser von unserer Manipulationsbereitschaft?

Rätsel und Ideen austüfteln soll Spaß machen. Finde ich. Und noch mehr Spaß macht es, wenn die Ideen uns von alleine finden, sich in unseren Gehirnwindungen festklammern und da hockenbleiben, bis wir ihnen das Wort erteilen.

Vor bald einem Monat, in den Pyrenäen, erteilte ich einer solchen Idee das Wort. Der Idee für meinen ersten Geocache! J. hatte mich in den Tagen zuvor in die Kunst des GPS-Handling und des Geocaching* eingeführt und mich mit der Leidenschaft, nach Erdverstecken zu suchen, infiziert. Mit der Lust, Schätze, die überall auf der Welt an wunderschönen Plätzen in der Natur verborgen waren, zu finden.

Logisch also, dass auch ich schon bald solche Schätze verstecken wollte. In Bern zum Beispiel. Und natürlich würde ich die Koordinaten codieren, Rätsel austüfteln. Da war sie also, die Idee. Vor ein paar Wochen.

Nun endlich, heute, kann ich sie umsetzen. Was irgendwie das Schönste an Ideen ist. Und an Rätseln. Mein erster Cache, den ich jetzt dann gleich verstecken werde, ist den vier Elementen ist gewidmet. Womit wir bei einem weiteren menschlichen Grundbedürfnis wären: Teil des großen Ganzen zu sein: Luft, Feuer, Wasser, Erde.

Suchen, finden, sein.

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*Geocachen ist, wie einige von Euch vermutlich wissen, eine Art Schatzsuche. Mittels Website (www.geocaching.com) erfahre ich mehr über die Lage und den Inhalt eines versteckten Schatzes. Jeder der dort aufgeführten Erdverstecke ist nur mittels der dort aufgeführten oder zu errechnenden Koordinaten zu finden. Und nur von angemeldeten Mitgliedern. Die Schätze bestehen meist aus Tupperware-Dosen mit Logbüchern, welche jeweils wieder am gleichen Ort versteckt werden.

kuhler Schrank

Es geschah just in dem Moment, als ich mich nach dem Schreibblock ausstreckte, der auf dem Beistelltisch nebenan vor sich hin träumte. Mich nach ihm ausstrecken tat ich, weil ich ihm liebkosen wollte. Was in seinem Fall bedeutete, ihn mit Buchstaben zu füllen.

Na ja, ob ihm gefallen würde, was ich zu schreiben gedachte, wusste ich allerdings nicht. Wählen kann er nicht. Über die Unwichtigkeit des Schreibens im allgemeinen wollte ich schreiben. Und über die Unwesentlichkeit des Bloggens im speziellen. Und dass es doch viel wichtigeres auf der Welt zu tun gäbe als mit Worten zu jonglieren. Helfen, heilen, handeln, hingehen! Das zählt doch. Oder zumindest Geld beschaffen. Wozu auch immer. Aber doch nicht bloggen! Zeitverschwendung!

Ich würde besser etwas richtig wichtiges tun … Tja, nur was? Die Steuererklärung ausfüllen zum Beispiel? Oder endlich mal wieder den Kühlschrank putzen! Jahr für Jahr hockten mir die beiden zeitgleich im Nacken. Anfang Jahr gelobe ich mir immer wieder – allerdings nur heimlich, so dass sie mich nicht hören können –, die beiden so schnell wie möglich zu erledigen. Damit sie mich nicht plagen können. Doch dann gehen die Wochen übers Land. Die Sonne scheint. Es wird wärmer. Die Kühlschrankputzsaison geht zu Ende und die Mahnung vom Steueramt liegt im Briefkasten. Und meine Gelübde sind längst verdunstet. Wie Bier. Womit wir wieder beim Thema sind.

Just in dem Moment nämlich, als ich mich nach dem Schreibblock ausgestreckt hatte, war es umgekippt. Zwar habe ich schnell reagiert und die Flasche war zum Glück auch nicht mehr ganz voll. Dennoch haben alle was abbekommen. All die ungelesenen Zeitschriften. Der Sudoku-Block ebenfalls. Und sogar Stieg Larsson blieb nicht verschont. Hoffentlich heißt das Buch nicht vergebens Vergebung.

Aber, ehrlich gesagt, über ein umgekipptes Bier zu schreiben, ist nun wirklich nicht wichtig. Und auch die Steuererklärung ist nicht wirklich kuhl. Dann schon eher der Kühlschrank, wenn auch nur seiner Temperatur wegen …

Und wie gesagt, es gibt vieles, das viel wichtiger ist als Bloggen. Aber nicht alles macht so viel Spaß.

Solothurn

Lass uns auf den Weißenstein gehen!, schlug ich gestern meiner Freundin L. vor. Wir hatten einen gemeinsamen Freitag geplant.

In der Mitte trafen wir uns. Bahnhof Solothurn. Nachdem ich L. eingeladen hatte, fuhren wir nach Oberdorf zur Luftseilbahn-Talstation Weißenstein. Seltsam, das bekannte Gondelbähnlein nicht schon von weitem quietschen zu hören. Noch seltsamer aber, dass da keine Menschenschlangen vor der Station anstanden.

Wir erfuhren, dass der Betrieb der überalterten Bahn hatte eingestellt werden müssen. Aus Sicherheitsgründen. Doch die neue Bahn sei noch nicht bewilligt und die Schlammschlacht zwischen Umwelt- und Heimatschützern mit den Befürwortenden der neuen Bahn noch in vollem Gange. Die Autostraße sei aktuell gesperrt. Bis auf weiteres könne mensch also nur zu Fuß auf den Berg.

Nicht dass ich das nicht schon gemacht hätte. Und abwärts ebenfalls. Doch es war Mittag, wir beide hungrig und das Restaurant auf dem Weißen Berg nicht in Betrieb. Also nicht wirklich das, was wir gebrauchen konnten. Außer der Sonne. Und da ich – zu meiner Schande sei’s gesagt – Solothurn NICHT kannte, beschlossen wir, uns die Stadt anzuschauen. Eine von L.s Lieblingsstädten notabene.

Nach einem wunderbaren Mittagessen und ebensolchen Gesprächen beschlossen wir, ins Kunstmuseum zu pilgern. Eine gemeinsame Leidenschaft.

Die aktuelle Ausstellungen „Farblichtfluss“ im graphischen Atelier sowie eine Ausstellung mit Max Matters Werken hatten es uns besonders angetan.

Max und ich …

Später? Wieder bummeln, Tee trinken, lädele … Was für ein wunderschöner Frauentag!

nicht heute …

… auch nicht gestern. Und vorgestern auch nicht. Am Montag wars, dass wir nach Biel fuhren …

Drei Vögel hüteten treu die Straße. Schon immer. Für immer …

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Spazieren mit J., K. und A.: Sonnentrunkene Steine am Weg …

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Nachts zurück in Bern, nach dem Feierabendbier, vor der Parkbuße …