Zu viel, zu wenig oder einfach genug

Wie viel Stille ist gut für uns und wie viel Leere?
Wie viel Fülle, Stimulation, Anregung, Inspiration, Ablenkung, wie viele Eindrücke, Geschichten, Erlebnisse, Erfahrungen, Aufgaben ertragen wir und tun uns gut?
Wann brauchen wir Ablenkung und wann eher Zu-Lenkung, sprich Konzentration? Wie viel Herausforderung brauchen wir?

Eine krankgeschriebene Freundin findet nach über einem Monat zuhause, dass es sie zu wenig herausfordert, sich einfach nur zu erholen, einfach nur gut zu sich zu schauen. Ich verstehe sie gut. Dennoch: ich bin grundsätzlich sehr gerne zu Hause. Ich bin wohl so die typische Homeoffice-Type und eben auch gerne allein. Außerdem nährt mich das Schreiben, der kreative, reflektierende Ausdruck. Ich bin froh, dass ich schreiben kann. Und dass ich kunsten mag.

[Ich verstehe dennoch, dass manche am Zuhausesein leiden, zum Beispiel weil sie arbeitslos sind. Weil ihnen dabei auf eine ungesunde Weise langweilig ist. Weil ihnen das berühmte Dach auf den Kopf fällt. Weil sie keine (geistige) Herausforderung haben.]

Schreiben und kunsten – was wäre ich ohne diese beiden Werkzeuge? Sie sind die Gefäße, in welche ich gieße, was in mir vorerst formlos daherfließt. Betrachte ich diesen Fluss, wächst der Wunsch, danach zu formen, was ich sehe. Zu verdauen, was ich erlebe. Schließlich auch mich mitzuteilen, andern zu erzählen, was der Fluss an mein Ufer gespült hat. Und ja, im Schreiben mit drin leben sowohl der Wunsch, etwas vom Erlebten und Erfahrenen weiterzuverschenken (wenn es denn etwas Heilsames war, das ich in Worte gießen will) als auch der Wunsch, etwas vom Erlebten und Erfahrenen loszuwerden (wenn es etwas Anstrengendes, Leidvolles war), durch das Aufschreiben zu verwandeln.

Und da dümpeln auch immer ein paar Geschichten, die von mir nach außen geschubst werden wollen. Die meisten noch im Schlafanzug oder in so leichten Kleidern, dass sie draußen erfrieren würden. Irgendwelche Worte für sie zu finden wäre nicht das Problem. Aber jene Worte zu finden, in denen sie ihrer Aufgabe angemessen gekleidet sind, diese Geschichten, das ist meine Herausforderung des Schreibens.

An Herausforderungen mangelt es mir wahrhaftig nicht. Eher ist es die Konzentration, die mir zuweilen fehlt. Ich lasse mich noch immer viel zu schnell ablenken. Darum will ich endlich ernst machen mit der Meditation. Nach zig Versuchen in früheren Zeiten und meinem Fazit, dass ich es ja doch nicht kann, wage ich den hundertundersten Versuch. Auf dass es klappen möge. Vielleicht mit geführten Meditationen. Zum Beispiel jenen auf meinen Apps. Oder mit einer der Bodyscan-Meditationen, die ich vorhin auf Youtube gefunden habe. Seit drei Tagen übe ich. Und ich fühle mich bereits innerlich ruhiger.

Weiter übe ich mich darin, nur noch etwas aufs Mal zu tun. Mich nicht mehr ständig von Kurznachrichten (Wire, Twitter, etc.) ablenken zu lassen, vor allem nicht, wenn ich am Arbeiten bin. Oder aber mir bewusst ein Fenster öffnen und Kurznachrichten schreiben. Aber ich will nicht mehr immer alles miteinander mischen. Statt alles nebeneinander, kakophonisch, lieber eins nach dem anderen tun.  Achtsam und bewusst. Und liebevoll. Beobachtend.


Übersicht über einige Meditationen:
https://www.youtube.com/results?search_query=k%C3%B6rper+body+scan

Körperscan:
https://www.youtube.com/watch?v=CdcxM5iyFs8

Beim Surfen gestolpert

Gestern, beim Surfen auf Youtube – ihr kennt das? Man guckt etwas und schon switcht man von Film zu Film – bin ich auf dem Video einer jungen Frau, die über ihren Minimalismuslebensstil youtubet, über einen interessanten Gedanken gestolpert. Es ging ums Haarerasieren. Keine Dogmen, die sie da verkündete. Nur Erfahrungen. Mittendrin ihr Satz: Jedes Mal, wenn ich meine Achselhaare rasierte, hatte ich damit indirekt zu mir gesagt: »Das da ist falsch, das da muss weg.«

Auch ich will keine Dogmen vermitteln. Zumal es in unserer Gesellschaft und in unserer Zeit bei Haaren fast nur noch um Ästethik geht. Und die ist bekanntlich Geschmackssache. Außerdem geht es nicht wirklich umd das Haar-Ding, es dient nur zur Illustration.

Berührt hat mich vor allem die Erkenntnis, dass wir oft Dinge, Äußerlichkeiten, Verhaltensweisen an uns als falsch betrachten, weil sie nicht unserm Wunschbild entsprechen. Nicht dem Bild von uns, das wir gerne sähen. Weil wir uns vergleichen. Weil wir uns und andere bewerten. Und weil wir den Bewertungen, die uns von außen serviert werden, zum Beispiel durch Werbung, Film und Fernsehen, mehr glauben als dem, was wir selbst sehen, erkennen, wahrnehmen.

Glücklich jene, die sich selbst vertrauen und die sich so nehmen können, wie sie sind.

Depressionen – zwei Tipps #notjustsad

Heute Abend seid ihr herzlich eingeladen – so ihr in Hamburg oder der Umgebung wohnt oder hinfahren könnt oder wollt –, einer Lesung über das Leben mit Depressionen beizuwohnen. Markus Bock, der in seinem Blog, auf Twitter und in seinem Buch (Link folgt) über sein Leben als von Depressionen betroffener Mensch erzählt, wird persönliche Erfahrungen teilen. verbockt - Buchcover In „Die Depression hat mich bestimmt. Jetzt bin ich dran. Vielleicht …“ erzählt Markus ungeschönt von der Gefühlswelt in depressiven Lebensabschnitten. Das Buch ist kein Ratgeber, sondern ein verständnisvoller Tatsachenbericht: Ob der Suizid der vermeintlich letzte Ausweg ist und warum suizidale Menschen nicht egoistisch sind, auch diese Frage versucht er zu beantworten.

Wo? Im Hörsaal in Hamburg, um 18.30 Uhr  > hoersaal-hamburg.de

+++

Nächsten Freitag, also heute in einer Woche, erscheint Uwe HaCover Buch von Uwe Hauckucks erstes Buch Depressionen abzugeben. Uwe schreibt darin über seine Erfahrungen mit der Klapse, nachdem er seinen Suizidversuch im letzten Moment abgebrochen. Mühsam hat er den Weg zurück ins Leben gefunden. Mit seinem Buch will er aktiv dazubeitragen, das Tabu, das Stigma, das Depressionen anhaftet, aufzulösen. Auch Uwe Hauck bloggt und twittert.

Ich habe vom Verlag ein Rezensionsexemplar erhalten und werde hier bald über das Buch berichten. Die ersten Seiten haben mich bereits sehr berührt.

Vorbestellen könnt ihr das Buch als Print- und als eBook bereits jetzt in eurer Buchhandlung.

Dankbarkeiten

Liebe Menschen

cover16Ich bin dankbar für all die lieben Menschen in meinem Leben, die mir den Raum geben, die zu sein, die ich bin. Mit all meinen scharfen Kanten, meinen unkonformen Gedanken, meinen halbgaren Ideen, mit meiner Geschichte und mit all meinen Ängsten.

»Meinen Weg kann niemand gehen wie ich«, habe ich vor etwa einem Jahr in diesem Blog geschrieben. Es ist schließlich ein ziemlich buntgeschecktes Jahr geworden, dieses 2016, eins mit vielen Dellen und Kratzern. Und ja, so wie ich hat es niemand gelebt. Und so wie du auch nicht.

Lehrt uns das nicht, einander mehr und mehr zu vertrauen. Daran zu glauben, dass wir es schon irgendwie schaffen werden, vielleicht sogar so gut wie möglich? Und auf unsere Weise?

Ich bin auch dankbar für all jene Leserinnen und Lesern, die ich weder persönlich noch via Mail und Blog kenne, für all die vielen stillen Mitlesenden. Danke, dass ihr da seid und an meinem Leben aus Distanz und doch nicht ohne Betroffenheit, sondern mit Mitgefühl teilnehmt. Und ich freue mich, falls ihr hier den einen oder anderen Impuls für euer Leben gefunden habt.

Danke, dass ihr da seid.

Herzliche Grüße aus meiner Wörterwebstube
Sofasophia

Falls ihr Lust habt, meine sofasophischen Fallmaschenherzgespinste nochmals, in Buchform, zu lesen, könnt ihr sie hier downloaden. Nur zum Eigengebrauch versteht sich. Die Tippfehler gibts gratis obendrauf.

Flussnoten goes Buch

Endlich geht es mit dem Bau des Flussnoten-Buches voran. Wir haben die fürs Buch relevanten Kapitel aus allen im Laufe der Reise entstandenen Blogartikeln ausgewählt und nun redigieren wir die einzelnen Texte sanft. Gruslig, wie viele Tippfehler sich da über die Handytastatur in unsere täglichen Erfahrungsberichte geschlichen haben! Zuweilen schönen wir zwar die Satzstellung ein klein bisschen, was damals, am kleinen Handybildschirm, nicht so elegant ging wie jetzt, am großen Laptop-Bildschirm, doch am Text selbst wird nicht groß gefeilt, die Wander-Authentizität soll ja erhalten bleiben.

Was soll ich sagen? Es macht Spaß! Es ist schön, nochmals in unsere Reise dem Rhein entlang einzutauchen, mich zu erinnern, mich zu freuen darüber, was wir da alles erlebt, gesehen, erlitten haben, was uns gefreut und begeistert hat.

Das Buch wird sowohl als eBook erscheinen als auch als Printbuch mit einem Bildanhang (Selbstverlag, bei epubli erhältlich). Vorbestellen könnt ihr es schon jetzt bei Irgendlink. Erscheinen wird es im Frühling dieses Jahres und ungefähr Fr. 17.-, resp. € 16.- (plus Versandspesen) kosten. Als epub um die Fr. 11.-/€ 10.-.

PS: Das Poster mit 96 Bildern unserer Reise ist noch immer zum Vorzugspreis von Fr. 43.–, resp. € 40.– erhältlich.

Neues Jahr und so.

Da sitzen und warten, bis das neue Jahr vorbeikommt.
Leise.

Es in den Arm nehmen und zu einem lieben Freund werden lassen.
Hoffentlich.

Jeden Tag erneut verstehen, dass es neue Anfänge gibt und neue Wege zu gehen.
Immer.

+++

https://schnaeppchen-markt.ch/14063-thickbox_default/fondue-set-matterhorn.jpg… und jetzt, mangels Fonduerechaud (und -caquelon), einen kleinen Herd aus Kerzen bauen. Für unser Fondue.

+++

Gehabt euch wohl und bleibt mir gewogen.

Danke, dass ihr da seid, ihr alle, die ihr das lest.

Startet froh und so gesund wie möglich ins neue Jahr, habt euch lieb, tragt euch Sorge und vergesst nicht, euch immer schön die Hände zu waschen vor dem Essen.

Zwischen den Jahren #2

Gestern sind wir ins Zürcher Oberland gefahren und haben da Freund M., meinen ehemaligen Zürcher WG-Kumpel aus jungen Jahren, samt seiner kleinen Familie besucht, die sich dort in einem kleinen Dorf über der Nebelgrenze niedergelassen haben.

Herrliches Wetter zum Spazierengehen. Und zum Versteckisspielen ebenfalls.

Heute? Hängt eine fette Nebeldecke über dem Dorf. Ob sie sich noch lichten wird?

Zwischen den Jahren #1

Vorgestern, einem besuchsfreien Tag, genoßen wir das wunderbare, klirrend kalte Wetter auf einer kleinen Bergwanderung. Nun ja, die Aargauer Berge sind ja eigentlich Hügel. Aber sie heißen trotzdem Berge, und wenn auch nur darum, weil man von hier oben in der Ferne die Berge sieht.

Den Bessenberg, den Bässebärg, kannte ich jedenfalls – trotz relativer Nähe – nicht. Aber er hat mich begeistert.

Rundsicht vom Feinsten Richtung Nordosten:

dsc_9074-9078

Richtung Südwesten

dsc_9079-9083

Ein bisschen Südfrankreichfeeling mit Jagdhochsitzjäger Irgendlink:

dsc_9092-9095

Beim Geocache den Blick ins Unterland:

img_7223-7229

Und hier noch eine kleine Bildergalerie:

Ich hoffe, ich kann mit diesen Bildern, all denen, die im Nebel sitzen – ob nun realem oder mentalem –, ein bisschen Sonne ins Gesicht zaubern.