Heute bin ich Charlie.
Kunst – am Strand, am Wegrand, überall?

Gestern habe ich auf Hagen Grafs Blog diesen Artikel gefunden. Ich werde später wohl auch mal noch ein paar Antworten schreiben. Nicht jetzt, nicht heute.
Heute nur einen Ausschnitt aus besagtem Artikel und die ersten Antworten:
Werte Künstlerin, werter Künstler
- Was verstehst du unter Kunst?
- Worum geht es bei deiner Kunst?
- Wie entstehen deine Kunstwerke?
- Hast du ein Atelier?
- Wie bist du eigentlich Künstler geworden?
- Wie verbringst du einen “normalen” Tag?
- Wie finanzierst du dein “Künstlerleben”?
- Wo kann ich deine Kunst sehen und vielleicht sogar kaufen?
Wenn du dich angesprochen fühlst, antworte bitte auf die Fragen in dem Medium, das dir am besten gefällt. Hier im Blog mit einem Kommentar oder in deinem Blog oder per Tweet an @hagengraf oder per Post (Hagen Graf, 36 Rue du Pla, 11510 Fitou, France) oder per Kunstwerk :).
Ich verlinke und veröffentliche alles was kommt und bedanke mich schon im Voraus dafür, dass Du dir Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten. Wenn dir die Sache gefällt, gebe den Link bitte weiter.
Vielleicht entwickelt sich daraus eine Debatte, ein wie auch immer geartetes Netz, ein Kunstprojekt, ein Erkenntnisgewinn oder ein fetter “KunstDeal” für dich, mich und die Leser :).
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Die Antworten
Denise:
Ich glaube, dass es Menschen gibt, die eine Künstlerseele beherbergen und welche, die nicht. Das ist ähnlich, wie wenn jemand eine Affinität für Holz hat, der andere für Zahlen, die dritte für Zusammenhänge. Irgendwann im Leben wurden bestimmte Areale im Hirn wohl diesbezüglich vermehrt stimuliert, meinte neulich mal eine Freundin. Maybe.
Menschen mit KünstlerInnenseelen nehmen, meiner These zufolge, die Umwelt aus einer Perspektive wahr, die irgendwie umfassend wahrnimmt, wie das Erlebnis, das Gedachte, des Geschehene verwurstet und ausgedrückt werden kann. Input-Output. Essen-Verdauen.
Wer dieses Bedürfnis hat und ihm nachgibt, ist – ungeachtet davon, wie angesehen er ist und wie genial oder bescheiden seine Werke sind – in meinen Augen ein Mensch mit einer Künstlerseele.
Guck dazu auch meinen Text hier.
Ich hoffe, du bekommst viele Impulse.
Jürgen und ich haben das Thema noch oft weitergesponnen, das wir mit euch angedacht und gekaut haben. Ich bin im Grunde fast sicher, dass du eine Künstlerseele in dir hast.
Übrigens: schönes Relaunch deines Blogs!
Hagen:
Danke Denise für Link und Kommentar.
Siehst du dich als Künstlerin?
(Und danke für das Lob)
Denise:
Ja. Unabhängig von Erfolg oder nicht.
Wegen der Art und Weise, wie ich denke. Und wie ich die Welt sehe.
Und nun lese ich mir mal, was Jürgen geschrieben hat …
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Irgendlink:
Lieber Hagen, wie Denise schon sagte, hat uns das Gespräch letzte Woche sehr inspiriert und zum Nachdenken gebracht. Wir haben sogar eine Mindmap dazu angelegt.
Was verstehst du unter Kunst?
Ich habe drei Kunstverständnisse: Erstens ist es eine Lebensart und man geht voll darin auf, egal wie bekannt man ist und ob man auf dem Kunstmarkt wahrgenommen wird. Für mich ist das so. Ich habe etwa zehn Jahre gebraucht, um mich ruhigen Gewissens als Künstler zu bezeichnen und ich bezeichne mich jetzt so, weil mir keine andere Bezeichnung einfällt.
Womit wir zu Zweitens kommen: Die wirtschaftliche Seite der Kunst, das Ansehen der Künstler, Ihr Lebenslauf, der sie so wertvoll macht und auch den Marktwert ihrer Kunst mitbestimmt (bei welchem Prof. auf welcher Uni hat der Künstler studiert, wo wurde er ausgestellt, welche Stipendien und Kunstpreise und Publikationen hat er erhalten, in welchen Sammlungen sind seine Werke vertreten). Vincent van Gogh wäre nach diesen Kriterien kein Künstler gewesen und die Bilder, die er gemalt hat, wären auch keinen Kunst gewesen.
Drittens: Kunst ist, was als Kunst rezipiert wird. Hier kommen wir zum des Kaisers neue Kleider Prinzip und zu den Fallstricken des Menschseins: dass wir uns gerne gegenseitig etwas vormachen und wenn genügend viele sich im einander etwas Vormachen einig sind, wird das, was man sich vormacht wahr und hat einen messbaren Wert. Wir hatten ja Duchamp angesprochen. Seine Fontaine,
Worum geht es bei deiner Kunst?
In meiner Kunst mischt sich Geschriebenes mit Fotografie. Mein Blog ist das Kunstwerk oder die Literatur oder eben einfach nur ein Blog, in dem sich das alles mischt. Ich bin Konzeptkünstler, setze komplexe Gedankenkonstrukte um und visualisiere sie in Fotocollagen und Texten. Der Stoff oder das Leitmotiv meiner Kunst ist die Straße. Seit 1995 mache ich auf langen Fahrradreisen alle zehn Kilometer ein Straßenfoto – immer mit Normalbrennweite in Richtung Reiseziel. Das ist die sture Struktur für Ausstellungen, in denen die Straßenfotos dann mit den schönen Motiven, die einem unterwegs so ins Netz gehen angereichter werden. Seit 2010 verlagert sich meine Kunstaktivität zunehmend ins Netz. Ich blogge live, z.B. auf dem Jakobsweg oder 2012 auf der North Sea Cycle Route. Am liebsten würde ich mich selbst als Appspressionist sehen, weil das so lustig nach Expressionismus klingt.
Wie entstehen deine Kunstwerke?
Unterwegs, spontan, aus der Hüfte geschossen seit 2010 fast ausschließlich mit dem Smartphone. Manchmal setze ich ähnliche Bilder zu Bildcollagen zusammen. So lassen sich per Smartphone riesige Abzüge in hoher Qualität erzeugen.
Hast du ein Atelier?
Ja, in einem umgebauten Rinderstall – aber ich arbeite vorwiegend am PC oder auf dem Smartphone und das Atelier ist unterwegs. Mein Ziel ist es, das Blog als Kunstwerk zu etablieren und die live gebloggten Reiseinhalte sind die Kunst. Jeder darf mitkommen und beim Entstehen neuer Kunststraßen und Livereisen über die Schulter schauen.
Wie bist du eigentlich Künstler geworden?
1988 musste ich wegen Zivildiensts ein Bauingenieursstudium nach dem zweiten Semester unterbrechen – zwanzig Monate später konnte ich da nicht wieder Fuß fassen. Nach zwölfjährigem Training hatte ich mir ein normales Leben abgewöhnt mitsamt den Existenzängsten, dem sinnlosen Wollen und der Illusion, Geld böte auch nur irgendeine Sicherheit oder bringe gar Glück.
Wie verbringst du einen “normalen” Tag?
Unterwegs: radelnd oder zu Fuß dem Reiseziel entgegenstreben – Blogartikel wachsen prächtig im Hirn, wenn man so vor sich hin läuft oder radelt. Mit der Kamera all die tollen Motive vom Wegesrand mitnehmen. Abends Zelt aufbauen, kochen, Blogartikel schreiben und Bilder bearbeiten. Der Rest ist Zufall.
Daheim: wenn Webseitenaufträge da sind am PC sitzen und die erledigen. Bilder bearbeiten, Kunstprojekte formulieren, im Web Kooperationen recherchieren, auch eine kreative Arbeit. Das ganze gut durchmischt mit Gartenarbeit und ein bisschen Holzfällerei. Seit 2014 bin ich auf dem Weg zur Selbstversorgung.
Wie finanzierst du dein “Künstlerleben”?
Ein Scherz: Jeder, der mir diese Frage stellt, muss mir fünf Euro geben. Davon kann ich prima leben
Im Ernst: Massiver Konsumverzicht, ab und zu eine Webseite oder ein bisschen Grafikdesign. Kunstverkauf, T-Shirts, E-Books. Selbstversorgung im eigenen Garten.
Wo kann ich deine Kunst sehen und vielleicht sogar kaufen?
Das Blog als Schaltzentrale: http://irgendlink.de – meist Text aber wenn man genau hinschaut, sieht man die Projektestruktur mit den journalistisch-literarisch-künstlerischen Rohstoffen.
Bilder: http://appspressionismus.de und http://idogma.com und http://iphoneart.com/irgendlink
T-Shirts: http://spreadshirt.de/idogma
E-Books: http://www.neobooks.com/werk/23795-schon-wieder-ein-jakobsweg.html
Print: http://www.epubli.de/shop/buch/33380
Nicht wirklich, oder?
Ich hoffe ja immer, wenn ich zurückkehre in den Alltag, dass der in den Ferien aufgefüllte Energieakku möglichst lange anhält. Doch noch immer habe ich keine Tricks, wie ich es am besten anstellen kann, nicht allzu schnell wieder in den grauen Trott zu fallen. Zumal die Sonne durch die – zugegeben putzenswerten – Fensterscheiben knallt und mich beinahe blendet.
Nein, grau ist es hier nicht, auch Schnee liegt keiner. Nur Rauhreif. Der will heute nicht weichen. In der Waschmaschine kurbelt die erste Ladung Schmutzwäsche ihre Runden und auf dem Tisch liegt die Buße aus Frankreich, von Heiligabend, und ich nerve mich. Ist das wirklich wahr?
Wie war das noch? Als Schweizerin wird man in EU-Ländern nicht gebüßt? Ha. Ich hatte wohl bisher immer Glück, dass ich auf meinen Fahrten durchs Elsass, durch Lothringen und durch Deutschland noch nie wegen zu schnellem Fahren erwischt wurde? Und jetzt, wegen 7 km/h zu schnell 45 €? Ja, das tut weh. Aber ich bin ja selbst schuld, kein Thema. Es tut besonders weh, weil mein Konto leer ist. Und weil ich das wenige Geld, das ich einnehme, gerne für andere Dinge ausgebe. Für sinnvolle.
Genug gelästert. Denn eigentlich ist es ja schön hier. Das Leben als solches. [Wenn bloß die existentiellen Sorgen nicht wären. Wie war das noch mit dem Vertrauen?]
So viele tolle Projekte sind aufgegleist und eigentlich wäre mein Leben schon dadurch ausgefüllt, diese Dinge umzusetzen. Doch die meisten bringen kein Geld. Oder zumindest noch nicht in der Projekt- und Umsetzungsphase. Und das ist der ganz allgemeine Haken am Leben, am Leben einer Künstlerin im besonderen. Diese Marktmaschine, dieses Hamsterrad von Kaufen und Verkaufen, von Ausgeben und Einnehmen. Dieser stete Zufluss und Abfluss von Materie. Ich weiß, dass ich mit diesem Thema nicht wirklich reif und nicht wirklich erwachsen umgehe (erwachsen im positiven Sinn, nicht als Schimpfwort gemeint). Ich weiß, dass ich viel zu viel Energie verliere mit Sorgen, die ich besser für Vertrauen ins Leben einsetzen würde. Aber die Miete muss bezahlt werden. Das geht meines Wissens nicht ohne Geld. Und so weiter.
Stopp.

Erinnere dich an deine Geschenke.
Erinnere dich an das, was dich nährt.
Erinnere dich an schöne Erlebnisse.
An das, was wirklich zählt.
An die Liebe.
Denn so, mit Jammern und Sorgen, komme ich nicht weiter. [Und nein, so was kann ich nicht bloggen. Eigentlich.]
Ich wollte eh etwas anderes bloggen. Etwas Tolles, etwas Schönes. Ich wollte weitere Bildergalerien aus Südfrankreich ankündigen. Bilder vom Canigou. Noch mehr Tür- und Schlösserbilder. Noch mehr Bilder von unterwegs, schöne und schräge. So etwas wollte ich heute bloggen. Aber.
So teile ich zumindest die beiden Montagen, die ich gestern und heute gepfriemelt habe.

In den Pyrenäen #10 – Gestern und heute
Wenn dieser Artikel erscheint, sind Irgendlink und ich am Räumen, Packen und Putzen. Und bald schon auf dem Weg nordostwärts. Nach Hause. Unterwegs. Neue Schritte gehend. Neue Spuren legend.

Die Schritte, die ich bis hierher gegangen bin, kann mir niemand nehmen. Was ich erlebt, gesehen, gehört, gespürt habe, hinterlässt Spuren in mir. Das Gestern formt mein Heute mit und jeden Tag, der kommt.
Und der Schnee von gestern wird zum Schneekind. Die Sonne von heute bleibt auch irgendwo in meinen Zellen hängen und dieses Blog ist je länger je mehr zu einem ausgelagerten Gedächtnisbackup geworden. Wenn auch nur als Teil des ganzen. Wie alles immer nur ein Teil von allem ist (was immer alles überhaupt ist). Doch heute – wie Irgendlink und ich nach St. Thomas gefahren sind, um den letzten Nachmittag in den Pyrenäen im dortigen Thermalbad zu genießen – redeten wir darüber, wie lange uns diese Tage hier vorgekommen sind.
Wir erinnerten uns an die erste Wanderung dieser Ferientage so, als ob sie schon Jahre oder zumindest Wochen her sei. Die Tour zu den Wasserfällen, als es regnete? Fand in einem andern Leben statt … Die Wahrnehmung von Zeit verblüfft mich immer wieder neu – Ausdehung, Verdichtung … Die Zeit ist omnipotenter als wir ahnen.
Sie ist die kleine Schneekugel, in der alles drin ist und die im Verbund mit einer zweiten zu einem veritablen Schneekind wird.
Nun aber genug sofasophiert. Gute Reise, wohin immer ihr unterwegs seid, echtes Gewahrsein, wahrhafiges Hinhören, aufmerksames Unterwegssein, intensives Stillwerden – immer und immer wieder.
Bis bald in diesem Theater.
In den Pyrenäen #9 – Gestern: Bei den Katharern
Vom Schloss Quéribus redete Irgendlink schon, seit wir da sind. Zuerst wollten wir es auf der Fahrt nach Fitou besuchen, doch als wir uns die Karte ansahen, wurde uns klar, dass der Umweg dann doch ein bisschen groß wäre. Und außerdem hat etwas, auf das Irgendlink schon so lange gewartet hat, mehr verdient als nur eine Stippvisite. Dennoch war es auf unserer Liste mit den Dingen, die wir sehen wollten, nach hinten gerutscht, weil es eben nicht einfach um die Ecke lag.
Gestern nun, weil ich wieder stärkere Schmerzen von meinem Steißbeinsturz neulich hatte und zu einer größeren Wanderung nicht in der Lage gewesen wäre, setzten wir uns ins Auto und fuhren einfach mal los. Über Land. Berg und Tal.
Kann man ein Jahr besser beginnen als so?
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Mehr über das Château Quéribus gibts auf Wiki
und einen kleinen Artikel mit einer tollen Collage gibts bei Irgendlink drüben
In den Pyrenäen #8 – Gestern: Ein letzter Gang im alten Jahr
Ein zwar ambitions- und zielloser dafür umso lustvollerer und bilderreicher Spaziergang gestern Nachmittag führte uns vor Augen, wie wenig es im Grunde braucht, um zufrieden zu sein. Einfach die Augen öffnen und gehen. Die Kameras klickten oft. Die Sonne schien unverdrossen. Und irgendwann wurde es kalt.
Wie schön, in die warme Bude heimkehren, sich aufwärmen und später gemeinsam etwas Gutes kochen zu können. Aus ganz einfachen Zutaten und dem unterwegs gepflückten Rosmarin.
Unaufgeregt und vermutlich ziemlich uncool haben wir um Mitternacht das alte Jahr zurückgegeben und das neue Jahr ausgepackt. Es sieht gut aus, das 2015. Ich mag die Zahlen. Und ich freue mich drauf. Sehr sogar. Trotz allem. Und weil ihr alle da seid, du und du, und du auch.
Danke!
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Auch heute hat Irgendlink frisch gebloggt. Hier.
In den Pyrenäen #7 – Gestern: Meer und noch mehr.
Wunsch | Dass wir über dem großen Jahr nie die kleine Stunde vergessen, aber über der Stunde auch nie das Jahr.
Quelle: Solminore
Ein großer weiser Satz, den ich ähnlich gestern am Meer gefühlt habe, angesichts der Weite. Und der Winzigkeit eines Sandkornes, das Teil des ganzen Strandes ist und letzlich den Strand ausmacht.
Hier ein paar Impressionen von Leucate Plage und Umgebung. Viel Spaß!
Wie gehabt: Klick macht groß … 🙂
Nach unseren drei kurzen und so ganz unterschiedlichen Spaziergängen am Mittelmeer, waren wir bei H. & C. eingeladen, die vor acht Jahren von Deutschland nach Fitou ausgewandert sind. Ein sehr nährendes Zusammensein. Gespräche über authentisches Menschsein, Kunst und warum, was glänzt, nicht unbedingt Gold sein muss. Irgendlink nannte es auf dem Heimweg das Kratzen am Mythos Frankreich.
Nun winke ich euch allen dankbar und herzlich zu. Danke, dass ihr da seid und hier mitlest, mitgrübelt, mitlacht, mitspinnt!
Auf ein Neues, guten Rutsch und so weiter … 😉
À suivre demain … Morgen drüben, im 2015.
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Mehr Texte und Bilder gibt’s drüben bei Irgendlink.
In den Pyrenäen #6 – Gestern: Die heissen Quellen von Thuès-les-Bains
Irgendwo da oben müssen sie sein. Aber es ist schon verdammt lange her. Und wir hatten ja ziemlich getankt. Und die Wanderkarte, auf der ich den Ort markiert habe, liegt daheim. Schon vor fünf Jahren wollte uns Irgendlink, als wir zur selben Jahreszeit ein bisschen östlicher von hier eine Gîte bewohnt hatten, mithilfe seines wirklich guten Orientierungssinnes zu seinen wunderbaren heißen Quellen lotsen. Damals fanden wir andere Quellen, wirklich ganz wunderbare. Gestern auch nicht, oder auch – meine ich. Aber deswegen waren auch diese nicht weniger schön. Sag ich mal, die ich seine heißen Quellen nicht kenne. Für einmal war unsere abenteuerliche Bergtour nicht einmal von Regenfall getrübt. Klasse! Und was für Wetter!

Im Schatten minus zwei Grad, an der Sonne vielleicht vier oder fünf?
Beim Thermal-Badehotel von Thuès-les-Bains parkten wir. Auch ein paar französische Jungs um die dreißig hatten neben uns geparkt und wir würden sie später wiederholt treffen.
Voller Vorfreude auf ein Bad in heißen Steinbecken stiegen wir bergan. Gehorsam folgten wir einem Wanderwag, da jener Weg, den der Liebste intuitiv genommen hätte, mit einem durchgestrichenen gelben Kreuz markiert war. Tolle Bergtour.
Ganz schön gefährlich wäre es gewesen, wenn wir dort, wo wir auf halber Höhe umdrehen mussten, weitergeklettert wären. Von oben kommen wir offenbar nicht in das Becken heran, das wir – mit Menschen gefüllt – gefunden haben. Also zurück zur letzten Verzweigung? Gesagt, getan. Auch die französichen Jungs, die wir unterwegs bereits ein- oder zweimal gekreuzt haben, wissen nicht weiter. Sie folgen uns, vermutlich weil wir so zielstrebig aussehen. Nein, sie haben auch keine Koordinaten, sagen sie, und folgen auch nur einem Gerücht. Diesem hartnäckigen Gerücht von wunderbaren heißen Quellen, in denen es sich wunderbar baden lässt. Von denen ich je länger je mehr vermute, dass sie wirklich nur ein Gerücht sind.
Wir nehmen eine Abzweigung, die steil bergab führt und mit ein paar gefährlichen rutschigen und schlammigen Partien aufwartet. Der nahe Bach rauscht, wir sind auf der richtigen Spur, keine Frage.
Auf einmal haut es mich um. Und zwar richtig. Aufs Steißbein. Ich jaule kurz auf, was die Jungs etwa zwanzig Meter hinter uns offenbar in die Flucht schlägt.
Wenn schon diese taffe Schweizerin umfällt, wie dann wir fünf Stadtbuben?, werden sie sich gesagt haben. Macht nichts, denn das Becken ist genau richtig für zwei.
[Ähm, ja, danke der Nachfrage, es tut noch immer weh. Aber nur, wenn ich mich bewege. Sitzen geht. Liegen zum Glück auch. Wird schon wieder.]
Nach einem herrlichen Bad und einem kleinen Picknick wandern wir zurück und betreten die zivilisierte Welt genau auf dem durchgekreuzten Weg.
So einfach wäre das Leben, wenn man nicht immer den Wegweisern und den vorgegebenen Wegen folgen würde. 🙂
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Auch Irgendlink bloggte soeben über unsern gestrigen Ausflug: Hier!
In den Pyrenäen #5 – Gestern: Villefranche-de-Conflent
Da waren wir gestern, in Villefranche-de-Conflent
Was Wiki dazu meint? Ich zitiere mal:
- Villefranche-de-Conflent wurde von der Vereinigung Les Plus Beaux Villages de France zu einem der schönsten Dörfer Frankreichs erklärt.
- Die mittelalterliche Stadtmauer. Ihre Anfänge stammen aus dem 11. Jahrhundert,[3] ab 1681 wurde sie ausgebaut und erhöht. Sie ist bis heute vollständig erhalten.
- Die Kirche Saint-Jacques aus dem 12. Jahrhundert mit zwei parallelen Schiffen.
- Über der Stadt, 734 unterirdische Stufen hoch, liegt das Fort Libéria. Die Festung wurde 1681 vom berühmten Festungsbaumeister Vauban errichtet und unter Napoléon III. ausgebaut. Sie beherbergte im Laufe der Zeit unter anderem ein Frauengefängnis. Im Jahr 2008 wurde das Fort zusammen mit anderen Festungsanlagen von Vauban in die UNESCO-Welterbe-Liste aufgenommen.
- Eine bekannte Touristenattraktion ist die nahegelegene Grotte des Canalettes.
Quelle: Wikipedia
Wirklich wunderwunderwunderschön, das Städtchen. Draufklick für groß! 🙂
Pyrenäen-Bildspecial #1 – Ein und aus, auf und zu.
Türen & Tore
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Hinter Schloss & Riegel





















































































































































































