Dankbar

Liebe Menschen

Blogbuchcover mit Blogtitel und Jahreszahl. Im Hintergrund blaue Kennzeichnungen auf dem rauh gesägten Holz eines gefälltem Baumstammes

Ja, ich schreibe auch dann, wenn ich nicht blogge.

Schreiben, schriftlicher Ausdruck, ist mir ein Grundbedürfnis. Dank euch und dank des Blogs wird es zuweilen zum Dialog. Denn obwohl ich die Kommentarfunktion nach wie vor – außer bei Ausnahmen – ausgeschaltet habe, nehme ich euch wahr. Ihr seid da. Und ihr habt mir in eurem Leben eine kleine Nische freigeräumt, in welcher ich meine Gedanken ausbreiten kann. Mal kürzer, mal länger, die runden ebenso wie die kantigen. Die halbgaren Ideen ebenso wie manche Geschichten, die mir durch den Kopf und von da aus in die Tasten gehen. Aus meinen Blogtexten des vergangenen Jahres ist erneut ein Buch geworden, ein Blogbuch.

Ich bin auch dankbar für jede und jeden einzelne*n von euch. Auch für all jene Leserinnen und Lesern, die ich weder persönlich noch virtuell kenne. Danke für all die vielen stillen Mitlesenden. Danke, dass ihr an meinem Leben teilnehmt. Danke, dass ihr da seid.

Herzliche Grüße aus meiner Wörterwebstube
Sofasophia

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Die Blogbücher mache ich für mich, zur Erinnerung. Als persönliches Nachschlagewerk. Und wider das Vergessen. Wenn ich sie euch hier zur Verfügung stelle, dann in der Hoffnung, dass ihr das Copyright respektiert und sie nur zum Eigengebrauch herunterladet. Und die hübschen und weniger hübschen Tippfehler gibts gratis obendrauf. Ihr könnt sie unter nachfolgenden Links downloaden.


PS: Das Passwort zum letzten Blogartikel gibts per Mail.

Doch noch …

Buchcover des Blogbuches 2017Ja, ich würde auch schreiben, wenn ich meine Gedanken nicht in diesem Blog mit euch teilen würde. Schreiben ist mir Grundbedürfnis – wie Essen, Trinken und der Gang aufs Klo.

Dank euch aber gibt es eine Art Austausch. Inspiration. Obwohl ich die Kommentarfunktion nach wie vor – außer bei Ausnahmen – ausgeschaltet habe, nehme ich euch wahr. Ihr seid da. Und ihr habt mir in eurem Leben eine kleine Nische freigeräumt, in welcher ich meine Gedanken ausbreiten kann. Mal kürzer, mal länger, die runden ebenso wie die kantigen. All meine halbgaren Ideen, meine Geschichten und all meine unmöglichen Fragen und all meine möglichen Antworten.

»Meinen Weg kann niemand gehen wie ich«. Das habe ich in diesem Blog schon oft geschrieben – wortwörtlich oder sinngemäß. Und ja, so wie ich hat niemand dieses letzte Jahr gelebt. Und so wie du auch nicht. Daraus ist nun ein Buch geworden, ein Blogbuch. Wie in den Jahren davor.

Was ich mir wünsche? Dass ich, obwohl es mir oft genug schwerfällt, dem Leben an sich wieder mehr vertrauen kann. Obwohl da so vieles im Ungleichgewicht ist. Außen in meinem Umfeld, auf der Welt, und ja, auch in mir.

Danke, dass ihr da seid und an meinem Leben – aus Distanz und doch nicht ohne Betroffenheit, sondern mit Mitgefühl – teilnehmt. Und ich freue mich natürlich ganz besonders, falls ihr hier den einen oder anderen Impuls für euer Leben gefunden habt.

Danke, dass ihr da seid.

Falls ihr Lust habt, meine sofasophischen Fallmaschenherzgespinste nochmals, in Buchform, zu lesen, könnt ihr sie hier downloaden. Nur zum Eigengebrauch versteht sich. Alle hübschen und weniger hübschen Tippfehler gibts gratis obendrauf.

Zu den Büchern der Vorjahre gehts ⇒ hier lang.

Dankbarkeiten

Liebe Menschen

cover16Ich bin dankbar für all die lieben Menschen in meinem Leben, die mir den Raum geben, die zu sein, die ich bin. Mit all meinen scharfen Kanten, meinen unkonformen Gedanken, meinen halbgaren Ideen, mit meiner Geschichte und mit all meinen Ängsten.

»Meinen Weg kann niemand gehen wie ich«, habe ich vor etwa einem Jahr in diesem Blog geschrieben. Es ist schließlich ein ziemlich buntgeschecktes Jahr geworden, dieses 2016, eins mit vielen Dellen und Kratzern. Und ja, so wie ich hat es niemand gelebt. Und so wie du auch nicht.

Lehrt uns das nicht, einander mehr und mehr zu vertrauen. Daran zu glauben, dass wir es schon irgendwie schaffen werden, vielleicht sogar so gut wie möglich? Und auf unsere Weise?

Ich bin auch dankbar für all jene Leserinnen und Lesern, die ich weder persönlich noch via Mail und Blog kenne, für all die vielen stillen Mitlesenden. Danke, dass ihr da seid und an meinem Leben aus Distanz und doch nicht ohne Betroffenheit, sondern mit Mitgefühl teilnehmt. Und ich freue mich, falls ihr hier den einen oder anderen Impuls für euer Leben gefunden habt.

Danke, dass ihr da seid.

Herzliche Grüße aus meiner Wörterwebstube
Sofasophia

Falls ihr Lust habt, meine sofasophischen Fallmaschenherzgespinste nochmals, in Buchform, zu lesen, könnt ihr sie hier downloaden. Nur zum Eigengebrauch versteht sich. Die Tippfehler gibts gratis obendrauf.

Danke

Liebe Menschen

Neulich habe ich einen wunderbaren Blogartikel bei Frau Rebis gelesen. Einen dankbaren. Die Idee hat mich gerührt, berührt.

coverAuch ich bin für vieles dankbar, obwohl meine letzten Artikel vielleicht das Gegenteil erahnen lassen. Ich bin unterwegs auf nicht immer einfachen Wegen. Doch ich bin dankbar unterwegs.

Dankbar bin ich vor allem für all die lieben Menschen in meinem Leben, die mir den Raum geben, die zu sein, die ich bin. Mit all meinen ziemlich unbequemen Kanten, meinen unkonformen Gedanken, meinen halbgaren Ideen, mit meiner Geschichte und all meinen Ängsten.

Danke für das Vertrauen, das ihr in mich habt, dass ich es selbst schaffe. Und wenn nötig auch in der Lage bin, mir helfen zu lassen. Denn diese zwei Dinge sind es, die meines Erachtens einem Menschen am meisten dabei helfen, seine eigenen Erfahrungen zu sammeln, sie nach eigenem Ermessen zu betrachten und aus ihnen das zu lernen, was zu lernen ist. Und das ist ja, wie wir alle wissen, von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich.

Vieles habe ich erst spät in meinem Leben erkannt und gelernt, was andere schon in jungen Jahren begriffen haben. Weil es mein Weg ist, den ich gehe − mit allen Umwegen und Irrwegen, die mir niemand abnehmen kann. Meinen Weg kann niemand gehen wie ich.

Danke, dass ihr mir vertraut.

Und ja, ich danke auch meinen Leserinnen und Lesern, die ich weder persönlich noch via Mail und Blog wirklich kenne, die vielen stillen Mitlesenden. Danke, dass ihr da seid und an meinem Leben aus Distanz und doch nicht ohne Betroffenheit, sondern mit Mitgefühl teilnehmt. Und ich freue mich, falls ihr hier den einen oder anderen Impuls gefunden habt.

Danke, dass ihr da seid.

Wie es mit meinem Blog weitergeht, weiß ich noch immer nicht. Ich lasse es offen. Vor zwölf Jahren habe ich angefangen, Internettagebuch zu schreiben. Mit unterschiedlichen Alter Egos. Auf anfänglich handgestrickten Webseiten. Vielleicht ist es ja nun einfach genug?

Mein Schreiben wird zukünftig wieder persönlicher und privater sein. Ahne ich.
Mehr auf der Ebene des Tagebuchs und eigener Geschichten, eigener Welten. Ahne ich.

Für alle, die meine Texte dieses Jahres nochmals lesen möchten und das lieber auf dem Reader lesen als am PC tun wollen, habe ich − nun schon das dritte Mal − meine Blogartikel, wenn auch ohne Bilder, zu einem eBook zusammengestellt (Link unten).

Liebe Grüße aus meiner Wörterstube
Sofasophia

Das Rückspiegelding

In Zeiten der Wandlung, in Zeiten der Übergänge wächst das Bedürfnis, stehenzubleiben. Mich umzudrehen. Den Weg zu betrachten, den ich zurückgelegt habe. Ich stehe an einem Hang, sehe hinunter, sehe die Straße, die ich zuerst gegangen bin, dann verlassen habe; eingetauscht gegen einen Wanderweg, schließlich gegen einen Trampelpfad. Ich wechsle und tausche oft. Am meisten Wege und Dinge. Menschen nicht. Auch Überzeugungen nicht. Die wandeln sich wohl, aber im Grunde sind sie mein Grund und Boden.

Ich stehe da und schaue mir die zurückgelegten Spuren dieses Jahres an. Ich war im Sommer zu Fuß auf dem Gotthard, dazu noch in strömendem Regen und ohne die innere Ruhe einzubüßen. Ich habe gelitten, ja, das habe ich. Immer wieder. An mir. An andern. Am Weg. Oft auch auf dieser wunderbaren Wanderung, die dennoch für mich eine Art Wendepunkt darstellt – einen der Wendepunkte dieses Jahres. Ich habe begriffen, dort auf dem Weg auf den Gotthard, dass ich nur auf den Berg komme, wenn ich Schritte tue. Einen nach dem andern. Und dass ich mich nicht mehr gegen die Steigung wehre. Dass ich Ja zur Steigung sage, zum Schmerz, zur Anstrengung, zum Regen, zum Schweiß auf der Stirn (auch zu dem unter der Regenjacke), Ja zum Weg, den ich gehe. Weil ich ihn selbst gewählt habe. Und das im Grunde jeder Schritt ein Same ist, ein Same aus dem neue Wege wachsen können.

Ich stehe da und schaue mir die zurückgelegten Spuren dieses Jahres an und ich sehe, wie ich die ersten Monate dieses Jahres wichtige und ganz und gar unvernünftige Entscheidungen getroffen habe. Entscheidungen, die Mut erforderten. Einem Sprung aus dem Helikopter gleich. Freier Fall. (Und ja, natürlich trage ich einen Fallschirm …) Ich habe den Sprung nie bereut, nie, aber ich weiß noch nicht so genau, was danach kommt. Und ob ich noch fliege oder schon gelandet bin. Oder ob ich ab jetzt immer fliegen werde. Und ob das mein neues Leben ist.

Ich stehe da und schaue mir die zurückgelegten Spuren dieses Jahres an. Sie sehen zwar chaotisch aus und ziellos, weil ich es ja nicht so mit den Zielen habe, dennoch folgen sie einer Richtung. Und die Richtung kenne ich gut. Auf den Wegweisern, die ich passiert habe, ist mein Herz drauf codiert, nur für mich sichtbar. Ihnen bin ich gefolgt, auch dann, wenn andere den Kopf geschüttelt haben. Wovon willst du denn leben?, habe ich mich oft gefragt und nein, ich habe meine Antwort noch nicht wirklich gefunden. Dass ich von meiner Selbständigkeit noch nicht leben kann, habe ich gemerkt. Zu wenig liegt mir das Selbstvermarkten. Doch ich lerne. Ich lerne zu mir zu stehen. Mich nicht mehr immer klein zu machen. Den Kopf dort tragen, wo er hin gehört. Oben. Ich lerne mir zu trauen. Und ich lerne mich zu trauen.

Ich stehe da und schaue mir die zurückgelegten Spuren dieses Jahres an. Mir ist viel Heilung zuteil geworden. Letztendlich durch mich selbst. Weil ich Schritte gewagt und getan, Werkzeuge angenommen, einige Dinge und einige Menschen losgelassen, andere Dinge begriffen und andere Menschen eingelassen habe (die das jetzt lesen und sich betroffen fühlen: gut so, ihr seid gemeint!). Weil ich gewählt habe. Weil ich weise, verrückte und unbequeme Entscheidungen getroffen habe. Weil ich einiges verstanden habe (und das Meiste noch immer nicht, aber das ist in Ordnung so).

Ich stehe da und schaue mir die zurückgelegten Spuren dieses Jahres an. Danke!, sage ich, danke, mein Weg. Danke, ihr Menschen an meiner Seite. Danke, Liebster, danke Freundinnen und Freunde, danke Wald, danke Berg, danke Bäume, danke Steine … Mir rinnen Tränen über die Wangen. Dankbarkeit ist in jeder Zelle. In jeder Zeile. In jedem Wort. Denn ich sentimentaler Sack fühle mich seit vielen Jahren das allerallererste Mal schon eine ganze Weile ziemlich gut. Manchmal sogar sehr gut. Und ich fühle mich sogar im Dezember wohl. Das Kind in mir hat zu sich selbst zurückgefunden und freut sich über das Geheimnis hinter dem ganzen Weihnachtskommerz.

In Zeiten der Wandlung, in Zeiten der Übergänge wächst das Bedürfnis, stehenzubleiben. Mich umzudrehen. Den Weg zu betrachten, den ich zurückgelegt habe. Doch jetzt wende ich mich dem Weg zu, der vor mir liegt. Ich tue den nächsten Schritt. Ich atme tief ein und aus und ich freue mich auf das, was kommt. Weil da – trotz allem Bullshit – so viele und so vieles eben auch gut ist. Da ist nicht nur Leid. Da ist nicht nur Schmerz. Da ist nicht nur Krieg. Da sind nicht nur traurige, verletzte, enttäuschte Menschen, da sind auch viele, die mit ihrem Mut dem Schmerz trotzen. Die mit ihrer Musik der Not entgegentreten. Die mit ihrer Kraft andere aufrichten. Die mit ihren Worten, andere bezaubern. Die mit ihren Taten, anderen ein Lächeln schenken.

Wir sind viele, die das Wohl und die Zufriedenheit und das Miteinander fördern. Wir sind vermutlich sogar viele mehr als wir denken.

Ich gehe einen Schritt nach dem andern und ich weiß, dass ihr alle da seid.

Danke.

(Das war mein Happy 2014, liebe Sarah!)

Der Tag danach

Gestern … (Impressionen)

Schön wars mit all den Gästen, die gestern unser offenes Atelier besucht haben. Schöne Gespräche. Feine, differenzierte Rückmeldungen. Gemütliches Zusammensitzen.

Am Abend Grillen und schlussendlich – noch zu viert in der Formation von letztem Sonntag – abhängen am Tresen. QQlka als DJ. Eine Reise in die Vergangenheit. Youtubing vom feinsten. Von Dire Straits über Veen zu Rio Reiser hin zu heute, zu Easy October und Konsorten. Herrlich.

sich erinnern

Gestern Nachmittag habe ich mir endlich mal alle Bilder unserer Nord-Süd-Schweiz-Wanderung angeschaut, die ich im Juni/Juli mit Irgendlink gemacht habe. Wie ich mich durch seine und meine Bilder auf meiner Festplatte klickte, war ich einmal mehr erstaunt, wie anders wir Dinge sehen – worauf er sein Augenmerk richtet und worauf ich. Wie gut es mir getan hat, diese Reise nochmals Revue passieren zu lassen! Mich an die neu gefundene Kraft zu erinnern, an die Herausforderungen, Glücksmomente und erlebte Naturerfahrungen. Schweres, Schönes.

Ich bekam Lust, hier im Blog ein kleines Archiv zu publizieren. Ich hoffe, dass auch ihr Spaß daran habt?

Erste Etappe: Windisch – Zugersee (Buonas)

Zweite Etappe: Zugersee – Gotthardpass

Dritte Etappe: Gotthardpass – Tessin – Windisch

Zurzeit arbeite ich daran, mein Pilgertagebuch in eine lesbare Form zu bringen. Als eBook und als PDF werde ich es später hier vorstellen. Mich freut es, wenn ihr mir – hier oder per Mail – eine Rückmeldung gebt,

a.) ob ihr daran grundsätzlich interessiert seid und
b.) in welchem Format lieber lesen würdet/werdet (als .epub für den eBook-Reader oder als .pdf für den Selbstausdruck als Broschüre z.B.) und
c.) ob ihr allenfalls bereit wärt, dafür etwas zu bezahlen (freiwilliger Unkostenbeitrag? Schutzgebühr von paar Franken/Euro?)

Das Tagebuch ist ca. 40 A4-Seiten/ca. 65 Buchseiten lang und enthält meine zum Teil sehr persönlichen Erfahrungen auf der Wanderung.

Ein Blogreisetagebuch gibts auch bei Irgendlink -> hier klicken!

Reisefakten & -weisheiten

Seit einem Tag sind wir wieder in der Zivilisation meiner Wohnung. Zeit für einen kleinen Rückblick auf unsere 18-tägige Wanderung vom Wasserschloss der Reuss, wie der Zusammenfluss von Reuss, Aare und Limmat heißt, bis zu ihrer Quelle auf dem Gotthard …

0 Ahnung hatten wir, wohin die Reise führen wird, als wir loszogen

1 Brandblase nur gab es in 18 Wandertagen, von heißem Wasser
1 fettes Schweizer Messer mit Lupe, Schere und Säge wanderte mit
1 repariertes Loch in meiner Luftmatratze

2 Flussbäder nahmen wir im Durchschnitt pro Tag und Person
2 Zeltplatz-Paradiese haben wir entdeckt (mindestens!)
2 Wandernde waren wir, unterwegs von hier nach dort
2 Holzsplitter unter Fingernägeln gab es

3 Zeckenbisse
3 Hotelübernachtungen
3 Schifffahrten
3 Tuben Kondensmilch
3 x bei Bauern auf dem Land gezeltet

4 Füße unterwegs von Nord nach Süd
4 heiße Duschen in 18 Tagen

5 Bus-/Postautofahrten
5 x umsteigen von Linescio bis nach Hause

6 Kantone der Schweiz durch- und bewandert

7 Zwerge getroffen
7 abgebrochene Fingernägel (mindestens!)

8-tung Dung – in Kuhwiesen insbesondere!

9 – 11 war die Zeit, in der wir meistens frühstückten, unsere Tagebücher und Blogs fütterten und das Lager wieder verließen

12 x wild gezeltet

13 – 15 kg Gepäck pro Rucksack, je nach Menge des Proviants

16 und mehr Begegnungen, Kratzer, Brennnesselküsse, Mückenstiche …

1001 tolle Gespräche, Schweigeminuten, Lachsalven …

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Unterwegs-Gedanken

  • Wandern/Gehen ist wie Lesen.
    Du liest dir gehend/wandernd laufend deine eigene Lebensgeschichte vor.
  • Gut ist gut genug: Wenn es zwei Wege gibt – einen über den Berg und einen auf Zweidrittel Höhe des Berges und du hast 15 kg auf dem Rücken -, musst du nicht unbedingt ÜBER den Berg.
  • Wenn ich zu schnell gehe, bekommt es mir nicht gut. Auch zu langsam nicht. Vergleichen bringt nichts, wenn ich wandere. Einzig in meinem Tempo zu gehen tut mir gut.
  • Wenn ich Schritt für Schritt vorwärts gehe, komme ich auf den Berg, sogar bei Regen und knapp fünf Grad.
  • Auch nach dem Berg geht es weiter.
  • Tiefpunkte gehören zum Leben, denn das Leben ist nicht ideal.
  • Einmal Gelerntes habe ich zwar gelernt, aber das Wissen darum muss von Mal zu Mal neu aktiviert werden.
  • Stille ist für mich essentiell.
  • Mir selbst und meiner Intuition vertrauen, auch mal Grenzen mutig überschreiten, funktinoniert meist besser als zu viel denken und hinterfragen.
  • Es gibt immer noch neues und unerwartetes zu entdecken, auch wenn ich schon viel gesehen und erlebt habe.
  • Es finden sich immer wieder neue Wege und Lösungen, wenn wir sie brauchen und offen für sie sind.
  • Ich erlaube mir alles, was mir gut tut – in Verantwortung meiner Mitwelt gegenüber.
  • Niemand kann meinen Weg gehen, ich kann niemandes Weg gehen.
  • Nichttun tut nichts anderes als gut – ich will es auch in meinen Alltag integrieren.
  • Ich kann gut (eine Weile?) ohne andere Geschichten sein, ohne Bücher. Das erstaunt mich sehr.
  • Je wilder die Reuss wird, desto wilder fühle ich mich – wild, ursprünglich, der Natur verbunden.
  • Traditionen sind die Steine im Fluss unserer Gesellschaft. Vom Wasser der Zeit geschliffen.

sammeln, sichten, Spuren lesen

Jeder Mensch ist sein eigenes Buch und hinter jedem Namen steckt eine Geschichte.
Wie ich mich dieser Tage durch meine Adressdateien wühle, virtuellen vor allem, erkenne ich, wie viele Menschen meinen Weg irgendwann gekreuzt haben. Und dort kleine oder größere Spuren hinterlassen haben. Gefühle. Schmerzliche die einen, freudige andere. Wieder andere waren einfach da. Mittelpunkte ihrer eigenen Leben, während ich an meinem Lebensfaden spann.
Gesten Abend habe ich die Klassenliste meiner Oberstufenklasse überprüft: Wer wohnt noch dort, wo er bei der letzten Klassenzusammenkunft vor acht Jahren gewohnt hat? Eine Zweidrittelmehrheit – gut oder schlecht ist nicht relevant. Wer ist sesshaft, wer hat sich verändert und was ist mit den immerhin vier Frauen, die weder im Telefonbuch noch mit Guugl und Konsorten zu finden sind? Leben wir alle noch?
Einer meiner Schulkameraden, ein blonder stiller Junge mit Brille, war schon damals ein Tüftler gewesen und ist heute Künstler und Trickfilmzeichner mit einer tollen Webseite. Ich bin ein bisschen stolz auf ihn, obwohl wir kaum Kontakt hatten damals. Heute erst recht nicht.
Damals waren wir junge Menschen, die das Leben noch vor sich hatten – wie die Alten sagten, zu denen ich längst gehöre. Und dass wir es genießen sollen, das Kindsein, das Jungsein. Junge Bäume. Welpen. Schon bei der ersten Klassenzusammenkunft, als Zwanzigjährige, zeichneten sich erste Spuren ab, die sich im Laufe der Jahre vertieften. Die meisten hatten Lehre oder Matur hinter sich und waren – je nach Lebensplan – daran das Leben zu genießen, Reisen zu planen, befanden sich im Studium oder an einer höheren Schule. Die Gespräche mit den einen waren kaum mehr möglich – es fehlten die gemeinsamen Interessen. Mit den andern waren sie dafür möglicher als früher. Aus den jungen Bäumchen waren junge Bäume gewachsen, denen bereits anzusehen war, welcher Art die Früchte eines Tages sein könnten. Menschen und ihre Spuren – Schatten werfen wir auch in die Zukunft. Die Sonne steht nicht immer vor uns.
Wie ich heute weiter in den alten Verzeichnissen und Tabellen wühle, spaziere ich gleichsam durch meine Vergangenheit. Wer war doch gleich …? Ach, mit K. war ich im Kurs in XY und mit S. und N. im Seminar in YZ. L. war doch eine von der Schreiberlingen im ersten Novemberschreiben? Ach, und M. – meine tolle Ex-Scheffin! Wie es ihnen wohl geht, meinen alten Bekannten? Bei ein paar Namen finde ich weder Geschichte noch Gesicht in meiner Erinnerung. Ihre Spuren sind verblasst. Wieder andere habe ich geguuglt … Ob das andere mit meinem Namen von Zeit zu Zeit auch tun? Da und dort bin ich bestimmt aus Verzeichnissen gelöscht und in Adressbüchlein durchgestrichen worden, wie ich das von Zeit zu Zeit mit dem einen oder andern Namen in meinen Dateien ja auch tue.
Menschen hinterlassen Wunden. Und Lichtblicke. Ohne Spuren zu hinterlassen können wir nicht leben.
Was mir andere sind? Was ich andern bin? Nicht Eitelkeit bewegt mich zu solchen Fragen, eher der Wunsch, dass die Antwort lauten möge: wohlgesinnt.