… oder der Supergau der Bürogummis
Nix geht mehr. Keine Mails raus, keine Mails rein. Ab- und Zufluss verstopft. Selbst die elektronische Agenda im gleichen System spottet über die vermeintlichen Pendenzen, die ich ihr aufbürden will und versagt mir ihren Dienst. Gerade hatte ich in einer Hilf-mir-bitte!-Mail gelesen, dass einer meiner Arbeitskolleginnen das Gleiche passiert ist. Und nun traf es mich. Eiskalt.
Als IT-Superuserin musste ich dringend handeln. Per Mail verfasste ich – wie in solchen Fällen immer – einen Auftrag, um diese an die Hotliner unsere IT-Abteilung in Z. zu schicken. Ooops! Ich kann ja gar nicht mailen, fällt mir auf einmal ein. Mist! Ich versuche es mit dem Mut der Verzweifelten doch.
Und offenbar ist die Mail sogar angekommen, denn P., der IT-Scheff himself, rief zwei Minuten später an. Wir palaverten eine Weile über unser Mailsystem, derweil er mit seiner Maus per Fernwartung auf meinem Bildschirm herumfummelte. Echt schräg! Daran werde ich mich wohl nie gewöhnen können. So was von irritierend.
Obwohl ich doch der Meinung war, den Warnungen des Mailsystems vor zwei Wochen und seither täglich Folge geleistet und viele überflüssige Mails und ihre fetten Anhänge gelöscht zu haben, war offenbar noch irgendwo der Wurm drin. Meinte er. Und er hatte recht, denn er ortete im virtuellen Nirwana eine unsichtbare Warteschlange mit noch mehr fetten Anhängen. Dateien, an die Normalsterbliche wie ich nicht rankamen und von deren Existenz wir nicht im Traum wissen konnten! Er machte sie unschädlich. Alle!
Ich sah ihn buchstäblich vor mir, diesen Djungel aus Bildern, Dateien, Präsentationen und ZIP-Ordnern, den ich irgendwann virtuell angelegt hatte. Und ich sah P. vor mir, nur mit einer virtuellen Machete bewaffnet, wie er eine um die andere Datei heldenhaft erschlug. Wusch! Und wusch! Und du auch: Fort mit dir …
So saß ich also am Bildschirm und schaute der umher flitzenden Maus zu. Plopp. Das Zeitloch virtueller Träume der fünften Art, wo alles möglich ist – es tat sich auf. Fraß mich. Sog mich in die Tiefen der Netzlosigkeit. Löschte mich weg.
Wo es sich befindet? Dort vermutlich, wo nun all meine Dateileichen vor sich hin modern und von virtuellen Würmern gefressen werden. Und von wo aus ich irgendwann irgendwie doch wieder aufgetaucht bin … P.seidank!
Hallo, Sofasophia? Noch da? Dein Netz ist geflickt!