Der Tag danach

Gestern … (Impressionen)

Schön wars mit all den Gästen, die gestern unser offenes Atelier besucht haben. Schöne Gespräche. Feine, differenzierte Rückmeldungen. Gemütliches Zusammensitzen.

Am Abend Grillen und schlussendlich – noch zu viert in der Formation von letztem Sonntag – abhängen am Tresen. QQlka als DJ. Eine Reise in die Vergangenheit. Youtubing vom feinsten. Von Dire Straits über Veen zu Rio Reiser hin zu heute, zu Easy October und Konsorten. Herrlich.

10 – 9 – 8 … badouff!

Am Tresen auf dem Rinckenhof. Bin müde. (Da mein Laptop sein Gedächtnis verloren hat, benutze ich vorübergehend einen alten Laptop von QQlka. Klasse. Toll, endlich mal wieder ein Laptop, der läuft. Schneller als mein zehnjähriger und zuverlässiger als der sechsjährige.)

Was bin ich müde. Die Ausstellung ist seit paar Stunden fertig gehängt und aufgebaut. QQlka hat uns geholfen. Hat gesagt, was geht, wie’s besser wäre, was nicht geht und warum. Klasse, so ein Galeristen-Coaching! Bin froh. Froh und müde. Müde und froh.

Nun nur noch einkaufen, Kaffee und so. Dann darf es morgen werden. Und übermorgen. Und Gäste dürfen kommen. Auf den Rinckenhof. Kommt. Wir freuen uns.

Später grillen wir. Und nun: publizieren.

Kein Gummibaum

Rausch? Nein, Klarheit. Fließen, schnell, langsam, ganz bei mir. Was will ich sagen, was kann ich, was führt zu weit? Selten denke ich, was wohl die Betrachtenden sagen. Höchstens: Ob das jemand versteht? Nicht: ist das schön? Sieht das gut aus? Irgendwie habe ich solche Gedanken aus meinem Kopf verbannt. Wie sagt Büne Huber so schön im Zusammenhang mit dem tollen Song vom Gummibaum?

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… dann sei ein Gummibaum.

Wenn ich keine Kunstmalerin bin, bin ich halt eine Objektekreatorin. Eine Ideenfühlerin, eine Ideendenkerin auch und eine Ideenumsetzerin, eine Ideenmutter sozusagen, eine Ideenmaterialisiererin. Ich habe einige meiner lyrischen Texte als Basis für meine Objekte genommen.

Eigentlich, denke ich, ist mein Vorratsschrank, den ich am kommenden Wochenende am Offenen Atelier auf dem Rinckenhof das erste Mal der Öffentlichkeit zeige, eine Art Buch im 3D-Berührformat. Ich habe, anders gesagt, ein paar meiner Texte – ohne Buchrücken vorne und hinten – aus ihrer nur digitalen Form entlassen und sie für die Hände fassbar gemacht. Denn letztlich ist es am allermeisten das, was mich nährt: Ausdruck. Das Thema meiner Rauminstallation – „was nährt“– habe ich beim Schaffen erlebt und verinnerlicht. Meine Gedanken während der Arbeit wanderten zu Gesprächen, zu Freundinnen, zu Erlebnissen hin. Dankbarkeit in den Zellen. Froh hat es mich gemacht, dieses Schaffen, ja, es hat mich genährt.

Keine Ahnung, wie das Ganze rüberkommen wird. Sicher ist es aus künstlerischer Sicht laiinnenhaft, da mach ich mir nichts vor. Dennoch hoffe ich, dass meine Idee rüberkommt. Dass die Inhalte (ein bisschen) Nährwert für die Betrachtenden haben. Dass diese ein bisschen glücklicher gehen als sie kommen. Dass sie ein klein bisschen von diesem Reichtum, den ich in der letzten Zeit sehr bewusst erlebt und genossen habe, verstehen.

Oh, ich denke ja doch an die Betrachtenden? Hm, schon, ja, aber nicht im Sinne von „werden sie es mögen?“ (heißt, „würden sie mich liken, wäre das Werk im Internet zu sehen?“), sondern so: Nährt es? Erreiche ich mein Ziel, so ich denn eins habe? Kann ich die erlebte Leidenschaft teilen? Kommt die Vielschichtigkeit der einzelnen Objekte rüber? (… und nein, nichts muss mit JA! beantwortet werden, schön dennoch, wenn es da und dort ein JA! gibt …)

Bei den Bilderausstellungen in vergangenen Jahren hatte ich solche Gedanken viel weniger. Eine Fotografie ist eine Fotografie. Sie gibt meine Perspektive wieder, sie drückt aus, was ich gesehen und inwiefern ich das Bild gegebenenfalls verändert habe um ihm eine andere Aussage zu geben. Klar, auch sehr persönlich, keine Frage. Und auch Geschmackssache – ebenfalls keine Frage.

Bei der Rauminstallation jedoch eröffne ich mir einen Raum, den ich so noch nicht betreten habe. Ich tue Dinge, die ich so noch nie geschaffen habe. Ich folge inneren Ideen, die ich so noch nie gedacht und gefühlt habe.

Ich habe Neuland betreten und der Boden unter meinen Füssen ist wie Schnee, über den noch niemand gelaufen ist. Gewiss, wenn ich forschen würde, fände ich ähnliches – bestimmt bin ich nicht die erste, die auf eine solche Weise gearbeitet hat, dennoch ist es für mich, als Quasi-Laiin, eben neu. Ich habe keine Vergleiche und das ist gut. Ein bisschen ist es wohl Art brut, dachte ich vorhin, als ich die Kiste mit den neuen Objekten, die in den letzten Tagen auf meinem großen Tisch entstanden sind, packte. Art brut, die rohe Kunst einer Unausgebildeten. Ich folge einzig und allein mir und meinen Gedanken. Meiner Spur. Und dabei prüfe ich laufend, ob das, was ich schaffe, effekthascherisch oder authentisch ist. Beides zusammen geht nicht. Nicht für mich. Nur authentisch zählt. Für mich.

Gut muss nicht schön sein, schön muss nicht gut sein. Und ja, mir geht es weniger um schön und nett als um echt und von innen kommend. Nein, das sage ich nicht als Voraus-Rechtfertigung, falls das Ganze ein Flop wird. Ich versuche dir nur zu erzählen, wie ich gearbeitet habe. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und ein Flop kann es höchstens für die andern sein, für mich nicht. Ich habe alles erlebt, jedes einzelne Objekt. Und das zählt. Das nährt. Womöglich ist das Ganze eine Biografie in und aus Dingen …

Punkt. Fertig. Aus. Schluss. Publizieren. Und back jetzt endlich die beiden Kuchen, Soso. Und dann pack das Auto. Und dann fahr los. Na los …

Morgen richten wir die Galerie fertig ein. Galerist QQlka ist noch auf dem Rinckenhof. Er wird uns coachen. Klasse! [Jungs, ich freu mich auf euch.]

Und ich freu mich auf Samstag und Sonntag, auf dich und dich und dich.

Weißleim und das Ding mit der Disziplin

Schreib zuerst einen Zettel, eine Liste, sonst kriegst du das nicht auf die Reihe!, mahne ich mich. Ich gehorche mir. Abstimmen steht drauf, Mail an Schreibgruppe und anderes. Schließlich habe ich ja nun zwei Tage mehr Zeit, weil ich erst am Freitag nach Deutschland fahren werde statt heute. Zeit – darum geht es. Nein, falsch. Nicht Zeit, nicht wirklich, sondern dieses Ding im Kopf, das so ähnlich wie eine Sanduhr funktioniert und mir weismachen will, Zeit sei knapp. Kann sie das sein? Sind es nicht vielmehr meine Wahrnehmung, meine Ansprüche, meine Vorsätze, meine Innen- und Außenpflichten, die im Verhältnis zu der mir zur Verfügung stehenden Zeit zu groß sind?

Wie auch immer. Was ich sagen wollte: Weißleim ist eine tolle Sache. Damit kann man nicht nur kleben, man kann auch eine Art Lackschicht über Papier ziehen. Denn Weißleim wird, wenn er trocken ist, durchsichtig. Und schützt so das Papier ein bisschen. Wie Kleister, den ich schon lange kaufen wollte. Was ich damit sagen will? Nichts. Außer vielleicht, dass Weißleim einer meiner im Moment – neben Farben und Papier – am meisten verwendeten Werkstoffe ist.

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Lebensrad

Während ich an den einzelnen Elementen meiner Installation arbeite, überfluten mich laufend neue Ideen. Ich werde nicht alle umsetzen können. Oder vielleicht einfach noch nicht. Am 20./21. Sept. werde ich einfach das ausstellen, was da ist. Womöglich, ziemlich sicher sogar, wird die Installation auch danach weiter wachsen, werden laufend neue Elemente dazukommen, denn „Was uns wirklich nährt“, ist eine Thema, das sich auf so vielerlei Weise verstehen lässt. Meine Installation ist ein Antwortversuch, so persönlich und so allgemeingültig es eben geht. Wie hat es Irgendlink gestern so schön geschrieben?

„Sie zeigt eine dreidimensionale Installation, welche die Betrachtenden dazu verführt, sie mit allen Sinnen zu erleben. Die Inhalte der einzelne Objekte – als Vorratsgefäße gestaltet – werfen die Frage auf, was uns wirklich nährt. Die Künstlerin hat für ihren „Vorratsschrank“ vor allem Holz, Glas, Farben und Papier verwendet.“

Vorgegenwart. Als wäre ich schon fertig. Bin ich längst nicht. Warum auch immer. Weil ich zu undiszipliniert bin. Weil ich noch andere Baustellen am Bein habe. Weil ich mein Geschäft voranbringen sollte und will. Weil …

Wie hat CQ gestern so schön gesagt? KünstlerInnen sollten von der Gesellschaft, in der sie leben, unterstützt werden, entlöhnt. Kunst ist lebenswichtig für jede Gesellschaft, für jede Kultur.

Hm, gut und schön. Wie wichtig meine Kunst für andere, für die Welt ist, kann ich nicht beurteilen. Sie ist zumindest für mich überlebenswichtig. Könnte ich mich nicht ausdrücken, hätte ich keine Medien, um das, was mich beschäftigt, auszuk***n, würde ich eingehen wie eine Topfpflanze ohne Wasser. Und ohne Erde. Was mich auch die Idee bringt, dass ich doch … Wo ist mein Zettel. Aufschreiben. Schreibs auf, sonst vergisst du es wieder!

Ja, so ist es mit Ideen. Sie sind flüchtig. Sie wählen jemanden aus, dem sie sich vorstellen wollen. Wenn ich sie nicht will (weil ich keine Zeit habe?), gehen sie einfach weiter. Schmetterlingen gleich.

Bloggen steht auch auf meinem Zettel. Zuoberst. Weshalb ich es zuerst tue. Jetzt. Hier. Damit der Kopf wieder frei ist.
Mehr Weißleim kaufen. Unbedingt. Schreib’s auf.

Impressionen aus Boulogne # 1

Den Impressionen von der Kunstschule École Municipale d’Art, kurz EMA, widme ich hier einen eigenen Artikel. In nächsten Artikeln zeige ich Eindrücke unserer Urban ArtWalks durch die Straßen von Boulogne.
Wie sehr ich es bedauerte, dass ich bei der Führung mit Eve, der Sekretärin, meine beiden Kameras nicht dabei hatte, könnt ihr euch sicher vorstellen.
[Das hier ist eine Galerie. Angeklickt werden die Bilder groß und man kann sich weiterklicken.]


[Weitere Impressionen in Text und Bild auch bei Irgendlink]
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Bilder:
Nikon (mit Gimp und DigiKam frisiert)

Lenz im Prisma

Was so eine Gruppen-Ausstellungseröffnung alles zu tun gibt, ist nicht zu unterschätzen. Gestern haben wir den ganzen Tag an den Feinheiten gearbeitet wie Rahmung, Verpackung und Präsentation der kleinen Bilder für den „Offenverkauf“, Etikettierung und dergleichen Kleinkram mehr.
Im Prisma herrschte reger Betrieb, als wir kurz nach 17 Uhr eintrafen. Die Stunden der letzten Dinge. Da wird noch ein bisschen Hand angelegt und dort noch ein wenig gerade gerückt. Doro rennt mit ihren schön glasierten Raku-Kugeln herum, um den besten Platz zu finden. Irgendlink klebt die Etiketten an die Wand, während ich bei Optiker F. meine neue Brille hole. Und schließlich kommen die ersten Gäste.

Hier ein paar (leider nicht sehr gute) Schnappschüsse. Mein iPhone kommt bei wenig Licht deutlich an seine Grenzen …

Blooß kään Stress – besser noch eine Tasse Kaffee trinken! -> Bild: unterste Reihe, zweites von rechts. | Irgendlink mit Interessierten im Kunstgespräch -> Bilder: zweitoberste Reihe, zweites von rechts und erstes unten links
Lenz 1
Artur verrät uns sein Geheimnis: zwei seiner Bilder passen zusammen. Psst, nicht weitersagen. -> Bilder: zweites von links in der obersten Reihe und erstes unten links. | Irgendlinks Bilderwand -> Bild: ganz rechts in der obersten Reihe.
Lenz 2
Erst danach, wieder zuhause, merken wir, wie müde wir sind. Wie viel Energie wir für die Ausstellung aufgewendet haben. Wie anstrengend das alles war. Endlich vom Tisch … Puh …
Und doch, es war angenehm … und schön, dass soo viele Leute gekommen sind.
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Bilder und Montage:
Appspressionismen (iPhoneArt)

Unter der Decke

Wieder hat sich die Welt um mich herum in einen weißen Pelz gehüllt, einen nassen, kalten Pelz, der sie isoliert und vor Eisschmerz schützt. Ich gestehe dennoch, dass ich genug von Kälte und weißem Einerlei habe. Täglich schiele ich auf die Prognosen und zähle die Tage, bis nachts wieder Plusgrade sein werden und wir hier, auf dem einsamen Gehöft, die Wasserleitungen erneut öffnen können. Fließend Wasser ist nicht zu unterschätzen!
Sonntags, im Oberwürzbacher Wald auf Geocachingtour*, haben wir uns diese angekündigten Schneefälle ja kaum vorstellen können, doch gestern, in Saarbrücken unterwegs, war der kurze Frühlingseinbruch von letzter Woche nur noch eine Mär.
Jetzt leben solle der Mensch … Stimmt ja, zumal es jetzt viel zu tun gibt. Irgendlink trifft Vorbereitungen für die Ausstellung LENZ, an der er mit seiner Kunstgruppe Prisma beteiligt ist (Flyer großklickbar).

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Wer weiß, vielleicht hast du Zeit und Lust, bei der Vernissage mit uns anzustoßen? Herzliche Einladung!

Und wenn ich schon am Verbreiten guter Nachrichten bin: Auf Sofasophia appt die Welt zeige ich heute ein Bild, das ich zu meinen eigenen Favoriten zähle: Love Your Shadows (und gestern das Rohbild dazu).
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Habe ich eigentlich hier mal vom neuen Zyklus auf pixartix_dAS bilderblog erzählt? Strassen & Wege lautet das aktuelle Thema. Wieder beteiligen sich bereits ganz unterschiedliche FotokünstlerInnen, die sich täglich abwechseln. Andere werden später dazustoßen.
Viel Spaß beim Reinschauen!
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* Geocaching ist eine Outdoor-Schatzsuche in der realen Welt. SpielerInnen dieses Spieles versuchen, versteckte Behälter, Geocaches genannt, mithilfe eines Smartphone oder GPS-Gerätes zu finden, um anschließend ihre Erfahrungen online zu teilen. Mehr auf www.geocaching.com.