Diese Erkenntnis traf mich neulich wie ein Blitz. Anderen geht’s offenbar nicht besser. Büne singt: „ … (mr) si vo dr mördermittagshitz fadegrad i die gmässigti zone* …“ (Quelle: Compañero. CD Trybguet, Patent Ochsner).
In meinem Leben gibt es Hinweise zuhauf. Als da wären: Ich putze die Fenster, obwohl es erst ein knappes Jahr her ist seit dem letzten Mal! Und damit nicht genug: Ich wasche sogar die Gardinen! ( … dass ich sie in Babyweiss einlegen musste, damit sie wieder weiß werden, sei hier nicht verraten). Noch weitere Beispiele gefällig? Ich denke bereits, obwohl die Frist erst eine Woche abgelaufen ist, daran, die Steuererklärung auszufüllen! Na ja, erst denken …
Überhaupt … der Gedanke, freiwillig etwas zu tun, was meine Eltern taten, ist nicht mehr gar so grässlich wie noch vor ein paar Jahren. Obwohl die ja nicht per se bürgerlich waren. Vielleicht bin ich ja gar nicht bürgerlich geworden, nur einfach ein bisschen älter?
Und bürgerlich wählen tu ich ja trotzdem nicht. Diesmal habe ich die Grünen unterstützt. Und ein bisschen jungrot hinein panaschiert. Das Gefühl, Einfluss auf unsere Regierung nehmen zu können, erfüllt mich jedes Mal, wenn ich den Wahlzettel ausfülle. Und verlässt mich wieder, sobald ich den Umschlag in den Kasten geworfen habe. Life is just a Big Wheel! Wäre ich bürgerlich, wirklich bürgerlich bis unter die Haut, könnte ich mir den Wahlgang eh sparen.
Fazit: Obiger Titel stimmt nicht. Trotzdem mag ich neuerdings saubere Fenster.
_________________________________________________________________
*Übersetzung: … (wir) sind von der Mödermittagshitze auf direktem Weg in die gemässigten Zonen …
Solange es nur die Sauberkeit der Fenster ist, kann man noch aushalten
und solange du nicht jeden sonntag um punkt 12 uhr rinderbraten, rotkohl und knödel isst….
igitt, rinderbraten! *würg*
ich frage mich grad, ob es bürgerliche vegis gibt und warum saubere fenster den bürgerlichen (f. und m.) vorbehalten sein sollen! 😉
was ich punkt12 sonntags am liebsten tue, verrate ich hier lieber nicht …
Der Besitz eines eigenen Sofas – das empfand ich als Beginn meiner Bürgerlichkeit. Mit diesem hadere ich bis heute nicht :))
Freiwillig tun, was die Eltern taten: garten werkeln – wie habe ich das bei meinem Vater belächelt – wie erholsam ist mir das heute.
Aber die Steuererklärung pünktlich abzugeben schaffe ich bis heute nicht. Trotz meiner Liebe zu sauberen Fenstern. (Und ja: auch zu Rotkohl und Knödel und so, bekenne ich)
Alles nicht so einfach mit der Definition der Bürgerlichkeit …
bürgerlich hin oder her das ist auch nur ein begriff 😀 wie man ihn definiert hat unsere gesellschaft vorgegeben. was man daraus macht ist uns überlassen. ich fühle mich bürgerlich weil ich mich weiterbilde ein anderer bürgerlich weil er darauf achtet dass sein auto sauber ist und der andere fühlt sich nicht so obwohl er es in vielen augen ist. gardinen waschen ist doch schön besser als gelbe anzuschauen 🙂
gruß,
isa